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Format: Gemeinsame Gestaltung visueller Kommunikation als strategisches Instrument der Politikgestaltung

Beschreibung

Visuelle Kommunikation spielt in der heutigen politischen Entscheidungsfindung eine wichtige Rolle, da sie eine klare, effiziente und inklusive Interpretation komplexer Daten und Analyseergebnisse ermöglicht. In der öffentlichen Verwaltung stützen sich Entscheidungsprozesse zunehmend auf große Mengen heterogener Daten, die von nationalen Ministerien, regionalen Behörden, Kommunen, Forschungseinrichtungen und privaten Einrichtungen erzeugt werden. Diese Daten werden jedoch oft in hochtechnischen, textbasierten oder tabellarischen Formaten präsentiert, was ihre Zugänglichkeit und praktische Verwendbarkeit für Akteurinnen und Akteure in Politik und Verwaltung, Interessengruppen und die breite Öffentlichkeit einschränkt.

Visuelle Kommunikation schließt diese Lücke, indem sie komplexe Datensätze und Analyseergebnisse in intuitive, verständliche und umsetzbare visuelle Formen wie Dashboards, Karten, Infografiken und interaktive Berichte umwandelt. Im Kontext der Politikgestaltung unterstützt die Visualisierung sowohl die Kommunikation an (Bereitstellung von Belegen, Szenario-Vergleiche, Folgenabschätzungen) als auch die Kommunikation von Akteurinnen und Akteuren in Politik und Verwaltung (Erläuterung politischer Maßnahmen, Transparenz, Rechenschaftspflicht und Bürgerbeteiligung).

Universitäten spielen in diesem Prozess eine Schlüsselrolle, indem sie methodisches Fachwissen in den Bereichen Datenanalyse, Kartografie, Datenvisualisierung, User Experience und User Design sowie kognitive Aspekte der Informationswahrnehmung einbringen. Durch eine strukturierte Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Verwaltung und akademischen Experten wird visuelle Kommunikation nicht nur zu einem Design-Zusatz, sondern zu einem strategischen Instrument, das eine fundierte, transparente und partizipative Regierungsführung unterstützt.

Ziele

Die Hauptziele dieses Formats sind:

  • Komplexe politikrelevante Daten in klare und verständliche visuelle Darstellungen zu übersetzen, die auf verschiedene Zielgruppen (Entscheidungsträger, Experten, Bürger) zugeschnitten sind.
  • Das Verständnis, die Interpretation und die verantwortungsvolle Nutzung von Daten zu verbessern, die von der öffentlichen Verwaltung, der Wissenschaft und dem privaten Sektor produziert werden.
  • Evidenzbasierte Entscheidungsfindung zu unterstützen, indem ein schneller Vergleich von Szenarien, Trends und politischen Auswirkungen ermöglicht wird.
  • Transparenz und Vertrauen in öffentliche Institutionen durch offene, gut erklärte visuelle Ergebnisse zu erhöhen.
  • Die Wiederverwendung und Öffnung öffentlicher Daten zu fördern, indem Visualisierung in Open-Data-Strategien eingebettet wird.
  • Stärkung der langfristigen Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Behörden im Bereich der angewandten Datenkommunikation.

 

Wie funktioniert das Format?

Dieses Format basiert auf einer systematischen Zusammenarbeit zwischen Daten-Produzenten, politischen Entscheidungsträgern und akademischen Experten, die auf visuelle Kommunikation spezialisiert sind. Die Zusammenarbeit beginnt in der Regel mit der Identifizierung politikrelevanter Fragen oder Entscheidungsbedürfnisse und erstreckt sich über den gesamten Datenlebenszyklus – von der Datenaufbereitung bis hin zu den endgültigen visuellen Ergebnissen.

Ein üblicher Umsetzungsweg umfasst:

  1. Problemdefinition

Politische Entscheidungsträger definieren gemeinsam mit Fachexperten zentrale politische Fragen, Zielgruppen und Entscheidungskontexte. Die Definition des Prozesses könnte mit einem persönlichen oder Online-Treffen zwischen Mitarbeitenden in Politik/Verwaltung und Forschern beginnen, bei dem alle Aufgaben festgelegt werden. Die folgenden Prozesse könnten durch regelmäßige hybride Treffen, E-Mail-Berichte oder über gemeinsam genutzte Dokumente abgewickelt werden.

  1. Datenaufbereitung und -bewertung

Die öffentliche Verwaltung stellt relevante Datensätze zur Verfügung, während Experten der Universität die Datenqualität, Vollständigkeit und das analytische Potenzial bewerten.

  1. Gestaltung der Visualisierung

Wissenschaftliche Teams schlagen geeignete Visualisierungsmethoden vor (z. B. Karten, Zeitachsen, Dashboards, Vergleichsdiagramme), die auf kognitiven Prinzipien und den Bedürfnissen der Nutzer basieren.

  1. Iterative Entwicklung

Die visuellen Ergebnisse werden durch Feedbackschleifen unter Einbeziehung von politischen Entscheidungsträgern und Kommunikationsspezialisten verfeinert.

  1. Veröffentlichung und Verbreitung

Die Ergebnisse werden über offizielle Websites, Open-Data-Portale, Politikberichte, soziale Medien oder öffentliche Präsentationen veröffentlicht.

Fortgeschrittenere Umsetzungen können zu umfassenden Online-Datenportalen führen, die interaktive Visualisierungen, erläuternde Texte, herunterladbare Datensätze und methodische Dokumentation kombinieren. Diese Plattformen ermöglichen es den Nutzern, Informationen auf verschiedenen Detailebenen zu erkunden – von allgemeinen Zusammenfassungen bis hin zu Rohdaten – wobei die europäischen Open-Data-Grundsätze und Interoperabilitätsstandards eingehalten werden.

 

Herausforderungen (und Lösungsansätze)

  • Begrenzte Verfügbarkeit von qualifizierten Fachkräften

Lösung: Aufbau langfristiger Partnerschaften mit Hochschulen und Einbindung von Studierenden und Forschenden durch praxisorientierte Lehrveranstaltungen, Praktika oder projektbezogene Zusammenarbeit.

  • Unzureichende Datenqualität oder -abdeckung

Lösung: Einführung von Datenqualitätsstandards und iterativen Validierungsprozessen unter Einbeziehung sowohl von Daten-Produzenten als auch von Analysten.

  • Unangemessene oder irreführende Visualisierungsentscheidungen

Lösung: Anwendung etablierter Visualisierungsrichtlinien und Sicherstellung einer fachlichen Überprüfung durch Spezialisten für Datenerfassung und Kartografie.

  • Finanzielle Einschränkungen

Lösung: Visuelle Kommunikationsmaßnahmen in bestehende Projekte, Fördermittel oder strategische Entwicklungsprogramme integrieren, anstatt sie als eigenständige Kosten zu behandeln.

  • Kapazitätsengpässe in der öffentlichen Verwaltung

Lösung: Internes Fachwissen mit externer akademischer Unterstützung kombinieren und gezielte Schulungen für Mitarbeitende des öffentlichen Dienstes anbieten.

 

Aufgaben und Ressourcen

Öffentliche Verwaltung

  • Politische Fragestellungen und Kommunikationsziele definieren.
  • Zugang zu relevanten Datensätzen und Kontextwissen bereitstellen.
  • Sicherstellen der Übereinstimmung mit rechtlichen, strategischen und institutionellen Rahmenbedingungen.

 

Forschende

  • Analyse von Daten und Vorschlag geeigneter visueller Kommunikationsmethoden.
  • Entwurf und Entwicklung visueller Ergebnisse und erläuternder Materialien.
  • Bereitstellung von Beratung, Schulungen und methodischer Anleitung.

 

Beauftragte für Wissenstransfer und Kommunikation

  • Förderung der Zusammenarbeit zwischen Institutionen – formelle/informelle Gespräche zwischen Forschenden und ausgewählten, in dem jeweiligen Fachgebiet kompetenten Beauftragten – persönliche/virtuelle Treffen, Rundtischgespräche.
  • Unterstützung bei der Verbreitung, Öffentlichkeitsarbeit und Einbindung von Interessengruppen.

 

Erforderliche Finanzierung für Aktivitäten

  • Für die routinemäßige Datenaufbereitung, die im Rahmen der Standardagenda der öffentlichen Verwaltung durchgeführt wird, sind keine zusätzlichen Mittel erforderlich.
  • Finanzielle Ressourcen können erforderlich sein für:
    • Arbeitszeit von Universitätsmitarbeitenden für fortgeschrittene Analysen und visuelles Design.
    • Entwicklung interaktiver Tools oder digitaler Plattformen.
  • Die rein beratende Mitwirkung von akademischen Experten fällt in der Regel unter deren übliche berufliche Aufgaben und erfordert möglicherweise keine zusätzlichen Mittel.

 

Beispiel: Regionales Open-Data- und Visualisierungsportal

Ein regionales Open-Data- und Visualisierungsportal wurde auf Initiative einer auf Geoinformatik und Datenvisualisierung spezialisierten Universitätsabteilung – dem Institut für Geoinformatik der Palacký-Universität Olomouc – und der Region Olomouc entwickelt. Das Projekt begann mit einer analytischen Studie zur Bewertung des aktuellen Stands der Datenverfügbarkeit und der Praktiken der visuellen Kommunikation in der Region.

Experten der Universität erarbeiteten eine Reihe strategischer Empfehlungen und schlugen einen visuellen Rahmen vor, der sich an internationalen Best Practices orientierte. Nach finanzieller Unterstützung durch die Regionalbehörde wurde das Portal als interaktive Online-Plattform umgesetzt, die thematische Dashboards, Karten, Erläuterungstexte und den Zugriff auf Rohdatensätze kombiniert.

Während des gesamten Entwicklungsprozesses wurden den regionalen Mitarbeitern kontinuierliche Beratung, Schulungen und fachliche Unterstützung angeboten. Das daraus resultierende Portal wurde zu einer der ersten umfassenden Open-Data-Visualisierungsplattformen des Landes und dient nun als Referenzbeispiel für andere Regionen.

Das Portal ist unter https://www.datao

 

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Wie man Forschende als Mitwirkende gewinnt

Fallstudie zum zweiten Impronta-Treffen in Granada und zum Poniente-Workshop

Die wichtigsten Merkmale auf einen Blick

● Ziel

Erfolgreiche Gewinnung von Forschenden der Universität Granada (UGR) für kooperative, regional ausgerichtete Projekte mit Kommunalverwaltungen, Unternehmen und der Zivilgesellschaft in der Region Poniente Granadino.

● Wichtige Strategien

○ Online-Vorbereitungstreffen zur Ermittlung der dringlichsten regionalen Herausforderungen wie nachhaltiger Tourismus, Denkmalschutz und wirtschaftliche Entwicklung sowie zur Erfassung bestehender Forschungskapazitäten

○ Eine kuratierte Excel-Datenbank, in der Forschende der Universität Granada, ihre Projekte und die jeweils zugehörigen Provinzräte erfasst sind

○ Erstellung von Profilen der Beteiligten auf der Website von Impronta Granada, um die Sichtbarkeit zu verbessern und ihre Zuordnung zu bestimmten Provinzräten zu verdeutlichen

○ Nutzung von UGR-Projekteinträgen auf der Website, um laufende Forschungsprojekte hervorzuheben, kategorisiert nach UGR-Landkreisen und auf einer interaktiven Karte verortet

○ Mikropräsentationen (kurze Vorträge) beim zweiten Impronta-Granada-Treffen zur Vorstellung ausgewählter Forschungsprojekte vor dem Hauptworkshop in Poniente

● Ergebnis

Verstärktes Engagement der Forschenden; verbesserte Transparenz des Fachwissens; Abstimmung zwischen akademischer Forschung und den Prioritäten der territorialen Entwicklung; fundiertere, evidenzbasierte Debatte während des Workshops.

Beschreibung

Die Einbindung von Forschenden der Universidad de Granada (UGR) in regionale Governance- und Entwicklungsinitiativen ist eine Schlüsselstrategie, um eine Brücke zwischen akademischem Wissen und lokaler Politikgestaltung zu schlagen.

UGR-Bezirksräte bezeichnet die von der Universität Granada (UGR) im Rahmen des Erasmus+-Projekts ENGAGEgreen geleitete Initiative, die darauf abzielt, die Zusammenarbeit zwischen akademischen Forschenden, lokalen Behörden und Akteuren aus den Gemeinden zu fördern. Im Mittelpunkt dieser Initiative steht die Bewältigung regionaler Herausforderungen durch gemeinsam erarbeitete, forschungsgestützte Lösungen.

Das zweite Impronta-Granada-Treffen ist die dritte Pilotveranstaltung, die von der UGR im Rahmen dieses Projekts organisiert wird und bei der Forschende, Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung und lokale Interessengruppen zusammenkommen, um Strategien für eine nachhaltige Entwicklung in ländlichen und städtischen Gebieten zu erörtern und zu entwickeln.

Im Rahmen des zweiten „Impronta Granada“-Treffens (2. Dezember 2025) wurden die Forschenden durch vorherige Online-Vorbereitungstreffen mit den Bezirksräten der UGR und den anschließenden Präsenz-„Poniente-Workshop“ aktiv in einen Multi-Stakeholder-Prozess eingebunden.

Um dies umzusetzen, erstellte das Medialab UGR eine interne Excel-Datenbank – mit einer Auflistung der laufenden Forschungsprojekte, der Namen der Forschenden, der zugehörigen Kreisverwaltung (comarca) und des Projektstatus –, die dann dazu diente, Kurzpräsentationen dieser Projekte während der Präsenzveranstaltung zu konzipieren und einzuplanen. Das Excel-Register war kein statisches Werkzeug, sondern wurde während des gesamten Prozesses kontinuierlich gepflegt und aktualisiert, um bestätigte Teilnahmen, thematische Relevanz und die sich entwickelnde Abstimmung zwischen Forschungsprojekten und territorialen Bedürfnissen widerzuspiegeln.

Dieser Mechanismus förderte die Sichtbarkeit, erleichterte die Vermittlung zwischen Forschenden und Interessengruppen und trug dazu bei, die Tagesordnung des Workshops an wissenschaftlich fundierten Vorschlägen auszurichten. Der Rekrutierungsprozess wurde durch die Erstellung von Profilen der Beteiligten und die Auflistung von UGR-Projekten auf der Impronta Granada-Website unterstützt, wo Forschende und ihre laufenden Arbeiten sichtbar und zugänglich gemacht wurden. Diese Profile ermöglichten es, Interessengruppen aus verschiedenen Sektoren, relevante Forschende für eine Zusammenarbeit zu identifizieren und zudem geolokalisierte UGR-Projekte zu erkunden, die mit den regionalen Entwicklungsbedürfnissen im Einklang stehen.

 

Wie funktioniert das Format?

Die Rekrutierung von UGR-Forschenden für den Poniente-Workshop erfolgte nach einem klaren und strukturierten Verfahren:

  1. Ermittlung des Bedarfs und bestehender Forschung

a) Während der von Medialab UGR im Rahmen der Initiative „Impronta Granada“ organisierten Online-Vorbereitungstreffen mit verschiedenen Bezirksräten der UGR (darunter auch denjenigen aus Poniente) lokale Akteuren und Forschenden der UGR wurden regionale Herausforderungen wie nachhaltigen Tourismus, Denkmalschutz, wirtschaftliche Wiederbelebung, Bevölkerungsrückgang, Migration, Landflucht, Schutz des kulturellen Erbes sowie Fragen der ökologischen und digitalen Wende, darunter Klimaanpassung, nachhaltige Landnutzung und die Digitalisierung lokaler Dienstleistungen identifiziert.

b) Gleichzeitig stellten die Forschenden laufende Untersuchungen vor, die sie in der Provinz Granada durchführten, insbesondere in ländlichen und Comarca-bezogenen Kontexten (z. B. Archäologie, Soziologie, Umweltwissenschaften, Kulturerbe, Tourismus).

c) Die Ergebnisse dieser Treffen wurden in einer strukturierten Excel-Tabelle erfasst, einschließlich der Namen der Forschenden, der Projekttitel, der zugehörigen Comarca und des Projektstatus. Dieses Instrument ermöglichte es, die Forschungskapazitäten den territorialen Bedürfnissen zuzuordnen und auszuwählen, welche Forschenden zu bestimmten Themen beitragen könnten.

 

  1. Aktive Anwerbung und Sichtbarkeit

a) Auf der Grundlage des Excel-Verzeichnisses lud das Medialab UGR im Rahmen der Initiative „Impronta Granada“ ausgewählte Forschende ein, Mikropräsentationen zu erstellen, die während des zweiten „Impronta Granada“-Treffens – vor dem Hauptworkshop „Poniente“ – gehalten werden sollten, um ihnen eine Plattform zu bieten, ihre Arbeit einem breiteren Publikum von Interessengruppen (Vertreter von Politik und Verwaltung, Akteure der Zivilgesellschaft, lokale Unternehmen) vorzustellen.

 

b) Die Forschenden wurden aktiv zur Zusammenarbeit eingeladen, indem sie ihre Projekte auf der Impronta Granada-Website präsentierten, wo ihre Forschungsthemen von den UGR-Bezirksräten kategorisiert und mit relevanten regionalen Entwicklungsinitiativen verbunden wurden. Die Profile der Beteiligten enthalten detaillierte Informationen über die Forschenden und die UGR-Bezirksräte, denen sie angehören, was den Anwerbungsprozess erheblich erleichterte.

  • Profile der Beteiligten. Forschende und andere Beteiligte, aufgelistet mit Zugehörigkeit, Funktion und Mitgliedschaft in einem Bezirksrat. Das Verzeichnis lässt sich auf der Impronta Granada-Website nach Institution (Universität Granada), Profil (Forschungszentrum) und Zugehörigkeit zu einem Comarca-Rat filtern: Impronta Granada-Akteursprofile.
  • UGR-Projekteinträge: Ein Katalog von Forschungsprojekten, die auf einer Karte geolokalisiert und nach Comarca-Rat kategorisiert sind, sodass Nutzer sehen können, welche Forschungsprojekte in welchen Comarcas aktiv sind: UGR-Projekte in den Comarca-Räten.

 

  1. Mikropräsentationen als Impulsgeber für Engagement

Auf dem zweiten Impronta-Granada-Treffen (Loja, 2. Dezember 2025) – im Vorfeld des thematischen Workshops für Poniente – hielten mehrere Forschende kurze, fünfminütige Präsentationen zu ihren Projekten. Diese Mikropräsentationen umfassten visuelles Material (Karten, Bilder, Diagramme usw.), stellten Forschungsergebnisse nicht-akademischen Interessengruppen vor und untermauerten die Workshop-Debatten mit empirischen Daten.

Darunter:

  • La voz de las torres – The Voice of the Towers (Ana García)
  • El patrimonio arqueológico en la comarca del Poniente de Granada: desde su investigación hasta su difusión – Archaeological Heritage in the Poniente de Granada Region: From Research to Dissemination (Luca Mattei)
  • Excavación en la Mesa de Fornes – Excavation at Mesa de Fornes (Andrés Androher)
  • El “heheo” en el Poniente Granadino: un estudio sociolingüístico – The “Heheo” in the Poniente Granadino Region: A Sociolinguistic Study (María Cardenete)
  • Estación biológica de campo de la UGR “La Resinera” – UGR Field Biological Station “La Resinera” (Juan M. Pleguezuelos)
  • Volver a los Orígenes siendo Original – Returning to the Origins While Being Original (Eva Moreno Castillo)

 

  1. Einbindung in die Workshop-Diskussion

Im Anschluss an die Kurzvorträge ermöglichte der Poniente-Arbeitskreis einen Dialog zwischen Forschenden, Akteuren aus Politik und Verwaltung, Vertretern der Zivilgesellschaft und lokalen Wirtschaftsvertretern und förderte so die gemeinsame Ausarbeitung von Vorschlägen sowie eine mögliche Abstimmung der akademischen Forschung mit den territorialen Plänen für die Region Poniente.

 

Herausforderungen (und Lösungsansätze)

  • Vielfalt der Forschungsprofile.

Nicht alle in der Excel-Datenbank aufgeführten Projekte wurden aktiven Forschenden durchgeführt; einige stammten von anderen teilnehmenden Akteuren. Dies lag daran, dass das ursprüngliche Verzeichnis anhand von Informationen zusammengestellt wurde, die aus öffentlichen Ausschreibungen, Vorbereitungssitzungen und bestehenden regionalen Projektunterlagen stammten, in denen Beiträge einer Vielzahl von Akteuren enthalten waren. Daher war ein anschließender Überprüfungsprozess erforderlich, um forschungsaktive Profile zu identifizieren und zu priorisieren.

 

  • Diskrepanz zwischen Forschungsthemen und lokalen Bedürfnissen.

Einige Forschungsschwerpunkte (z. B. stark theoretisch oder fachspezifisch) ließen sich nicht nahtlos in umsetzbare lokale Strategien oder Vorschläge im Bereich Kulturerbe/Tourismus einbinden – was eine Anpassung oder Umsetzung in praktische Vorschläge erforderte.

 

  • Zeitliche und Motivations-bedingte Einschränkungen.

Forschungsmitarbeitende sind mit Lehr- und Verwaltungsaufgaben belastet, was ihre Verfügbarkeit einschränken kann. In diesem Fall wurden das Excel-Verzeichnis und die Online-Veröffentlichung der Forscherprofile bereits mehrere Wochen vor dem zweiten Impronta-Granada-Treffen zusammengestellt und bereitgestellt, was zwar eine erste Beteiligung ermöglichte, sich jedoch als unzureichend erwies, um ein langfristiges Engagement über die Veranstaltung hinaus zu gewährleisten. Eine nachhaltige Beteiligung erfordert daher eine bessere Vorausplanung sowie kontinuierliche institutionelle und logistische Unterstützung.

 

  • Sichtbarkeit und Kommunikation.

Zwar verbesserten die Website und die Kurzpräsentationen die Sichtbarkeit, doch um sicherzustellen, dass Kommunalverwaltungen und die Zivilgesellschaft das Register regelmäßig konsultieren und nutzen, sind kontinuierliche Anstrengungen und Öffentlichkeitsarbeit erforderlich.

Die Bekanntmachung des Registers erfolgte hauptsächlich durch direkte Kommunikation mit den Gemeinderäten während der Vorbereitungstreffen, durch Präsentationen beim zweiten Impronta-Granada-Treffen sowie durch gezielte Folge-E-Mails mit Links zu den Profilen der Beteiligten und den UGR-Projekteinträgen. Auch wenn die Profile der Forscher erstellt und die UGR-Projekte auf der Impronta-Granada-Website aufgeführt wurden, musste die Sichtbarkeit dieser Profile innerhalb der Gemeinderäte und der breiteren Öffentlichkeit stärker gefördert werden.

Darüber hinaus erfordert die aktive Einbindung der Forschenden in lokale Projekte eine klare Kommunikation und die Bereitschaft/Motivation, zur territorialen Entwicklung, beizutragen.

 

Aufgaben und Ressourcen

Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen

  • Aufgaben

○ Vorbereitung und Durchführung von Kurzvorträgen

○ Bereitstellung von Forschungsdaten und visuellen Materialien zu regionalen Themen

○ Beteiligung an anschließenden Kooperationsprojekten mit lokalen Akteuren

  • Erforderliche Ressourcen

○ Zeitaufwand für die Umsetzung von Forschungsergebnissen in die Praxis

○ Unterstützendes Material (Karten, Bildmaterial, Daten)

○ Ethische und institutionelle Unterstützung durch die UGR

 

Manager und Managerinnen für Wissensaustausch und Forschung

  • Aufgaben

○ Pflege und Aktualisierung des Excel-Registers

○ Verwaltung der Profile der Beteiligten und „UGR-Projekteinträge“ auf der Impronta Granada-Website.

○ Organisation der Mikropräsentationsrunde

○ Förderung der Kommunikation zwischen Forschenden und lokalen Akteuren

  • Erforderliche Ressourcen

○ Tools zur Pflege der Datenbank und der Website

○ Logistische und technische Unterstützung für Veranstaltungen (Veranstaltungsort, audiovisuelle Ausrüstung) sowie für die anschließende Kommunikation

 

Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung

  • Aufgaben

○ Teilnahme an Mikropräsentationen und Workshops

○ Ermittlung der Relevanz der Forschungsergebnisse für lokale Politik und Projekte

○ Feedback geben und gegebenenfalls Ressourcen zur Unterstützung forschungsbasierter Initiativen bereitstellen

  • Erforderliche Ressourcen

○ Zeitliche Zuweisung durch die Institution

○ Budgetierung für Pilotinitiativen oder Kooperationen

○ Kanäle zur Einbindung von Forschungserkenntnissen in die kommunale Planung

 

Details zur Fallstudie: Wie wurde das Format umgesetzt?

Dem Poniente-Workshop gingen zwei vorbereitende Online-Treffen voraus, bei denen Forscher der UGR und lokale Akteure regionale Herausforderungen wie nachhaltigen Tourismus, Denkmalschutz und wirtschaftliche Entwicklung diskutierten. Medialab UGR erstellte eine Excel-Datenbank, um Forschungskompetenzen bestimmten territorialen Herausforderungen zuzuordnen, wobei die Projekte nach Forschungsthemen, Zugehörigkeit der Forscher und dem jeweiligen Provinzrat kategorisiert wurden. Diese Daten bildeten die Grundlage für Mikropräsentationen beim zweiten Impronta Granada Treffen, bei dem ausgewählte Forscher ihre Arbeit mit visuellen Materialien einem breiten Publikum vorstellten, darunter Kommunalverwaltungen, Unternehmen und Vertreter der Zivilgesellschaft.

Darüber hinaus wurden Forscher und Projekte auf der Impronta Granada-Website präsentiert. Dort wurden Profile der Akteure erstellt, um die Fachkenntnisse der Forscher und ihre Zugehörigkeit zu den Bezirksräten hervorzuheben, während die UGR-Projekte aufgelistet und geolokalisiert wurden, was es einfach machte, Forscher mit lokalen Bedürfnissen in Verbindung zu bringen.

 

Verfügbare Ressourcen (Hauptaufgaben)

  • Verbreitung von Forschungsergebnissen. Die Impronta-Granada-Website diente als zentrales Instrument, um die Sichtbarkeit und Zugänglichkeit der UGR-Projekte zu gewährleisten. Auf der Website wurden UGR-Projekteinträge erstellt und nach den Bezirksräten der UGR gegliedert, was dazu beitrug, die akademische Forschung auf die lokalen Bedürfnisse abzustimmen. Diese Projekteinträge wurden auf einer interaktiven Karte geolokalisiert, sodass die Interessengruppen genau sehen konnten, wo Forschungsinitiativen in der Region Granada durchgeführt wurden.
  • Wissensaustausch. Mikropräsentationen ermöglichten es den Forschenden, direkt mit den Interessengruppen in Kontakt zu treten, indem sie ihre Ergebnisse in einem leicht verständlichen Format vorstellten. Diese Sitzungen förderten die sektorübergreifende Zusammenarbeit und stellten sicher, dass die Forschenden nicht nur Wissen weitergaben, sondern auch aus den lokalen Bedürfnissen lernten und Bereiche von gemeinsamem Interesse identifizierten.

 

Gewonnene Erkenntnisse

Was funktioniert…

  • Die Excel-Datenbank erwies sich als erfolgreiches Instrument zur Organisation und Kategorisierung der UGR-Forschungsprojekte und erleichterte so die Zuordnung von Forschenden zu lokalen Herausforderungen
  • Profile der Beteiligten auf der Impronta-Granada-Website trugen dazu bei, die Sichtbarkeit der Forschenden zu erhöhen und die Zusammenarbeit zwischen Forschungseinrichtungen und lokalen Akteuren zu fördern
  • Mikropräsentationen waren ein wirksames Mittel, um ein vielfältiges Publikum anzusprechen, und trugen dazu bei, die Kluft zwischen akademischer Forschung und lokaler Politikgestaltung zu überbrücken, indem Forschungsprojekte zusammen mit praktischen Anwendungen vorgestellt wurden

 

Was funktioniert nicht…

● Nachhaltiges Engagement von Forschenden über die Veranstaltung hinaus bleibt aufgrund ihrer akademischen Arbeitsbelastung und zeitlicher Einschränkungen eine Herausforderung. Um sicherzustellen, dass diese Kooperationen nach dem ersten Workshop fortgesetzt werden, sind gezielte Folgeaktivitäten und institutionelle Unterstützung erforderlich.

● Zwar erleichterten die Mikropräsentationen die anfängliche Einbindung, doch besteht die Herausforderung darin, die langfristige Beteiligung der Forschenden in der Umsetzungsphase lokaler Projekte sicherzustellen.

 

Wie werden die Aktivitäten bewertet?

● Es wurden Feedback-Umfragen durchgeführt, um die Wirksamkeit der Kurzvorträge und die Beteiligung der Forschung am Poniente-Workshop zu bewerten.

● Folgeumfragen werden erforderlich sein, um die langfristigen Auswirkungen forschungsbasierter Lösungen zu bewerten und zu ermitteln, inwieweit diese in die lokale Politik und die Gemeindearbeit umgesetzt wurden.

 

Beispiele

1.       Profile der Beteiligten

Auf der Website von Impronta Granada ermöglicht das Verzeichnis der Profile der Beteiligten eine Filterung nach Einrichtung, was Forschenden hilft, Sichtbarkeit zu erlangen und Kontakte zu lokalen Akteuren zu knüpfen.

Beispiel: Francisco Antonio Navarro Valverde – ein Forscher an der UGR, der unter dem Provinzrat der UGR von Poniente Granadino aufgeführt ist: Profil von Francisco Navarro

2.       UGR-Projekte, aufgelistet nach Bezirksräten

Der Katalog der UGR-Projekte, geolokalisiert nach Bezirksräten, ermöglicht es Nutzenden zu sehen, wo die einzelnen Forschungsinitiativen aktiv sind – so entsteht eine regionale Karte des akademischen Engagements und der potenziellen Wirkung.

Beispiel: UGR-Archäologieprojekt.

3.       Die Mikropräsentationsrunde im Rahmen des zweiten Impronta-Granada-Treffens fand vor dem Hauptworkshop „Poniente“ statt und stellte sicher, dass die Forschungsergebnisse in die Debatte und die Projektvorschläge einflossen. Laut dem UGR-Nachrichtenbericht brachte die Veranstaltung Vertretende von Institutionen, Forschende, soziale Akteure, Unternehmen und Bürger und Bürgerinnen zusammen, um die wichtigsten regionalen Herausforderungen mit Schwerpunkt auf Innovation, Nachhaltigkeit sowie kulturellem und ökologischem Reichtum anzugehen.

 

Quellen und weiterführende Literatur

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Kontaktieren Sie gerne Tome Sandevski über science-policy@uni-frankfurt.de

Wie man Formate des politischen Dialogs öffentlich bekannt macht bzw. bewirbt

Kommunikationsstrategien und Öffentlichkeitsarbeit durch Medialab UGR und Impronta Granada

Die wichtigsten Merkmale auf einen Blick

  • Integriertes Kommunikationsökosystem: medienübergreifender Ansatz, der institutionelle Websites, soziale Netzwerke und die lokale Presse miteinander verbindet
  • Markenbezogene Werbematerialien: Merchandising-Artikel (personalisierte Notizbücher, Roll-ups, visuelle Identität) für regionale Veranstaltungen
  • Kontinuierliches digitales Storytelling: regelmäßige Updates auf den Plattformen Medialab UGR und Impronta Granada, einschließlich eigener ENGAGEgreen-Rubriken
  • Presse- und audiovisuelle Berichterstattung: Nachrichtenbeiträge in IDEAL und Granada Hoy, YouTube-Webinare sowie Teilnahme an europäischen Konferenzen
  • Bürgerbeteiligung in den Medien: Einladung an die Mitglieder der Bezirksräte der UGR, bei Radiolab UGR Podcasts aufzunehmen, um regionale Initiativen vorzustellen

Beschreibung

Dieser Beitrag untersucht, wie die Universität Granada (UGR) über das Medialab UGR und Impronta Granada innovative Kommunikationsstrategien entwickelt und umsetzt, um Formate für den Dialog zwischen Wissenschaft und Politik zu fördern. Im Rahmen des Erasmus+-Projekts ENGAGEgreen kombiniert die UGR digitale Kommunikation, traditionelle Medienarbeit und partizipatives Storytelling, um die Sichtbarkeit, Glaubwürdigkeit und öffentliche Beteiligung an Initiativen wie den UGR-Bezirksräten und den Impronta-Granada-Treffen zu steigern.

Diese Kommunikationsmaßnahmen untermauern das institutionelle Engagement der UGR für offene Innovation und bürgerschaftliches Engagement und stellen sicher, dass der Dialog zwischen Wissenschaft, Akteuren der Politik, Unternehmen und Bürgern sowohl regional als auch international ein breites Publikum erreicht.

 

Wie funktioniert das Format?

Die Öffentlichkeitsarbeit basiert auf einem Multichannel-Kommunikationsmodell, das von Medialab UGR koordiniert wird. Sie folgt einem kontinuierlichen Zyklus, der sich in vier Phasen gliedert:

  1. Vorbereitung und Markenbildung:

Entwicklung einer visuellen Identität und Druckmaterialien zur Begleitung jeder Veranstaltung im Rahmen des Politikdialogs. Für den Start der UGR-Kreisräte (20. Januar 2025) produzierte die UGR personalisierte Notizbücher mit Projektinformationen, Roll-ups zur Steigerung der Sichtbarkeit sowie koordinierte Catering-Dienstleistungen, um das Erlebnis der Teilnehmenden zu verbessern.

  1. Medienveröffentlichung und digitale Verbreitung:
  1. Öffentliche Sichtbarkeit und internationale Reichweite:

Die UGR warb für ENGAGEgreen auf verschiedenen europäischen Foren, darunter die Arqus Alliance BIP „Making the Planet a Healthier Place“ (Mai 2025), die SAM-Konferenz „Building Bridges: Shaping Europe’s Science-for-Policy Landscape“ (Wien, 26.–27. Mai 2025) und die ENGAGEgreen-Veranstaltung in Brüssel „Unlocking Science-Policy Synergies for Europe’s Green and Digital Future“ (Juni 2025). Diese Aktivitäten wurden von mehrsprachigen Pressemitteilungen und einer Berichterstattung in „Impronta Granada“ begleitet.

  1. Bürgerkommunikation und kreative Medien:

Die UGR lädt Mitglieder der „Living Labs“ der UGR-Bezirksräte ein, Podcasts bei Radiolab UGR, einem professionellen Aufnahmestudio der Universität, aufzunehmen. Diese Initiative ermöglicht es lokalen Akteuren, Forschenden und Verantwortlichen der Politik, ihre Projekte und Herausforderungen einem breiteren Publikum vorzustellen und so die Veröffentlichung zu einer gemeinsam gestalteten Erzählung zu machen, die die Dimension „Wissenschaft für die Menschen“ von ENGAGEgreen stärkt.

 

Herausforderungen

  • Wahrung der Einheitlichkeit des Brandings und der visuellen Identität über mehrere Kanäle hinweg
  • Abwägung zwischen wissenschaftlicher Genauigkeit und einer für Laien verständlichen Sprache
  • Abstimmung des Zeitplans zwischen lokalen Veranstaltungen, Presseterminen und der Kommunikation auf EU-Ebene
  • Sicherstellung eines anhaltenden Interesses nach dem anfänglichen Höhepunkt der Öffentlichkeitsarbeit
  • Messung der tatsächlichen Wirkung über quantitative Indikatoren (Likes, Reichweite und Aufrufe) hinaus

 

Aufgaben und Ressourcen

Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen

  • Beiträge verfassen, in denen Forschungsergebnisse und regionale Erkenntnisse in einer leicht verständlichen Sprache erläutert werden
  • An Interviews, Webinaren und Podcasts teilnehmen, um die Auswirkungen des Projekts in einen Kontext zu stellen
  • Pressematerialien prüfen, um die sachliche Richtigkeit und wissenschaftliche Glaubwürdigkeit sicherzustellen
  • Live-Kommunikation (Konferenzen, Arqus Alliance BIP, SAM Wien, Veranstaltung in Brüssel) intensivieren, um die Sichtbarkeit in akademischen und politischen Kreisen zu stärken

Manager und Managerinnen für Wissensaustausch und Forschung

  • Koordination der Kommunikationsstrategie und des Zeitplans für alle ENGAGEgreen-Aktivitäten zur Öffentlichkeitsarbeit
  • Erstellung, Bearbeitung und Veröffentlichung von Multimedia-Inhalten (Pressemitteilungen, Videoclips, YouTube-Webinare)
  • Pflege der Verbindungen zu lokalen und nationalen Printmedien (IDEAL, Granada Hoy)
  • Überwachung von Grafikdesign, Markenführung und Veranstaltungslogistik (Merchandising, Beschilderung, Fotografie)
  • Pflege von Analyse-Dashboards für Web- und Social-Media-Daten zur Ermittlung von Engagement-Trends

Vertreter und Vertreterinnen aus Politik und Verwaltung

  • Fördern Sie die Sichtbarkeit, indem Sie an Interviews teilnehmen und Stellungnahmen zu den Ergebnissen der Zusammenarbeit abgeben
  • Verbreiten Sie ENGAGEgreen-Materialien über institutionelle Kanäle (Kommunen, lokale Entwicklungsagenturen)
  • Unterstützen Sie die regionale Verbreitung durch Newsletter und lokale Veranstaltungen

 

Beispiele

  • 20. Januar 2025 – Erstes Impronta Granada-Treffen: Auftaktveranstaltung mit 143 Teilnehmern; Berichterstattung auf den Websites von Impronta Granada und Medialab UGR, Beiträge in IDEAL und Granada Hoy sowie eine vollständige Videoaufzeichnung auf YouTube
  • 24. Januar 2025 – Pressemitteilungen: Veröffentlichung auf beiden institutionellen Plattformen und Weiterverbreitung über soziale Medien
  • 9. Mai 2025 – Präsentation der Arqus Alliance: Die UGR stellte 25 Studierenden und sechs Forschenden aus drei europäischen Universitäten das Konzept der Living Labs vor
  • 26.–27. Mai 2025 – SAM-Konferenz in Wien: Internationale Sichtbarkeit durch eine koordinierte Sitzung zum Thema „Universitäten und Kommunen entwickeln gemeinsam Lösungen für den städtischen Wandel“
  • 12. Juni 2025 – Konferenz in Brüssel: Die UGR leitete eine Sitzung zum Thema „Wasser und Boden: Von der Forschung zur öffentlichen Politik“ und positionierte ENGAGEgreen damit im Ökosystem des wissenschaftspolitischen Dialogs der EU
  • Radiolab UGR: Laufende Einladung an Mitglieder des Kreisrats zur Produktion thematischer Podcasts, die territoriale Innovationen und Nachhaltigkeitsmaßnahmen vorstellen.

 

Fallstudien

Eine umfassende Kommunikationsstrategie, die Print-, digitale und audiovisuelle Medien kombinierte, führte zu einer hohen Sichtbarkeit auf Provinzebene und zu Anerkennung auf EU-Ebene.

Durch die Einbindung der „Radiolab UGR“-Podcasts wurde die Verbreitung auf das Storytelling in den lokalen Gemeinschaften ausgeweitet, wodurch das bürgerschaftliche Engagement für den wissenschaftspolitischen Dialog gestärkt wurde.

 

Wie wird das Format umgesetzt?

Die Planung der Öffentlichkeitsarbeit beginnt zwei Wochen vor jeder Veranstaltung und dauert bis zu drei Monate danach an.

Das Kommunikationsteam des Medialab verfasst Pressemitteilungen, koordiniert Veröffentlichungstermine und überwacht die Interaktionskennzahlen.

Wichtige Meilensteine werden mit dem Redaktionskalender von Impronta Granada abgestimmt. Podcasts und YouTube-Webinare werden als Folgekommunikation veröffentlicht, um das öffentliche Bewusstsein aufrechtzuerhalten und Kontinuität zu gewährleisten.

 

Verfügbare Ressourcen (Was sind die wichtigsten Aufgaben?)

  • Websites der Einrichtungen: medialab.ugr.es und improntagranada.es
  • Offizielle Social-Media-Konten: Instagram, LinkedIn, YouTube
  • Vorlagen für Pressemitteilungen und Markenführung
  • Aufnahmestudio „Radiolab UGR“ und technische Unterstützung
  • Mailinglisten und Datenbank mit Interessengruppen für gezielte Kontaktaufnahme

 

Was funktioniert? Was funktioniert nicht? (Erfahrungen)

  • Funktioniert: einheitliche visuelle Identität; Multichannel-Ansatz, der akademische und öffentlichkeitswirksame Inhalte kombiniert; frühzeitige Einbindung der Medien in die Planung; Einsatz audiovisueller Erzählformen (Reels, Podcasts).
  • Funktioniert nicht: übermäßige Abhängigkeit von einer einzigen Plattform; unzureichende Koordination zwischen der Berichterstattung während und nach der Veranstaltung; Unterschätzen des Zeitaufwands für die Produktion von Inhalten.
  • Erfahrungen: Einen Veröffentlichungszeitplan festlegen; Social-Media-Analysen in die Auswertung einbeziehen; sicherstellen, dass jede Pressemitteilung ein direktes Zitat und ein hochwertiges Bild enthält; Materialien für europäische Netzwerke wiederverwenden.

Wie werden die Aktivitäten bewertet?

  • Ergebnisse: Anzahl der Pressemitteilungen (20+), Social-Media-Beiträge (>40) und Medienerwähnungen (2 große Zeitungen)
  • Ergebnisse: Gesteigerte Sichtbarkeit der Formate des Dialogs zwischen Wissenschaft und Politik der UGR; stärkere Einbindung der Interessengruppen und Interesse an einer Nachahmung an anderen Universitäten
  • Indikatoren: Website-Zugriffe, Reichweite der Beiträge, Interaktionsraten, Hörerstatistiken der Podcasts, Zitierungen in der Presse
  • Zeitplan: Kontinuierliche Überwachung im Jahr 2025; Berichterstattung integriert in die Bewertung von WP5

 

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Interview mit Mike Young

Gründer der Mike Young Academy für Wissenschaftskommunikation

credits: Mike Young Academy website

Über Mike Young

Ich bin Gründer der Mike Young Academy, einer in Kopenhagen ansässigen Agentur, die Workshops für Wissenschaftler und Fachleute im Bereich Wissenschaftskommunikation sowie Social-Media-Audits für Universitäten anbietet.

Ich bin ehemaliger Herausgeber der englischsprachigen University Post (2009–2016), einer Medienplattform für eine Gemeinschaft von berichtenden Studierenden und Wissenschaftlern in Kopenhagen. Davor war ich viele Jahre sowohl als Journalist als auch als erfahrener Dozent für Medienwissenschaften tätig.

Mein Buch Social Media for Research Impact, das ich gemeinsam mit Marcel Bogers verfasst habe, wurde im Januar 2026 bei Routledge veröffentlicht.

 

 

 

 

Fragen

Während der von der Ca’ Foscari Universität Venedig organisierten Research Communication Week 2024 hielten Sie den Workshop „Social Media for Researchers“, in dem Sie einen achtsamen Ansatz für Social Media vorstellten. Wie lässt sich dies auf die Forschungskommunikation übertragen?

Achtsam bedeutet in diesem Zusammenhang Folgendes: Forschende sollten soziale Medien nutzen, damit diese ihrer Wissenschaft dienen, d. h. ihre Arbeit verbreiten, Kooperationspartner finden, neue Ideen gewinnen und mit anderen zusammenarbeiten. Sie sollten sich jedoch nicht in die Gamifizierung und den Wettbewerb hineinziehen lassen, die die Social-Media-Plattformen selbst fördern und die die Wissenschaft in anderen Kontexten ebenfalls fördert.

Das bedeutet, nicht um Engagement-Kennzahlen wie Reichweite, Follower und Aufmerksamkeit zu konkurrieren. Soziale Medien sollten für Ihre Wissenschaft und letztlich für Ihre berufliche Zufriedenheit genutzt werden, nicht um sich selbst zu vermarkten oder irgendwie in einem Karrierespiel zu gewinnen. Das bedeutet, soziale Medien zu nutzen, um einzigartige neue Menschen zu erreichen, zu finden, mit ihnen zu denken und zusammenzuarbeiten – und zwar in Ihrem eigenen Tempo –, anstatt zu versuchen, viele Menschen gleichzeitig zu erreichen.

Über das achtsame Handeln hinaus sollten sich Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen bewusst sein, dass es ethische Gründe für das Handeln in sozialen Medien gibt. Diese können manchmal im Widerspruch zu den achtsamen Praktiken stehen.

 

Können soziale Medien den politischen Einfluss der Wissenschaft verstärken?

Ja. Direkt dadurch, dass Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen mit spezifischen Fachgebieten sich beteiligen und dazu beitragen, Diskussionen über bestimmte politikbezogene Themen zu informieren, die mit ihrem eigenen Forschungsgebiet zusammenhängen und dieses umgeben. Indirekt dadurch, dass sie dazu beitragen, ihre Forschung und ihr Fachwissen in die Gespräche wichtiger Interessengruppen wie Geldgeber und Regierungsvertreter und -vertreterinnen usw. einzubringen.

 

Können Sie uns einen kleinen Einblick in Ihr und Prof. Marcel Bogers’ bevorstehendes Buch Social Media for Research Impact geben?

Social Media for Research Impact beleuchtet die Auswirkungen der professionellen Nutzung sozialer Medien auf Wissenschaft und Forschung und bietet praktische Tipps, Tools und Leitlinien für Plattformen, Praktiken und Routinen in sozialen Medien für Akademiker. Es bietet eine Reihe von Fallstudien von Forschenden weltweit und veranschaulicht die vielfältigen und oft unerwarteten Wege, auf denen soziale Medien die akademische Arbeit bereichern – vom Aufbau kooperativer Netzwerke über die Erweiterung der Reichweite bis hin zur Schaffung realer Auswirkungen.

 

Forschende und Wissenschaftskommunikatoren verlassen X (Twitter) zugunsten anderer Mikroblogging-Plattformen. Was sind die besten Alternativen? Wie könnten sie ihren Feed kuratieren und die richtigen einflussreichen Mitglieder der Wissenschaftsgemeinschaft suchen und finden?

Bluesky scheint derzeit die beste alternative Mikroblogging-Plattform zu sein. Genau wie auf X kann man Listen mit wichtigen Personen erstellen. Im Gegensatz zu X sind diese jedoch standardmäßig öffentlich, was einen Teil ihrer Nützlichkeit schmälert. Was Bluesky im Vergleich zu X jedoch auszeichnet, ist, dass man viel mehr Kontrolle über seinen Newsfeed hat. Dies hilft einem als Wissenschaftler, den Fokus zu behalten, da man sich fast vollständig von politischen Beiträgen, Influencern und Vermarktern befreien kann.

Starter-Packs auf Bluesky sind ebenfalls eine interessante neue Funktion, die es ermöglicht, Gruppen einflussreicher WissenschaftlerInnen zu teilen und Communities zu gründen.

 

Welche Tipps würden Sie Forschenden geben, die Kontakt zu Journalisten und Akteurinnen und Akteuren in Politik und Verwaltung suchen und mit ihnen interagieren möchten?

In meinen Workshops lasse ich Wissenschaftler konkrete Routinen oder Networking-Strategien entwickeln, um diese beiden Gruppen auf LinkedIn und anderen sozialen Medien zu erreichen

 

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Wissenschaft trifft Politik in Brüssel: Aufbau eines Dialogs über die Bodenpolitik in Europa

Die wichtigsten Merkmale auf einen Blick

  • Eine Veranstaltung auf europäischer Ebene, die gemeinsam von der Universität Granada (UGR) und dem BETA-Technologiezentrum (Universität Vic) im Rahmen des Erasmus+-Projekts ENGAGEgreen organisiert wurde
  • Mit Vertretenden der Generaldirektion Landwirtschaft und ländliche Entwicklung (GD AGRI) der Europäischen Kommission, des Europäischen Umweltbüros (EEB), des Instituts für Europäische Umweltpolitik (IEEP) sowie zahlreicher Universitäten und Forschungsinstitute
  • Die Veranstaltung umfasste eine allgemeine Debatte, zwei Rundtischgespräche (Wasser & Boden) sowie eine Postersession
  • Im Mittelpunkt standen die Umsetzung der EU-Bodenstrategie 2030, die „Soil Mission“ im Rahmen von „Horizont Europa“ und das Gesetz zur Bodenüberwachung
  • Es wurden sowohl Governance-Strukturen als auch Mechanismen des Wissenstransfers zwischen Wissenschaft und Politik thematisiert
  • Identifizierung institutioneller Lücken, neuer Instrumente sowie der Rolle der Sozialwissenschaften und des bürgerschaftlichen Engagements
  • Hervorhebung der Bedeutung inklusiver Dialoge unter Einbeziehung von Wissenschaft, Akteuren aus Politik und Verwaltung und der Zivilgesellschaft
  • Aufzeigen der Rolle von Living Labs, transdisziplinärer Forschung und partizipativen Governance-Modellen

Beschreibung

Dieser Beitrag stellt eine Fallstudie aus der ENGAGEgreen-Konferenz zur Verbreitung von Ergebnissen und zum Austausch mit Interessengruppen vor, die am 12. Juni 2025 in Brüssel stattfand.

Die Konferenz mit dem Titel „Wasser und Boden: Von der Forschung zur öffentlichen Politik für den Umweltschutz“, die gemeinsam von der Universität Granada (UGR) und dem Technologiezentrum BETA der Universität Vic organisiert wurde, brachte Forschende, politisch Verantwortliche und Akteure der Zivilgesellschaft zusammen, um zu erörtern, wie Schnittstellen zwischen Wissenschaft und Politik eine nachhaltigere Umweltpolitik in Europa unterstützen können.

Die Konferenz konzentrierte sich auf zwei zentrale Elemente – Wasser und Boden – und befasste sich damit, wie wissenschaftliche Erkenntnisse, Sozialwissenschaften und partizipative Governance öffentliche Politik gestalten können, die auf ökologische und soziale Realitäten abgestimmt ist.

Die Diskussionsrunde zum Thema Bodenpolitik befasste sich mit einer dringenden Herausforderung: Wie lassen sich Wissenstransfer und institutionelle Zusammenarbeit bei der Umsetzung der EU-Bodenstrategie und des Bodengesetzes beschleunigen?

 

Ziel der Sitzung war es, den wissenschaftlich-politischen Dialog über Boden- und Wasserpolitik auf europäischer Ebene zu stärken, indem

  • ein strukturierter Raum für den Austausch zwischen Forschenden, politisch Verantwortlichen und Akteuren der Zivilgesellschaft zum Thema Boden- und Wasserpolitik geschaffen wurde
  • untersucht wurde, wie wissenschaftliche Erkenntnisse, Sozialwissenschaften und partizipative Ansätze die EU-Umweltpolitik besser beeinflussen können, insbesondere die EU-Bodenstrategie, das Bodenerhebungsgesetz und die „Soil Mission“ im Rahmen von „Horizont Europa“
  • Hindernisse und Lücken an den derzeitigen Schnittstellen zwischen Wissenschaft und Politik im Zusammenhang mit der Boden- und Wasserbewirtschaftung zu identifizieren
  • bestehende Instrumente und Mechanismen für den Wissenstransfer hervorzuheben, die von der Europäischen Kommission und EU-finanzierten Projekten genutzt werden
  • inklusive und transdisziplinäre Governance-Modelle zu fördern, einschließlich der Rolle von Living Labs und der Bürgerbeteiligung bei der Gestaltung der Boden- und Wasserpolitik

 

Wie funktioniert das Format?

Die Konferenz umfasste drei Teile:

  1. Eine allgemeine Diskussion, in der sich die Teilnehmenden für engere Verbindungen zwischen Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft aussprachen;
  2. Eine Diskussionsrunde zum Thema Wasser mit den Schwerpunkten ökosystemorientierte Governance, partizipative Modelle und europäische Initiativen wie Water4All;
  3. Eine Diskussionsrunde zum Thema Boden, in deren Mittelpunkt Horizon-Europe-Projekte, die EU-Bodenmission, das Bodengesetz sowie die von der Europäischen Kommission genutzten Mechanismen zum Wissenstransfer standen.

 

Die Teilnehmenden befassten sich mit

  1. den aktuellen Herausforderungen bei der Umsetzung bodenbezogener Rechtsvorschriften auf EU- und nationaler Ebene;
    1. der Notwendigkeit, qualitative Daten und soziale Dimensionen in Kennzahlen zur Bodengesundheit zu integrieren;
    2. Beispielen für die Zusammenarbeit zwischen Forschung und Politik, einschließlich „Horizont Europa“-Projekten und Beratungskonzepte;
    3. Vorschläge, die Bodenwissenschaft zugänglicher und politisch umsetzbarer zu machen.

An jedem Rundtisch nahmen sowohl Forschende als auch politisch Verantwortliche teil, was einen wechselseitigen Austausch ermöglichte, bei dem wissenschaftliche Erkenntnisse und institutionelle Erfahrungen in Einklang gebracht wurden.

Moderatoren förderten einen offenen Dialog und sorgten für eine inklusive Beteiligung aller Sektoren. Der Schwerpunkt lag auf der Identifizierung systemischer Lücken und der Erarbeitung von Möglichkeiten zur Institutionalisierung der Schnittstellen zwischen Wissenschaft und Politik im Bereich Boden.

 

Herausforderungen

  • Sprachliche und konzeptionelle Barrieren zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Verwaltung wurden wiederholt angesprochen
  • Wissenschaftlern fehlen oft klare Ansatzpunkte oder Leitlinien für die Einbindung in Entscheidungsprozesse auf EU-Ebene
  • Die Zivilgesellschaft ist in politischen Dialogen über natürliche Ressourcen trotz ihrer direkten Auswirkungen nach wie vor unterrepräsentiert
  • Die soziale Dimension der Boden- und Wasserpolitik wird oft zugunsten technischer oder ökologischer Ansätze vernachlässigt
  • Politische Zeitpläne und Forschungszyklen sind oft nicht aufeinander abgestimmt, was die Verwertbarkeit wissenschaftlicher Erkenntnisse in der Gesetzgebung einschränkt
  • Es mangelt an spezialisierten Fachleuten, die zwischen akademischem Fachwissen und den Bedürfnissen der öffentlichen Verwaltung vermitteln

 

Aufgaben und Ressourcen

Forschende

  • Präsentation wissenschaftlicher Erkenntnisse und Empfehlungen zur Schädlingsbekämpfung, zum Schutz von Flussökosystemen und zur partizipativen Governance
  • Austausch über Erfahrungen mit Hindernissen bei der Zusammenarbeit mit der öffentlichen Verwaltung und über die Notwendigkeit sozialwissenschaftlicher Erkenntnisse bei der Politikbewertung
  • Vorschläge für Formate zur gemeinsamen Entwicklung von Indikatoren, die wissenschaftliches und lokales Wissen integrieren
  • Hervorhebung der Risiken einer Beschränkung der Bodengestaltung auf eng gefasste Messgrößen

Vertreter und Vertreterinnen aus Politik und Verwaltung (Europäische Kommission, GD AGRI)

  • Erklärten, wie wissenschaftliche Beiträge auf EU-Ebene abgerufen und genutzt werden
  • Erläuterten die internen Mechanismen der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Politik (z. B. Expertendatenbanken, Beiräte, Living Labs, wissenschaftliche Gremien)
  • Hoben hervor die Rolle von Forschungsergebnissen bei der Beeinflussung von Gesetzesvorschlägen hervorgehoben
  • Koordinierten die Beratungsdienste der GAP und die nationalen Durchführungsstellen

Nichtregierungsorganisationen und Thinktanks

  • brachten kritische Perspektiven zur Notwendigkeit eines systemischen Wandels und einer Demokratisierung der Bodenpolitik ein
  • betonten die Dringlichkeit, die Zivilgesellschaft und die Landwirte in den Prozess der Politikgestaltung einzubeziehen

Wissensvermittler und Koordinatoren

  • sicherten die sektorübergreifende Kommunikation
  • fungierten als Vermittler, um Forschern zu helfen, sich besser an institutionelle Anforderungen und Zeitpläne anzupassen
  • sammelten und dokumentierten Erkenntnisse für die politikorientierte Verbrei

 

Fallbeispiel:

Brussels, 12 June 2025 – ENGAGEgreen Dissemination and Stakeholder Conference
Session 3: Water and Soil: From Research to Public Policies for Environmental Protection
 Organisers: University of Granada & BETA Technological Center (University of Vic)

 

Wie wurde das Format umgesetzt?

Was funktioniert:

  • Gemeinsame Organisation von Konferenzen mit Moderation und einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Wissenschaft und Institutionen
  • Die Einbindung von allgemeinen Diskussionen und themenspezifischen Gesprächsrunden stärkt das Engagement
  • Einbettung der Diskussionen in laufende EU-Strategien (z. B. „Soil Mission“, GAP)
  • Einbeziehung von NGOs und Wissenschaftlern neben politisch Verantwortlichen

 

Was funktioniert nicht:

  • strukturierte Zugangsmöglichkeiten für Forschende, um Einfluss auf die EU-Politikgestaltung zu nehmen
  • formale Strukturen für die Beteiligung der Zivilgesellschaft oder der Wissenschaft an der EU-Bodenpolitik
  • Technische Komplexität der verwendeten Sprache

 

Wie werden die Aktivitäten bewertet?

  • Das Feedback wurde durch direkte Interaktion und informelles Networking gesammelt
  • Indikatoren: Vielfalt der Referenten, institutionelles Interesse an Folgemaßnahmen und während der Veranstaltung aufgebaute dauerhafte Kontakte. Die Beteiligung während der Gesprächsrunde war hoch und über die verschiedenen Institutionen hinweg ausgewogen
  • Deutlich bekundetes Interesse an einer zukünftigen Zusammenarbeit
  • Verbreitung durch Pressemitteilungen und Policy Briefings (Universität Granada und BETA – Universität Vic)

 

Beispiele

  • EU-Bodenmission: Eine Initiative im Rahmen von „Horizont Europa“ zur Erprobung von „Living Labs“ und „Lighthouses“ für die Bodengesundheit in den Mitgliedstaaten
  • Bodenerfassungsgesetz: Rechtlicher Rahmen zur Schaffung EU-weiter Bodendateninfrastrukturen
  • „Living Labs“ für den Boden: Werden als Plattformen für verschiedene Interessengruppen gefördert, die angewandte Experimente ermöglichen und einen Governance-Rahmen bieten

 

Quellen und weiterführende Literatur

 

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Evaluierung der Wirkung lokaler Veranstaltungen zum Dialog zwischen Wissenschaft und Politik

Ein methodischer Ansatz der Initiative der UGR County Councils Initiative

Die wichtigsten Merkmale auf einen Blick

Das Evaluierungsinstrument wurde mit folgenden Zielen konzipiert:

  • Erfassung der Zufriedenheit der Teilnehmenden aus den vier Bereichen der „Quadruple Helix“
  • Die wahrgenommene Qualität des Netzwerkens und des Wissensaustauschs
  • Das Verständnis und den empfundenen Nutzen der Initiative „UGR County Councils“
  • Unterschiede in der Wahrnehmung zwischen akademischen und administrativen Profilen
  • Umsetzbare Empfehlungen zur Verbesserung der Inklusivität, der politischen Relevanz und der Follow-up-Mechanismen bei zukünftigen Living-Lab-basierten Begegnungen zu identifizieren

Beschreibung

Die Initiative „UGR County Councils“ (Consejos Comarcales UGR) im Rahmen des Erasmus+-Projekts ENGAGEgreen zielt darauf ab, einen strukturierten Dialog zwischen Wissenschaft und Politik in den zehn Landkreisen der Provinz Granada zu fördern.

Im Juli 2025 brachte das erste regionale Treffen Forschende, politisch Verantwortliche und Vertreter der Zivilgesellschaft in der historischen Azucarera von Motril zusammen. Um die Wirkung dieser Veranstaltung zu bewerten und künftige partizipative Formate zu stärken, entwickelte die Universität Granada einen Evaluierungsfragebogen, der speziell auf das „Quadruple-Helix-Modell“ und den regionalen Kontext zugeschnitten war.

Dieser methodische Ansatz wurde im Rahmen von zwei Großveranstaltungen, dem ersten „Impronta Granada“-Treffen und dem ersten Treffen der UGR-Bezirksräte, getestet und ermöglichte einen Vergleich der Eindrücke und Ergebnisse in verschiedenen regionalen Kontexten.

 

Wie funktioniert das Format?

Die Umfrage wurde online mithilfe von Google Forms durchgeführt und unmittelbar nach der Veranstaltung versendet. Die Teilnehmenden wurden per E-Mail sowie über QR-Codes, die während des Treffens verteilt wurden, eingeladen.

Das Formular bestand aus neun Kernfragen, die in thematische Blöcke unterteilt waren:

  1. Block „Identifikation“: Zugehörigkeit zu einem Sektor (Wissenschaft, öffentliche Verwaltung, Wirtschaft, Zivilgesellschaft)
  2. Block „Allgemeine Zufriedenheit“: Skala (1 bis 5) zur Bewertung des Treffens insgesamt, der Networking-Möglichkeiten und der Veranstaltungslogistik. Die Veranstaltungslogistik wurde anhand von vier Fragen auf einer Bewertungs-Skala zu Veranstaltungsort, Zeitplan, Inhalt und Moderation analysiert
  3. Block „Partizipationsdynamik“: Die Fragen bewerteten Inklusivität, die empfundene Bereitschaft zum Zuhören und das Gefühl, zum Dialog beizutragen
  4. Spezifische Feedback-Blöcke, zugeschnitten auf

○ Teilnehmende aus dem akademischen Bereich: veränderte Sichtweise im Verständnis von politischen Prozessen, Interesse an weiterem Engagement

○ Teilnehmende aus der öffentlichen Verwaltung: Vorerfahrungen mit Forschung, Nutzbarkeit der geteilten Daten, Absicht, den Kontakt aufrechtzuerhalten.

  1. Block „Offenes Feedback“: Vorschläge für zukünftige Veranstaltungen mit optionalen Kontaktangaben.

Der Bewertungsprozess kombinierte quantitative und qualitative Ansätze, einschließlich teilnehmender Beobachtung und informellem Feedback während der Networking-Veranstaltungen, um die Umfrageergebnisse zu verifizieren und die Analyse der Beteiligungsdynamik zu vertiefen.

 

Herausforderungen

Der Fragebogen wurde vom technischen Koordinationsteam des Erasmus+-Projekts „ENGAGEgreen“ an der Universität Granada entwickelt. Über die institutionellen Kommunikationskanäle und die Google Workspace-Tools hinaus waren keine externen Ressourcen erforderlich. Die interne Zusammenarbeit mit der Datenschutz-Abteilung stellte die Einhaltung der Verordnung zum Schutz personenbezogener Daten sicher.

Die größte methodische Herausforderung bestand darin, ein Gleichgewicht zwischen Prägnanz und analytischer Tiefe zu finden, da kurze Online-Formulare die Detailtiefe qualitativer Antworten mitunter einschränkten.

 

Aufgaben und Ressourcen

Die differenzierten Frageblöcke für Wissenschaftler und politisch Verantwortliche erwiesen sich als wirksam, um spezifische Erwartungen und Erfahrungen zu erfassen. Die Verwendung von Bewertungs-Skalen ermöglichte eine quantitative Analyse der wahrgenommenen Wirkung, während der offene Abschnitt reichhaltige qualitative Erkenntnisse lieferte.

Besonders hervorzuheben sind:

  • Hohe Zufriedenheit und bekundetes Interesse an einer weiteren Zusammenarbeit
  • Große Wertschätzung für die Möglichkeit zum Wissensaustausch im regionalen Kontext
  • Die Methodik erleichterte die Identifizierung von Lücken zwischen politischen Erfordernissen und Kommunikationsstrategien der Wissenschaft
  • Maßgeschneiderte Einblicke in institutionelle und individuelle Motivationen
  • Besseres Verständnis für den wahrgenommenen Nutzen der Veranstaltung
  • Hohe Zufriedenheit mit der Logistik, der Teilhabechancengleichheit und der empfundenen Bereitschaft zum Zuhören
  • Eine wachsende Nachfrage nach regelmäßigen Formaten der Zusammenarbeit und einer lokal zugeschnittenen Interaktion zwischen Wissenschaft und Politik.

 

Fazit

Die Bewertung von Formaten des Dialogs zwischen Wissenschaft und Politik und Verwaltung ist unerlässlich, um deren Wirksamkeit und Übertragbarkeit sicherzustellen.

Das UGR-Bewertungsmodell zeigt, wie lokale Veranstaltungen, die in der regionalen Identität verwurzelt sind, mithilfe einfacher, aber robuster Methoden bewertet werden können, die sowohl institutionelle Ziele als auch die Erfahrungen der Teilnehmenden widerspiegeln.

 

Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen

  • Entwarfen und validierten das Evaluierungsprotokoll mit gemischten Methoden, um wissenschaftliche Zuverlässigkeit zu gewährleisten und gleichzeitig die Zugänglichkeit für nicht-akademische Teilnehmende zu erhalten
  • Analysierten quantitative Daten von 43 bzw. 21 Befragten aus zwei Veranstaltungen und identifizierten Muster hinsichtlich Zufriedenheit und Kooperationsabsichten
  • Werteten qualitatives Feedback aus, um sich abzeichnende Themen wie Engagement für die Zusammenarbeit, Klarheit der Ziele und Bedarf an stärkerem politischem Engagement zu erkennen
  • Erarbeiteten evidenzbasierte Empfehlungen zur Verbesserung der Zeiteinteilung, der Erreichbarkeit der Veranstaltungsorte und der Anschlussstrategien, um so die politische Wirkung der Living-Lab-Methodik zu stärken
  • Reflektierten über die methodische Übertragbarkeit auf andere regionale Wissenschafts-Politik-Dialoge im Rahmen von ENGAGEgreen

Manager und Managerinnen für Wissensaustausch und Forschung

  • Koordinierten die Verbreitung der Umfrage über digitale und persönliche Kanäle (QR-Codes, E-Mail-Verteiler, Feedback-Runden)
  • Führten teilnehmende Beobachtung während der Gruppenarbeit zur Bewertung der sektorübergreifenden Dynamik und Inklusivität durch.
  • Erfassten und fassten zusammen informelle, mündliche Rückmeldungen zur Ergänzung der Umfrageergebnisse
  • Verwalteten die Anonymisierung und Einhaltung der DSGVO in Zusammenarbeit mit der Datenschutz-Abteilung der Universität
  • Erstellten umfassende Berichte, die sowohl quantitative Ergebnisse (z. B. Zufriedenheit 4,53/5; Vernetzung 4,36/5) als auch qualitative Erkenntnisse integrierten und als internes Lerndokument für ENGAGEgreen WP3 dienten

Vertreterinnen und Vertreter von Politik und Verwaltung

  • Brachten Perspektiven zu institutionellen Anliegen und Einschränkungen durch Umfrageantworten und Interviews ein
  • Nutzten die Ergebnisse zur Anpassung der Tagesordnungen der UGR County Councils mit dem Schwerpunkt auf einer klareren Kommunikation der Ziele, längeren Arbeitssitzungen und einer breiteren politischen Vertretung
  • Erkannten den Wert einer systematischen Evaluation als Instrument zur evidenzinformierten Politikverbesserung und verstärkten Zusammenarbeit mit der Wissenschaft an
  • Brachten eine hohe Bereitschaft zum Ausdruck (Durchschnitt 4,50/5), auch künftig an Aktivitäten zum Wissensaustausch teilzunehmen

 

Fallstudien

Wie wird das Format umgesetzt?

Nach der Veranstaltung erhielten die Teilnehmenden eine digitale Umfrage, die über einen QR-Code und per E-Mail zugänglich war. Die Daten wurden zur quantitativen Analyse in Excel exportiert und für qualitative Erkenntnisse thematisch kodiert. Die Ergebnisse wurden intern vom ENGAGEgreen-Koordinationsteam der UGR diskutiert, um Erkenntnisse zu gewinnen und diese in das Toolkit zu integrieren.

 

Verfügbare Ressourcen (Was sind die wichtigsten Aufgaben?)

  • Umfragevorlagen (Google Forms)
  • Kodierungsrahmen für qualitative Daten
  • Vorlage für den Feedback-Bericht (Zusammenfassung + Empfehlungen)
  • DSGVO-Einwilligungs- und Anonymisierungsrichtlinien

 

Was funktioniert? Was funktioniert nicht? (Gewonnene Erkenntnisse)

  • Funktioniert: prägnante digitale Tools; gemischtes quantitativ-qualitatives Design; sofortige Datenerhebung nach der Veranstaltung
  • Funktioniert nicht: zu kurze Gruppen-Veranstaltungen; fehlender Wechsel zwischen den Diskussionstischen; unklare Nachbereitungsverfahren
  • Gewonnene Erkenntnisse: Umfragedaten stets mit Beobachtungsnotizen kombinieren; Ergebnisse an die Teilnehmenden zurückmelden, um das Vertrauen zu wahren

Wie werden die Aktivitäten bewertet?

  • Ergebnisse: Fertige Feedbackberichte pro Veranstaltung; zusammengefasstes Bewertungskapitel zu WP3
  • Ergebnisse: Nachweis einer gesteigerten Kooperationsbereitschaft (4,7/5); verbesserte Gestaltung der nächsten County Councils
  • Indikatoren: Zufriedenheit, Vernetzung, Klarheit, Inklusivität
  • Zeitplan: Unmittelbare Datenerhebung nach der Veranstaltung und Zusammenfassung innerhalb von 2 Wochen

 

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Evaluierung der Ergebnisse der Dialoge zwischen Wissenschaft und Politik in Granada

Erkenntnisse aus den ENGAGEgreen-Umfragen

Die wichtigsten Merkmale auf einen Blick

  • Gesamtzahl der Befragten: 64 (43 + 21) aus allen Sektoren der Vierfach-Helix
  • Durchschnittliche Gesamtzufriedenheit: bei beiden Veranstaltungen durchweg über 4 von 5
  • Am besten bewertete Aspekte: Zufriedenheit der Teilnehmenden, Networking und Bereitschaft zur weiteren Zusammenarbeit
  • Am schlechtesten bewertete Aspekte: Zeitmanagement, Klarheit der Ziele und politische Weiterverfolgung
  • Die Ergebnisse zeigen ein starkes institutionelles Vertrauen in die Universität Granada als Organisatorin des regionalen Dialogs

Beschreibung

Dieser Beitrag präsentiert die zusammengefassten Ergebnisse zweier Evaluierungsumfragen, die im Anschluss an das erste Impronta-Treffen in Granada (Januar 2025) und das erste Treffen der Kreisräte der UGR (Juli 2025) durchgeführt wurden.

Beide Veranstaltungen wurden im Rahmen des Erasmus+-Projekts „ENGAGEgreen“ als Plattformen für den Dialog zwischen Wissenschaft und Politik konzipiert und brachten Vertreter und Vertreterinnen aus Wissenschaft, öffentlicher Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft der gesamten Provinz Granada zusammen.

Die Analyse kombiniert quantitative Zufriedenheitsindikatoren mit qualitativem Feedback, um die Wahrnehmung der Teilnehmenden, Verbesserungsmöglichkeiten und die Gesamtwirkung des auf dem Living-Lab-Ansatz basierenden Governance-Modells zu bewerten.

 

Wie funktioniert das Format?

Die Fragebögen zur Nachbewertung der Veranstaltungen wurden innerhalb von 24 Stunden nach jedem Treffen in digitaler Form über einen QR-Code und per E-Mail verteilt.

Die Fragebögen basierten auf einer fünfstufigen Berwertungs-Skala, ergänzt durch offene Fragen. Die Methodik stellte eine sektorübergreifende Beteiligung sicher und ermöglichte einen Vergleich zwischen den beiden Veranstaltungen. Die Antworten wurden mit direkten Beobachtungen und informellem Feedback, das vom Organisationsteam gesammelt wurde, abgeglichen.

 

Während des ersten Impronta Granada-Treffens (Januar 2025):

  • Am besten bewertet wurde die Gesamtzufriedenheit (4,53), was auf eine hohe Zustimmung hinsichtlich der Relevanz und Durchführung der Veranstaltung im Rahmen des Dialogs zwischen Wissenschaft und Politik unter Anwendung der Living-Lab-Methodik hindeutet
  • Die Organisation schnitt etwas schlechter ab (4,45), was darauf hindeutet, dass insbesondere beim Zeitmanagement und bei der Wahl des Veranstaltungsortes noch Optimierungsbedarf besteht
  • Die Möglichkeiten zum Networking (4,36) wurden gut angenommen, doch das Feedback deutet darauf hin, dass sich die Teilnehmenden für künftige Veranstaltungen einen etwas strukturierteren und praxisorientierteren Austausch wünschen
IndikatorDurchschnitt (von 5)
Gesamt-Zufriedenheit4.53
Networking-Gelegenheit4.36
Veranstaltungs-Organisation4.45

 

Während des ersten Treffens der UGR-Kreisräte (Juli 2025):

Am besten bewertete Aspekte:

  • Absicht der Wissenschaftler, den Kontakt zu Vertretern und Vertreterinnen aus Politik und Verwaltung aufrechtzuerhalten (4,70)
  • Wunsch der Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, künftig an weiteren Aktivitäten zum Wissensaustausch teilzunehmen (4,60)
  • Weiterempfehlung der Veranstaltung durch Wissenschaftler und wissenschaftlerinnen (4,60)
  • Interesse der öffentlichen Verwaltung an weiterem Austausch mit Forschenden (4,50)
  • Zufriedenheit mit dem Veranstaltungsort (4,48)
  • Schaffung einer angenehmen und vertrauensvollen Atmosphäre (4,28)

Am schlechtesten bewertete Aspekte:

  • Erhalt konkreter politischer Empfehlungen durch die öffentliche Verwaltung (3,29)
  • Einschätzung der öffentlichen Verwaltung, einen allgemeinen Überblick oder spezifische Daten erhalten zu haben (3,29)
  • Nutzbarkeit des Programms (3,76)
  • Dauer und Struktur der Veranstaltung (3,71)
  • Gleiche Möglichkeit für alle Teilnehmende, sich einzubringen (3,78)

 

Herausforderungen

  • Gewährleistung einer ausgewogenen Vertretung aller Sektoren der Vierfach-Helix
  • Einhaltung der begrenzten Zeit für Präsentationen und Gruppendiskussionen
  • Umsetzung der Zufriedenheitsdaten in operative politische Maßnahmen
  • Sicherstellung, dass Empfehlungen auf institutioneller Ebene weiterverfolgt werden
  • Förderung der Klarheit hinsichtlich der Ziele und des Zwecks in Bezug auf die erwarteten Ergebnisse und den tatsächlichen Einfluss der UGR-Kreisräte

 

Aufgaben und Ressourcen

Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen

  • Durchführung einer quantitativen Analyse von 64 gültigen Antworten (43 + 21) und Berechnung der Durchschnittsbewertungen
  • Ermittlung statistisch konsistenter Zufriedenheitswerte: insgesamt 4,53, Organisation 4,45, Networking 4,36 im Januar 2025; sowie 4,70 für die Bereitschaft der Wissenschaftler zur Mitwirkung, 4,50 für das Interesse der Vertreter von Politik und Verwaltung und 4,48 für die Qualität des Veranstaltungsortes im Juli 2025
  • Auswertung des qualitativen Feedbacks zur Hervorhebung von fünf wiederkehrenden Stärken: Wertschätzung der Initiative, Relevanz der Inhalte, Engagement für die Zusammenarbeit, Bereitschaft zum Mitwirken und Interesse an Folgemaßnahmen
  • Ermittlung wiederkehrender Verbesserungsbereiche: Zeiteinteilung, Erreichbarkeit des Veranstaltungsorts, Förderung des politischen Engagements, Klarstellung der Living-Lab-Ziele und Notwendigkeit praktischer Maßnahmen
  • Gewinnung vergleichender Erkenntnisse, die eine Annäherung der Erwartungen von Wissenschaft und Politik hinsichtlich einer kontinuierlichen Zusammenarbeit aufzeigen

Manager und Managerinnen für Wissensaustausch und Forschung

  • Die Umfrageergebnisse wurden zusammengefasst und die kodierten offenen Antworten thematisch geordnet
  • Es wurden übersichtliche Dashboards erstellt, die Trends hinsichtlich Zufriedenheit und Wahrnehmung veranschaulichen
  • Es wurden interne Nachbesprechungen mit dem ENGAGEgreen-WP3-Koordinationsteam organisiert, um die Ergebnisse zu interpretieren und in die Entwicklung des Toolkits einfließen zu lassen
  • Es wurden umsetzbare Empfehlungen für nachfolgende Veranstaltungen entworfen, darunter verbesserte Moderationsmethoden und verlängerte Gruppenarbeits-Veranstaltungen

Vertreterinnen und Vertreter von Politik und Verwaltung

  • Lieferten reflektierende Anregungen dazu, wie die Ergebnisse der Evaluation in die Planung auf Kreisebene einfließen könnten
  • Zeigten Interesse an einer weiteren Zusammenarbeit, bewerteten jedoch den Erhalt konkreter, umsetzbarer Ergebnisse als weniger positiv
  • Legten den Schwerpunkt auf Maßnahmen zur Steigerung der Inklusivität und zur Klärung der erwarteten Ergebnisse künftiger UGR-Kreisräte.
  • Erkannten an, dass eine systematische Evaluation nach der Veranstaltung die Rechenschaftspflicht verbessert und die Faktengrundlage für politische Entscheidungen stärkt.

 

Erstes Impronta-Treffen in Granada (Jan. 2025):

43 Rückmeldungen; Gesamtzufriedenheit 4,53 von 5; Networking 4,36; Organisation 4,45. Im Feedback wurde die sektorübergreifende Beteiligung gelobt, jedoch eine verbesserte Zeitplanung und eine stärkere politische Einbindung gefordert.

 

Erstes Treffen der UGR-Bezirksräte (Juli 2025):

21 Rückmeldungen; ausgewogene Vertretung von Wissenschaft (37,5 %), Wirtschaft (23,8 %), Zivilgesellschaft (19,4 %) und öffentlicher Verwaltung (19,3 %); Bereitschaft der Wissenschaftler, den Kontakt aufrechtzuerhalten: 4,70; Interesse der Vertreter aus Politik und Verwaltung: 4,50. In den Rückmeldungen wurde die Notwendigkeit klarerer Ziele und längerer, inklusiverer Gruppenveranstaltungen betont.

 

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Wie man Öffentliche Beteiligung (Geopartizipation) durch moderne digitale Methoden und Rahmenbedingungen fördern kann

Beschreibung

Geopartizipation im Kontext der Bürgerwissenschaft bezeichnet eine spezifische Gruppe partizipativer Methoden, die es der Öffentlichkeit ermöglichen, über digitale, kartenbasierte Schnittstellen aktiv zur Erhebung räumlich expliziter Daten beizutragen. Sowohl in der tschechischen als auch in der internationalen Praxis wird dieser Ansatz am häufigsten durch sogenanntes emotionales (partizipatives) Mapping umgesetzt, bei dem die Befragten ihre Erfahrungen, Meinungen oder subjektiven Wahrnehmungen bestimmter Orte mithilfe von Punkten, Linien oder Polygonen direkt auf einer Karte festhalten. Diese räumlichen Eingaben werden in der Regel durch Textbeschreibungen, Fotos, Kommentare oder vordefinierte thematische Kategorien ergänzt.

Die gesammelten Daten werden anschließend mithilfe von Standard-Workflows geografischer Informationssysteme (GIS) verarbeitet, darunter Datenbereinigung, Aggregation, räumliche Analyse und Visualisierung. Für Daten aus dem emotionalen Mapping kann eine breite Palette an Visualisierungstechniken angewendet werden; am häufigsten werden jedoch digitale kartografische Methoden wie Heat Maps, aggregierte Visualisierungen unter Verwendung von Hexagon-Rastern unterschiedlicher Auflösung, Kartogramme, Kartodiagramme oder Clustering-Techniken eingesetzt, um Endnutzern die Interpretation der Ergebnisse zu erleichtern.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Fragebogenumfragen erfasst Geopartizipation nicht nur die Meinungen der Befragten, sondern auch deren genauen räumlichen Standort, der mit jeder Antwort verbunden ist. Dies macht die Methode besonders geeignet für Themen, bei denen der räumliche Kontext von wesentlicher Bedeutung ist, wie Verkehr, Sicherheit, Qualität öffentlicher Räume, Umweltfragen oder Raum- und Stadtentwicklung. In der Praxis wird Geopartizipation oft als Erweiterung eines traditionellen Fragebogens umgesetzt, der um räumliche Fragen ergänzt wird.

Die Methode zielt nicht darauf ab, statistisch repräsentative Stichproben zu erstellen, sondern dient vielmehr als gezielte partizipative Umfrage, deren Hauptwert darin liegt, bestimmte Orte und Probleme zu identifizieren, die in Verwaltungsdatensätzen in der Regel fehlen oder mit herkömmlichen Mitteln nur schwer zu erkennen sind. Die gesammelten Antworten liefern kommunalen und regionalen Behörden wertvolle Belege für strategische Entscheidungen, die auf der Grundlage der öffentlichen Meinung getroffen werden.

Die wichtigsten Merkmale auf einen Blick

Das grundlegende Merkmal von Geopartizipation ist die aktive Einbindung der Bürger in die Erfassung räumlicher Daten über eine einfache, kartenbasierte Anwendung. Die Methode unterstützt die Kartierung von Punkten, Linien und Polygonen, wobei jeder räumliche Eintrag mit einem textuellen Kommentar und gegebenenfalls einer vom Forschungsdesigner festgelegten thematischen Kategorie versehen wird.

Geoparticipation kann als eigenständiges Forschungsinstrument oder als Erweiterung eines traditionellen Fragebogens genutzt werden, indem eine räumliche Dimension hinzugefügt wird. Sie ist auf verschiedene Befragtengruppen anwendbar und eignet sich aufgrund ihres intuitiven Designs sowohl für technisch versierte Nutzer als auch für Laien ohne fortgeschrittene IT-Kenntnisse. Die Datenerhebung kann vollständig online über eine öffentlich zugängliche Kartenanwendung oder direkt vor Ort unter Anleitung geschulter Moderatoren mithilfe von Tablets oder Mobiltelefonen erfolgen.

Typische Themen sind wahrgenommene Sicherheit und Angst, positiv und negativ wahrgenommene Orte, Vorschläge zur Stadtentwicklung (Parks, Spielplätze, Grünflächen, Bänke), problematische Verkehrssituationen, Lärm, Umweltverschmutzung oder Parkplatzprobleme. Die Methode ermöglicht die Erhebung von Daten, die sonst weitgehend nicht verfügbar sind, und schlägt eine wichtige Brücke zwischen fachlicher Planungspraxis und den Alltagserfahrungen der Bewohnerinnen und Bewohner.

 

Wie funktioniert das Format?

Die Umsetzung eines geopartizipativen Kartierungsprojekts erfordert eine sorgfältige Vorbereitung der Methodik, der technischen Lösung und der Erhebungsfragen. Ebenso wichtig ist die Auswahl des Kartierungsortes und der Zielgruppe der Befragten. Eine zentrale methodische Entscheidung betrifft die Wahl des Geometrietyps – ob die Befragten nur Punkte oder auch Linien und Polygone kartieren sollen. Während die Punktkartierung benutzerfreundlich und effizient ist, ermöglichen Linien und Polygone eine präzisere Darstellung von Phänomenen, stellen jedoch höhere Anforderungen an die Orientierung der Nutzenden und die anschließende Datenverarbeitung.

Ebenso entscheidend ist die Auswahl einer geeigneten Basiskarte. In manchen Fällen sind Orthofotos vorzuziehen, während in anderen Fällen topografische Karten oder detaillierte Stadtpläne besser geeignet sind. Eine ungeeignete Basiskarte kann die Qualität der kartierten Daten erheblich beeinträchtigen. Jedes kartierte Objekt sollte eine obligatorische Beschreibung und idealerweise eine thematische Kategorie enthalten, um die spätere Analyse zu erleichtern, da räumliche Klicks ohne Kontextinformationen nur einen begrenzten Interpretationswert haben.

Es wird empfohlen, allgemein bekannte Kartenhintergründe zu verwenden, damit die Befragten mit einer Oberfläche konfrontiert werden, die alltäglichen Kartenanwendungen ähnelt.

Geopartizipation lässt sich am besten mit einem kurzen, nicht-räumlichen Fragebogen kombinieren, der in dasselbe Tool integriert ist. Dieser umfasst in der Regel Fragen zur allgemeinen Zufriedenheit mit dem Thema sowie grundlegende soziodemografische Informationen (z. B. Alter, Geschlecht). In einigen Fällen werden auch Informationen zum Wohnort der Befragten erhoben, typischerweise in teilweise anonymisierter Form (z. B. Stadtbezirk oder Straße), um zwischen Anwohnern und Besuchern des Gebiets zu unterscheiden.

Aus technischer Sicht unterstützen derzeit nur wenige Tools Geopartizipation. Einfache Szenarien lassen sich mit Tools wie Survey123 umsetzen; komplexere Logik erfordert jedoch meist die Entwicklung einer maßgeschneiderten Lösung. Zwar werden international spezialisierte PPGIS-Plattformen genutzt, doch bietet keine davon eine universell anwendbare Lösung. In Ausnahmefällen kann die digitale Datenerhebung durch papierbasierte Methoden ergänzt werden (z. B. für Senioren oder Kleinkinder), wobei die anschließende Datenintegration sowohl methodisch als auch technisch anspruchsvoll ist.

In der Tschechischen Republik entwickelt und implementiert ein spezialisiertes Unternehmen (https://www.pocitovemapy.cz/) maßgeschneiderte Webumgebungen, die auf spezifische Formate, Standorte und thematische Anforderungen zugeschnitten sind.

 

Rolle der Beteiligten

Die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen sind in der Regel für die methodische Konzeption, die Auswahl technischer Lösungen, die Konfiguration der Kartierungsanwendung sowie die anschließende Datenverarbeitung und -auswertung mithilfe von GIS zuständig. Zu deren Aufgaben gehören zudem die Interpretation der Ergebnisse und die Aufbereitung von Ergebnissen, die sowohl für Behörden als auch für die breite Öffentlichkeit verständlich sind.

Kommunen oder Regionen legen den thematischen Schwerpunkt fest, formulieren konkrete Entscheidungsfragen und sorgen für die Kommunikation mit den Bürgern, insbesondere durch die Förderung der Datenerhebung über Websites und soziale Medien.

Die Bürger bringen lokales Wissen und Erfahrungen ein, die in offiziellen Datensätzen nicht verfügbar sind. In einigen Fällen kann es besonders vorteilhaft sein, bestimmte Bevölkerungsgruppen anzusprechen – beispielsweise Grundschulkinder bei der Kartierung sicherer Schulwege.

Generell gilt: Je größer die Anzahl und Vielfalt, der in einem bestimmten Gebiet gesammelten Antworten ist, desto robuster und valider können die Ergebnisse angesehen werden.

 

Vorteile für die Beteiligten

Der Hauptvorteil der Geopartizipation liegt in ihrer Fähigkeit, einzigartige räumliche Daten zu generieren, die sonst weitgehend nicht verfügbar sind. Die gesammelten Daten stellen die Meinungen der Befragten dar, die mit genauen räumlichen Standorten verknüpft sind. Eine höhere Konzentration von Antworten an einem bestimmten Ort erhöht die Zuverlässigkeit der Ergebnisse.

Die Methode ermöglicht eine präzise Lokalisierung von Problemen und deren qualitative Beschreibung direkt aus der Perspektive der Anwohner. Für Behörden stellt Geopartizipation ein schnelles und flexibles Instrument zur Ermittlung von Prioritäten und lokalen Themen dar. Für die Wissenschaft bietet sie bedeutende Möglichkeiten der angewandten Forschung und die Zusammenarbeit mit der öffentlichen Verwaltung. Studierende profitieren von der Arbeit mit realen Daten und der Teilnahme an Projekten mit direktem praktischem Nutzen.

 

Herausforderungen (und Lösungsansätze)

Eine grundlegende Einschränkung der Geopartizipation ist die nicht repräsentative Zusammensetzung der Befragten-Stichprobe und das Risiko, nur eine geringe Anzahl von Antworten zu erhalten. Die Ergebnisse müssen daher eher als explorativ denn als statistisch repräsentativ gewertet werden. Diese Einschränkung lässt sich durch gezielte Werbung und die Einbindung lokaler Institutionen teilweise abmildern.

Weitere Herausforderungen sind die technische und methodische Komplexität der Projektvorbereitung, insbesondere bei der Entwicklung maßgeschneiderter Lösungen, sowie Fragen des Datenschutzes und der Anonymisierung bei der Verknüpfung von räumlichen und personenbezogenen Daten.

 

Aufgaben und Ressourcen

Geopartizipative Projekte sind sowohl zeit- als auch fachlich aufwendig. Die Vorbereitung dauert in der Regel etwa einen Monat, die Datenerhebung einen weiteren Monat und die Auswertung mindestens einen Monat. Die Gesamtdauer des Projekts beläuft sich daher meist auf etwa drei Monate.

Was die Finanzierung betrifft, so wird Geopartizipation meist im Rahmen von Auftragsforschungsprojekten oder in enger Zusammenarbeit mit Kommunen umgesetzt. Universitäten sind in der Regel nicht in der Lage, solche Dienstleistungen kostenlos anzubieten, da sie erfahrene Teams und eine angemessene technische Infrastruktur benötigen.

 

Beispiel

In den letzten Jahren hat die Palacký-Universität Olomouc eine Reihe von geopartizipativen Projekten durchgeführt, darunter die Kartierung städtischer Temperaturphänomene in der Stadt Olomouc, die Überwachung des Mückenvorkommens im Landschaftsschutzgebiet Litovelské Pomoraví, emotionale Karten zur wahrgenommenen Gefahr sowie das Projekt „Sicherer Schulweg“, das sich mit problematischen Verkehrssituationen aus der Perspektive von Grundschulkindern befasst.

Weitere öffentliche Ergebnisse sind über spezialisierte Webportale verfügbar, die sich dem emotionalen Mapping in der Stadt Olomouc widmen.

 

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Wie lässt sich wissenschaftliche Expertise mit der politischen Entscheidungsfindung verbinden?

Zusammenfassung: Die wichtigsten Merkmale auf einen Blick

● Ziel: Schaffung eines klaren Rahmens für die effektive Verknüpfung von akademischer Forschung und Politikgestaltung, um sicherzustellen, dass Forschungsdaten als Grundlage für lokale Entscheidungen dienen

● Ansatz: Zu den Strategien gehören der regelmäßige Austausch zwischen Forschenden und Akteurinnen und Akteuren in Politik und Verwaltung, die Verbreitung von Daten durch interaktive Workshops und Konsultationen sowie die Nutzung digitaler Plattformen, um kontinuierliches Feedback zu gewährleisten

● Ergebnis: Die Entwicklung datengestützter politischer Maßnahmen, die mit den lokalen Entwicklungszielen im Einklang stehen und die öffentlichen Dienstleistungen, das Wirtschaftswachstum und die Nachhaltigkeit auf regionaler Ebene verbessern

Beschreibung

Die Verknüpfung von Forschungskompetenz mit der Politikgestaltung auf lokaler Ebene ist unerlässlich, um sicherzustellen, dass akademisches Wissen direkt in politische Entscheidungen einfließt, die die regionale Entwicklung beeinflussen. Der Prozess beinhaltet die Überbrückung der Kluft zwischen wissenschaftlicher Forschung und praktischen, umsetzbaren Lösungen, die von der Politik umgesetzt werden kann.

Durch die Einbindung der Forschung in Entscheidungsprozesse wird es möglich, evidenzinformierte politische Maßnahmen zu entwickeln, die nicht nur auf Daten basieren, sondern auch auf die lokalen Bedürfnisse zugeschnitten sind. Dieser Beitrag untersucht Strategien zur Vernetzung von Forschenden mit lokalen Akteuren aus Politik und Verwaltung, zur Förderung einer effektiven Kommunikation und zur Nutzung von Forschungsdaten zur Gestaltung politischer Entscheidungen.

 

Wie funktioniert dieses Format?

1.       Interaktion zwischen Forschenden und politischen Verantwortlichen.

Der Prozess wird in der Regel von Wissensvermittelnden oder Forschungsmanagern und -managerinnen innerhalb der Universität initiiert und koordiniert, die als Vermittelnde zwischen Forschenden und politischen Verantwortlichen fungieren. Sie richten regelmäßige Kommunikationskanäle ein – wie interaktive Workshops, Beratungsrunden oder gemeinsame Planungssitzungen –, in denen Forschende eingeladen werden, Erkenntnisse und Daten zu präsentieren, die direkt in lokale politische Entscheidungen einfließen können.

2.       Nutzung von Forschungsdaten zur Beeinflussung der Politikgestaltung auf lokaler Ebene.

Ein entscheidender Bestandteil dieses Prozesses ist es, sicherzustellen, dass Forschungsdaten für die Verantwortlichen in der Politik relevant und zugänglich sind. Dies kann durch die Erstellung von Policy Briefs, Tools zur Datenvisualisierung und interaktiven Berichten erreicht werden, die komplexe Forschungsergebnisse in umsetzbare Erkenntnisse umwandeln. Forschende können mit Kommunalverwaltungen zusammenarbeiten, um wichtige Erkenntnisse hervorzuheben, die sich mit spezifischen regionalen Themen wie Nachhaltigkeit, wirtschaftlicher Entwicklung und öffentlicher Gesundheit befassen.

So könnten beispielsweise Forschende der Universität Granada sozioökonomische Forschungsergebnisse zu lokalen Entwicklungstrends im Zusammenhang mit der ökologischen und digitalen Wende präsentieren – wie nachhaltige Landnutzung, Klimaanpassung, die Digitalisierung öffentlicher Dienstleistungen oder die digitale Kluft – sowie Forschungsergebnisse zur Erhaltung des archäologischen Erbes und datengestützte Empfehlungen unterbreiten, die mit den politischen Zielen der Stadterneuerung oder des Kulturerhalts im Einklang stehen.

3.       Feedback und kontinuierliches Engagement.

Eine erfolgreiche Verbindung zwischen Forschung und Politik erfordert kontinuierliches Engagement. Forscher sollten nicht nur ihre Ergebnisse teilen, sondern sich auch aktiv am Prozess der politischen Umsetzung beteiligen. Dies kann durch dialogorientierte Folgekonsultationen geschehen, wie beispielsweise Treffen oder Workshops mit Vertreterinnen und Vertretern aus der Politik, die durch schriftliches Feedback oder kurze analytische Notizen ergänzt werden können. Diese Interaktionen ermöglichen es den Forschenden, zu beurteilen, wie ihre Erkenntnisse angewendet wurden, und ihre Strategien entsprechend anzupassen. Die kontinuierliche Interaktion zwischen Forschenden und Verantwortlichen aus der Politik  ermöglicht es, politische Maßnahmen zu verfeinern, sobald neue Daten vorliegen, und stellt sicher, dass Entscheidungen flexibel bleiben und auf sich wandelnde lokale Bedürfnisse reagieren können.

4.       Nutzung digitaler Plattformen für den kontinuierlichen Austausch.

Digitale Plattformen wie die Website von Impronta Granada spielen eine entscheidende Rolle dabei, die Sichtbarkeit von Forschungsprojekten aufrechtzuerhalten und sicherzustellen, dass Forschungsergebnisse für lokale Akteure kontinuierlich zugänglich sind. So ermöglichen es solche Plattformen mit den Forschenden beispielsweise, Projektaktualisierungen, Ergebnisse und Empfehlungen zu teilen, wodurch es für Verantwortliche in der Lokalpolitik einfacher wird, den Forschungsfortschritt zu verfolgen und ihre politischen Entscheidungen an die aktuellsten Daten anzupassen.

 

Herausforderungen (und Lösungsansätze)

● Komplexität der Forschungsdaten.

Wissenschaftliche Forschung ist oft komplex, und es kann eine Herausforderung sein, sie in klare, umsetzbare politische Empfehlungen für Kommunalverwaltungen zu übersetzen. Entscheidend für diesen Prozess ist es, sicherzustellen, dass Forschende ihre Ergebnisse vereinfachen können, ohne dabei ihre wissenschaftliche Integrität zu beeinträchtigen. So müssen beispielsweise quantitative Forschungsergebnisse zu Bodengesundheit, Klimaanpassung oder digitaler Inklusion möglicherweise in klare Indikatoren, visuelle Zusammenfassungen oder Policy Briefs übersetzt werden, die die Auswirkungen auf die lokale Planung oder Dienstleistungserbringung hervorheben, anstatt detaillierte methodische Erläuterungen zu liefern.

● Einbindung von Interessengruppen.

Die Einbindung von Vertreterinnen und Vertretern aus der Politik in den Forschungsprozess ist nicht immer einfach. Kommunalbehörden haben möglicherweise konkurrierende Prioritäten, und die Integration von Forschungsexpertise in politische Rahmenbedingungen kann erhebliche Anstrengungen erfordern, insbesondere mit der Überwindung bürokratischer Hürden verbunden sein.

 

Aufgaben und Ressourcen

Wissenschaftler

● Aufgaben

  • Präsentation von Forschungsergebnissen
  • Erstellung von Policy Briefs
  • Teilnahme an gemeinsamen Workshops mit politischen Entscheidungsträgern

● Erforderliche Ressourcen

  • Zeit für die Verbreitung von Forschungsergebnissen und die Teilnahme an Veranstaltungen
  • Kommunikationsmittel zur Präsentation von Forschungsdaten gegenüber den Verantwortlichen in der Politik

Manager für Wissensaustausch und Forschungsmanager

● Aufgaben

  • Koordination der Einbindung von Forschenden in die Zusammenarbeit mit Verantwortlichen in der Lokalpolitik
  • Moderation von Workshops
  • Sicherstellen, dass die Forschungsergebnisse zugänglich und für die Bedürfnisse der lokalen Verwaltung relevant sind

● Erforderliche Ressourcen

  • Digitale Plattformen zur Verbreitung von Forschungsergebnissen und für kontinuierliches Feedback
  • Unterstützung bei der Organisation gemeinsamer Workshops und Konsultationen

Verantwortliche in Politik und Verwaltung

● Aufgaben

  • Einbeziehung von Forschungsdaten in die lokale Politik und Bereitstellung von Ressourcen für forschungsgestützte Initiativen.

● Erforderliche Ressourcen

  • Politische Fachkompetenz zur Interpretation von Forschungsdaten und deren Einbeziehung in die Entscheidungsfindung
  • Finanzielle und administrative Ressourcen zur Unterstützung von Forschungsanträgen in lokalen Entwicklungsprojekten

 

Beispiele

UGR County Councils bezeichnet die von der Universität Granada (UGR) im Rahmen des Erasmus+-Projekts ENGAGEgreen geleitete Initiative, deren Ziel es ist, die Zusammenarbeit zwischen wissenschaftlich Forschenden, Kommunalverwaltungen und Akteuren aus den Gemeinden zu fördern.

Im Mittelpunkt dieser Initiative steht die Bewältigung regionaler Herausforderungen durch gemeinsam erarbeitete, forschungsbasierte Lösungen. Das zweite Impronta-Granada-Treffen ist die dritte Pilotveranstaltung, die von der UGR im Rahmen dieses Projekts organisiert wurde und bei der Forschende, Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung und lokale Gemeinschaften zusammenkamen, um Strategien für eine nachhaltige Entwicklung in ländlichen und städtischen Gebieten zu erörtern und zu entwickeln.

Die Initiative UGR County Councils spielte eine entscheidende Rolle bei der Vernetzung von Forschenden und Akteurinnen und Akteuren in Politik und Verwaltung. Im Rahmen von Online-Vorbereitungssitzungen und interaktiven Workshops wurde die Initiative von der Universität Granada über ihre Strukturen zum Wissensaustausch koordiniert, die Forschende der UGR einluden, ihre Forschungsprojekte vorzustellen. Diese Projekte wurden in einer Excel-Datenbank erfasst und über die Impronta Granada-Website veröffentlicht. Die Website ermöglichte es den Mitarbeitenden in der Politik die Profile der UGR-Forscher einzusehen, diese nach Provinzrat zu filtern und zu verstehen, inwiefern ihre Forschung mit den territorialen Entwicklungsbedürfnissen übereinstimmte.

Diese Bemühungen gipfelten im zweiten Impronta-Granada-Treffen, bei dem Forschende ihre Projekte in Kurzvorträgen präsentierten und direkt mit lokalen Behörden und Unternehmen in Kontakt traten, um die praktischen Anwendungsmöglichkeiten ihrer Ergebnisse zu erörtern. Dieser Prozess stellte sicher, dass Forschungsdaten zugänglich und sichtbar waren und in den politischen Entscheidungsprozess auf lokaler Ebene integriert wurden.

 

Quellen und weiterführende Literatur

 

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Ressourcen bündeln, Policy-Einfluss maximieren: Wie Universitäten mit Thinktanks, NGOs und Stiftungen kooperieren können

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Forschende an Universitäten können von der Zusammenarbeit mit Thinktanks, NGOs oder Stiftungen profitieren, indem sie gemeinsam Policy-Veranstaltungen organisieren, policyrelevante Transferpublikationen veröffentlichen oder Expertise, Finanzmitteln und Unterstützungsstrukturen teilen.
  • Synergien durch Rollenteilung: Während Forschende an Universitäten methodisch fundierte Primärforschung und Wissenssynthesen beisteuern können, übersetzen Partner aus Thinktanks, NGOs und Stiftungen diese Expertise in policyrelevante Formate und platzieren sie zum passenden Zeitpunkt bei den richtigen Zielgruppen.
  • Vielfältige Akteurslandschaft: Das Spektrum reicht von wissenschaftsnahen Thinktanks über zivilgesellschaftliche Interessengruppen und Wirtschaftsverbänden bis hin zu fördernden und operativen Stiftungen.
  • Erfolgsfaktoren für Kooperationen: Grundvoraussetzung für das Gelingen sind klar definierte Ziele, eine frühzeitige Bewertung von Reputationsrisiken sowie transparente Absprachen zu Veröffentlichungsrechten, Kosten und Aufgaben.
  • Mehrwert für Förderanträge: Die strategische Partnerschaft mit Schnittstellenorganisationen ist ein wirksamer Hebel, um die von Fördereinrichtungen zunehmend geforderten Impact-Kriterien nachweisbar zu erfüllen.

 

Warum Zusammenarbeit? Herausforderungen für Forschende hinsichtlich des Austauschs mit Politik/Verwaltung

Die Forschung an Universitäten ist auf Projekte ausgerichtet, die originäre Forschungsergebnisse und gründliche Synthesen der wissenschaftlichen Literatur hervorbringen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler veröffentlichen ihre Ergebnisse in Fachzeitschriften, stehen jedoch bei der Zusammenarbeit mit Akteuren in Politik und Verwaltung häufig vor drei wiederkehrenden Herausforderungen:

Effektive Kommunikation von Forschungsergebnissen: Forschende neigen dazu, wissenschaftliche Fachsprache zu verwenden, und sind oft nicht mit der Sprache und den Konventionen in Politik/Verwaltung vertraut. Formate wie Policy Briefs oder Policy-Veranstaltungen unterscheiden sich erheblich von wissenschaftlichen Publikationen oder akademischen Konferenzen.

Identifikation von Anknüpfungspunkten für die eigene Expertise: Um zu wissen, wann Forschungsergebnisse kommuniziert werden sollten, ist es erforderlich, politische Entwicklungen regelmäßig zu verfolgen. Dies ist eine zeitaufwändige Aufgabe. Forschenden fehlt in der Regel der Zugang zum impliziten Wissen in Politik/Verwaltung.

Zielgruppenidentifikation in Politik und Verwaltung: Die Ermittlung relevanter Zielgruppen durch die Recherche von Parlamentsausschüssen und Organigrammen von Ministerien, Generaldirektionen der Europäischen Kommission oder politischen Parteien ist eine anspruchsvolle und zeitaufwändige Aufgabe.

Ressourcenknappheit: Aktivitäten wie die Organisation von Policy-Veranstaltungen (insbesondere in Berlin oder Brüssel), Öffentlichkeitsarbeit, Netzwerkarbeit oder Mittelbeschaffung können sehr kostspielig und zeitaufwendig sein. Der gemeinsame Einsatz von finanziellen Mitteln, Personaleinsatz oder Infrastruktur für bestimmte Aktivitäten, wie Veranstaltungen oder Publikationen, kann die Gesamtkosten je Partner drastisch senken.

Durch die Zusammenarbeit mit Thinktanks, NGOs und Stiftungen können Forschende Zeit und Ressourcen sparen und zugleich die Wirkung ihrer Aktivitäten maximieren. Diese Organisationen stehen in regelmäßigem Austausch mit Akteuren in Politik und Verwaltung und verfügen über eine Sichtbarkeit, die die meisten Forschenden oder akademischen Einrichtungen allein nur schwer erreichen können. Expertinnen und Experten in Thinktanks, NGOs und Stiftungen verfolgen politische Debatten aufmerksam, wissen, an wen sie sich wenden müssen, und sind mit der Sprache und den Begrifflichkeiten vertraut, die im politischen Kontext Anklang finden. Anstatt Zeit und Ressourcen in Publikationen oder Veranstaltungen zu investieren, die von Akteuren in Politik und Verwaltung unbeachtet bleiben, können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Zusammenarbeit mit diesen Organisationen Analysen erstellen, Ergebnisse veröffentlichen oder Policy-Veranstaltungen organisieren.

 

Welche Formen kann die Zusammenarbeit annehmen?

Die Zusammenarbeit zwischen Universitäten, Thinktanks, NGOs und Stiftungen kann flexibel gestaltet werden und reicht von punktuellen Einzelmaßnahmen bis hin zu langfristigen institutionellen Allianzen.

  • Gemeinsame Publikationen: Gemeinsames Verfassen von Policy Briefs, umfangreichen Studien, Blogbeiträgen oder Factsheets; die Forschenden der Universität steuern wissenschaftliche Erkenntnisse bei, die Partnerorganisation die Anknüpfungspunkte zu Policy-Herausforderungen sowie die Verbreitung der Inhalte.
  • Gemeinsame Veranstaltungen: Gemeinsame Organisation von Podiumsdiskussionen, Hintergrundgesprächen, parlamentarischen Veranstaltungen und Workshops; die Universität steuert wissenschaftliche Expertise bei; die Partnerorganisation greift auf ihr Netzwerk und den Zugang zu Akteuren in Politik und Verwaltung zu.
  • Personalaustausch und Hospitationen: Forschende hospitieren in Praxiseinrichtungen. Diese Option kann insbesondere für Early Career Researchers interessant sein. Mitarbeitende aus Praxiseinrichtungen können wiederum in Universitäten hospitieren.
  • Forschungskooperation: Gemeinsame Konzeption und Durchführung von Forschungsprojekten, wobei die Partnerorganisation Praxisperspektiven einbringt.
  • Gemeinsame Wissens- und Datenplattformen: Gemeinsam gepflegte Datenbanken, Evidenz-Repositorien und Instrumente zur Beobachtung von Policy-Entwicklungen, die doppelte Datenerhebungen reduzieren und es allen Partnern ermöglichen, auf eine gemeinsame Evidenzbasis zurückzugreifen
  • Langfristige strategische Allianzen oder Rahmenvereinbarungen: Anstelle einer projektbezogenen Zusammenarbeit schließen die Partner Rahmenvereinbarungen ab, die eine wiederholte Zusammenarbeit (Veranstaltungen, Ergebnisse, Förderanträge) ermöglichen, ohne dass jedes Mal administrative Details neu ausgehandelt werden müssen. Diese Vereinbarungen könnten beispielsweise Folgendes vorsehen:
  • Gemeinsame Projektmanagementbüros (PMOs): Die Partner richten eine gemeinsame Koordinationsstelle ein, die für die Einhaltung von Zeitplänen, die Nachverfolgung von Leistungen, die Berichterstattung und die Risikoüberwachung über mehrere gemeinsame Aktivitäten hinweg zuständig ist. Dies reduziert Doppelungen bei den Projektkoordinationsaufgaben in den einzelnen Organisationen
  • Gemeinsame Verwaltungsdienste („Back-Office-Pooling“): Organisationen bündeln Funktionen wie Finanzen, Beschaffung, Vertragswesen, Personalverwaltung oder Compliance-Management für gemeinsame Projekte; dies senkt die Gemeinkosten und vermeidet parallele Verwaltungsabläufe.
  • Gemeinsame Kommunikations- und Verbreitungsstellen: Eine gemeinsame Kommunikationsstelle kümmert sich um Policy-Informationen, Pressearbeit, Newsletter und Social Media für die gemeinsame Arbeit und sorgt so für eine einheitliche Botschaft, während Doppelarbeit des Kommunikationspersonals reduziert wird
  • Koordinierte Veranstaltungslogistik-Teams: Anstatt dass jede Organisation Veranstaltungsorte, Verpflegung, Einladungen und Anmeldungen separat verwaltet, kümmert sich ein gemeinsames operatives Team (oder ein wechselnder Leiter) um die gesamte Veranstaltungslogistik aller Partner.

 

So finden Sie geeignete Partner: Ein Ausgangspunkt

Forscher und Forschungsmanager können potenzielle Partner über folgende Wege identifizieren:

  • Websites wie „EU Agenda“, „Euractiv“ und „International Geneva“ listen Policy-Veranstaltungen und Veröffentlichungen verschiedener Akteure auf; ähnliche Websites gibt es auf nationaler Ebene, allerdings nur in einigen europäischen Ländern (z. B. „Smart Thinking“ im Vereinigten Königreich oder „Political“ in Deutschland); die Teilnahme an Policy-Veranstaltungen in Ihrem Fachgebiet ist eine der effektivsten Möglichkeiten, potenzielle Partner zu identifizieren und informell einzuschätzen
  • Verzeichnisse wie das „Open Think Tank Directory“, „NGO base“, die „Philanthropy Europe Association“ oder das EU-Transparenzregister listen zahlreiche Organisationen auf, die Möglichkeiten zur Zusammenarbeit bieten könnten; ähnliche Websites gibt es möglicherweise auch auf nationaler Ebene

Bewertung eines potenziellen Partners: Wichtige Fragen

Bevor sie sich an einen potenziellen Partner wenden, sollten Forschende und Mitarbeitende im Wissenschaftsmanagement/Wissenstransfer die folgenden Punkte berücksichtigen:

Zu Qualität und Reputation

  • Teilnehmer und Partner: Welche Arten von Veranstaltungen organisiert die Organisation? Haben Akteure in Politik und Verwaltung an ihren Veranstaltungen teilgenommen? Verfügt sie über ein wertvolles Netzwerk von Partnern?
  • Unabhängigkeit und Governance: Hat die Organisation eine klare politische Ausrichtung oder Zugehörigkeit? Wird sie von der Industrie, parteinahen Einrichtungen oder Einzelpersonen oder von Stiftungen finanziert?
  • Qualität: Verfügt die Organisation über erprobte Instrumente und Verfahren zur Qualitätsbewertung? Welche Arten von Publikationen erstellt die Organisation (Policy Briefs, Berichte, Blogbeiträge, Factsheets)? Sind Inhalt und Qualität überzeugend?

Zur Eignung und Durchführbarkeit

  • Beschäftigt sich die Organisation mit Policy-Themen in Ihrem Fachgebiet?
  • Veröffentlicht die Organisation gemeinsam mit anderen Organisationen Publikationen oder nimmt sie Gastbeiträge an? Organisiert sie gemeinsam mit externen Partnern Veranstaltungen?
  • Ist die Organisation aktiv und präsent? Veröffentlicht sie regelmäßig Beiträge in sozialen Medien, die geteilt und kommentiert werden?
  • Definieren Forschende und Mitarbeitende in der Praxiseinrichtungen den Begriff „Policy-Wirkung“ auf dieselbe Weise (z. B. Gesetzesänderungen, öffentliche Debatte, Umsetzung)?
  • Besteht Übereinstimmung hinsichtlich der politischen Positionierung oder zumindest hinsichtlich des erwarteten Grades an Interessenvertretung im Vergleich zur Neutralität?
  • Arbeitet die Organisation in der Regel auf derselben Verwaltungsebene (EU, national, lokal), oder wäre die Koordination bereichsübergreifend und komplex?
  • Sind die Zeitpläne miteinander vereinbar (akademische Forschungszyklen vs. Policy-Zyklen vs. Förderzyklen)?
  • Gibt es Flexibilität, um die Ergebnisse während des Projekts anzupassen, falls sich die Policy-Entwicklungen ändern?
  • Verfügt die Organisation über Erfahrung in der Zusammenarbeit mit akademischen Partnern, oder wird es eine steile Lernkurve geben?

Zu den praktischen Modalitäten:

  • Beinhaltet die Zusammenarbeit eine Kostenteilung? Welche Kosten müssen gedeckt werden, und wie hoch ist Ihr Budget?
  • Wer entscheidet über Struktur, Gestaltung und Veröffentlichungstermine gemeinsamer Ergebnisse? Wer legt die Gästeliste für Veranstaltungen fest?
  • Muss eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet werden? Gibt es offizielle Policies zur Logonutzung und zur Nennung der Institutionen?
  • Was geschieht im Falle von Meinungsverschiedenheiten hinsichtlich der Ausgestaltung, der Schlussfolgerungen oder der Empfehlungen?
  • Wem gehören gemeinsam erstellte Ergebnisse, und unter welcher Lizenz dürfen sie wiederverwendet werden?
  • Wie werden indirekte Kosten (Gemeinkosten, Verwaltungsaufwand, institutionelle Kosten) gedeckt?
  • Sind Umschichtungen im Budget möglich, wenn sich die Projektanforderungen ändern?
  • Gibt es von einem Partner oder Geldgeber geforderte Offenlegungen von Interessenkonflikten?
  • Welche Sicherheitsvorkehrungen gibt es, um die Unabhängigkeit der Analyse und der Ergebnisse zu gewährleisten?
  • Wer hat das letzte Wort bei der Öffentlichkeitsarbeit und der Kommunikation mit den Medien?
  • Unter welchen Bedingungen kann sich ein Partner aus der Zusammenarbeit zurückziehen?

Warnsignale: Wann ist Vorsicht geboten?

Nicht alle potenziellen Partner sind gleichermaßen geeignet. Forschende sollten Vorsicht walten lassen, wenn

  • die Finanzierungsquellen einer Organisation undurchsichtig sind oder von Interessen der Industrie dominiert werden, deren Standpunkte im Widerspruch zu unabhängigen wissenschaftlichen Erkenntnissen stehen;
  • eine Organisation eng mit einer politischen Partei oder einer ideologischen Bewegung verbunden ist, und zwar in einer Weise, die die wahrgenommene Neutralität der Forschung beeinträchtigen könnte;
  • eine Organisation von Forschern erwartet, dass sie vorgegebene Policy-Positionen unterstützen, anstatt unabhängige Erkenntnisse beizusteuern;
  • eine Organisation eine schwache oder inkonsistente Bilanz in Bezug auf Veröffentlichungen oder Sichtbarkeit aufweist, was auf eine begrenzte Reichweite oder Wirkung hindeutet;
  • die Kooperationsvereinbarung der Partnerorganisation die alleinige Kontrolle über die Gestaltung, Bearbeitung oder Veröffentlichung gemeinsamer Ergebnisse einräumt.

Prozessübersicht: Von der ersten Idee bis zur aktiven Zusammenarbeit

Die folgende Abfolge beschreibt einen typischen Weg vom ersten Interesse bis zur aktiven Zusammenarbeit. Sie ist als flexibler Leitfaden gedacht, nicht als starres Protokoll.

  1. Schritt 1: Definieren Sie Ihr Ziel. Klären Sie, was Sie erreichen möchten: Wirkung in Form von politischen Veränderungen, erhöhte Sichtbarkeit bei Akteuren in Politik und Verwaltung, gemeinsame Forschung oder Zugang zum Netzwerk und zu Veranstaltungen eines Partners.
  2. Schritt 2: Verschaffen Sie sich einen Überblick. Identifizieren Sie Think Tanks, NGOs oder Stiftungen, die in Ihrem Policy-Bereich tätig sind, indem Sie die oben beschriebenen Wege nutzen.
  3. Schritt 3: Bewerten Sie potenzielle Partner. Gehen Sie die oben genannten Leitfragen durch. Geben Sie Organisationen den Vorzug, deren Publikationsqualität, politische Unabhängigkeit und Arbeitsweise mit Ihren eigenen übereinstimmen.
  4. Schritt 4: Nehmen Sie ersten Kontakt auf. Knüpfen Sie informell Kontakt, indem Sie an einer Veranstaltung teilnehmen, auf eine Veröffentlichung reagieren oder um ein kurzes Kennenlerngespräch bitten. Eine Zusammenarbeit ist eher erfolgreich, wenn sie aus einem genuinen gemeinsamen Interesse entsteht.
  5. Schritt 5: Einigen Sie sich auf die Form der Zusammenarbeit. Legen Sie gemeinsam die Art der Zusammenarbeit (gemeinsame Veröffentlichung, Veranstaltung, Forschungsprojekt), die Aufgabenteilung, die Regelungen zur Kostenteilung sowie gegebenenfalls erforderliche formelle Vereinbarungen fest.
  6. Schritt 6: Umsetzung und Auswertung. Führen Sie die Zusammenarbeit durch, dokumentieren Sie die gewonnenen Erkenntnisse und bewerten Sie, ob die Zusammenarbeit die angestrebten Ziele erreicht hat. Erfolgreiche Kooperationen bilden oft die Grundlage für langfristige Partnerschaften.

 

Rollen und Verantwortlichkeiten in der Zusammenarbeit

Die folgende Übersicht beschreibt die typischen Aufgaben und Beiträge der einzelnen Interessengruppen bei einer Zusammenarbeit zwischen Universität und Thinktank, Universität und Nichtregierungsorganisation oder Universität und Stiftung.

  • Wissenschaftliche Leitung (Universitäten)
  • Rolle der Policy-Umsetzung (Thinktanks / NGOs / Stiftungen)
  • Koordinations- und Betriebsmanagementrolle (Forschungsmanager, Projektmanagement, Sekretariate)
  • Schnittstellenfunktion zu den Akteuren (gemeinsame Verantwortung, wird jedoch häufig von externen Partnern koordiniert)
  • Rolle in der Leitung und Entscheidungsfindung (gemeinsame oder zugewiesene Strukturen)
  • Verantwortung für Finanzierung und Compliance (oft hybrid, erfordert jedoch Klarheit)

Universitäten / Forschungszentren / Akademien

Universitäten übernehmen in erster Linie die Verantwortung für die wissenschaftliche Leitung und die Integrität und Qualität der Evidenz. Forschende liefern die zentrale Evidenzbasis, eigene Forschungsergebnisse oder Synthesen der wissenschaftlichen Literatur. Eine wesentliche Anpassung, die von Forschenden verlangt wird, ist der Wechsel von einer akademischen zu einer policy-orientierten Kommunikation: Während akademische Publikationen Methodik und theoretische Debatten in den Vordergrund stellen, betonen policy-orientierte Ergebnisse die praktische Anwendbarkeit und konkrete Empfehlungen.

Forschende müssen ggf. ihr Zeitmanagement anpassen: Während sich wissenschaftlche Forschungsprojekte über Monate oder Jahre erstrecken, stimmen Thinktanks, NGOs und Stiftungen den Zeitpunkt ihrer Veröffentlichungen in der Regel auf aktuelle politische Debatten und Gesetzgebungskalender ab. Forschende profitieren am meisten von der Zusammenarbeit, wenn sie bereit sind, Zeit in das Verständnis der Arbeitskultur und der Kommunikationsgepflogenheiten ihrer Partnerorganisation zu investieren.

Mitarbeitende im Wissenschaftsmanagement und Wissenstransfer

Mitarbeitende im Wissenschaftsmanagement oder im Wissenstransfer spielen eine zentrale koordinierende Rolle. Sie können potenzielle Partner identifizieren, indem sie die Qualität, Reichweite und den Policy-Einfluss ihrer Publikationen und Veranstaltungen bewerten. Sie tragen die Verantwortung für die operative Umsetzung. Sie stellen sicher, dass Zeitpläne, Berichtspflichten und Verwaltungsprozesse eingehalten werden, und koordinieren die Kommunikation zwischen den Institutionen.

Zudem verwalten sie Budgets, vertragliche Vereinbarungen und Compliance-Verpflichtungen, sorgen so für Kontinuität zwischen den Partnern und reduzieren administrative Doppelarbeit. Sie kümmern sich um rechtliche und organisatorische Angelegenheiten wie Kooperationsvereinbarungen, die Platzierung von Logos, Kostenteilungsvereinbarungen und institutionelle Genehmigungsverfahren. Außerdem fungieren sie als Brücke zwischen dem wissenschaftlichen Team und der Partnerorganisation, helfen dabei, Erwartungen zu steuern und sicherzustellen, dass Zeitpläne und Leistungsziele für beide Seiten realistisch sind.

Thinktanks/NGOs/Stiftungen

Think Tanks, NGOs und Stiftungen übernehmen in der Regel die Verantwortung für die Umsetzung von Policy-Aktivitäten. Sie übersetzen wissenschaftliche Erkenntnisse, so dass sie in politischen Gestaltungsprozessen genutzt werden können, stellen sicher, dass die Ergebnisse auf politische Debatten und den Zeitplan abgestimmt sind, und leiten oder begleiten die Einbindung von Interessengruppen sowie die Verbreitung der Ergebnisse. Sie identifizieren relevante Zielgruppen.

Akteure in Politik und Verwaltung und andere externe Interessengruppen

Akteure in Politik und Verwaltung profitieren von Kooperationen, die zeitnahe, zugängliche und umsetzbare Erkenntnisse liefern. Sie sind keine operativen Partner in der Zusammenarbeit, sondern fungieren als primäre Endnutzer der Ergebnisse. Ihre Rolle besteht darin, Wissensbedarfe zu definieren, Feedback zur Relevanz der Transferergebnisse zu geben und sich im Rahmen von Konsultationen sowie weiteren Gestaltungsprozessen mit den Erkenntnissen auseinanderzusetzen. Sie bringen sich am ehesten ein, wenn die Ergebnisse auf ihre spezifischen Entscheidungsbedürfnisse zugeschnitten sind und zeitlich so abgestimmt werden, dass sie mit relevanten Gesetzgebungs- oder Haushaltsprozessen zusammenfallen.

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