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Gespräche, die Türen öffnen

Ein „World Café“ über Karrieren in der Politik und die Funktionsweise von Politik und Verwaltung. Eine Fallstudie der Goethe-Universität Frankfurt

 

Die wichtigsten Merkmale auf einen Blick

  • Dieses Veranstaltungsformat bringt Early Career Researchers in einem informellen Rahmen in kleinen Gruppen in den direkten Austausch mit Fachleuten aus Landes- und Bundeseinrichtungen, der Europäischen Kommission, Nichtregierungsorganisationen und Medien.
  • Im Rahmen des „World Café“-Formats wechseln die Teilnehmenden in drei Diskussionsrunden die jeweiligen Tische, sodass sie verschiedene Vertreterinnen und Vertreter aus der Praxis und unterschiedliche Perspektiven kennenlernen können.
  • Early Career Researchers erhalten Einblicke aus erster Hand in die Arbeitsweise von Ministerien, nachgeordneten Behörden und der Europäischen Kommission: Wissen, das sich nicht allein durch das Lesen offizieller Dokumente erwerben lässt.
  • Das Format schließt eine strukturelle Lücke in vielen akademischen Laufbahnen: Forschende haben selten die Gelegenheit, Personen aus der Praxis direkt zu Karrierewegen, Zugangsvoraussetzungen und den Realitäten des Arbeitsalltags an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Politik zu befragen

Wie funktioniert das Format?

Dieses Veranstaltungsformat wurde vom Policy Engagement Team der Goethe-Universität Frankfurt im Rahmen des Mercator Science-Policy Fellowship-Programms und des Erasmus+-Projekts ENGAGEgreen gemeinsam mit der Goethe Research Academy for Early Career Researchers (GRADE) entwickelt und wird von beiden Einrichtungen gemeinsam organisiert.

Das Format adressiert zwei Wissensbedarfe: Erstens wissen Nachwuchswissenschaftler*innen oft nicht, wie sie ihre wissenschaftliche Expertise Zielgruppen in Ministerien, der Europäischen Kommission, Nichtregierungsorganisationen oder den Medien zur Verfügung stellen können, und sie kennen häufig nicht die Wissensbedarfe in Praxiseinrichtungen.

Zweitens stehen Nachwuchswissenschaftler*innen vor einer grundlegenden Karriereentscheidung: ob sie einen Weg in der Wissenschaft oder außerhalb davon einschlagen sollen. Direkte Gespräche mit Personen aus der Praxis vermitteln ihnen ein realistisches Bild davon, wie nicht-akademische Karrieren an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Politik/Verwaltung aussehen.

Seit seiner Einführung im Jahr 2019 wurde das Format kontinuierlich weiterentwickelt. Bis heute haben mehr als 60 Gäste aus der Praxis sowie 250 Nachwuchswissenschaftler*innen der Goethe-Universität Frankfurt, der TU Darmstadt und der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz daran teilgenommen.

Die Veranstaltung lässt sich in fünf Schritten organisieren.

 

Schritt 1: Verfassen Sie die Veranstaltungsbeschreibung

Eine klare Veranstaltungsbeschreibung hilft dabei, die richtigen Teilnehmenden anzusprechen, sowohl Nachwuchswissenschaftler*innen als auch Gäste aus der Praxis. Die Beschreibung sollte den Zweck der Veranstaltung, die zentralen Diskussionsfragen sowie die verwendeten Methoden erläutern. Sie dient als Grundlage für Ankündigungen in Kurskatalogen, Newslettern und auf Websites.

Beispiel für eine Veranstaltungsbeschreibung:

Ein konstruktiver Dialog zwischen Wissenschaft, Politik, Medien und Zivilgesellschaft erfordert mehr als nur gute Kommunikation seitens der Forschenden. Auch politische Institutionen, NGOs und die Medien benötigen Mitarbeitende, die wissenschaftliche Erkenntnisse verstehen und in gesellschaftliche Entscheidungsprozesse einbringen können. Diese Veranstaltung untersucht, wie Forschende den Übergang von der Wissenschaft zu Ministerien und anderen politischen Organisationen, zur Europäischen Kommission, zu internationalen Organisationen, NGOs und Medien erfolgreich gestalten können und welche Herausforderungen sie dabei erwarten.

Wir diskutieren die folgenden Fragen mit Vertreterinnen und Vertretern aus Bundes- und Landeseinrichtungen, der Europäischen Kommission, Medien und NGOs:

  • In welchen Kontexten greifen Sie auf wissenschaftliche Expertise zurück, und wie erschließen und nutzen Sie Forschungsergebnisse?
  • Welche Karrierewege gibt es in Ihrer Organisation, und wie sehen die Einstiegsmöglichkeiten für promovierte Personen aus?
  • Welche Kompetenzen und Erfahrungen sind für den Übergang aus der Wissenschaft am wichtigsten?
  • Inwiefern unterscheidet sich die Arbeit in einem Ministerium, der Europäischen Kommission, einer NGO oder einer Medienorganisation von der in der Wissenschaft – hinsichtlich Arbeitsgeschwindigkeit, Entscheidungsfindung und Arbeitsweisen – und warum?

Methoden: kurze Beiträge von Personen aus der Praxis verschiedener Organisationen; Frage-und-Antwort-Runde mit dem Publikum; Diskussionen in Kleingruppen; informelles Mittagessen mit den Gästen aus der Praxis.

 

Schritt 2: Planung und Organisation der Veranstaltung

Legen Sie den Termin fest und reservieren Sie den Raum fünf bis sieben Monate im Voraus. Der Raum sollte bequem Platz für 30 bis 60 Personen bieten. Verwenden Sie eine Bankettbestuhlung: runde oder rechteckige Tische mit jeweils fünf bis acht Stühlen. Je nach Anzahl der eingeladenen Gäste aus der Praxis benötigen Sie zwischen fünf und zwölf Tische.

Sobald die Veranstaltungsbeschreibung fertiggestellt ist, nehmen Sie sie in den Kurskatalog Ihrer Graduiertenschule oder Ihrer Förderinstitution für Nachwuchswissenschaftler*innen auf, damit sich die Teilnehmenden im Voraus anmelden können. Bei besonders nachgefragten Veranstaltungen ist eine Warteliste sinnvoll.

 

Schritt 3: Vertreterinnen und Vertreter aus der Praxis und Tischmoderatorinnen und -moderatoren gewinnen

Nehmen Sie Kontakt zu Praxiseinrichtungen auf. Diese kann über persönliche Netzwerke oder über die Personalabteilungen in Praxiseinrichtungen erfolgen. Stellen Sie Ihre Veranstaltungsbeschreibung zur Verfügung und fragen Sie Vertreterinnen und Vertreter aus Praxiseinrichtungen als Gäste an. Pro  Veranstaltung sollten sechs bis zehn Gäste aus der Praxis teilnehmen, damit die Teilnehmenden zwischen verschiedenen Gästen aus unterschiedlichen Bereichen wählen können.

Rekrutieren Sie gleichzeitig Kolleginnen und Kollegen aus Ihren Einrichtungen, die die Tischmoderationen übernehmen können. Die Moderatorinnen und Moderatoren an den Tischen stellen sicher, dass alle Teilnehmenden zu Wort kommen, sich kurz fassen und die gestellten Fragen notieren, damit diese nach der Veranstaltung systematisch ausgewertet werden können.

 

Schritt 4: Durchführung der Veranstaltung

Die Teilnehmenden aus der Praxis treffen in der Regel 15 bis 30 Minuten vor Veranstaltungsbeginn ein. Jedem Gast aus der Praxis wird für die Dauer der Veranstaltung ein Tisch zugewiesen. Ein typischer Veranstaltungsablauf sieht wie folgt aus:

09:30–10:00 Uhr: Ankunft, Anmeldung und informelles Kennenlernen

10:00–10:10 Uhr: Einführung: Vorstellung der gastgebenden Organisationen und des Veranstaltungsformats. In unserem Fall: Vorstellung des ENGAGEgreen-Projekts, des Mercator Science-Policy Fellowship-Programms und der Goethe-Forschungsakademie für Nachwuchswissenschaftler*innen.

10:10–10:40 Uhr: Jeder Teilnehmende aus der Praxis stellt sich vor. Leitfragen für die Vorstellung: Was sind die Aufgaben Ihrer Organisation? Was sind Ihre individuellen Aufgaben? Wann benötigen Sie wissenschaftliche Erkenntnisse? Über welche Kanäle erhalten Sie Zugang zu wissenschaftlichen Erkenntnissen (z. B. Policy Briefs, in Auftrag gegebene Forschungsberichte, Expertengespräche, politische Veranstaltungen)? Wie sehen typische Karrierewege in Ihrer Organisation aus?

10:40–11:20 Uhr: Die Nachwuchswissenschaftler*innen begeben sich zu den Tischen. Erste Diskussionsrunde (Frage-und-Antwort-Runde an den Tischen). Nachwuchswissenschaftler*innen und Tischmoderatoren wechseln nach jeder Runde an einen neuen Tisch. Die Gäste aus der Praxis bleiben während der gesamten Veranstaltung an ihren Tischen. So kann jede Person aus der Praxis im Laufe der Veranstaltung mit drei verschiedenen Gruppen sprechen, und jeder Teilnehmende kann mindestens drei verschiedene Gäste aus der Praxis kennenlernen.

11:20–11:30 Uhr: Kaffeepause

11:30–12:20 Uhr: Die Nachwuchswissenschaftler*innen wechseln an den nächsten Tisch ihrer Wahl. Die Personen aus der Praxis bleiben an ihren Tischen. Zweite Diskussionsrunde in kleinen Gruppen.

12:20–12:30 Uhr: Kaffeepause

12:30–13:10 Uhr: Die Nachwuchswissenschaftler*innen wechseln an den nächsten Tisch ihrer Wahl. Die Gäste aus der Praxis bleiben wieder an ihren Tischen. Dritte Diskussionsrunde in kleinen Gruppen.

13:10–13:20 Uhr: Laden Sie zwei oder drei Gäste aus der Praxis und zwei oder drei Nachwuchswissenschaftler*innen ein, ihre Eindrücke im Plenum zu teilen: Was war das Interessanteste, das Sie heute gelernt haben? Was hat Sie am meisten überrascht?

Schließen Sie die Veranstaltung ab, indem Sie einen QR-Code verteilen, der zum elektronischen Feedback-Formular führt. Die Verteilung des QR-Codes zu diesem Zeitpunkt, wenn die Teilnehmenden noch im Raum sind, führt durchweg zu Rücklaufquoten von 70 Prozent oder mehr.

13:20–14:20 Uhr: Mittagsimbiss und Networking

 

Schritt 5: Auswertung und Nachbereitung

Werten Sie das Feedback der Teilnehmenden umgehend aus und nutzen Sie es, um das Format für zukünftige Veranstaltungen anzupassen. Senden Sie allen Gästen aus der Praxis innerhalb weniger Tage nach der Veranstaltung Dankesnachrichten. Wenn Teilnehmende wiederholt auf bestimmte Fragen oder Wissenslücken hingewiesen haben, sollten Sie erwägen, diese in einem praktischen Q&A-Handout für zukünftige Teilnehmende zusammenzufassen.

 

Aufgaben und Ressourcen

Organisationsteam (Wissenschaftsmanager*innen )

Das Organisationsteam ist für den gesamten Veranstaltungszyklus verantwortlich: Verfassen der Veranstaltungsbeschreibung und der Ankündigung im entsprechenden Kurskatalog oder Newsletter; Buchung des Raums, Organisation der Bestuhlung, der Mikrofone und des Caterings; Einladen von Fachleuten und Tischmoderatoren; sowie Auswertung des Feedbacks nach der Veranstaltung. Die Vorbereitungsphase erstreckt sich in der Regel über mehrere Wochen.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler

Nachwuchswissenschaftler*innen sollten etwa 3,5 bis 4,5 Stunden für die Veranstaltung einplanen, einschließlich des informellen Mittagessens. Die Organisatoren können die wichtigsten Diskussionsfragen vorab bekannt geben, damit die Teilnehmenden ihre eigenen Fragen an die Gäste aus der Praxis vorbereiten können.

Gäste/Teilnehmende aus der Praxis

Gäste aus der Praxis sollten etwa 3,5 bis 4,5 Stunden einplanen, einschließlich des informellen Mittagessens. Manche Teilnehmenden aus der Praxis bringen Informationsmaterialien zur beruflichen Laufbahn mit, um sie mit den anderen Teilnehmenden zu teilen; dies wird empfohlen und verleiht den Gesprächen einen praktischen Mehrwert.

 

Quellen und weiterführende Literatur

 

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Event-Check: So erreichen Sie Akteure aus Politik und Verwaltung

Die wichtigsten Merkmale auf einen Blick

  • Diese Übung soll Wissenschaftlern und Wissensaustauschbeauftragten dabei helfen, den Unterschied zwischen akademischen und praxisorientierten Veranstaltungen zu verstehen.
  • Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung benötigen Veranstaltungsbeschreibungen, aus denen der Nutzen einer Teilnahme klar hervorgeht. Neben dem Austausch mit Forschenden ist auch der Nutzen mit Stakeholdern aus weiteren Sektoren wichtig.

Wie funktioniert das Format?

Schritt 1: Legen Sie den Workshop-Teilnehmenden zwei verschiedene Einladungsschreiben für eine fiktive Konferenz in Brüssel vor. Die Einladungen finden Sie am Ende dieses Artikels im Abschnitt Quellen und weiterführende Literatur.

Geben Sie folgende Anweisung: „Sie arbeiten für eine Abgeordnete des Europäischen Parlaments, und Ihre Chefin hat zwei Einladungen zur Teilnahme an Podiumsdiskussionen in Brüssel erhalten. Leider finden beide am selben Tag statt. Ihre Chefin bittet Sie, die Einladungen zu prüfen und ihr diejenige zu empfehlen, von der sie am ehesten hinsichtlich Policy-relevanter Expertise, den Dialog mit Stakeholdern und die Erhöhung der eigenen Sichtbarkeit profitieren kann. Bitte lesen Sie beide Einladungen durch. Welche empfehlen Sie? Welche Aspekte der Einladungen finden Sie überzeugend? Welche Aspekte könnten verbessert werden?“

Schritt 2: Bitten Sie die Teilnehmenden, die beiden Einladungen zu lesen. Dafür haben sie drei Minuten Zeit.

Schritt 3: Bitten Sie die Teilnehmenden, die Unterschiede zwischen den beiden Einladungen herauszufinden. Was schätzen diese an der Struktur der jeweiligen Veranstaltung? Welche Veranstaltung dürfte für die Europaabgeordnete vorteilhafter sein?

Einladung 1: Diese Einladung weist mehrere Schwächen auf.

Erstens ist sie zu lang, was es erschwert, wichtige Informationen wie Datum und Veranstaltungsort zu finden.

Zweitens liest sie sich wie eine Zusammenfassung eines akademischen Konferenzprogramms, das sich eindeutig an ein wissenschaftliches Publikum richtet und zahlreiche Abkürzungen sowie Verweise auf Forschende enthält, die in ihren Fachgebieten aufgrund ihrer Tätigkeiten und Funktionen bekannt sein mögen. Außerhalb der wissenschaftlichen Community dürfte die Bekanntheit der Forschenden deutlich geringer sein.

Drittens mögen die Teilnahme großer wissenschaftlicher Verlagshäuser und die Vorstellung eines neuen Datensatzes für Forschende überzeugende Gründe für eine Teilnahme sein, werden aber Akteure aus Politik und Verwaltung wahrscheinlich nicht ansprechen.

Viertens ist eine Podiumsdiskussion mit drei Forschenden und einer Vertreterin aus der Politik für ein Publikum aus Politik und Verwaltung nicht besonders attraktiv.

Schließlich findet die Veranstaltung in Vilvoorde statt, das zwar nur etwa 11 km vom Europäischen Parlament entfernt ist, aber mit dem Zug oder Auto dennoch etwa 30 Minuten Fahrtzeit in Anspruch nimmt, was bedeutet, dass die Europaabgeordnete allein für die An- und Abreise mindestens eine Stunde einplanen müsste.

Einladung 2: Die zweite Einladung ist aus mehreren Gründen wirkungsvoller.

Erstens ist sie prägnant und präsentiert die wichtigsten Informationen auf einen Blick: Datum, Veranstaltungsort und Veranstaltungszweck.

Zweitens wird von Anfang an deutlich, warum die Europaabgeordnete persönlich angesprochen wurde.

Drittens besteht das Podium aus einer Wissenschaftlerin mit Policy-Bezug als Mitglied einer OECD-Expertengruppe sowie drei Vertretenden wichtiger Verbände.

Viertens wird in der Einladung darauf hingewiesen, dass mit einer hohen Teilnehmendenzahl und einer Medienberichterstattung zu rechnen ist. Beides Aspekte, die für Vertretende aus Politik und Verwaltung von Bedeutung sind.

Schließlich liegt der Veranstaltungsort in Laufnähe zum Europäischen Parlament.

Schritt 4: Bitten Sie die Teilnehmenden, die Merkmale zu identifizieren und aufzuschreiben, die Veranstaltungen für Akteure aus Politik und Verwaltung attraktiv machen.

Bei Gruppen mit bis zu zehn Teilnehmenden empfiehlt es sich, die Ergebnisse im Plenum mithilfe von Flipcharts oder interaktiven Tools wie Mentimeter zu diskutieren. Bei größeren Gruppen sollten die Teilnehmenden in Arbeitsgruppen aufgeteilt und mit Karten und Stiften ausgestattet werden, um ihre Antworten festzuhalten, die anschließend im Plenum vorgestellt und diskutiert werden können.

 

Mögliche Herausforderungen und deren Bewältigung

Beide Einladungsformen stellen idealisierte Typen dar. Veranstaltungsorte in der Nähe des Europäischen Parlaments sind zwar vorteilhaft, aber möglicherweise nicht immer finanzierbar. Ebenso können die Veranstalter eine hohe Anwesenheit namhafter Teilnehmender nicht garantieren.

 

Aufgaben und Ressourcen

Workshop-Moderatorinnen und Moderatoren

Die Moderatoren sind dafür verantwortlich, gedruckte oder elektronische Einladungen an die Teilnehmenden zu verteilen. Sie sollten sich mit beiden Einladungen vertraut machen und sich im Vorfeld Gedanken über die Unterschiede zwischen den beiden Veranstaltungen machen.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und andere Teilnehmende

Die Teilnehmenden lesen beide Einladungsschreiben und nehmen anschließend an der Diskussion teil. Die Übung und die Diskussion dauern zusammen zwischen 10 und 20 Minuten.

Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung

Sind Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung anwesend, sollte der Moderator oder die Moderatorin sie in die Diskussion einbeziehen und sie bitten, darzulegen, welche Kriterien eine Veranstaltung erfüllen muss, damit sie daran teilnehmen.

 

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Die „Gesunde Ernährung“-Challenge: Fünf Forschende, fünf Meinungen

Sie sind Wissenschaftler oder Wissenschaftlerin und Mitglied einer interdisziplinären Forschungsgruppe zum Thema „Gesunde Ernährung“, der Fachleute aus den Bereichen Rechtswissenschaften, Ernährungswissenschaft, Agrarwissenschaft, Medizin, Wirtschaftswissenschaften, Soziologie und Kommunikationswissenschaft angehören.

Das Büro des Oberbürgermeisters hat gerade eine Kampagne gestartet, um das Image Ihres Wohnortes zu verbessern. Die Stadt, in der Sie wohnen, soll als Zentrum für gesunde, regionale und Bio-Lebensmittel bzw. Küche wahrgenommen werden. Nur wenige Tage nach Beginn der Kampagne veröffentlicht ein Marktforschungsinstitut eine Umfrage zum Fast-Food-Konsum im ganzen Land. Die Ergebnisse sind peinlich: Ihre Stadt hat den höchsten Pro-Kopf-Verbrauch an ungesundem Fast Food im ganzen Land. Die Medien greifen die Geschichte schnell auf, und in den sozialen Netzwerken tauchen zahlreiche Memes auf, die sich über die Essgewohnheiten Ihrer Stadt lustig machen.

Der örtliche Ärzteverband reagiert mit einem offenen Brief, in dem er warnt, dass die Anzahl ernährungsbedingter Erkrankungen in Ihrer Stadt deutlich über dem nationalen Durchschnitt liege. Der Brief verweist auf die hohe Dichte an Fast-Food-Ketten und fordert den Bürgermeister auf, konkrete Maßnahmen zu ergreifen. Der offene Brief wird in den Medien häufig zitiert und von den Oppositionsparteien im Stadtrat aufgegriffen.

Der Ortsverband des Verbraucherverbands fordert ein Verbot von Fast-Food-Werbung und eine höhere Besteuerung von Fast-Food-Ketten. Er schlägt außerdem vor, dass die Kommunalverwaltung Restaurants, die gesunde Lebensmittel anbieten, durch die Vermietung von kommunalen Gebäuden zu Mieten unter Marktniveau subventionieren sollte. Elternverbände und Umwelt-NGOs unterstützen diese Forderungen.

Die Oppositionsparteien gehen noch weiter und bezeichnen die Kampagne des Bürgermeisters als elitär: Die Förderung von Bio- und regionalen Lebensmitteln sei zwar schön und gut, argumentieren sie, aber was ist mit den Bürgerinnen und Bürgern, die sich das einfach nicht leisten können?

Der Verband der Fast-Food-Ketten mischt sich bald in die Debatte ein und wehrt sich gegen die seiner Ansicht nach unfaire Schuldzuweisung. Der Verband argumentiert, dass seine Restaurants eine große Auswahl an gesunden Gerichten zu Preisen anbieten, die für jedes Budget erschwinglich sind. Der Verband macht zudem deutlich, dass er rechtliche Schritte gegen die Kommunalverwaltung einleiten wird, sollten die vorgeschlagenen Maßnahmen umgesetzt werden.

 

Vor diesem Hintergrund wendet sich das Büro des Oberbürgermeisters an Ihre interdisziplinäre Forschungsgruppe und bittet Sie, Handlungsempfehlungen zu formulieren, um eine gesunde Ernährung in Ihrer Stadt zu fördern. Sie erhalten auch gleich eine Fördervereinbarung. Die Fördervereinbarung gewährt Ihnen volle Unabhängigkeit – nur Sie entscheiden, was in die Empfehlungen aufgenommen wird und wann diese veröffentlicht werden. Sie müssen diese nicht mit dem Büro des Oberbürgermeisters abstimmen. Die Rechtsabteilung Ihrer Universität prüft die Vereinbarung und hat nichts am Vertragsentwurf zu beanstanden. Sie sind mit dem vorgeschlagenen Budget zufrieden.

Sie legen die Anfrage Ihrer Forschungsgruppe vor. Die Reaktionen könnten unterschiedlicher nicht sein:

Person 1: „Unsere Aufgabe ist die Grundlagenforschung. Wir veröffentlichen in Peer-Review-Zeitschriften, so machen wir Karriere in der Wissenschaft und leisten so Beiträge zur Wissenschaft. Handlungsempfehlungen zu formulieren ist nicht unsere Aufgabe, und es existieren bereits Leitlinien zum Thema gesunde Ernährung. Das Büro des Oberbürgermeisters findet diese auch leicht im Internet. Dafür brauchen die uns nicht. Außerdem habe ich kein Interesse daran, in einen Rechtsstreit mit einer Fast-Food-Kette hineingezogen zu werden.“

Person 2: „Wir können nicht ignorieren, dass unsere Forschung öffentlich finanziert wird. Eine ungesunde Ernährung hat schwerwiegende Folgen für das Leben der Menschen, und wir verfügen über das Wissen, um zu helfen. Ich schlage vor, dass wir eine interaktive Karte oder App entwickeln, mit der die Einwohner den Nährwert der in der ganzen Stadt angebotenen Mahlzeiten einschätzen können. Auf diese Weise befähigen wir die Menschen, fundierte Entscheidungen zu treffen, ohne dabei einzelne Restaurants herauszugreifen oder anzugreifen.“

Person 3: „Eine App, die nur Nährwertbewertungen anzeigt, reicht nicht aus. Wir müssen konkrete Gerichte und die dazugehörigen Lokale nennen. Besondere Aufmerksamkeit sollten wir dabei Gastronomiebetrieben widmen, die Allergien oder Nahrungsunverträglichkeiten berücksichtigen und auch für Menschen offenstehen, die aus ethischen oder religiösen Gründen bestimmte Speisen nicht essen. Auch die ökologische Dimension dürfen wir nicht außer Acht lassen: Der CO₂-Fußabdruck unserer Ernährung spielt eine Rolle. Unsere Stadt hat einige hervorragende Restaurants, die regionale und biologische Speisen servieren, und wir sollten sie unterstützen. Ich empfehle daher, Restaurants mit gesunder Küche zu subventionieren, Fast-Food-Ketten zu besteuern und ihnen die Werbung für ihre Produkte zu verbieten.“

Person 4: „Restaurants mit gesunder Küche sind in der Regel teuer. Die Förderung von Bio-Lebensmitteln, die sich die meisten Menschen nicht leisten können, löst kein Problem. Außerdem sind Fast-Food-Ketten wichtige Arbeitgeber in unserer Stadt; ihnen wirtschaftlich zu schaden, würde auch viele Familien in unserer Gemeinde treffen. Ich finde die Idee eines Leitfadens gut, aber jeder Leitfaden, den wir erstellen, muss für Menschen mit knappen Budgets wirklich nützlich sein, sonst verstärken wir nur den von der Opposition bereits kritisierten Elitismus.“

Person 1: „Und wenn wir anfangen, erschwingliche gesunde Optionen zu empfehlen, werden wir die Menschen unweigerlich auf Fast-Food-Restaurants hinweisen. Ich sehe schon die Schlagzeile vor mir: ‚Forschende empfehlen McDonald’s!‘ Wir werden in der akademischen Gemeinschaft zur Lachnummer. Schlimmer noch: Wir liefern der Opposition genau die Munition, die sie braucht, um den Oberbürgermeister zu schädigen. Ich will nichts damit zu tun haben, unsere Forschung zu politisieren.“

Person 5: „Ich halte die App-Idee nach wie vor für vielversprechend – aber nur, wenn wir über reine Nährwertbewertungen hinausgehen. Wir könnten es ermöglichen, nach Preis, Ernährungsweise und Herkunft der Zutaten zu filtern. Dieser Ansatz spricht sich weder für noch gegen ein bestimmtes Restaurant aus. Er gibt den Menschen lediglich die Mittel an die Hand, um ihre eigenen fundierten Entscheidungen zu treffen. Darüber hinaus könnten wir eine Reihe von politischen Empfehlungen entwerfen, in denen die Auswirkungen von Steuern, Werbeverboten und Subventionen dargelegt werden, wobei wir die Vor- und Nachteile jeder Maßnahme erläutern und es der Gemeinde überlassen, zu entscheiden, welche davon umgesetzt werden sollen.“

Der Publikations-Stresstest: Wie Zielgruppen in der Politik Publikationen scannen

Die wichtigsten Merkmale auf einen Blick

  • Diese Übung simuliert die Arbeit von Mitarbeitenden von Abgeordneten, um bei Forschenden ein Verständnis dafür zu erreichen, was vielbeschäftigte Abgeordnete (Policy-)Publikationen lesen.
  • Die Übung kann in Workshops oder im Selbststudium eingesetzt werden: Die Teilnehmenden müssen sich innerhalb von zehn Minuten einen Überblick zu den Kernaussagen von fünf (Policy-)Publikationen verschaffen.
  • Die Übung verdeutlicht die Bedeutung einer übersichtlichen Struktur, leicht auffindbaren Kernaussagen, verständlicher Sprache sowie visuellen Elementen wie Aufzählungspunkten, hervorgehobenen Überschriften, Tabellen und Grafiken.

Wie funktioniert das Format?

Schritt 1: Wählen Sie fünf Publikationen von jeweils zwei bis zwanzig Seiten aus. Vielen Forschenden fällt es schwer, sich in die Lage eines Lesers oder einer Lesering zu versetzen, die sich mit unbekannten Themen befassen muss. Daher ist es wichtig, dass die Publikationen ein breites Spektrum an Themenbereichen abdecken (z. B. Umwelt, Klimawandel, Gesundheit, internationale Sicherheit, Bildung, KI). Wählen Sie zwei gut strukturierte, leicht zugängliche Policy Briefs aus, die ihre Kernaussagen gleich zu Beginn präsentieren. Ich empfehle die Policy Briefs der OECD, von E3G oder der International Crisis Group.

Wählen Sie drei weitere Publikationen aus, beispielsweise wissenschaftliche Veröffentlichungen, die schwieriger zu überblicken sind, da ihnen Elemente wie Zusammenfassungen, Aufzählungspunkte oder Visualisierungen fehlen. Publikationen mit viel Fließtext, Methodenteilen und wissenschaftlichem Fachjargon eignen sich ideal für diese Übung.

 

Schritt 2: Verteilen Sie entweder gedruckte oder elektronische Versionen der Publikationen an die Teilnehmenden zusammen mit den folgenden Anweisungen:

„Sie arbeiten als Mitarbeiter*in eines Mitglied des Parlaments, das heute und morgen einen vollen Terminkalender mit Ausschusssitzungen, Interviews und Podiumsdiskussionen hat. Ihre Chefin oder ihr Chef hat fünf Publikationen per Post erhalten und benötigt Fachwissen zu den darin behandelten Themen. Ihr Chef oder Ihre Chefin muss ein etwa zehnminütiges Telefonat führen und legt die Publikationen auf Ihren Schreibtisch, mit der Bitte, sie nach dem Gespräch über die Kernaussagen zu informieren. Sie haben zehn Minuten Zeit, die Publikationen zu überfliegen. Es ist Ihnen NICHT gestattet, KI zur Zusammenfassung zu nutzen. Können Sie die Kernaussagen innerhalb von zehn Minuten herausarbeiten? Bei welchen Publikationen war dies einfach – und bei welchen ist Ihnen die Identifikation der Kernaussagen schwergefallen?“

 

Schritt 3: Um einen gewissen Zeitdruck zu erzeugen, geben Sie alle zwei Minuten die verbleibende Zeit bekannt. Die Teilnehmenden müssen nach zehn Minuten aufhören. Fragen Sie sie anschließend, ob sie die Kernaussagen in jeder Publikation identifizieren konnten und welche Merkmale ihnen dabei geholfen oder behindert haben.

 

Zu den Merkmalen, die in der Regel hilfreich sind, gehören Zusammenfassungen am Anfang, Aufzählungspunkte, aussagekräftige Überschriften und Unterüberschriften, Tabellen sowie klare, verständliche Diagramme.

Zu den eher hinderlichen Merkmalen gehören dichter Fließtext, allgemeine oder vage Überschriften, Fachjargon sowie langatmige Abschnitte zur Theorie oder zur Methodik.

Bei Gruppen mit bis zu zehn Teilnehmenden empfiehlt es sich, die Ergebnisse im Plenum zu diskutieren, wobei Flipcharts oder interaktive Tools wie Mentimeter zum Einsatz kommen können. Bei größeren Gruppen sollten die Teilnehmenden in Kleingruppen aufgeteilt werden und Karten sowie Stifte erhalten, um ihre Antworten festzuhalten, die anschließend im Plenum vorgestellt und diskutiert werden können.

 

Mögliche Herausforderungen und wie man ihnen begegnet

Die Teilnehmenden könnten die Übung als belastend empfinden oder frustriert reagieren, wenn sie versuchen, Kernaussagen in Veröffentlichungen zu Themen zu identifizieren, die ihnen unbekannt sind. Dies ist beabsichtigt: Akteure in Politik und Verwaltung haben selten viel Zeit und müssen sich regelmäßig mit Publikationen zu verschiedenen Themen auseinandersetzen.

Einige Teilnehmende könnten darauf hinweisen, dass Mitarbeitende in Politik und Verwaltung zunehmend KI-Tools zur Zusammenfassung von Publikationen nutzen. Dies ist eine berechtigte Beobachtung. Doch selbst KI-generierte Zusammenfassungen können mehrere Seiten umfassen. Zudem sind gedruckte Publikationen in vielen Ländern und Institutionen nach wie vor im Einsatz.

 

Aufgaben und Ressourcen

Workshop-Moderatoren

Die Moderatoren sind dafür verantwortlich, die fünf Publikationen auszuwählen und bereitzustellen, entweder in gedruckter oder elektronischer Form. Sie sollten alle fünf Publikationen vor dem Workshop selbst lesen. Die Vorbereitung dauert etwa 60 bis 120 Minuten; die Durchführung der Übung nimmt zwischen 20 und 40 Minuten in Anspruch.

Forschende

Die Teilnehmenden versuchen, die Kernaussagen der Publikationen zu identifizieren und nehmen anschließend an der Diskussion teil. Die Übung und die Diskussion dauern zusammen 20 bis 40 Minuten.

Vertreter und Vertreterinnen in Politik und Verwaltung

Sind Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung anwesend, sollte der Moderator oder die Moderatorin sie in die Diskussion einbeziehen und sie bitten, darzulegen, welche Kriterien eine Publikation erfüllen muss, damit sie diese oder Teile davon lesen.

 

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Versetzen Sie sich in meine Lage: Rollenspiele für eine bessere Politikgestaltung

Ausgangspunkt dieses Formats war die Beobachtung eines lokalen Problems durch einen wissenschaftlichen Teilnehmenden (Schwierigkeiten im Dialog zwischen Anbietern gemeinnütziger Dienste)

Die wichtigsten Merkmale in Kürze

  • Mobilisierung des Vierfach-Helix-Modells (Wissenschaft, Politik und Verwaltung, Privatwirtschaft, Zivilgesellschaft) sowie Masterstudierende
  • Ergebnis waren zwei Webinare zur Erörterung zentraler Themen sowie ein praxisorientierter Workshop unter der Leitung von WissenschaftlerInnen (ordentliche Professoren und wissenschaftliche Mitarbeitende) und Wissenstransfer-ManagerInnen
  • Der experimentelle Workshop umfasste Gruppenarbeiten im Rollenspielformat, damit die Teilnehmenden verstehen konnten, wie andere berufliche Rollen funktionieren
  • Abschließende Debatte und Networking
  • Letztendlich ermöglicht dies eine neue Perspektive und ein umfassenderes Verständnis des politischen Entscheidungs- und Umsetzungsprozesses

Diese Fallstudie zeigt auf, wie dank eines Experiments, das vom Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Universität Ca’ Foscari Venedig und der Ca’ Foscari Challenge School (der Executive School der Universität Ca’ Foscari Venedig, die Masterstudiengänge und Fortbildungskurse für Fachkräfte anbietet) im Rahmen des Erasmus+-Projekts ENGAGEgreen ins Leben gerufen wurde, eine gemeinsame Sprache in Bezug auf die Politikgestaltung oder -umsetzung in der Region geschaffen werden kann.

Beschreibung

Das Programm gliederte sich in drei Teile: zwei Online-Treffen und einen Präsenz-Erfahrungsworkshop. Dieser Ansatz erleichtert die Einbindung von Forschenden, Akteuren und Akteurinnen aus Politik und Verwaltung, Studierenden sowie Beschäftigten/Vertreter*innen des dritten Sektors, von NGOs und der Zivilgesellschaft.

Den Anstoß zur Einrichtung eines Workshops, der die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Fachleuten im Bereich der öffentlichen Politik fördert, gaben die  Beobachtungen eines Forschenden des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften der Universität Ca’ Foscari in Venedig. Der Forscher war an einem Feldforschungsprojekt im Planungsbüro einer öffentlichen Einrichtung beteiligt, die mit Organisationen des dritten Sektors zusammenarbeitet, um Dienstleistungen anzubieten, und sich bei der methodischen Definition von Planungsinstrumenten auf universitäre Forschungszentren stützt.

Durch Feldbeobachtungen wurde deutlich, dass es im Dialog zwischen verschiedenen Stellen zu denselben Themen Probleme gab, sowohl in Bezug auf administrative als auch auf methodische Prozesse – in diesem konkreten Fall bei der gemeinsamen Erbringung sozialer Dienstleistungen.

Der Ausgangspunkt

Masterstudierende, Doktoranden, Forschende, Professoren, Bürgermeister, Stadträte, Beschäftigte des öffentlichen Dienstes, Beschäftigte des dritten Sektors und Vertreter der Zivilgesellschaft.

 

Wer sollte als Teilnehmer einbezogen werden?

Die Initiative beginnt mit der Erfassung der Teilnehmeranmeldungen. Dieser Schritt mag offensichtlich erscheinen, ist jedoch unerlässlich für die Schaffung einer gemischten Lerngruppe, die sich aus verschiedenen Fachleuten und Rollen zusammensetzt.

 

Wie funktioniert das Format?

Abschließend sind zwei Online-Webinare geplant, die von Fachleuten und Universitätsprofessoren geleitet werden.

Die Anzahl der einführenden Webinare kann je nach Bedarf an vertiefender Auseinandersetzung und den zu behandelnden Themen variieren. Die Webinare zielen darauf ab, die Schlüsselthemen des Kurses sowohl aus theoretischer Perspektive (unter Berücksichtigung rechtlicher/administrativer und methodischer/soziologischer Aspekte) als auch aus praktischer Perspektive zusammenzuführen. Idealerweise sollten die Einführungs-Webinare die Grundlagen für das legen, was dann im Erfahrungsworkshop vermittelt und umgesetzt wird. Die ideale Struktur sollte mindestens ein von Wissenschaftlern gehaltenes Webinar zur Vermittlung theoretischer Grundlagen und mindestens ein von Fachleuten des öffentlichen Sektors gehaltenes Webinar zur Vermittlung der von öffentlichen Ämtern angewandten Arbeitsmethoden umfassen.

Das letzte und wichtigste Treffen ist ein Erfahrungsworkshop, der in zwei Teile gegliedert ist:

Im ersten Teil wird das Schlüsselthema des Tages durch einen Vortrag eines akademischen Experten zu diesem Thema vertieft, der anschließend die Arbeitsgruppen bei der Klärung theoretischer Fragen unterstützt;

Der zweite Teil – der mindestens drei Stunden dauern sollte – bildet den Kern der Aktivität und sieht die Aufteilung der Teilnehmer in gemischte Gruppen vor. Er verläuft wie folgt:

  • Die Gruppenarbeit erfolgt in Form eines Rollenspiels, das eine reale operative Situation nachstellt, in der Diskussionen zwischen verschiedenen Organisationen und Fachleuten stattfinden, wie es in der Realität der Fall wäre;
  • Wie in jedem Rollenspiel versetzen sich die Teilnehmenden in die Rolle einer anderen Person, sodass der Bürgermeister beispielsweise ein Mitarbeitender des dritten Sektors sein kann, der Mitarbeitende des öffentlichen Sektors der Stadtrat, der Mitarbeitende des dritten Sektors der Forscher usw.;
  • Es werden Aufgaben zugewiesen – zum Beispiel die Ausarbeitung einer Kooperationsvereinbarung zwischen Institutionen, und die Teilnehmenden müssen den Entwurf des Dokuments erstellen, wobei sie berücksichtigen müssen, dass sie bei dieser Gelegenheit eine andere Institution oder Rolle als ihre eigene vertreten;
  • Jede Gruppe hat einen Koordinator für den Wissensaustausch, der den Teilnehmenden hilft, den Überblick zu behalten.

 

Teilnehmende

5 Forschende

37 Mitarbeitende aus Politik und Verwaltung

6 Studierende

5 Vertretende von NGOs/der Zivilgesellschaft

30 Sonstige (Wirtschaft/Privatwirtschaft)

Einbeziehung verschiedener Fachleute und Rollen aus unterschiedlichen Organisationen und Regionen

 

Herausforderungen

  • Sicherstellen, dass die Teilnehmenden über ein einheitliches Wissensniveau verfügen
  • Deutlich machen, dass die Teilnehmenden während der Gruppenarbeit im Erfahrungsworkshop eine andere Organisation und/oder eine andere Rolle vertreten und daher anders denken müssen

 

Aufgabe und Ressourcen

Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen

Das Programm ist für WissenschaftlerInnen sehr zeiteffizient. Da es bei den Treffen um Themen geht, die sie bereits in Konferenzen oder Kursen behandeln, müssen sie außer dem Lesen über die Themen von Interesse nicht viel Zeit in die Vorbereitung investieren.

 

Unterstützendes Personal (Forschende, Wissensvermittler und Forschungsmanager)

Die Abteilung beschäftigte

  • zwei Forschende, die bereits zum Personal gehörten, um das methodische Management der Initiative zu übernehmen
  • zwei ForschungsmanagerInnen, die sich um die organisatorischen Aspekte kümmerten
  • drei Wissensvermittelnde, die die Gruppenarbeit moderierten

 

Politiker/Forscher/Mitarbeiter aus öffentlichen Einrichtungen und dem dritten Sektor

Die Teilnehmenden müssen eine Bewerbung einreichen, deren Ausfüllen nur wenige Minuten in Anspruch nimmt.

 

Erforderliche Finanzierung

Am Ende des Workshops wurde ein leichtes Networking-Mittagessen angeboten.

Poster der Veranstaltung:  poster

 

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