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Format: Kapsel

Wichtige Merkmale auf einen Blick

  • Ein „Capsule“-Format ist eine Diskussion in geschlossenen Kleingruppensitzungen zwischen Forschenden und politischen Entscheidungsträgern (unter Ausschluss der Öffentlichkeit). In der Regel nehmen zwei Forschende und zwei Vertreter und Vertreterinnen aus Politik und Verwaltung daran teil, bei Bedarf können es jedoch auch weniger oder mehr sein. Bei dieser Diskussion kann auch ein kleines Publikum anwesend sein.
  • Es handelt sich um ein freies Format, das es den Teilnehmenden ermöglicht, sich ungezwungen auszutauschen, ohne sich Gedanken darüber machen zu müssen, dass ein großes Publikum zuhört; anschließend werden die wichtigsten Punkte, die sich aus der Diskussion ergeben haben, dem Publikum vorgestellt
  • Die Themen müssen zur Diskussion offen sein und im Voraus festgelegt werden, da später eine öffentliche Präsentation der Diskussion stattfindet, bei der Fragen aus dem Publikum gestellt werden können.

Wie funktioniert das Format?

Teil 1: Das private Treffen

Das „Capsule“-Format basiert auf einem vertraulichen und informellen Rahmen, der offene und konstruktive Diskussionen fördern soll.

In der Regel treffen sich zwei oder drei politische Entscheidungsträger mit zwei oder drei Forschenden, idealerweise aus unterschiedlichen Disziplinen. Der Workshop wird von Wissensvermittelnden der Universität organisiert, wenn wir, wie in unserem Fall, ein gemeinsames Thema identifiziert haben.

Die „Capsule“ wurde im Rahmen einer zweitägigen Konferenz organisiert, was uns die Möglichkeit bot, am Thema interessierte Forschende und politische Entscheidungsträger zusammenzubringen und ihnen eine wichtige Gelegenheit für eine vertrauliche Diskussion zu diesem Thema zu bieten. Das Treffen ist für die Öffentlichkeit und die Medien nicht zugänglich. Die Teilnehmenden sind eingeladen, ihr Wissen, ihre Herausforderungen und Fragen frei auszutauschen, ohne sich Gedanken über öffentliche Kommunikation oder politische Positionen machen zu müssen.

Dieses Format zielt darauf ab, ein Klima des Vertrauens zu schaffen, und kann für beide Seiten zu vorteilhaften Beziehungen in der Zukunft führen.

Politiker können Fragen stellen, ohne Angst vor einer Bewertung zu haben, und Forschende, die es nicht gewohnt sind, in der Öffentlichkeit zu sprechen, können komplexe oder sogar sensible Erkenntnisse präsentieren.

Dieses „Capsule“-Format ermöglicht es zudem, auch längerfristig zu denken, indem neue Handlungsfelder erschlossen werden. Diese Dialoge können einmalige Veranstaltungen oder Teil eines zyklischen Prozesses sein.

 

Teil 2: Die öffentliche Präsentation

Am Ende der nicht-öffentlichen Sitzung kann eine öffentliche Nachbesprechung organisiert werden, um die wichtigsten diskutierten Ideen zu teilen und dabei die Vertraulichkeit einzelner Kommentare zu wahren. Diese Zeit ermöglicht eine breitere Reflexion und unterstreicht den Wert der Diskussion. In unserem Fall fand die nicht-öffentliche Sitzung statt, während das Publikum in die Mittagspause ging. Bei der Rückkehr war die öffentliche Sitzung in das Konferenzprogramm des Tages integriert, was uns ein zahlreiches, interessiertes und dynamisches Publikum bescherte.

 

Herausforderungen und deren Bewältigung

Die größte Herausforderung dieses Formats für das unterstützende Personal (Wissensaustausch- und Forschungsmanagerinnen und -manager) besteht darin, während der gesamten Diskussion einen roten Faden zu wahren, um die Kohärenz und den Fortschritt des Austauschs sicherzustellen. Zu diesem Zweck ist die Wahl des Moderators oder der Moderatorin entscheidend: Er oder sie muss die Themen im Voraus gründlich vorbereitet haben, Kommentare umformulieren können und Verbindungen zwischen den Anliegen der Teilnehmenden herstellen, insbesondere während der zweiten Phase der öffentlichen Präsentation.

 

Aufgaben und Ressourcen

Der Inhalt ist sehr offen, doch muss der Moderator oder die Moderatorin das Diskussionsthema sowie die Grenzen des Fachgebiets der Forschenden und die Grenzen des Tätigkeitsbereichs der politischen Entscheidungsträger gründlich vorbereitet haben, damit die Diskussion produktiv verläuft.

Obwohl das Format recht offen ist, erfordert es für alle Teilnehmenden einen gewissen Vorbereitungsaufwand. Tatsächlich ist ein Treffen vor der Diskussion für alle sehr nützlich, um ihre Fachgebiete zu klären und auch die Themen und Grenzen der Diskussion festzulegen.

 

Beispiele

https://www.univ-lyon2.fr/sciences-et-societe/nos-projets/review-of-the-capsule-meeting-between-policy-makers-and-reseachers-on-the-key-topic-the-management-of-urban-wastelands

 

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UGR County Councils: Ein regionales Dialogformat für nachhaltige Entwicklung

Die wichtigsten Merkmale auf einen Blick

  • Zehn regionale UGR-Kreisräte, jeweils einer pro Kreis der Provinz Granada
  • „Living Lab“- und „Quadruple-Helix“-Ansatz zur Vernetzung von Hochschulen, Behörden, Unternehmen und Bürgern
  • Partizipative Ermittlung lokaler Herausforderungen in den Bereichen Wasserwirtschaft, Bodensanierung, nachhaltige Mobilität und Kulturerbe
  • Wissenschafts-Politik-Partnerschaften zwischen Forschenden und Beamten zur Erarbeitung lokal relevanter Lösungen
  • Institutioneller Rahmen zur Gewährleistung einer langfristigen Koordination und eines Wissenstransfers zwischen Wissenschaft und Gebietskörperschaften

 

Beschreibung

Die UGR-Bezirksräte sind ein regionales Modell für den Dialog zwischen Wissenschaft und Politik und Verwaltung, das von der Universität Granada (Spanien) im Rahmen des Erasmus+-Projekts „ENGAGEgreen“ entwickelt wurde.

Die Initiative ist eine Reaktion auf die dringenden ökologischen und sozialen Herausforderungen der Provinz, wie Dürre, Bodendegradation und Landflucht, und sieht die Einrichtung von zehn Bezirksräten vor. Einen Bezirksrat pro Bezirk, der Wissenschaft, politisch Verantwortliche, den privaten Sektor und die Zivilgesellschaft miteinander verbindet.

Unter Anwendung der Living-Lab-Methodik und des Quadruple-Helix-Modells fördern die Räte gemeinsames Experimentieren und eine evidenzinformierte Politikgestaltung. Sie dienen als lokal-verankerte Plattformen für gemeinsame Gestaltung, Kapazitätsaufbau und partizipative Regierungsführung und treiben so die nachhaltige Entwicklung auf regionaler Ebene voran.

 

Wie funktioniert das Format?

  1. Einleitung

Die aktuellen Umweltprobleme in Granada machten deutlich, dass es an strukturierten Mechanismen mangelt, um wissenschaftliche Erkenntnisse in die Politikgestaltung einzubeziehen. Um dem entgegenzuwirken, richtete die UGR zehn Bezirksräte ein, um den Dialog zwischen Wissenschaft und Politik auf regionaler Ebene zu institutionalisieren.

  1. Ziele

  • Förderung eines inklusiven und strukturierten Dialogs zwischen Wissenschaft, öffentlicher Verwaltung, Zivilgesellschaft und Privatwirtschaft.
  • Identifizierung und Priorisierung lokaler Herausforderungen durch partizipative Plattformen.
  • Erprobung eines skalierbaren Modells der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Politik, das sich auf andere europäische Regionen übertragen lässt.
  • Stärkung der institutionellen Kapazitäten für den Wissenstransfer und Festigung des gesellschaftlichen Engagements der Universität.
  1. Methodik

Die Räte verfolgen einen „Living Lab“-Ansatz, der Experimente unter realen Bedingungen und die gemeinsame Entwicklung lokal relevanter Lösungen durch die Beteiligten fördert.

Sie integrieren die Logik der „Quadruple Helix“ und der „Quintuple Helix“ und gewährleisten dabei die Beteiligung von:

  • akademischen Einrichtungen
  • öffentlichen Verwaltungen
  • Akteuren des privaten Sektors
  • zivilgesellschaftlichen Organisationen

 

Bei der Rekrutierung und Einbindung wurden institutionelle Kommunikationskanäle (E-Mails, Websites) mit informellen Kanälen kombiniert, um lokale Akteure und Bürger und Bürgerinnen zu erreichen.

Die Aktivitäten fanden in hybriden Formaten (online und vor Ort) statt, darunter Webinare, gemeinschaftliche Workshops und Fortbildungen, die darauf abzielten, den Dialog, das gegenseitige Lernen und die gemeinsame Entscheidungsfindung zu fördern.

 

 

  1. Höhepunkte der Pilotphase

Die UGR-Kreisräte wurden im Januar 2025 im Rahmen des ersten „Impronta Granada“-Treffens offiziell ins Leben gerufen, an dem 143 Personen an diesem ersten landesweiten Treffen teilnahmen. Seitdem hat sich die Initiative zu einem strukturierten Netzwerk mit rund 230 aktiven Teilnehmenden in zehn Landkreisen Granadas entwickelt.

Die Räte haben den wissenschaftspolitischen Dialog zu zentralen Umweltthemen gefördert, unter anderem durch Webinare und Seminare zu Bodensanierung, Dürremanagement und biotechnologischen Alternativen zur Schädlingsbekämpfung, die gemeinsam mit lokalen Behörden und wissenschaftlichen Experten organisiert wurden.

Die Einbindung der Interessengruppen spiegelt das „Quadruple-Helix“-Konzept des Projekts wider, das Akteure aus öffentlicher Verwaltung, akademischen Einrichtungen, der Zivilgesellschaft und der Privatwirtschaft zusammenbringt.

Insgesamt wurden über 15 Aktivitäten in verschiedenen Formaten organisiert, darunter:

  • Webinare zu Bodensanierung und Dürre in Zusammenarbeit mit regionalen Behörden
  • Ein Seminar zur nachhaltigen Schädlingsbekämpfung, das gemeinsam von Biotechnologie-Experten der UGR und lokalen Bürgermeistern geleitet wurde
  • Workshops zum Kapazitätsaufbau und gemeinsame Tagungen, aus denen mehr als acht lokalisierte Handlungsvorschläge hervorgingen, von denen mehrere derzeit in kommunale und regionale politische Agenden integriert werden
  • Gemeinsam entwickelte, ortsspezifische Lösungen zu den Themen Wasserbewirtschaftung, ökologischer Wandel und ländliche Innovation, die in den lokalen Gegebenheiten verwurzelt sind
  • Mechanismen zur Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Politik, die es Forschenden ermöglichen, als regionale Vermittelnde zu fungieren und eine evidenzbasierte Entscheidungsfindung auf kommunaler Ebene voranzutreiben.

 

 

  1. Ergebnisse und Auswirkungen

  • Nationale und internationale Sichtbarkeit durch die Teilnahme an Konferenzen, die Verbreitung über institutionelle Netzwerke und kontinuierliche Medienarbeit
  • Entwicklung eines flexiblen Steuerungsmodells, das zentrale Koordination mit lokaler Autonomie und Selbstorganisation in Einklang bringt
  • Institutionelle Anerkennung und symbolische Anreize, wie Teilnahmebescheinigungen und der bevorstehende „Best UGR County Council Award“, stärken das langfristige Engagement der Interessengruppen
  • Hybride Beteiligungsformate (online und vor Ort) haben die Zugänglichkeit insbesondere in ländlichen Gebieten erweitert und damit die Inklusivität und pluralistische Vertretung gestärkt

Insgesamt haben die UGR-Kreisräte das Potenzial der Universitäten als regionale Vermittler unter Beweis gestellt und durch einen nachhaltigen Dialog zwischen Wissenschaft und Politik kooperative Lösungen zur Bewältigung ökologischer und sozialer Herausforderungen gefördert.

 

Herausforderungen

  • Die historisch schwachen Verbindungen zwischen Wissenschaft und Kommunalverwaltungen erforderten den Aufbau von Vertrauen
  • Abwägung zwischen akademischer Koordination und kommunaler Autonomie
  • Gewährleistung einer gerechten Vertretung aller Sektoren der Vierfach-Helix
  • Bewältigung logistischer Herausforderungen und Gewährleistung der Erreichbarkeit in ländlichen Gebieten
  • Umsetzung der Ergebnisse des Dialogs in konkrete, umsetzbare politische Maßnahmen
  • Schwierigkeiten bei der Aufrechterhaltung einer konsistenten Beteiligung in allen Landkreisen

 

Aufgaben und Ressourcen

Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen

  • Beiträge in Form von Forschungserkenntnissen zu den Themen Nachhaltigkeit, Boden, Wasser und Kulturerbe
  • Funktion als regionale Vermittler zur Förderung evidenzbasierter Diskussionen
  • Unterstützung bei Überwachung und Bewertung durch Datenanalyse und Umsetzung in politische Maßnahmen

Manager und Managerinnen für Wissensaustausch und Forschung

  • Koordinieren die Einrichtung von zehn landkreisbasierten Räten und kümmern sich um die Logistik
  • Konzipieren und moderieren Workshops zur gemeinsamen Gestaltung sowie Schulungsveranstaltungen
  • Stellen die Abstimmung zwischen lokalen Prioritäten und den Zielen von ENGAGEgreen sicher
  • Erstellen Berichte und Kommunikationsmaterialien zur Verbreitung (Websites, Medien)

Akteure in Politik und Verwaltung

  • Teilnahme an Workshops und Webinaren, um Herausforderungen und Prioritäten auszutauschen
  • Bereitstellung lokaler Daten, des administrativen Kontexts und von Feedback zu Lösungsvorschlägen
  • Integration gemeinsam erarbeiteter Vorschläge in die politischen Agenden der Gemeinden oder Landkreise

 

Beispiele

  • Auftaktveranstaltung (Januar 2025): Am ersten „Impronta Granada“-Treffen nahmen 143 Teilnehmer teil; damit wurden alle zehn UGR-Kreisräte gegründet
  • Bestehendes Netzwerk:B Rund 230 aktive Teilnehmer in der gesamten Provinz
  • Thematische Webinare: Zu den Themen Bodensanierung, Dürremanagement und biotechnologische Schädlingsbekämpfung, gemeinsam organisiert mit lokalen Behörden und Forschern
  • Workshops: Es wurden über 10 lokalisierte Handlungsvorschläge erarbeitet, von denen mehrere derzeit in die kommunale Politik umgesetzt werden
  • Hybride Formate: Die Teilnahme sowohl online als auch vor Ort stärkte die Inklusivität und Zugänglichkeit für ländliche Gemeinden

 

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