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Wissenschaft wirkt nur, wenn sie ankommt: Warum die Kommunikation und der Inhalt von Policy-Formaten Hand in Hand gehen müssen

Die wichtigsten Merkmale auf einen Blick

  • Frühzeitige Planung sichert Ressourcen: Um weder Zeit noch finanzielle Mittel für ungelesene Publikationen oder schlecht besuchte Veranstaltungen zu verschwenden, müssen Forschende und Mitarbeitende im Wissenstransfer die Bewerbung von Policy-Formaten von Anfang an mitdenken.
  • Der Mix macht’s: Eine effektive Vermittlung kombiniert mehrere sich gegenseitig verstärkende Strategien – von der gezielten Stakeholder-Analyse und personalisierten Ansprache über klassische und soziale Medien bis hin zu persönlichen Netzwerken und den Kanälen von Partnerorganisationen.

Worum geht es?

Forschende, die direkt von Akteuren aus Politik und Verwaltung eingeladen werden – sei es für Auftragsforschung, die Mitarbeit in Expertengremien, parlamentarische Anhörungen oder als Speaker auf Fachveranstaltungen –, genießen einen erheblichen Vorteil: direkten Zugang. Für Forschende ohne Vorerfahrung in der wissenschaftlichen Politikberatung stellt sich jedoch eine ganz andere Herausforderung: Sie müssen sich in Politik und Verwaltung überhaupt erst einmal einen Namen machen.

Das Risiko ist real: Eine sorgfältig recherchierte Policy-Veröffentlichung zu einem wichtigen Thema, die niemand in Parlamenten oder Ministerien liest, oder eine aufwendig geplante Policy-Veranstaltung, die jedoch nicht von Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Verwaltung besucht wird, sind eine Verschwendung von Zeit und Geld. Die Lösung besteht darin, den Fokus nicht ausschließlich auf den Inhalt von Policy-Formaten zu legen. Die Kommunikation (Dissemination) über die Policy-Formate muss von Beginn des Projekts an mit derselben Sorgfalt geplant werden wie die Forschungsinhalte selbst.

Vier Kernstrategien für eine erfolgreiche Verbreitung

 

Strategie 1: Stakeholder-Mapping und personalisierte Ansprache

Identifizieren Sie Ihre Zielgruppe systematisch, indem Sie Organigramme und Websites relevanter Policy-Einrichtungen analysieren: kommunale Einrichtungen, Ministerien und nachgeordnete Behörden auf Bundes- und Landesebene, Parlamente, politische Parteien, EU-Institutionen und internationale Organisationen. Erstellen Sie eine Mailingliste, mit den Akteuren in Politik und Verwaltung, für die Ihre Expertise relevant ist.

Der dafür erforderliche Aufwand variiert je nach Reichweite des Themas enorm:

  • Lokaler Fokus: Eine Publikation zum Thema Fahrradfahren in einem einzelnen Stadtviertel ist auf lokaler Ebene vielleicht nur für eine Handvoll Personen relevant. Die Identifikation dieser Personen dauert nur wenige Stunden.
  • Internationaler Fokus: Eine Studie zum Thema Fahrradfahren in 214 Städten in 25 europäischen Ländern kann für Zielgruppen auf kommunaler, nationaler und EU-Ebene interessant sein. Das Mapping und die Formulierung personalisierter Anschreiben können hier Wochen oder Monate in Anspruch nehmen.

Praxistipp: Vermeiden Sie standardisierte Massenmails. Eine personalisierte Ansprache ist um ein Vielfaches effektiver. Nutzen Sie Textvorlagen, die Sie je nach Zielgruppe variieren können.

Dieselbe Studie zum Thema Fahrradfahren in 25 Ländern in Europa kann für unterschiedliche Akteure aus völlig verschiedenen Gründen relevant sein:

  • Verkehrsministerien: Interesse an den Themen Verkehrsregelung, Infrastrukturplanung und Beschilderung.
  • Bildungsministerien: Integration des Themas Mobilität in Lehrplänen.
  • Bürgermeisteramt: Möchte, dass seine Städte sich als fahrradfreundliche Touristenziele positionieren oder die angespannte Parkplatzsituation entlasten.
  • Parlamentsabgeordnete: Setzen sich für aktive Mobilität und die langfristige öffentliche Gesundheit ein.

Jeder dieser Kontakte verdient eine personalisierte Nachricht. Erklären Sie, warum genau diese Publikation oder Veranstaltung für diese Person jetzt relevant ist. Bieten Sie am Ende der Nachricht zudem immer konkret für Rückfragen ein Telefonat oder ein virtuelles Treffen an.

 

Strategie 2: Medien, Social Media und Fachplattformen

Pressemitteilungen sind nach wie vor ein starkes Instrument, um Sichtbarkeit zu generieren – insbesondere, wenn sie professionell über die Kommunikationsabteilung Ihrer Institution ausgespielt werden. Nutzen Sie zudem soziale Medien, um direkt mit Akteuren aus Politik und Verwaltung in Kontakt zu treten, und laden Sie diese ein, Ihren Kanälen zu folgen. Spezialisierte Policy-Plattformen (wie Political, EU-Agenda oder Euractiv) erreichen ein großes Fachpublikum und eignen sich hervorragend für die Ankündigung von Events oder Neuerscheinungen.

 

Strategie 3: Persönliche Netzwerke nutzen

Kolleginnen, Kooperationspartner und Alumni-Kontakte, die bereits gut in die Politik vernetzt sind, sind Gold wert. Bitten Sie vertrauenswürdige Kontakte um ein „Warm Introduction“ (eine persönliche Vorstellung), um Einladungen weiterzuleiten oder Ihre Inhalte auf Social Media zu teilen. Eine persönliche Empfehlung durch Dritte öffnet Türen deutlich leichter als eine kalte Kontaktaufnahme.

 

Strategie 4: Multiplikatoren und Partnerorganisationen einbinden

Forschungseinrichtungen, Think Tanks, NGOs, Stiftungen und Verbände, die eine große Sichtbarkeit in Politik und Verwaltung genießen, sind ideale strategische Partner.

Prüfen Sie, ob Sie Gastbeiträge in Newslettern, Blogs oder anderen Publikationsreihen platzieren können. Ein gut platzierter Text erreicht oft ein weitaus größeres und passgenaueres Publikum als ein Policy Brief, der lediglich auf der eigenen Institutswebsite hochgeladen aber nicht gelesen wird.

Zudem schlagen Sie mit der Einbindung externer Expertinnen und Experten in Ihre eigenen Veranstaltungen zwei Fliegen mit einer Klappe: Es erhöht die inhaltliche Diversität und steigert automatisch die Reichweite, da die Gäste die Veranstaltung in der Regel über ihre eigenen Netzwerke teilen.

 

Strategien kombinieren

Die oben genannten Strategien schließen sich nicht gegenseitig aus, sondern verstärken sich gegenseitig. Forschende und Wissensvermittelnde sollten die Ressourcen bewerten, die sie realistisch in die Verbreitung investieren können, und die Kombination von Strategien auswählen, die am besten zu ihrem Thema, ihrer Zielgruppe und ihrem institutionellen Kontext passt.

 

Aufgaben und Ressourcen

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler

Forschende unterschätzen die Bedeutung der Wissensverbreitung. Neue Forschungsergebnisse alleine reichen in Policy-Kontexten nicht aus. Sie müssen auch von Akteuren in Politik und Verwaltung wahrgenommen werden. Forschende sollten zumindest einige Maßnahmen zur Wissensverbreitung selbst planen, insbesondere die gezielte Ansprache von Akteuren aus Politik und Verwaltung, die sie bereits persönlich kennen oder die sie im Rahmen eines Stakeholder Mappings identifiziert haben.

Mitarbeitende im Transfer und Wissenschaftsmanagement

Mitarbeitende im Transfer- und Wissenschaftsmanagement spielen eine wichtige Rolle dabei, die Kommunikation neuer Erkenntnisse in Policy-Kontexten effizient und nachhaltig zu gestalten. Sobald mögliche Zielgruppen identifiziert und eine Mailingliste angelegt wurde, kann diese gepflegt und für zukünftige Aktivitäten wiederverwendet werden.

Mitarbeitende im Transfer- und Wissenschaftsmanagement sollten Vorlagen für E-Mail-Nachrichten, Social-Media-Beiträge und Pressemitteilungen erstellen, die bei Bedarf angepasst werden können. Sie sollten Forschenden außerdem dabei helfen, Partnerorganisationen wie Thinktanks, NGOs, Stiftungen und Verbände zu identifizieren, die die Sichtbarkeit Ihrer Expertise erhöhen können.

 

Quellen und weiterführende Literatur

Baron, Nancy (2010), Escape from the Ivory Tower: A Guide to Making Your Science Matter. Island Press.

Swann, Michelle (2012), Writing Professional Emails: The Step-by-Step Guide.

Willis, Christina C. (2020), Sustainable Networking for Researchers and Engineers, https://doi.org/10.1117/3.2535500.

 

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Evidenz zu Schulschließungen während der COVID-19-Pandemie

Interview mit Professor Reyn van Ewijk (Lehrstuhl für Statistik und Ökonometrie an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz)

Prof. Dr. Reyn van Ewijk ist Professor für Statistik und Ökonometrie an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Er verfügt über einen Hintergrund in Wirtschaftswissenschaften, Psychologie und Epidemiologie. In seiner Forschung nutzt er ökonometrische statistische Methoden, insbesondere sogenannte natürliche Experimente, um die menschliche Gesundheit zu untersuchen. Dabei greift er auf große Datenbanken wie Biobanken und Registerdaten zurück.

Herr Professor von Ewijk, im Sommer 2021 haben Sie der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin – einem Dachverband für pädiatrische und jugendmedizinische Fachgesellschaften – Informationen für eine Stellungnahme vor dem Bundesverfassungsgericht zur Verfügung gestellt. Wie kam es zu diesem Kontakt?

Zu dieser Zeit war ich im COVID-19-Kompetenznetzwerk für öffentliche Gesundheit als Vertreter der Deutschen Gesellschaft für Gesundheitsökonomie tätig. Innerhalb dieses Netzwerks kam ich mit einem Vertreter der Deutschen Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin in Kontakt. Die Kinderärzte interessierten sich für die wirtschaftlichen Auswirkungen der pandemiebedingten Maßnahmen in Schulen. Ich lieferte dazu Input, und später wurde die Deutsche Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin von der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin gebeten, an einer Stellungnahme an das Bundesverfassungsgericht zum Präsenzunterrichtsverbot mitzuwirken. Auch dabei stand ich beratend zur Seite.

Hatten Sie die notwendigen Informationen bereits zur Hand, als Sie die Anfrage erhielten oder mussten Sie selbst noch weitere Recherchen anstellen?

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich bereits einige Vorträge über die kurz- und langfristigen Folgen von Schulschließungen gehalten und war mit der vorhandenen wissenschaftlichen Literatur zu diesem Thema gut vertraut. Außerdem hatte ich gemeinsam mit einigen Kollegen ein eigenes Forschungsprojekt gestartet, in dem wir untersuchten, wie sich die Schulöffnungen in Deutschland nach den Sommerferien 2021 auf die Inzidenzraten auswirkten. Ich war also bestens mit dem Thema vertraut und musste nur ein wenig zusätzliche Zeit aufwenden, um weitere Informationen und Belege zu sammeln.

Ende 2021 haben Sie eine Analyse zur Eindämmungswirkung von Schulen auf die Ausbreitung von SARS-CoV-2 veröffentlicht. Was war die Kernaussage Ihrer Analyse?

Wir haben die Auswirkungen der Schulöffnungen auf die Ausbreitung von SARS-CoV-2 anhand unterschiedlicher Zeitpunkte für das Ende der Sommerferien in den deutschen Bundesländern analysiert. Die Schulöffnungen führten zunächst zu einem kurzen Anstieg der Infektionszahlen, da durch Tests asymptomatische Fälle entdeckt wurden. Anschließend führten Schulöffnungen unter strengen Hygienemaßnahmen und obligatorischen Tests zu sinkenden Infektionsraten. Dies zeigt, dass Schulen unter bestimmten Bedingungen zur Pandemiebekämpfung beitragen können. Schulschließungen hingegen können die wichtige Überwachung der Infektionsraten erschweren und sollten aufgrund der schwerwiegenden Folgen für Kinder nur als letztes Mittel eingesetzt werden.

Das Thema Schulschließungen während der Covid-19-Pandemie war in Deutschland Gegenstand heftiger Kontroversen. Hatten Sie Bedenken, dass Ihre Studie Sie in eine politische Ecke drängen könnte?

Zu diesem Zeitpunkt ging aus der gesamten wissenschaftlichen Literatur – sowohl vor als auch während der Pandemie – klar hervor, dass Schulschließungen zu erheblichen Lernverlusten führen, insbesondere in Deutschland, wo die digitale Infrastruktur an den Schulen schlecht war und den Fernunterricht erschwerte. Solche Auswirkungen sind bei sozial schwächeren Gruppen besonders stark und verstärken soziale Ungleichheit. Darüber hinaus haben Schulschließungen langfristige negative Folgen für Gesundheit, Einkommen, gesellschaftliche Einstellungen usw. In Deutschland verfügten wir über ein sehr effektives System für Tests und Hygienemaßnahmen an Schulen. Vor diesem Hintergrund war es mir wichtiger, unsere Ergebnisse und die damit verbundene Botschaft in die Diskussion einzubringen, als mir Sorgen darüber zu machen, in eine politische Ecke gedrängt zu werden.

Haben die Medien Ihre Ergebnisse aufgegriffen?

Unsere Arbeit wurde von mehreren Zeitungen, darunter Die Welt und Bild, sowie von Radiosendern und in Online-Nachrichten aufgegriffen und diskutiert.

Haben Sie Rückmeldungen von politischen Entscheidungsträgern erhalten?

Wir hatten keinen direkten Kontakt zu Politikern. Dennoch haben diese wahrscheinlich in den Medien oder in einem von uns verfassten Politikbericht von unserer Forschung erfahren. Politisch Verantwortliche stützen ihre Entscheidungen und den Inhalt ihrer Kommunikation auf viele verschiedene Einflussfaktoren. Sie erwähnen diese Faktoren nicht immer ausdrücklich, und selbst wenn sie es tun, erfahren wir nicht immer davon. Daher können wir nicht genau wissen, ob und wie unsere Forschung die Politik beeinflusst hat. Ein Medienbericht deutet jedoch darauf hin, dass wir zumindest einen gewissen Einfluss hatten, da der bayerische Bildungsminister ausdrücklich auf unsere Arbeit Bezug nahm, als er versprach, alles in seiner Macht Stehende zu tun, um die Schulen offen zu halten.

Tome Sandevski (Goethe-Universität Frankfurt) führte dieses Interview.                              Oktober 2024

Nicht nur Wissen präsentieren – vernetzen!

Ein Leitfaden für Forschende zu  erfolgreichen Mitwirkung an Policy Veranstaltungen

Die wichtigsten Merkmale auf einen Blick

Policy Veranstaltungen bieten drei unterschiedliche Dimensionen für wissenschaftliche Wirkung, die von formellen Vorträgen bis hin zum Aufbau persönlicher Beziehungen reichen:

  1. Formale Dimension: Vermittlung von Fachwissen in Podiumsdiskussionen, Vorträgen, Präsentationen oder Workshops.
  2. Informelle Vernetzung: Aufbau direkter Kontakte während Kaffeepausen, Mittagessen und Empfängen.
  3. Strategisches Follow-up: Umwandlung kurzer Begegnungen in nachhaltigen Austauschnach der Veranstaltung.
  • Forschenden sollten nicht nur an Policy Veranstaltungen teilnehmen, um eine Rede zu halten oder an einer Podiumsdiskussion teilzunehmen; sie sollten daran teilnehmen, um informelle Gespräche zu führen und zwei bis drei Folgetreffen zu vereinbaren.
  • Pausen, Mittagessen und Empfänge sind ebenso wichtig wie inhaltliche Sessions wie Podiumsdiskussionen oder Vorträge selbst: Organisatoren von Policy-Veranstaltungen sollten während der Pausen Gelegenheiten zum Networking und zu informellen Gesprächen einplanen.

Wie funktioniert das Format?

Um Zeit und Wirkung zu maximieren, müssen Forschende jede politische Veranstaltung unter drei strukturellen Dimensionen betrachten.

 

  1. Die formale Dimension (die Plattform)

Dazu gehören Podiumsdiskussionen, Keynote-Vorträge und interaktive Workshops. Die Übernahme einer aktiven Rolle als Redner/Rednerin oder Podiumsteilnehmende stärkt die institutionelle Glaubwürdigkeit und rückt relevante Forschungsergebnisse in den Vordergrund. Doch dies ist lediglich der Aufhänger – nicht das angestrebte Ergebnis.

 

  1. Die informelle Dimension (die Verbindung)

In Kaffeepausen, während des Mittagessens und bei Abendempfängen findet der informelle Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Verwaltung statt. Informelle Rahmenbedingungen ermutigen die Teilnehmenden dazu, offener über ihre Herausforderungen und Wissensbedarfe zu sprechen, als es eine öffentliche Podiumsdiskussion zulässt. Forschende sollten die Zeit auf Veranstaltungen für den informellen Austausch nutzen anstatt , E-Mails zu checken, nur mit Kolleginnen und Kollegen aus der Wissenschaft auszutuaschen oder frühzeitig die Veranstaltung zu verlassen.

 

  1. Die Nachverfolgungsdimension (die Wirkung)

Wertvolle Gespräche sollten damit enden, dass Forschende sich mit den Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartnern aus der Praxis darauf verständigen, in Kontakt zu bleiben und den Dialog Wochen oder Monate nach der Veranstaltung weiterführen.

 

Warum Mikro-Networking Makro-Präsentationen übertreffen kann

Forschende unterschätzen oft den mündlichen Austausch im Vergleich zu Veröffentlichungen. In einem natürlichen Sprechtempo sprechen Rednerinnen und Redner etwa 130–160 Wörter pro Minute (ca. eine halbe Textseite). Betrachten Sie den Vergleich zweier verschiedener Strategien:

Forscher A (der Vortragende): Hält einen 15-minütigen Vortrag plus 5 Minuten für Fragen und Antworten (insgesamt 20 Minuten Redezeit = ~10 Seiten übermittelter Text). In den Pausen checkt dieser Forschende seine E-Mails, unterhält sich nur mit Kollegen und Kolleginnen aus der Wissenschaft und geht frühzeitig.

Forscher B (der Netzwerker): Hat keine formelle Rednerrolle, tauscht sich jedoch in den Pausen und bei Empfängen insgesamt 50 Minuten lang aktiv mit Akteuren aus Politik und Verwaltung aus (ca. 25 Seiten übermittelter zielgerichteter Text). Dieser Forschende vereinbart drei konkrete Termine für zukünftige Treffen. Ergebnis: Drei geplante Folgetreffen, um die eigene Expertise direkt zu präsentieren.

 

Aufgaben und Ressourcen

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler

Wie können sich Forschende auf die Netzwerkbildung vorbereiten?

Schritt 1: Den Raum analysieren und sich einen Überblick verschaffen (vor der Veranstaltung)

  • Forschende sollten das Programm und die Teilnehmendenliste im Voraus durchsehen. Sie sollten die konkreten Akteure aus Politik und Verwaltung oder anderen Gäste aus der Praxis identifizieren, mit denen sie in Kontakt treten möchten
  • Falls die Liste nicht öffentlich ist, sollten Forschende die Organisatoren nach dem erwarteten Profil des Publikums fragen

Schritt 2: Inhaltliche Vorbereitung

  • Forschende sollten einen 60-Sekunden-Elevator-Pitch vorbereiten, der sich auf die politische Relevanz ihres Fachwissens konzentriert und rein akademische Debatten oder Methodik vermeidet
  • Forschende sollten gedruckte Exemplare von Kurzpublikationen wie Policy Briefs, Factsheets oder Infografiken mitbringen. Diese Kurzpublikationen sollten immer die Kontaktmöglichkeiten enthalten.

 

Schritt 3: Strategische Ansprache und Eisbrecher

  • Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sollten ihre Zielpersonen in den Pausen ansprechen; sie sollten Grenzen respektieren (Personen, die gerade telefonieren oder E-Mails auf ihrem Laptop schreiben, sollten sie meiden), sich aber selbstbewusst mit einem höflichen „Darf ich mich zu Ihnen setzen/stellen?“ zu den Gruppen an den Tischen gesellen.
  • Offene Eisbrecher können sein:

o Auf welchen Teil der Veranstaltung freuen Sie sich am meisten?

o Welche Sessions fanden Sie bisher am interessantesten?

o Was halten Sie von Argument zu X?

  • Folgefragen können sein:

o Welche Themenaspekte sind für Sie besonders relevant?

o Was ist die größte Herausforderung, vor der Sie bei diesem Thema stehen?

 

Schritt 4: Den Anschluss für die Nachbereitung sichern

  • Wenn der Kontakt positiv verläuft, sollten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler noch vor Ende des Gesprächs den Anschluss sichern: „Ich würde Ihnen gerne ein kurzes Update schicken, sobald unsere nächsten Forschungsergebnisse vorliegen. Darf ich Ihre Visitenkarte haben oder Ihren LinkedIn-QR-Code scannen?“
  • Das Überreichen eines gedruckten Policy Briefs mit den eigenen Kontaktdaten ist eine effektive Methode, um einen unmittelbaren, professionellen Übergang zu schaffen

 

Schritt 5: Termin vereinbaren (nach der Veranstaltung)

  • Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sollten innerhalb von 48–72 Stunden eine maßgeschneiderte Folge-E-Mail senden
  • Sie sollten Links zu den besprochenen Daten oder Publikationen bereitstellen und ein Folgetreffen in den nächsten Wochen oder Monaten vorschlagen

 

Mitarbeitende in den Bereichen Management und Transfer (Unterstützungsstrukturen)

Policy-Veranstaltungen müssen den informellen Dialog in Pausen ermöglichen.

Teams, die Veranstaltungen organisieren, sollten die folgenden Vorschläge berücksichtigen:

  • Netzwerkpausen einplanen: Bei jeder Veranstaltung, die länger als zwei Stunden dauert, sollten die Organisatoren Kaffeepausen von mindestens 20 bis 30 Minuten einplanen; die Organisatoren sollten die Pausen nicht verkürzen, auch nicht, wenn Vorträge überzogen werden. Sieie sollten die Referentinnen und Referenten im Voraus darüber informieren, dass Zeitlimits strikt eingehalten werden.
  • Vorbereiten sichtbarer Materialien: Organisatoren sollten große, gut lesbare Namensschilder bereitstellen; wenn möglich, können sie QR-Codes auf den Namensschildern integrieren, die weitere Informationen wie Links zu Webseiten oder LinkedIn-Profilen bereitstellen.
  • Moderieren flexibler Frage-und-Antwort-Runden: Moderatorinnen und Moderatoren sollten die „Frage-und-Antwort-Runden“ so strukturieren, dass das Fachwissen der Teilnehmenden im Raum zum Tragen kommt. Sie sollten zu Beginn klar ankündigen: „Fragen müssen auf 1–2 Minuten begrenzt sein, damit alle zu Wort kommen können.“ Dies verhindert lange Ausführungen aus dem Publikum und hilft Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, interessante Gesprächspartner für die nächste Pause zu identifizieren
  • Mitarbeitende im Bereich Wissensaustausch können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler darin unterstützen, klare Elevator Pitches zu entwickeln und leicht verständliche Informationsblätter zu erstellen
  • Mitarbeitende im Bereich Wissensaustausch können Forschende während Empfängen aktiv den anwesenden Akteuren aus Politik und Verwaltung vorstellen

 

Quellen

Willis, Christina C. (2020), Sustainable Networking for Researchers and Engineers, https://doi.org/10.1117/3.2535500.

Zack, Devora (2019), Networking for People Who Hate Networking: A Field Guide for Introverts, the Overwhelmes, and the Underconnected, Berrett-Koehler Publishers.

 

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Maßgeschneiderte Experten-Schulungen

Beschreibung

Praktische Schulungen, die von akademischen Fachkräften für Mitarbeitende der öffentlichen Verwaltung durchgeführt werden – sogenannte maßgeschneiderte Experten-Schulungen – stellen eine dynamische Form der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis dar. Diese Schulungen ermöglichen den direkten Transfer von aktuellem Wissen aus Forschung, Entwicklung und Hochschulbildung in die tägliche Praxis der öffentlichen Verwaltung. Sie unterscheiden sich von typischen kommerziellen Kursen durch ihren hohen Spezialisierungsgrad, ihren engen thematischen Fokus und ihre starke Anpassung an die spezifischen Bedürfnisse der Teilnehmenden.

Ziel solcher Schulungen ist es, die fachlichen Kompetenzen von Mitarbeitenden der öffentlichen Verwaltung durch interaktiven Unterricht auf der Grundlage wissenschaftlichen Know-hows zu stärken. Die Inhalte basieren auf realen Problemen und Daten aus dem öffentlichen Sektor. Die Möglichkeit, mit echten Datensätzen zu arbeiten und die Kursinhalte auf die tatsächlichen Bedürfnisse der Teilnehmenden zuzuschneiden, ist ein wesentlicher Mehrwert dieses Kooperationsmodells.

Ziele

Maßgeschneiderte Expertenfortbildungen zielen darauf ab, die folgenden Kernziele zu erreichen:

  • Vermittlung von Fachwissen und Fähigkeiten, die in kommerziellen Kursen in der Regel nicht behandelt werden und die neuesten wissenschaftlichen und technologischen Trends widerspiegeln.
  • Anpassung der Inhalte an bestimmte Teilnehmenden-Gruppen und deren institutionelle Rahmenbedingungen.
  • Verbesserung der praktischen Anwendbarkeit von Expertenwissen durch praktische Datenarbeit und Beispiele aus der Praxis.
  • Stärkung der interdisziplinären und interinstitutionellen Zusammenarbeit zwischen universitären Fachbereichen und Einrichtungen des öffentlichen Sektors.
  • Aufbau langfristiger Beziehungen und Partnerschaften, die zu Auftragsforschung, Expertenberatungen oder gemeinsamen öffentlich finanzierten Projekten führen können.
  • Bereitstellung wertvoller Erkenntnisse und Anregungen für Forschende zu neuen Forschungsfragen und angewandten Studien, die sich aus realen Herausforderungen ergeben, denen Fachleute der öffentlichen Verwaltung begegnen.

 

Wie funktioniert das Format?

Zielgruppe der Teilnehmenden

Zu den potenziellen Schulungsteilnehmenden können gehören:

  • Sachbearbeitende, Analysten und technisches Personal in zentralen und lokalen Regierungsinstitutionen, öffentlichen Behörden und verwandten Organisationen.
  • Führungskräfte und AbteilungsleiterInnen, Projekt- oder TeamleiterInnen.
  • Bürgermeister, stellvertretende Bürgermeister oder andere Vertreter und Vertreterinnen der öffentlichen Verwaltung, die an der Einführung oder Umsetzung neuer Technologien oder Verfahren beteiligt sind.
  • Die Auswahl der Schulungsthemen sollte eng auf das Profil und die Bedürfnisse der Teilnehmenden abgestimmt sein.

 

Gruppengröße

Die empfohlene Gruppengröße beträgt 5 bis 10 Teilnehmende. Kleinere Gruppen ermöglichen eine höhere Interaktivität, individuelle Beratungen und ein flexibles Tempo der Schulung.

 

Dauer und Zeitplan

Die empfohlene Dauer der Schulung beträgt 1 bis 2 Arbeitstage, abhängig von der Komplexität des Themas und der gewünschten Vertiefung. Um den Terminmöglichkeiten sowohl von Akteurinnen und Akteuren aus der Politik als auch von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern gerecht zu werden, sollte die Schulung am besten außerhalb des Hauptsemesters (z. B. während der Sommer- oder Prüfungszeit) angesetzt werden.

 

Schulungsformat

  • Die Schulungen sind stark praxisorientiert und legen den Schwerpunkt auf Beispiele aus der Praxis, von den Teilnehmenden geleitete Aufgaben und praktische Übungen.
  • Es ist ratsam, mit echten Datensätzen und Fallbeispielen zu arbeiten, die die Teilnehmenden aus ihren Institutionen mitbringen.
  • Vermeiden Sie generische oder simulierte Daten – versuchen Sie stattdessen, unter Anleitung des Trainers oder der Trainerin echte institutionelle Daten in die selbstständigen Arbeitsphasen einzubeziehen.
  • Ein Team aus zwei TrainerInnen hat sich als effektiv erwiesen – eine/r leitet den Hauptvortrag und die Demonstrationen, während der/die andere weniger fortgeschrittene Teilnehmende individuell unterstützt.

TrainerInnen und Fachkompetenz

Die Schulungen sollten fachlich von einem akademischen Experten mit Erfahrung sowohl in der Forschung als auch in der praktischen Anwendung geleitet werden. Die aktive Einbindung von Doktoranden und Postdoktoranden wird dringend empfohlen – sie bringen oft hochspezialisiertes und aktuelles Wissen ein.

Die Vorbereitung der Schulung sollte in enger Abstimmung mit der teilnehmenden Einrichtung hinsichtlich der Schulungsziele, der Teilnehmenden Profile und der Erwartungen erfolgen.

 

Beispielhafte Schulungsthemen

Im Folgenden finden Sie eine nicht-vollständige Liste möglicher Themen. Die Inhalte sollten stets individuell angepasst werden:

  • Nutzung von Open Data, deren Analyse und Anwendung in der Entscheidungsfindung.
  • Geografische Informationssysteme (GIS) und Kartografie – Visualisierung räumlicher Daten.
  • Grundlagen der Prozessautomatisierung mittels Skriptsprachen (z. B. Python, R).
  • Einsatz von Grafiksoftware zur Erstellung von Karten, Infografiken und Berichten.
  • Einführung in künstliche Intelligenz und deren Einsatz in der öffentlichen Verwaltung.
  • Datenanalyse und -visualisierung – Erstellung interaktiver Dashboards, Karten und Übersichtsdiagramme.

 

Vorteile für die Teilnehmenden

Teilnehmende (Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung, Führungskräfte im öffentlichen Dienst):

  • Erwerb fortgeschrittener Fähigkeiten und Werkzeuge, die in ihrer täglichen Arbeit anwendbar sind.
  • Möglichkeit, mit eigenen Daten zu arbeiten und reale Probleme zu diskutieren.
  • Verbesserung der beruflichen Kompetenzen und Flexibilität.

Wissenschaftliches Personal und Universitäten

  • Möglichkeiten zur praxisnahen Zusammenarbeit und Inspiration für angewandte Forschung.
  • Transfer von akademischem Wissen in die Praxis.
  • Aufbau langfristiger Partnerschaften mit dem öffentlichen Sektor.

Institutionen der öffentlichen Verwaltung

  • Weiterqualifizierung der Mitarbeitenden in modernen Werkzeugen und Methoden.
  • Effektivere interne Prozesse.
  • Verbesserte Innovationsfähigkeit und Bereitschaft für datengestützte Entscheidungsfindung.

 

Herausforderungen (und Lösungsansätze)

Eine weitere potenzielle Herausforderung betrifft die Notwendigkeit einer formellen Akkreditierung von Schulungen, insbesondere in Kontexten, in denen öffentliche Verwaltungsinstitutionen eine offiziell anerkannte Zertifizierung für die berufliche Weiterentwicklung ihrer Mitarbeitenden verlangen. In einigen Ländern, wie beispielsweise der Tschechischen Republik, kann die Akkreditierung von staatlichen Stellen oder Berufsverbänden (z. B. dem Innenministerium) erteilt werden. Der Prozess ist jedoch oft mit einem hohen Dokumentationsaufwand und der Einhaltung formaler Standards verbunden, was die Vorbereitungszeit verlängern kann. Um dies zu vermeiden, sollten die Organisatoren die Akkreditierungsverfahren rechtzeitig einleiten und eine klare Kommunikation mit den akkreditierenden Institutionen pflegen, um die Übereinstimmung mit den erwarteten Kriterien sicherzustellen.

Eine weitere Herausforderung besteht darin, die unterschiedlichen Kompetenzniveaus der Teilnehmenden zu bewältigen, was die Gruppendynamik und die allgemeine Wirksamkeit der Schulung erheblich beeinflussen kann. Die TrainerInnen müssen flexibel, reaktionsfähig und bereit sein, Umfang, Tiefe und Tempo der Vermittlung der Inhalte in Echtzeit anzupassen. Das Einholen von Feedback während der Schulung – vorzugsweise durch interaktive Formate – ermöglicht es den Moderatoren, sofortige Anpassungen vorzunehmen, wie z. B. das Überspringen redundanter Abschnitte oder das Vertiefen fortgeschrittener Themen nach Bedarf. Die Einbindung von Echtzeit-Feedbackmechanismen und die Bereitschaft, die Schulungsstruktur entsprechend anzupassen, sind entscheidend, um das Engagement der Teilnehmenden aufrechtzuerhalten und die Relevanz der Schulung für alle Erfahrungsstufen sicherzustellen.

 

Erforderliche Finanzierung für Aktivitäten

Schulungen werden in der Regel von den auftraggebenden öffentlichen Einrichtungen (Kommunen, Regierungsstellen usw.) finanziert. Die Kosten werden individuell berechnet, basierend auf den universitären Vorschriften und der finanziellen Leistungsfähigkeit der auftraggebenden Einrichtung. Sie umfassen die Vorbereitung der TrainerInnen, die Unterrichtsstunden sowie die mögliche Nutzung von Räumlichkeiten oder Ausrüstung. Diese Schulungen gelten als hochspezialisierte Dienstleistungen und können aus institutionellen Schulungsbudgets oder öffentlichen Zuschüssen finanziert werden.

 

Beispiel

Die Abteilung für Geoinformatik der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Palacký-Universität Olomouc führt seit über 15 Jahren spezialisierte Schulungen für Fachkräfte der öffentlichen Verwaltung durch. Die Schulungen finden in unregelmäßigen Abständen statt und werden an spezifische Anforderungen angepasst. Sie sind von der Tschechischen Vereinigung für Geoinformation (ČAGI) akkreditiert.

Die Kurse konzentrieren sich auf Kartografie, GIS und Fernerkundung. Das Leitprinzip ist die individuelle Anpassung – einschließlich der Verwendung von Teilnehmenden-Daten und institutionsspezifischen Aufgaben. Die Schulungen finden in den Computerräumen der Universität statt, wobei in der Regel QGIS und ArcGIS zum Einsatz kommen. Das Format wurde von den Teilnehmenden durchweg als äußerst nützlich bewertet.

Ein Beispiel für einen solchen Kurs war „Unbemannte Flugsysteme – Betrieb, Kartierung, Fotogrammmetrie und Laserscanning“, der im Rahmen der beruflichen Weiterbildung durchgeführt wurde. Die zweitägige Schulung (20 Kontaktstunden) kombinierte Vorträge zu den Funktionsprinzipien von UAVs, den einschlägigen tschechischen und EU-Rechtsvorschriften sowie Sensortechnologien mit praktischen Übungen zum Fliegen von Multirotor- und Starrflügeldrohnen, gefolgt von der Datenverarbeitung zur Erstellung von Orthofotos, digitalen Geländemodellen und 3D-Punktwolken.

 

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Event-Check: So erreichen Sie Akteure aus Politik und Verwaltung

Die wichtigsten Merkmale auf einen Blick

  • Diese Übung soll Wissenschaftlern und Wissensaustauschbeauftragten dabei helfen, den Unterschied zwischen akademischen und praxisorientierten Veranstaltungen zu verstehen.
  • Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung benötigen Veranstaltungsbeschreibungen, aus denen der Nutzen einer Teilnahme klar hervorgeht. Neben dem Austausch mit Forschenden ist auch der Nutzen mit Stakeholdern aus weiteren Sektoren wichtig.

Wie funktioniert das Format?

Schritt 1: Legen Sie den Workshop-Teilnehmenden zwei verschiedene Einladungsschreiben für eine fiktive Konferenz in Brüssel vor. Die Einladungen finden Sie am Ende dieses Artikels im Abschnitt Quellen und weiterführende Literatur.

Geben Sie folgende Anweisung: „Sie arbeiten für eine Abgeordnete des Europäischen Parlaments, und Ihre Chefin hat zwei Einladungen zur Teilnahme an Podiumsdiskussionen in Brüssel erhalten. Leider finden beide am selben Tag statt. Ihre Chefin bittet Sie, die Einladungen zu prüfen und ihr diejenige zu empfehlen, von der sie am ehesten hinsichtlich Policy-relevanter Expertise, den Dialog mit Stakeholdern und die Erhöhung der eigenen Sichtbarkeit profitieren kann. Bitte lesen Sie beide Einladungen durch. Welche empfehlen Sie? Welche Aspekte der Einladungen finden Sie überzeugend? Welche Aspekte könnten verbessert werden?“

Schritt 2: Bitten Sie die Teilnehmenden, die beiden Einladungen zu lesen. Dafür haben sie drei Minuten Zeit.

Schritt 3: Bitten Sie die Teilnehmenden, die Unterschiede zwischen den beiden Einladungen herauszufinden. Was schätzen diese an der Struktur der jeweiligen Veranstaltung? Welche Veranstaltung dürfte für die Europaabgeordnete vorteilhafter sein?

Einladung 1: Diese Einladung weist mehrere Schwächen auf.

Erstens ist sie zu lang, was es erschwert, wichtige Informationen wie Datum und Veranstaltungsort zu finden.

Zweitens liest sie sich wie eine Zusammenfassung eines akademischen Konferenzprogramms, das sich eindeutig an ein wissenschaftliches Publikum richtet und zahlreiche Abkürzungen sowie Verweise auf Forschende enthält, die in ihren Fachgebieten aufgrund ihrer Tätigkeiten und Funktionen bekannt sein mögen. Außerhalb der wissenschaftlichen Community dürfte die Bekanntheit der Forschenden deutlich geringer sein.

Drittens mögen die Teilnahme großer wissenschaftlicher Verlagshäuser und die Vorstellung eines neuen Datensatzes für Forschende überzeugende Gründe für eine Teilnahme sein, werden aber Akteure aus Politik und Verwaltung wahrscheinlich nicht ansprechen.

Viertens ist eine Podiumsdiskussion mit drei Forschenden und einer Vertreterin aus der Politik für ein Publikum aus Politik und Verwaltung nicht besonders attraktiv.

Schließlich findet die Veranstaltung in Vilvoorde statt, das zwar nur etwa 11 km vom Europäischen Parlament entfernt ist, aber mit dem Zug oder Auto dennoch etwa 30 Minuten Fahrtzeit in Anspruch nimmt, was bedeutet, dass die Europaabgeordnete allein für die An- und Abreise mindestens eine Stunde einplanen müsste.

Einladung 2: Die zweite Einladung ist aus mehreren Gründen wirkungsvoller.

Erstens ist sie prägnant und präsentiert die wichtigsten Informationen auf einen Blick: Datum, Veranstaltungsort und Veranstaltungszweck.

Zweitens wird von Anfang an deutlich, warum die Europaabgeordnete persönlich angesprochen wurde.

Drittens besteht das Podium aus einer Wissenschaftlerin mit Policy-Bezug als Mitglied einer OECD-Expertengruppe sowie drei Vertretenden wichtiger Verbände.

Viertens wird in der Einladung darauf hingewiesen, dass mit einer hohen Teilnehmendenzahl und einer Medienberichterstattung zu rechnen ist. Beides Aspekte, die für Vertretende aus Politik und Verwaltung von Bedeutung sind.

Schließlich liegt der Veranstaltungsort in Laufnähe zum Europäischen Parlament.

Schritt 4: Bitten Sie die Teilnehmenden, die Merkmale zu identifizieren und aufzuschreiben, die Veranstaltungen für Akteure aus Politik und Verwaltung attraktiv machen.

Bei Gruppen mit bis zu zehn Teilnehmenden empfiehlt es sich, die Ergebnisse im Plenum mithilfe von Flipcharts oder interaktiven Tools wie Mentimeter zu diskutieren. Bei größeren Gruppen sollten die Teilnehmenden in Arbeitsgruppen aufgeteilt und mit Karten und Stiften ausgestattet werden, um ihre Antworten festzuhalten, die anschließend im Plenum vorgestellt und diskutiert werden können.

 

Mögliche Herausforderungen und deren Bewältigung

Beide Einladungsformen stellen idealisierte Typen dar. Veranstaltungsorte in der Nähe des Europäischen Parlaments sind zwar vorteilhaft, aber möglicherweise nicht immer finanzierbar. Ebenso können die Veranstalter eine hohe Anwesenheit namhafter Teilnehmender nicht garantieren.

 

Aufgaben und Ressourcen

Workshop-Moderatorinnen und Moderatoren

Die Moderatoren sind dafür verantwortlich, gedruckte oder elektronische Einladungen an die Teilnehmenden zu verteilen. Sie sollten sich mit beiden Einladungen vertraut machen und sich im Vorfeld Gedanken über die Unterschiede zwischen den beiden Veranstaltungen machen.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und andere Teilnehmende

Die Teilnehmenden lesen beide Einladungsschreiben und nehmen anschließend an der Diskussion teil. Die Übung und die Diskussion dauern zusammen zwischen 10 und 20 Minuten.

Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung

Sind Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung anwesend, sollte der Moderator oder die Moderatorin sie in die Diskussion einbeziehen und sie bitten, darzulegen, welche Kriterien eine Veranstaltung erfüllen muss, damit sie daran teilnehmen.

 

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Der Publikations-Stresstest: Wie Zielgruppen in der Politik Publikationen scannen

Die wichtigsten Merkmale auf einen Blick

  • Diese Übung simuliert die Arbeit von Mitarbeitenden von Abgeordneten, um bei Forschenden ein Verständnis dafür zu erreichen, was vielbeschäftigte Abgeordnete (Policy-)Publikationen lesen.
  • Die Übung kann in Workshops oder im Selbststudium eingesetzt werden: Die Teilnehmenden müssen sich innerhalb von zehn Minuten einen Überblick zu den Kernaussagen von fünf (Policy-)Publikationen verschaffen.
  • Die Übung verdeutlicht die Bedeutung einer übersichtlichen Struktur, leicht auffindbaren Kernaussagen, verständlicher Sprache sowie visuellen Elementen wie Aufzählungspunkten, hervorgehobenen Überschriften, Tabellen und Grafiken.

Wie funktioniert das Format?

Schritt 1: Wählen Sie fünf Publikationen von jeweils zwei bis zwanzig Seiten aus. Vielen Forschenden fällt es schwer, sich in die Lage eines Lesers oder einer Lesering zu versetzen, die sich mit unbekannten Themen befassen muss. Daher ist es wichtig, dass die Publikationen ein breites Spektrum an Themenbereichen abdecken (z. B. Umwelt, Klimawandel, Gesundheit, internationale Sicherheit, Bildung, KI). Wählen Sie zwei gut strukturierte, leicht zugängliche Policy Briefs aus, die ihre Kernaussagen gleich zu Beginn präsentieren. Ich empfehle die Policy Briefs der OECD, von E3G oder der International Crisis Group.

Wählen Sie drei weitere Publikationen aus, beispielsweise wissenschaftliche Veröffentlichungen, die schwieriger zu überblicken sind, da ihnen Elemente wie Zusammenfassungen, Aufzählungspunkte oder Visualisierungen fehlen. Publikationen mit viel Fließtext, Methodenteilen und wissenschaftlichem Fachjargon eignen sich ideal für diese Übung.

 

Schritt 2: Verteilen Sie entweder gedruckte oder elektronische Versionen der Publikationen an die Teilnehmenden zusammen mit den folgenden Anweisungen:

„Sie arbeiten als Mitarbeiter*in eines Mitglied des Parlaments, das heute und morgen einen vollen Terminkalender mit Ausschusssitzungen, Interviews und Podiumsdiskussionen hat. Ihre Chefin oder ihr Chef hat fünf Publikationen per Post erhalten und benötigt Fachwissen zu den darin behandelten Themen. Ihr Chef oder Ihre Chefin muss ein etwa zehnminütiges Telefonat führen und legt die Publikationen auf Ihren Schreibtisch, mit der Bitte, sie nach dem Gespräch über die Kernaussagen zu informieren. Sie haben zehn Minuten Zeit, die Publikationen zu überfliegen. Es ist Ihnen NICHT gestattet, KI zur Zusammenfassung zu nutzen. Können Sie die Kernaussagen innerhalb von zehn Minuten herausarbeiten? Bei welchen Publikationen war dies einfach – und bei welchen ist Ihnen die Identifikation der Kernaussagen schwergefallen?“

 

Schritt 3: Um einen gewissen Zeitdruck zu erzeugen, geben Sie alle zwei Minuten die verbleibende Zeit bekannt. Die Teilnehmenden müssen nach zehn Minuten aufhören. Fragen Sie sie anschließend, ob sie die Kernaussagen in jeder Publikation identifizieren konnten und welche Merkmale ihnen dabei geholfen oder behindert haben.

 

Zu den Merkmalen, die in der Regel hilfreich sind, gehören Zusammenfassungen am Anfang, Aufzählungspunkte, aussagekräftige Überschriften und Unterüberschriften, Tabellen sowie klare, verständliche Diagramme.

Zu den eher hinderlichen Merkmalen gehören dichter Fließtext, allgemeine oder vage Überschriften, Fachjargon sowie langatmige Abschnitte zur Theorie oder zur Methodik.

Bei Gruppen mit bis zu zehn Teilnehmenden empfiehlt es sich, die Ergebnisse im Plenum zu diskutieren, wobei Flipcharts oder interaktive Tools wie Mentimeter zum Einsatz kommen können. Bei größeren Gruppen sollten die Teilnehmenden in Kleingruppen aufgeteilt werden und Karten sowie Stifte erhalten, um ihre Antworten festzuhalten, die anschließend im Plenum vorgestellt und diskutiert werden können.

 

Mögliche Herausforderungen und wie man ihnen begegnet

Die Teilnehmenden könnten die Übung als belastend empfinden oder frustriert reagieren, wenn sie versuchen, Kernaussagen in Veröffentlichungen zu Themen zu identifizieren, die ihnen unbekannt sind. Dies ist beabsichtigt: Akteure in Politik und Verwaltung haben selten viel Zeit und müssen sich regelmäßig mit Publikationen zu verschiedenen Themen auseinandersetzen.

Einige Teilnehmende könnten darauf hinweisen, dass Mitarbeitende in Politik und Verwaltung zunehmend KI-Tools zur Zusammenfassung von Publikationen nutzen. Dies ist eine berechtigte Beobachtung. Doch selbst KI-generierte Zusammenfassungen können mehrere Seiten umfassen. Zudem sind gedruckte Publikationen in vielen Ländern und Institutionen nach wie vor im Einsatz.

 

Aufgaben und Ressourcen

Workshop-Moderatoren

Die Moderatoren sind dafür verantwortlich, die fünf Publikationen auszuwählen und bereitzustellen, entweder in gedruckter oder elektronischer Form. Sie sollten alle fünf Publikationen vor dem Workshop selbst lesen. Die Vorbereitung dauert etwa 60 bis 120 Minuten; die Durchführung der Übung nimmt zwischen 20 und 40 Minuten in Anspruch.

Forschende

Die Teilnehmenden versuchen, die Kernaussagen der Publikationen zu identifizieren und nehmen anschließend an der Diskussion teil. Die Übung und die Diskussion dauern zusammen 20 bis 40 Minuten.

Vertreter und Vertreterinnen in Politik und Verwaltung

Sind Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung anwesend, sollte der Moderator oder die Moderatorin sie in die Diskussion einbeziehen und sie bitten, darzulegen, welche Kriterien eine Publikation erfüllen muss, damit sie diese oder Teile davon lesen.

 

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Versetzen Sie sich in meine Lage: Rollenspiele für eine bessere Politikgestaltung

Ausgangspunkt dieses Formats war die Beobachtung eines lokalen Problems durch einen wissenschaftlichen Teilnehmenden (Schwierigkeiten im Dialog zwischen Anbietern gemeinnütziger Dienste)

Die wichtigsten Merkmale in Kürze

  • Mobilisierung des Vierfach-Helix-Modells (Wissenschaft, Politik und Verwaltung, Privatwirtschaft, Zivilgesellschaft) sowie Masterstudierende
  • Ergebnis waren zwei Webinare zur Erörterung zentraler Themen sowie ein praxisorientierter Workshop unter der Leitung von WissenschaftlerInnen (ordentliche Professoren und wissenschaftliche Mitarbeitende) und Wissenstransfer-ManagerInnen
  • Der experimentelle Workshop umfasste Gruppenarbeiten im Rollenspielformat, damit die Teilnehmenden verstehen konnten, wie andere berufliche Rollen funktionieren
  • Abschließende Debatte und Networking
  • Letztendlich ermöglicht dies eine neue Perspektive und ein umfassenderes Verständnis des politischen Entscheidungs- und Umsetzungsprozesses

Diese Fallstudie zeigt auf, wie dank eines Experiments, das vom Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Universität Ca’ Foscari Venedig und der Ca’ Foscari Challenge School (der Executive School der Universität Ca’ Foscari Venedig, die Masterstudiengänge und Fortbildungskurse für Fachkräfte anbietet) im Rahmen des Erasmus+-Projekts ENGAGEgreen ins Leben gerufen wurde, eine gemeinsame Sprache in Bezug auf die Politikgestaltung oder -umsetzung in der Region geschaffen werden kann.

Beschreibung

Das Programm gliederte sich in drei Teile: zwei Online-Treffen und einen Präsenz-Erfahrungsworkshop. Dieser Ansatz erleichtert die Einbindung von Forschenden, Akteuren und Akteurinnen aus Politik und Verwaltung, Studierenden sowie Beschäftigten/Vertreter*innen des dritten Sektors, von NGOs und der Zivilgesellschaft.

Den Anstoß zur Einrichtung eines Workshops, der die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Fachleuten im Bereich der öffentlichen Politik fördert, gaben die  Beobachtungen eines Forschenden des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften der Universität Ca’ Foscari in Venedig. Der Forscher war an einem Feldforschungsprojekt im Planungsbüro einer öffentlichen Einrichtung beteiligt, die mit Organisationen des dritten Sektors zusammenarbeitet, um Dienstleistungen anzubieten, und sich bei der methodischen Definition von Planungsinstrumenten auf universitäre Forschungszentren stützt.

Durch Feldbeobachtungen wurde deutlich, dass es im Dialog zwischen verschiedenen Stellen zu denselben Themen Probleme gab, sowohl in Bezug auf administrative als auch auf methodische Prozesse – in diesem konkreten Fall bei der gemeinsamen Erbringung sozialer Dienstleistungen.

Der Ausgangspunkt

Masterstudierende, Doktoranden, Forschende, Professoren, Bürgermeister, Stadträte, Beschäftigte des öffentlichen Dienstes, Beschäftigte des dritten Sektors und Vertreter der Zivilgesellschaft.

 

Wer sollte als Teilnehmer einbezogen werden?

Die Initiative beginnt mit der Erfassung der Teilnehmeranmeldungen. Dieser Schritt mag offensichtlich erscheinen, ist jedoch unerlässlich für die Schaffung einer gemischten Lerngruppe, die sich aus verschiedenen Fachleuten und Rollen zusammensetzt.

 

Wie funktioniert das Format?

Abschließend sind zwei Online-Webinare geplant, die von Fachleuten und Universitätsprofessoren geleitet werden.

Die Anzahl der einführenden Webinare kann je nach Bedarf an vertiefender Auseinandersetzung und den zu behandelnden Themen variieren. Die Webinare zielen darauf ab, die Schlüsselthemen des Kurses sowohl aus theoretischer Perspektive (unter Berücksichtigung rechtlicher/administrativer und methodischer/soziologischer Aspekte) als auch aus praktischer Perspektive zusammenzuführen. Idealerweise sollten die Einführungs-Webinare die Grundlagen für das legen, was dann im Erfahrungsworkshop vermittelt und umgesetzt wird. Die ideale Struktur sollte mindestens ein von Wissenschaftlern gehaltenes Webinar zur Vermittlung theoretischer Grundlagen und mindestens ein von Fachleuten des öffentlichen Sektors gehaltenes Webinar zur Vermittlung der von öffentlichen Ämtern angewandten Arbeitsmethoden umfassen.

Das letzte und wichtigste Treffen ist ein Erfahrungsworkshop, der in zwei Teile gegliedert ist:

Im ersten Teil wird das Schlüsselthema des Tages durch einen Vortrag eines akademischen Experten zu diesem Thema vertieft, der anschließend die Arbeitsgruppen bei der Klärung theoretischer Fragen unterstützt;

Der zweite Teil – der mindestens drei Stunden dauern sollte – bildet den Kern der Aktivität und sieht die Aufteilung der Teilnehmer in gemischte Gruppen vor. Er verläuft wie folgt:

  • Die Gruppenarbeit erfolgt in Form eines Rollenspiels, das eine reale operative Situation nachstellt, in der Diskussionen zwischen verschiedenen Organisationen und Fachleuten stattfinden, wie es in der Realität der Fall wäre;
  • Wie in jedem Rollenspiel versetzen sich die Teilnehmenden in die Rolle einer anderen Person, sodass der Bürgermeister beispielsweise ein Mitarbeitender des dritten Sektors sein kann, der Mitarbeitende des öffentlichen Sektors der Stadtrat, der Mitarbeitende des dritten Sektors der Forscher usw.;
  • Es werden Aufgaben zugewiesen – zum Beispiel die Ausarbeitung einer Kooperationsvereinbarung zwischen Institutionen, und die Teilnehmenden müssen den Entwurf des Dokuments erstellen, wobei sie berücksichtigen müssen, dass sie bei dieser Gelegenheit eine andere Institution oder Rolle als ihre eigene vertreten;
  • Jede Gruppe hat einen Koordinator für den Wissensaustausch, der den Teilnehmenden hilft, den Überblick zu behalten.

 

Teilnehmende

5 Forschende

37 Mitarbeitende aus Politik und Verwaltung

6 Studierende

5 Vertretende von NGOs/der Zivilgesellschaft

30 Sonstige (Wirtschaft/Privatwirtschaft)

Einbeziehung verschiedener Fachleute und Rollen aus unterschiedlichen Organisationen und Regionen

 

Herausforderungen

  • Sicherstellen, dass die Teilnehmenden über ein einheitliches Wissensniveau verfügen
  • Deutlich machen, dass die Teilnehmenden während der Gruppenarbeit im Erfahrungsworkshop eine andere Organisation und/oder eine andere Rolle vertreten und daher anders denken müssen

 

Aufgabe und Ressourcen

Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen

Das Programm ist für WissenschaftlerInnen sehr zeiteffizient. Da es bei den Treffen um Themen geht, die sie bereits in Konferenzen oder Kursen behandeln, müssen sie außer dem Lesen über die Themen von Interesse nicht viel Zeit in die Vorbereitung investieren.

 

Unterstützendes Personal (Forschende, Wissensvermittler und Forschungsmanager)

Die Abteilung beschäftigte

  • zwei Forschende, die bereits zum Personal gehörten, um das methodische Management der Initiative zu übernehmen
  • zwei ForschungsmanagerInnen, die sich um die organisatorischen Aspekte kümmerten
  • drei Wissensvermittelnde, die die Gruppenarbeit moderierten

 

Politiker/Forscher/Mitarbeiter aus öffentlichen Einrichtungen und dem dritten Sektor

Die Teilnehmenden müssen eine Bewerbung einreichen, deren Ausfüllen nur wenige Minuten in Anspruch nimmt.

 

Erforderliche Finanzierung

Am Ende des Workshops wurde ein leichtes Networking-Mittagessen angeboten.

Poster der Veranstaltung:  poster

 

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Rollenspiel für Forscher*innen / politische Entscheidungsträger*innen / Medienvertreter*innen

Einleitung: Worum geht es bei diesem Format?

  • Ein Rollenspiel versetzt die Teilnehmenden in die Lage, Entscheidungen in einem politischen Kontext zu treffen
  • Die Idee besteht darin, Forschenden, politischen Entscheidungsträgern und manchmal auch anderen Vertretern der Zivilgesellschaft oder der Medien aufzuzeigen, wie die Wissenschaft politische Entscheidungen beeinflussen kann (oder auch nicht)

Wie funktioniert das Format?

Es wurde die Idee eines Rollenspiels entwickelt, bei dem Forschende und politische Entscheidungsträger für einen Tag die Rollen tauschen, um die tatsächlichen Dynamiken zwischen Forschung und Politikgestaltung besser zu verstehen.

Angesichts von Herausforderungen wie einer Gesundheitskrise, einer Umweltkatastrophe oder einer heiklen Energiefrage können die Teilnehmenden lernen, zwischen der Notwendigkeit, wissenschaftliche Daten zu nutzen, und wirtschaftlichem, sozialem und politischem Druck zu navigieren.

Ziel ist es, die Komplexität des Dialogs zwischen Wissenschaft und Politik zu erleben und die Herausforderungen der Entscheidungsfindung in einer fiktiven Situation besser zu verstehen.

Den Teilnehmenden werden andere Rollen zugewiesen als die, die sie im wirklichen Leben innehaben:

  • entweder als Forschende, deren Aufgabe es ist, Daten zu analysieren und politische Entscheidungsträger zu beraten, indem sie ihnen klare und umsetzbare Empfehlungen geben
  • oder als politische Entscheidungsträger, deren Aufgabe es ist, Entscheidungen auf der Grundlage wissenschaftlicher Empfehlungen sowie unter Berücksichtigung wirtschaftlicher, sozialer und medialer Belange zu treffen.

Medien und Akteure der Zivilgesellschaft (je nach Spielversion) erhöhen die Komplexität, indem sie die öffentliche Meinung beeinflussen und Druck auf die Entscheidungsträger ausüben.

Das Spiel findet in mehreren Phasen statt, wobei nach und nach neue Informationen eingeführt werden, sodass die Teilnehmenden ihre Strategien anpassen müssen. Es verdeutlicht die Herausforderungen der Kommunikation zwischen Forschenden und politischen Entscheidungsträgern, den Umgang mit Unsicherheit und die notwendigen Kompromisse bei der Entscheidungsfindung.

 

Herausforderungen (und mögliche Lösungsansätze)

Natürlich birgt dieses komplexe Rollenspiel viele Herausforderungen mit sich. Unser Ansatz sieht vor, dass ein externer Partner Rollenspielszenarien aus soziologischer Perspektive entwirft, um den Teilnehmenden zu helfen, die Rollen und Verantwortlichkeiten der anderen zu verstehen.

Die Vorbereitung des Spiels erfordert einen erheblichen Arbeitsaufwand, insbesondere die Ausarbeitung eines konsistenten Szenarios und von Situationen, die zum jeweiligen Umfeld passen, ohne zu realistisch zu sein, um so Argumente und Diskussionen anzuregen.

Die verschiedenen theatralischen Darbietungen müssen anspruchsvoll sein, und die gespielten Szenen müssen das Interesse der verschiedenen Teilnehmenden, die sich nicht kennen, aufrechterhalten.

Gleichzeitig soll dieses Rollenspiel nicht etwa Konflikte verschärfen, sondern ihnen vermitteln, wie beispielsweise ein Politiker die Rolle des Forschenden einnehmen kann und umgekehrt.

 

Aufgaben und Ressourcen

Dieses Rollenspiel wird von einem externen Partner durchgeführt, der für den Lernaspekt des Rollenspiels zuständig ist. Die Organisation eines Rollenspiels dieser Größenordnung stellt jedoch eine erhebliche organisatorische Herausforderung für die Wissenschaftsaustausch-Manager dar.

Um einen reibungslosen Ablauf des Spiels und die gewünschte Wirkung zu gewährleisten, ist es zudem wichtig, nicht zu viel über den Ablauf des Tages und die Lernerwartungen preiszugeben. Es ist daher eine Herausforderung, Forschende und politische Entscheidungsträger dazu zu bewegen, sich hierfür Zeit zu nehmen.

 

Beispiele

Scientific-Political Cooperation Workshops Day (ACooSP) September 12, 2023, in Dijon, organized by the University of Burgundy Franche-Comté in partnership with INGSA.

 

Quellen und weiterführende Literatur

The International Network for Government Science Advice (INGSA) regularly offers this type of workshop to help researchers and decision-makers work better together.

 

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Informations-Seminar für Forschungsmanager und -administratoren

Worum geht es in diesem Format?

Forschungsmanager und -administratoren (Research Managers and Administrators-RMAs) können aus einer Reihe von Gründen, die über ihre traditionell wahrgenommenen administrativen Aufgaben hinausgehen, eine entscheidende Rolle bei der Verbindung von Wissenschaft und Politik spielen:

1) RMAs identifizieren und beobachten systematisch Möglichkeiten der Zusammenarbeit im Rahmen nationaler, europäischer und internationaler Förderprogramme. Dank ihrer detaillierten Kenntnisse spezifischer Themen und Ausschreibungen sowie der strategischen Prioritäten der Förderorganisationen sind sie in der Lage, Projekte zu identifizieren, bei denen die Einbindung öffentlicher Stellen entweder unerlässlich oder von großem Nutzen ist. Auf diese Weise tragen RMAs dazu bei, eine Brücke zwischen der akademischen Forschung und den praktischen Bedürfnissen der öffentlichen Verwaltung auf nationaler und lokaler Ebene zu schlagen.

2) In den letzten Jahren hat sich die Rolle der RMAs deutlich professionalisiert und erweitert. Sie sind nicht mehr nur Projektverwalter; sie tragen zunehmend zur Konzeption und Mitgestaltung institutioneller Strategien bei und unterstützen neue Formen der Zusammenarbeit. Dies ermöglicht es ihnen, die Zusammenarbeit mit politischen Entscheidungsträgern systematisch in die langfristigen Strategien der Hochschulen zu integrieren und evidenzbasierte Politikgestaltung als natürlichen Bestandteil des Wissenschaftstransfers der Hochschulen zu fördern.

3) Als Teil der Hochschulverwaltung fungieren RMAs zudem als wichtige Ansprechpartner. Entscheidungsträger wissen oft nicht, an welche Experten sie sich zu einem bestimmten Thema wenden sollen, während einzelne Forscher nicht immer aktiv über ihre eigenen akademischen Gemeinschaften hinaus kommunizieren. RMAs hingegen haben einen Überblick über die institutionellen Forschungskapazitäten über Fakultäten und Disziplinen hinweg, was es ihnen ermöglicht, effektiv zwischen den Bedürfnissen öffentlicher Institutionen und den relevanten akademischen Experten zu vermitteln.

Das Informationsseminar zu evidenzbasierter Politikgestaltung und deren Integration in Forschungs- und Bildungsprojekte zielt darauf ab, ForschungsmanagerInnen mit praktischen Instrumenten und Wissen auszustatten, die es ihnen ermöglichen, die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Politik effektiv zu unterstützen.

So funktioniert das Format?

Seminare zu diesem Thema lassen sich am besten in Gruppenform statt durch Einzelberatungen durchführen. Forschungsmanager und -administratoren stellen hinsichtlich Fachwissens, Berufserfahrung und funktionaler Rollen eine sehr heterogene Gruppe dar. Ein gruppenbasierter Rahmen schafft daher Raum für intensive Diskussionen, den Austausch unterschiedlicher Perspektiven und den Austausch praktischer Erfahrungen, was den Mehrwert des Seminars im Vergleich zu einem Einzelformat erheblich steigert.

Das Seminar kann auf verschiedenen institutionellen Ebenen durchgeführt werden, von einzelnen Fakultäten oder Universitäten bis hin zur nationalen Ebene über fachliche Plattformen und Verbände von Forschungsmanagern und -verwaltern. Die Beteiligung der institutionellen Führung ist ebenfalls von großem Nutzen, da sie dazu beiträgt, die konzeptionelle Unterstützung für das Thema im Anschluss sicherzustellen (beispielsweise durch die Schaffung spezieller Stellen für Manager innerhalb der Projekt-Unterstützungseinheiten). Bei einer Durchführung auf internationaler Ebene sollte der Schwerpunkt des Seminars auf den Austausch von Erfahrungen und bewährten Praktiken ausgerichtet werden, wobei Unterschiede in den öffentlichen Verwaltungssystemen, institutionellen Rahmenbedingungen und politischen Entscheidungsprozessen der einzelnen Länder zu berücksichtigen sind.

 

Das Informations-Seminar für RMAs sollte folgende Bereiche abdecken:

 

1) Wesentliche Vorteile der Zusammenarbeit zwischen Forschenden und Akteurinnen und Akteuren in Politik und Verwaltung in Projekten

  • Zugang zu Daten und Praxis: Öffentliche Behörden stellen Daten, Informationen und Fallstudien zur Verfügung, die im akademischen Umfeld normalerweise nicht zugänglich sind.
  • Gegenseitiger Kapazitätsaufbau: Universitäten stärken ihre Fähigkeit zur Kommunikation mit der angewandten Praxis, während öffentliche Einrichtungen Zugang zu den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen erhalten.
  • Strategische und finanzielle Vorteile: Die Einbindung nicht-akademischer Partner ist eine zentrale Voraussetzung in vielen Förderprogrammen (Horizon Europe, Interreg, EFRE, nationale Programme).
  • Erhöhte gesellschaftliche Wirkung der Forschung: Forschende können direkt zur Politikgestaltung beitragen und die Relevanz ihrer Projekte steigern, indem sie sich mit großen gesellschaftlichen Herausforderungen wie Klimawandel, öffentlicher Gesundheit, Stadtentwicklung und digitaler Transformation auseinandersetzen.

 

2) Ermittlung von Projektmöglichkeiten in aktuellen Förderprogrammen

  • Regelmäßige Beobachtung offener Ausschreibungen auf den Portalen von Förderorganisationen und Abgleich dieser Ausschreibungen mit den strategischen Prioritäten der Universität oder der Fakultät sowie mit den Bedürfnissen der öffentlichen Verwaltung.
  • Aufbau von Kontaktnetzwerken zwischen Projektförderungsstellen, der Hochschulleitung und einzelnen Fachbereichen oder Abteilungen sowie Austausch aktueller Informationen zur Koordinierung des Interesses der Forschenden.

 

3) Besonderheiten der Projektzusammenarbeit mit Behörden auf lokaler, regionaler, nationaler und europäischer Ebene

  • Institutionelle Strukturen und komplexe Entscheidungsprozesse
  • Bürokratie, rechtliche Rahmenbedingungen, Vorschriften für das öffentliche Beschaffungswesen und damit verbundene Anforderungen
  • Begrenzte Zeit- und Personalressourcen
  • Politische Einflüsse und Erwartungen der Öffentlichkeit

 

4) Gezielte Wissenschaftskommunikation

  • Entwicklung von Kompetenzen zur Interpretation wissenschaftlicher Ergebnisse für ein nicht-akademisches Publikum, um dabei zu helfen, Forschungsziele und -ergebnisse so zu formulieren, dass sie für Mitarbeitende in Politik und Verwaltung verständlich und relevant sind.
  • Themen nicht in erster Linie als Forschungsfragen, sondern als politikrelevante Themen zu formulieren, einschließlich der Frage, wer betroffen ist, wie das Thema mit Entscheidungsprozessen zusammenhängt, sowie des breiteren politischen Kontexts und der damit verbundenen strategischen Dokumente.
  • Fokus auf Wirkung und Mehrwert der Zusammenarbeit: Angebot konkreter Lösungen für identifizierte Probleme, Einsparung von Zeit und Ressourcen sowie Steigerung der institutionellen Effizienz und Glaubwürdigkeit.

 

5) Aufbau einer nachhaltigen Infrastruktur für die Zusammenarbeit über einzelne Projekte hinaus

  • Entwicklung von Prozessen, Instrumenten und Plattformen, die die langfristige Kommunikation zwischen Wissenschaft und öffentlicher Verwaltung erleichtern.
  • Aufbau von Kontaktnetzwerken (Experten-Datenbanken, thematische Partnerschaften) und Unterstützung verschiedener Formen der Zusammenarbeit, wie im ENGAGEgreen Policy Engagement Toolkit näher beschrieben.

 

6) Strategische Ausrichtung von Forschungsaktivitäten: Förderung gesellschaftlich relevanter Forschungsthemen auf der Grundlage einer Analyse der aktuellen Bedürfnisse der öffentlichen Verwaltung

  • Behörden können die praktische Nutzung von Forschungsergebnissen im täglichen Betrieb von Institutionen sicherstellen, sodass Projektergebnisse auf die tatsächlichen Bedürfnisse von Bürgern und Gemeinschaften eingehen können.
  • Forschungsergebnisse können innerhalb der öffentlichen Verwaltung weiter genutzt werden durch Fortsetzungs-Politik und -Strategien, Personalfortbildung und -schulung sowie die Implementierung neuer digitaler Werkzeuge oder Methoden.

 

Herausforderungen

Eine der größten Herausforderungen bei der Durchführung von Seminaren, die auf die Zusammenarbeit mit Akteurinnen und Akteuren in Politik und Verwaltung ausgerichtet sind, ist das geringe Bewusstsein für die Relevanz dieses Themas unter Forschungsmanagern und -verwaltern (RMAs). Das Thema wird oft als nebensächlich oder als außerhalb ihrer regulären Projektverantwortlichkeiten  wahrgenommen.

Es ist daher effektiver, das Seminar in bestehende Fortbildungsaktivitäten (Workshops oder Konferenzen) für RMAs zu integrieren, anstatt es als eigenständige Veranstaltung anzubieten, und es über berufliche Netzwerke und die interne institutionelle Kommunikation zu bewerben. In diesem Rahmen wird das Seminar als natürlicher Bestandteil der beruflichen Weiterentwicklung wahrgenommen und nicht als zusätzliches oder optionales Thema. Gleichzeitig ist es wichtig, das Bewusstsein für das Thema bei Forschenden systematisch zu schärfen, damit die Nachfrage nach dieser Art der Projektunterstützung auch aus der akademischen Gemeinschaft selbst entsteht.

Ebenso wichtig ist die Sicherstellung einer Nachbereitung nach dem Seminar. Das Bewusstsein für relevante Ausschreibungen, Projektinitiativen und Beispiele für bewährte Praktiken sollte langfristig durch institutionelle Kommunikation gestärkt werden, damit die Teilnehmenden das erworbene Wissen praktisch anwenden können. Dieser Ansatz erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass das Seminar nicht nur die individuellen Kompetenzen verbessert, sondern auch zu konkreten Veränderungen in institutionellen Prozessen und Projektpraktiken führt.

 

Aufgaben und Ressourcen

Der Referent oder die Referentin sollten gut über aktuelle Fördermöglichkeiten und die bestehenden Strukturen informiert sein, die verschiedene Formen der Zusammenarbeit mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Verwaltung an der Einrichtung unterstützen.

Die Seminarteilnehmenden benötigen keine theoretischen Vorkenntnisse; es wird jedoch empfohlen, dass sie die Situation in ihrer Abteilung oder ihrem Fachbereich im Vorfeld erfassen – beispielsweise indem sie ermitteln, wer an der Zusammenarbeit mit öffentlichen Stellen beteiligt ist, welche Forschenden bereits mit Institutionen zusammenarbeiten und welche Formen der Zusammenarbeit bestehen. Diese Bestandsaufnahme ermöglicht es den Teilnehmenden, aktiv zu den Diskussionen beizutragen und konkrete Praxisbeispiele auszutauschen.

Zu den Ressourcen, die zur Vorbereitung genutzt werden können, gehören interne Datenbanken und Kontakte innerhalb der Abteilungen oder Fachbereiche.

 

Beispiel: RMA Power Week (19.–23. Mai 2025)

Die RMA Power Week war ein fünftägiger Fach-Workshop, der sich in erster Linie an ForschungsprojektmanagerInnen richtete, aber auch anderen Verwaltungs- und Technik-Mitarbeitenden offenstand, die in der Forschungsförderung tätig sind. Er wurde vom Grant Office der Philosophischen Fakultät der Palacký-Universität Olomouc organisiert.

Der Workshop konzentrierte sich auf Schlüsselbereiche des Forschungsmanagements, darunter die Erstellung von Projektanträgen, Wissenschaftskommunikation, effektive Finanzplanung und -überwachung, Forschungsdatenmanagement sowie der Einsatz künstlicher Intelligenz im Projektmanagement.

Der Workshop wurde von zwei laufenden Horizon-Europe-Projekten (Twinning-Aufrufe) unterstützt, die unter anderem darauf abzielen, die Kompetenzen und Kapazitäten für die Projektunterstützung an den teilnehmenden Institutionen zu stärken.

Am zweiten Tag des Workshops, der sich auf Wissenschaftskommunikation in Projekten konzentrierte, war eine 60-minütige Sitzung mit dem Titel „Öffentliche Verwaltung als Projektpartner“ der Zusammenarbeit mit Akteurinnen und Akteuren aus Politik und Verwaltung gewidmet.

Die Präsentation gliederte sich in einen theoretischen und einen praktischen Teil: Der theoretische Teil deckte alle oben beschriebenen Schlüsselbereiche des Informationsseminars ab, während im praktischen Teil konkrete Beispiele für laufende Projekte und Initiativen an der Universität vorgestellt wurden.

Die Sitzung endete mit einer Diskussion, in der die Teilnehmenden ihre Erfahrungen austauschten und darüber reflektierten, wie die gewonnenen Erkenntnisse in der Praxis angewendet werden könnten.

 

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Kurz-Kurs für Forschungs- und Wissenschaftstransfer-ManagerInnen

Die wichtigsten Merkmale im Überblick

  • Ein kurzer Präsenzkurs für Forschungs- und WissenstransfermanagerInnen der Universität Ca’ Foscari in Venedig und lokaler Partnerinstitutionen
  • Zweiteiliges Format: Präsentation von Forschungsprojekten in verschiedenen Entwicklungsstadien mit Schwerpunkt auf politischer Einbindung, gefolgt von einer Diskussionsrunde mit Experten (Forschungsbegleiter, Forschungsmanagerinnen und Postdoktoranden)
  • Wertvolle Gelegenheit zum Austausch von Best Practices und Instrumenten sowie zur Analyse wichtiger Aspekte, die in der Projektplanungsphase zu berücksichtigen sind, insbesondere hinsichtlich der Auswirkungen von Projekten auf die Politikgestaltung
  • Gelegenheit zum Networking am Ende des Kurses
  • Die Kursstunden werden von der zuständigen Stelle der Universität als offizielle Fortbildung anerkannt (alle Mitarbeitenden der italienischen öffentlichen Verwaltung sind verpflichtet, jährlich mindestens 40 Fortbildungsstunden zu absolvieren)

Wie funktioniert das Format?

Vor dem Kurs

Die ENGAGEgreen-Projekteinheit des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften an der Ca’ Foscari erstellt gemeinsam mit dem Büro für Innovations- und Wissensförderung (PInK) die Tagesordnung und wählt die Referenten und Referentinnen im Rahmen regelmäßiger Online- und Präsenzsitzungen aus.

Weitere Aufgaben sind:

Die Einrichtung eines Anmeldeformulars mit einer angemessenen Frist, um die endgültige Teilnehmendenzahl zu ermitteln, sowohl für die Buchung des Raums als auch für die Bereitstellung der leichten Erfrischungen, die als Networking-Gelegenheit am Ende des Kurses vorgesehen sind.

Die Bekanntmachung der Veranstaltung auf den offiziellen Social-Media-Kanälen und im internen Newsletter der Universität, der sich an Führungskräfte aus den Bereichen Forschung und Wissenstransfer richtet.

Die Kontaktaufnahme mit der Abteilung für Personal und Entwicklung der Universität, um das Verfahren zur Anerkennung der Fortbildungsstunden der Teilnehmenden zu bestätigen.

Während des Kurses

Registrierung der Teilnehmenden für die Anerkennung der Fortbildungsstunden.

Nach dem Kurs

Die Organisatoren senden eine Dankesnachricht an ReferentInnen und Teilnehmende, laden sie ein, die Projekt-Updates in den sozialen Medien zu verfolgen, und bitten sie, einen kurzen Fragebogen auszufüllen, um Feedback zu verschiedenen Aspekten der Veranstaltung zu geben.

 

Herausforderungen (und mögliche Lösungsansätze)

  • Das Programm rechtzeitig fertigzustellen, um vor Ablauf der Anmeldefrist genügend Zeit für die Werbung zu haben. Maßnahmen zur Risikominderung: ständige Kommunikation zwischen den Organisatoren, um sie an den Zeitplan zu erinnern.
  • Referenten und Referentinnen, die in letzter Minute nicht persönlich zur Verfügung stehen. Maßnahmen zur Risikominderung: im Voraus einen Link für ein Online-Meeting einrichten und für den Fall einer hybriden Sitzung einen Raum mit der entsprechenden Ausstattung auswählen.

 

Aufgaben und Ressourcen

Das Projektteam

Koordiniert die Tagesordnung, die Einbindung der ReferentInnen, die Anmeldung und Kommunikation sowie die Bereitstellung von Tagungsräumen und Verpflegung.

Die Mitveranstaltenden

Das Büro für Innovations- und Wissensförderung, das die Schulung mitveranstaltet, ist an allen Vorbereitungsphasen beteiligt, insbesondere bei der Ermittlung des am besten geeigneten Themas und der entsprechenden ReferentInnen.

Referenten und Referentinnen

Sie treffen sich separat mit den Organisatoren, um das Thema, den Zeitplan und weitere Details der Vorträge festzulegen. Sie bereiten das Präsentationsmaterial vor: Folien und Links, die sie mit den Anwesenden teilen.

 

Erforderliche finanzielle Mittel für die Aktivitäten

Alle Referenten und Referentinnen sind der Universität angegliedert, daher werden keine Mittel für ihre Reise- und Unterbringungskosten erwartet.

Leichte Erfrischungen (z. B. Kaffeepause/Snacks) werden während der Networking-Phase am Ende der Schulung angeboten.

 

Quellen und weiterführende Literatur

Webseite der Veranstaltung der Universität Ca’ Foscari.

 

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