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Maßgeschneiderte Experten-Schulungen

Beschreibung

Praktische Schulungen, die von akademischen Fachkräften für Mitarbeitende der öffentlichen Verwaltung durchgeführt werden – sogenannte maßgeschneiderte Experten-Schulungen – stellen eine dynamische Form der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis dar. Diese Schulungen ermöglichen den direkten Transfer von aktuellem Wissen aus Forschung, Entwicklung und Hochschulbildung in die tägliche Praxis der öffentlichen Verwaltung. Sie unterscheiden sich von typischen kommerziellen Kursen durch ihren hohen Spezialisierungsgrad, ihren engen thematischen Fokus und ihre starke Anpassung an die spezifischen Bedürfnisse der Teilnehmenden.

Ziel solcher Schulungen ist es, die fachlichen Kompetenzen von Mitarbeitenden der öffentlichen Verwaltung durch interaktiven Unterricht auf der Grundlage wissenschaftlichen Know-hows zu stärken. Die Inhalte basieren auf realen Problemen und Daten aus dem öffentlichen Sektor. Die Möglichkeit, mit echten Datensätzen zu arbeiten und die Kursinhalte auf die tatsächlichen Bedürfnisse der Teilnehmenden zuzuschneiden, ist ein wesentlicher Mehrwert dieses Kooperationsmodells.

Ziele

Maßgeschneiderte Expertenfortbildungen zielen darauf ab, die folgenden Kernziele zu erreichen:

  • Vermittlung von Fachwissen und Fähigkeiten, die in kommerziellen Kursen in der Regel nicht behandelt werden und die neuesten wissenschaftlichen und technologischen Trends widerspiegeln.
  • Anpassung der Inhalte an bestimmte Teilnehmenden-Gruppen und deren institutionelle Rahmenbedingungen.
  • Verbesserung der praktischen Anwendbarkeit von Expertenwissen durch praktische Datenarbeit und Beispiele aus der Praxis.
  • Stärkung der interdisziplinären und interinstitutionellen Zusammenarbeit zwischen universitären Fachbereichen und Einrichtungen des öffentlichen Sektors.
  • Aufbau langfristiger Beziehungen und Partnerschaften, die zu Auftragsforschung, Expertenberatungen oder gemeinsamen öffentlich finanzierten Projekten führen können.
  • Bereitstellung wertvoller Erkenntnisse und Anregungen für Forschende zu neuen Forschungsfragen und angewandten Studien, die sich aus realen Herausforderungen ergeben, denen Fachleute der öffentlichen Verwaltung begegnen.

 

Wie funktioniert das Format?

Zielgruppe der Teilnehmenden

Zu den potenziellen Schulungsteilnehmenden können gehören:

  • Sachbearbeitende, Analysten und technisches Personal in zentralen und lokalen Regierungsinstitutionen, öffentlichen Behörden und verwandten Organisationen.
  • Führungskräfte und AbteilungsleiterInnen, Projekt- oder TeamleiterInnen.
  • Bürgermeister, stellvertretende Bürgermeister oder andere Vertreter und Vertreterinnen der öffentlichen Verwaltung, die an der Einführung oder Umsetzung neuer Technologien oder Verfahren beteiligt sind.
  • Die Auswahl der Schulungsthemen sollte eng auf das Profil und die Bedürfnisse der Teilnehmenden abgestimmt sein.

 

Gruppengröße

Die empfohlene Gruppengröße beträgt 5 bis 10 Teilnehmende. Kleinere Gruppen ermöglichen eine höhere Interaktivität, individuelle Beratungen und ein flexibles Tempo der Schulung.

 

Dauer und Zeitplan

Die empfohlene Dauer der Schulung beträgt 1 bis 2 Arbeitstage, abhängig von der Komplexität des Themas und der gewünschten Vertiefung. Um den Terminmöglichkeiten sowohl von Akteurinnen und Akteuren aus der Politik als auch von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern gerecht zu werden, sollte die Schulung am besten außerhalb des Hauptsemesters (z. B. während der Sommer- oder Prüfungszeit) angesetzt werden.

 

Schulungsformat

  • Die Schulungen sind stark praxisorientiert und legen den Schwerpunkt auf Beispiele aus der Praxis, von den Teilnehmenden geleitete Aufgaben und praktische Übungen.
  • Es ist ratsam, mit echten Datensätzen und Fallbeispielen zu arbeiten, die die Teilnehmenden aus ihren Institutionen mitbringen.
  • Vermeiden Sie generische oder simulierte Daten – versuchen Sie stattdessen, unter Anleitung des Trainers oder der Trainerin echte institutionelle Daten in die selbstständigen Arbeitsphasen einzubeziehen.
  • Ein Team aus zwei TrainerInnen hat sich als effektiv erwiesen – eine/r leitet den Hauptvortrag und die Demonstrationen, während der/die andere weniger fortgeschrittene Teilnehmende individuell unterstützt.

TrainerInnen und Fachkompetenz

Die Schulungen sollten fachlich von einem akademischen Experten mit Erfahrung sowohl in der Forschung als auch in der praktischen Anwendung geleitet werden. Die aktive Einbindung von Doktoranden und Postdoktoranden wird dringend empfohlen – sie bringen oft hochspezialisiertes und aktuelles Wissen ein.

Die Vorbereitung der Schulung sollte in enger Abstimmung mit der teilnehmenden Einrichtung hinsichtlich der Schulungsziele, der Teilnehmenden Profile und der Erwartungen erfolgen.

 

Beispielhafte Schulungsthemen

Im Folgenden finden Sie eine nicht-vollständige Liste möglicher Themen. Die Inhalte sollten stets individuell angepasst werden:

  • Nutzung von Open Data, deren Analyse und Anwendung in der Entscheidungsfindung.
  • Geografische Informationssysteme (GIS) und Kartografie – Visualisierung räumlicher Daten.
  • Grundlagen der Prozessautomatisierung mittels Skriptsprachen (z. B. Python, R).
  • Einsatz von Grafiksoftware zur Erstellung von Karten, Infografiken und Berichten.
  • Einführung in künstliche Intelligenz und deren Einsatz in der öffentlichen Verwaltung.
  • Datenanalyse und -visualisierung – Erstellung interaktiver Dashboards, Karten und Übersichtsdiagramme.

 

Vorteile für die Teilnehmenden

Teilnehmende (Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung, Führungskräfte im öffentlichen Dienst):

  • Erwerb fortgeschrittener Fähigkeiten und Werkzeuge, die in ihrer täglichen Arbeit anwendbar sind.
  • Möglichkeit, mit eigenen Daten zu arbeiten und reale Probleme zu diskutieren.
  • Verbesserung der beruflichen Kompetenzen und Flexibilität.

Wissenschaftliches Personal und Universitäten

  • Möglichkeiten zur praxisnahen Zusammenarbeit und Inspiration für angewandte Forschung.
  • Transfer von akademischem Wissen in die Praxis.
  • Aufbau langfristiger Partnerschaften mit dem öffentlichen Sektor.

Institutionen der öffentlichen Verwaltung

  • Weiterqualifizierung der Mitarbeitenden in modernen Werkzeugen und Methoden.
  • Effektivere interne Prozesse.
  • Verbesserte Innovationsfähigkeit und Bereitschaft für datengestützte Entscheidungsfindung.

 

Herausforderungen (und Lösungsansätze)

Eine weitere potenzielle Herausforderung betrifft die Notwendigkeit einer formellen Akkreditierung von Schulungen, insbesondere in Kontexten, in denen öffentliche Verwaltungsinstitutionen eine offiziell anerkannte Zertifizierung für die berufliche Weiterentwicklung ihrer Mitarbeitenden verlangen. In einigen Ländern, wie beispielsweise der Tschechischen Republik, kann die Akkreditierung von staatlichen Stellen oder Berufsverbänden (z. B. dem Innenministerium) erteilt werden. Der Prozess ist jedoch oft mit einem hohen Dokumentationsaufwand und der Einhaltung formaler Standards verbunden, was die Vorbereitungszeit verlängern kann. Um dies zu vermeiden, sollten die Organisatoren die Akkreditierungsverfahren rechtzeitig einleiten und eine klare Kommunikation mit den akkreditierenden Institutionen pflegen, um die Übereinstimmung mit den erwarteten Kriterien sicherzustellen.

Eine weitere Herausforderung besteht darin, die unterschiedlichen Kompetenzniveaus der Teilnehmenden zu bewältigen, was die Gruppendynamik und die allgemeine Wirksamkeit der Schulung erheblich beeinflussen kann. Die TrainerInnen müssen flexibel, reaktionsfähig und bereit sein, Umfang, Tiefe und Tempo der Vermittlung der Inhalte in Echtzeit anzupassen. Das Einholen von Feedback während der Schulung – vorzugsweise durch interaktive Formate – ermöglicht es den Moderatoren, sofortige Anpassungen vorzunehmen, wie z. B. das Überspringen redundanter Abschnitte oder das Vertiefen fortgeschrittener Themen nach Bedarf. Die Einbindung von Echtzeit-Feedbackmechanismen und die Bereitschaft, die Schulungsstruktur entsprechend anzupassen, sind entscheidend, um das Engagement der Teilnehmenden aufrechtzuerhalten und die Relevanz der Schulung für alle Erfahrungsstufen sicherzustellen.

 

Erforderliche Finanzierung für Aktivitäten

Schulungen werden in der Regel von den auftraggebenden öffentlichen Einrichtungen (Kommunen, Regierungsstellen usw.) finanziert. Die Kosten werden individuell berechnet, basierend auf den universitären Vorschriften und der finanziellen Leistungsfähigkeit der auftraggebenden Einrichtung. Sie umfassen die Vorbereitung der TrainerInnen, die Unterrichtsstunden sowie die mögliche Nutzung von Räumlichkeiten oder Ausrüstung. Diese Schulungen gelten als hochspezialisierte Dienstleistungen und können aus institutionellen Schulungsbudgets oder öffentlichen Zuschüssen finanziert werden.

 

Beispiel

Die Abteilung für Geoinformatik der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Palacký-Universität Olomouc führt seit über 15 Jahren spezialisierte Schulungen für Fachkräfte der öffentlichen Verwaltung durch. Die Schulungen finden in unregelmäßigen Abständen statt und werden an spezifische Anforderungen angepasst. Sie sind von der Tschechischen Vereinigung für Geoinformation (ČAGI) akkreditiert.

Die Kurse konzentrieren sich auf Kartografie, GIS und Fernerkundung. Das Leitprinzip ist die individuelle Anpassung – einschließlich der Verwendung von Teilnehmenden-Daten und institutionsspezifischen Aufgaben. Die Schulungen finden in den Computerräumen der Universität statt, wobei in der Regel QGIS und ArcGIS zum Einsatz kommen. Das Format wurde von den Teilnehmenden durchweg als äußerst nützlich bewertet.

Ein Beispiel für einen solchen Kurs war „Unbemannte Flugsysteme – Betrieb, Kartierung, Fotogrammmetrie und Laserscanning“, der im Rahmen der beruflichen Weiterbildung durchgeführt wurde. Die zweitägige Schulung (20 Kontaktstunden) kombinierte Vorträge zu den Funktionsprinzipien von UAVs, den einschlägigen tschechischen und EU-Rechtsvorschriften sowie Sensortechnologien mit praktischen Übungen zum Fliegen von Multirotor- und Starrflügeldrohnen, gefolgt von der Datenverarbeitung zur Erstellung von Orthofotos, digitalen Geländemodellen und 3D-Punktwolken.

 

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Format: Gemeinsame Gestaltung visueller Kommunikation als strategisches Instrument der Politikgestaltung

Beschreibung

Visuelle Kommunikation spielt in der heutigen politischen Entscheidungsfindung eine wichtige Rolle, da sie eine klare, effiziente und inklusive Interpretation komplexer Daten und Analyseergebnisse ermöglicht. In der öffentlichen Verwaltung stützen sich Entscheidungsprozesse zunehmend auf große Mengen heterogener Daten, die von nationalen Ministerien, regionalen Behörden, Kommunen, Forschungseinrichtungen und privaten Einrichtungen erzeugt werden. Diese Daten werden jedoch oft in hochtechnischen, textbasierten oder tabellarischen Formaten präsentiert, was ihre Zugänglichkeit und praktische Verwendbarkeit für Akteurinnen und Akteure in Politik und Verwaltung, Interessengruppen und die breite Öffentlichkeit einschränkt.

Visuelle Kommunikation schließt diese Lücke, indem sie komplexe Datensätze und Analyseergebnisse in intuitive, verständliche und umsetzbare visuelle Formen wie Dashboards, Karten, Infografiken und interaktive Berichte umwandelt. Im Kontext der Politikgestaltung unterstützt die Visualisierung sowohl die Kommunikation an (Bereitstellung von Belegen, Szenario-Vergleiche, Folgenabschätzungen) als auch die Kommunikation von Akteurinnen und Akteuren in Politik und Verwaltung (Erläuterung politischer Maßnahmen, Transparenz, Rechenschaftspflicht und Bürgerbeteiligung).

Universitäten spielen in diesem Prozess eine Schlüsselrolle, indem sie methodisches Fachwissen in den Bereichen Datenanalyse, Kartografie, Datenvisualisierung, User Experience und User Design sowie kognitive Aspekte der Informationswahrnehmung einbringen. Durch eine strukturierte Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Verwaltung und akademischen Experten wird visuelle Kommunikation nicht nur zu einem Design-Zusatz, sondern zu einem strategischen Instrument, das eine fundierte, transparente und partizipative Regierungsführung unterstützt.

Ziele

Die Hauptziele dieses Formats sind:

  • Komplexe politikrelevante Daten in klare und verständliche visuelle Darstellungen zu übersetzen, die auf verschiedene Zielgruppen (Entscheidungsträger, Experten, Bürger) zugeschnitten sind.
  • Das Verständnis, die Interpretation und die verantwortungsvolle Nutzung von Daten zu verbessern, die von der öffentlichen Verwaltung, der Wissenschaft und dem privaten Sektor produziert werden.
  • Evidenzbasierte Entscheidungsfindung zu unterstützen, indem ein schneller Vergleich von Szenarien, Trends und politischen Auswirkungen ermöglicht wird.
  • Transparenz und Vertrauen in öffentliche Institutionen durch offene, gut erklärte visuelle Ergebnisse zu erhöhen.
  • Die Wiederverwendung und Öffnung öffentlicher Daten zu fördern, indem Visualisierung in Open-Data-Strategien eingebettet wird.
  • Stärkung der langfristigen Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Behörden im Bereich der angewandten Datenkommunikation.

 

Wie funktioniert das Format?

Dieses Format basiert auf einer systematischen Zusammenarbeit zwischen Daten-Produzenten, politischen Entscheidungsträgern und akademischen Experten, die auf visuelle Kommunikation spezialisiert sind. Die Zusammenarbeit beginnt in der Regel mit der Identifizierung politikrelevanter Fragen oder Entscheidungsbedürfnisse und erstreckt sich über den gesamten Datenlebenszyklus – von der Datenaufbereitung bis hin zu den endgültigen visuellen Ergebnissen.

Ein üblicher Umsetzungsweg umfasst:

  1. Problemdefinition

Politische Entscheidungsträger definieren gemeinsam mit Fachexperten zentrale politische Fragen, Zielgruppen und Entscheidungskontexte. Die Definition des Prozesses könnte mit einem persönlichen oder Online-Treffen zwischen Mitarbeitenden in Politik/Verwaltung und Forschern beginnen, bei dem alle Aufgaben festgelegt werden. Die folgenden Prozesse könnten durch regelmäßige hybride Treffen, E-Mail-Berichte oder über gemeinsam genutzte Dokumente abgewickelt werden.

  1. Datenaufbereitung und -bewertung

Die öffentliche Verwaltung stellt relevante Datensätze zur Verfügung, während Experten der Universität die Datenqualität, Vollständigkeit und das analytische Potenzial bewerten.

  1. Gestaltung der Visualisierung

Wissenschaftliche Teams schlagen geeignete Visualisierungsmethoden vor (z. B. Karten, Zeitachsen, Dashboards, Vergleichsdiagramme), die auf kognitiven Prinzipien und den Bedürfnissen der Nutzer basieren.

  1. Iterative Entwicklung

Die visuellen Ergebnisse werden durch Feedbackschleifen unter Einbeziehung von politischen Entscheidungsträgern und Kommunikationsspezialisten verfeinert.

  1. Veröffentlichung und Verbreitung

Die Ergebnisse werden über offizielle Websites, Open-Data-Portale, Politikberichte, soziale Medien oder öffentliche Präsentationen veröffentlicht.

Fortgeschrittenere Umsetzungen können zu umfassenden Online-Datenportalen führen, die interaktive Visualisierungen, erläuternde Texte, herunterladbare Datensätze und methodische Dokumentation kombinieren. Diese Plattformen ermöglichen es den Nutzern, Informationen auf verschiedenen Detailebenen zu erkunden – von allgemeinen Zusammenfassungen bis hin zu Rohdaten – wobei die europäischen Open-Data-Grundsätze und Interoperabilitätsstandards eingehalten werden.

 

Herausforderungen (und Lösungsansätze)

  • Begrenzte Verfügbarkeit von qualifizierten Fachkräften

Lösung: Aufbau langfristiger Partnerschaften mit Hochschulen und Einbindung von Studierenden und Forschenden durch praxisorientierte Lehrveranstaltungen, Praktika oder projektbezogene Zusammenarbeit.

  • Unzureichende Datenqualität oder -abdeckung

Lösung: Einführung von Datenqualitätsstandards und iterativen Validierungsprozessen unter Einbeziehung sowohl von Daten-Produzenten als auch von Analysten.

  • Unangemessene oder irreführende Visualisierungsentscheidungen

Lösung: Anwendung etablierter Visualisierungsrichtlinien und Sicherstellung einer fachlichen Überprüfung durch Spezialisten für Datenerfassung und Kartografie.

  • Finanzielle Einschränkungen

Lösung: Visuelle Kommunikationsmaßnahmen in bestehende Projekte, Fördermittel oder strategische Entwicklungsprogramme integrieren, anstatt sie als eigenständige Kosten zu behandeln.

  • Kapazitätsengpässe in der öffentlichen Verwaltung

Lösung: Internes Fachwissen mit externer akademischer Unterstützung kombinieren und gezielte Schulungen für Mitarbeitende des öffentlichen Dienstes anbieten.

 

Aufgaben und Ressourcen

Öffentliche Verwaltung

  • Politische Fragestellungen und Kommunikationsziele definieren.
  • Zugang zu relevanten Datensätzen und Kontextwissen bereitstellen.
  • Sicherstellen der Übereinstimmung mit rechtlichen, strategischen und institutionellen Rahmenbedingungen.

 

Forschende

  • Analyse von Daten und Vorschlag geeigneter visueller Kommunikationsmethoden.
  • Entwurf und Entwicklung visueller Ergebnisse und erläuternder Materialien.
  • Bereitstellung von Beratung, Schulungen und methodischer Anleitung.

 

Beauftragte für Wissenstransfer und Kommunikation

  • Förderung der Zusammenarbeit zwischen Institutionen – formelle/informelle Gespräche zwischen Forschenden und ausgewählten, in dem jeweiligen Fachgebiet kompetenten Beauftragten – persönliche/virtuelle Treffen, Rundtischgespräche.
  • Unterstützung bei der Verbreitung, Öffentlichkeitsarbeit und Einbindung von Interessengruppen.

 

Erforderliche Finanzierung für Aktivitäten

  • Für die routinemäßige Datenaufbereitung, die im Rahmen der Standardagenda der öffentlichen Verwaltung durchgeführt wird, sind keine zusätzlichen Mittel erforderlich.
  • Finanzielle Ressourcen können erforderlich sein für:
    • Arbeitszeit von Universitätsmitarbeitenden für fortgeschrittene Analysen und visuelles Design.
    • Entwicklung interaktiver Tools oder digitaler Plattformen.
  • Die rein beratende Mitwirkung von akademischen Experten fällt in der Regel unter deren übliche berufliche Aufgaben und erfordert möglicherweise keine zusätzlichen Mittel.

 

Beispiel: Regionales Open-Data- und Visualisierungsportal

Ein regionales Open-Data- und Visualisierungsportal wurde auf Initiative einer auf Geoinformatik und Datenvisualisierung spezialisierten Universitätsabteilung – dem Institut für Geoinformatik der Palacký-Universität Olomouc – und der Region Olomouc entwickelt. Das Projekt begann mit einer analytischen Studie zur Bewertung des aktuellen Stands der Datenverfügbarkeit und der Praktiken der visuellen Kommunikation in der Region.

Experten der Universität erarbeiteten eine Reihe strategischer Empfehlungen und schlugen einen visuellen Rahmen vor, der sich an internationalen Best Practices orientierte. Nach finanzieller Unterstützung durch die Regionalbehörde wurde das Portal als interaktive Online-Plattform umgesetzt, die thematische Dashboards, Karten, Erläuterungstexte und den Zugriff auf Rohdatensätze kombiniert.

Während des gesamten Entwicklungsprozesses wurden den regionalen Mitarbeitern kontinuierliche Beratung, Schulungen und fachliche Unterstützung angeboten. Das daraus resultierende Portal wurde zu einer der ersten umfassenden Open-Data-Visualisierungsplattformen des Landes und dient nun als Referenzbeispiel für andere Regionen.

Das Portal ist unter https://www.datao

 

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Dürre: Ein ganzheitlicher Ansatz von der Halbinsel.

Ein praktisches Beispiel für den Dialog zwischen Wissenschaft und Politik im Hinblick auf die territoriale Dürrebewältigung.

Beschreibung

Dieser Beitrag stellt ein strukturiertes Beispiel für ein Webinar-Format im Bereich Wissenschaft und Politik vor, das auf eine hochsensible gesellschaftliche Herausforderung angewendet wurde: Dürre und Wasserknappheit in Spanien.

Das Webinar „Dürre: Ein ganzheitlicher Ansatz von der Iberischen Halbinsel aus (Sequía: un abordaje integral desde la Península Ibérica)“ wurde in einer Phase relativer Entspanntheit organisiert, als die Verringerung der Wasserreserven den Anschein erweckte, der Notstand habe nachgelassen.

Die strukturellen und ökologischen Bedingungen, die der Dürre zugrunde liegen, sind jedoch unverändert geblieben, was die Notwendigkeit unterstreicht, gerade in diesen kurzen Phasen scheinbarer Normalität gründlich nachzudenken.

Die Veranstaltung schlug eine ganzheitliche Perspektive vor, die naturwissenschaftliches und soziales Wissen zusammenführt, regionale Realitäten vergleicht und vor allem den direkten Dialog zwischen Wissenschaftlern und Vertretern aus Politik und Verwaltung fördert.

Anhand von Leitfragen untersuchte das Webinar, ob wissenschaftliche Erkenntnisse den politischen Raum erreichen, mit welchen Hindernissen öffentliche Verwaltungen konfrontiert sind und wie langfristiges Denken in Entscheidungsprozesse integriert werden kann, die typischerweise von kurzfristiger Dringlichkeit dominiert werden.

Die wichtigsten Kernaussagen

  • Struktureller Diskussionsansatz: Findet während einer vorübergehenden Entspannung der Dürrebedingungen statt und ermöglicht mittel- und langfristige Überlegungen
  • Integraler Ansatz: Verbindet die ökologischen, sozialen und regionalen Dimensionen der Dürre
  • Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Politik: Zielt darauf ab, Forschende und öffentliche Verwaltungen durch gemeinsame Leitfragen miteinander zu vernetzen
  • Regionaler Vergleich: Bezieht Erkenntnisse aus verschiedenen Regionen ein, um vielfältige Herausforderungen und Governance-Kontexte zu veranschaulichen
  • Fokus auf Entscheidungsbarrieren: Untersucht Hindernisse, denen Vertreter aus Politik und Verwaltung bei der Umsetzung forschungsbasierter Empfehlungen begegnen
  • Langfristige Perspektive: Betont die Notwendigkeit, über notfallorientierte Reaktionen hinauszugehen und strukturelle, zukunftsorientierte Strategien zu entwickeln

 

Wie ist das Format aufgebaut?

Die Veranstaltung war in drei aufeinanderfolgende Blöcke gegliedert, die darauf abzielten, das gemeinsame Verständnis der Dürre-Governance schrittweise zu vertiefen:

  1. Gemeinsame Rahmenbedingungen und regionale Analysen
  2. Von den Herausforderungen zu möglichen Lösungen
  3. Offener Dialog mit den Teilnehmenden

Der Moderator spielte eine zentrale Rolle und hatte ausdrücklich die Aufgabe, einen ausgewogenen Austausch zwischen wissenschaftlichen Perspektiven und politischen Standpunkten zu gewährleisten, um fachliche Insellösungen zu vermeiden und einen fließenden, dynamischen Austausch zu sichern.

Es wurde ein global-zu-lokal-Ansatz verfolgt: Ausgehend von den strukturellen Dimensionen der Dürre im Kontext des globalen Wandels wurden anschließend drei regionale Kontexte (Katalonien, Granada und Madrid) vorgestellt, um schließlich die Diskussion für thematische Experten aus den Bereichen Governance, Ökologie und Umweltgeschichte zu öffnen.

Zur Steuerung der Debatte stützte sich das Webinar auf eine Reihe von Kernfragen, die die Interaktion zwischen den Referenten strukturierten.

Diese Fragen waren auf die jeweilige Teilnehmenden-Gruppe zugeschnitten:

  • Für Forschende: Erreichen Ihre wissenschaftlichen Vorschläge die politische Ebene? Welche Instrumente oder Formen der Unterstützung würden Sie von den öffentlichen Verwaltungen benötigen, um Ihre Innovationen in die Praxis umzusetzen?
  • Für Vertreterinnen und Vertreter der öffentlichen Verwaltung: Auf welche Hindernisse stoßen Sie, wenn Sie versuchen, wissenschaftliche Erkenntnisse in die Politik zu integrieren? Was waren die größten Schwierigkeiten bei der Entscheidungsfindung während der letzten Dürre?
  • Für alle Teilnehmenden: Wie lassen sich langfristige, strukturelle Perspektiven in politische Umfelder integrieren, die oft unter Zeitdruck oder mit knappen Zeitrahmen arbeiten? Wäre es machbar oder wünschenswert, Innovationen aus anderen Regionen auf Ihren eigenen Kontext anzuwenden?

Dieses Format ermöglichte einen klaren, fokussierten Dialog, der strukturelle Herausforderungen mit praktischen Einschränkungen verband und dabei half, gemeinsame Probleme und potenzielle Wege für die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Politik zu identifizieren.

 

Herausforderungen

  • Zeitliche Einschränkungen: Die begrenzte Zeit schränkt die Tiefe des fachlichen Austauschs ein, und erschwert dadurch, komplexe wissenschaftliche oder administrative Themen ausführlich zu erörtern
  • Institutionelle Hindernisse: Akteure aus der Politik und Verwaltung sehen sich mit strukturellen oder administrativen Einschränkungen konfrontiert, die die Umsetzung wissenschaftlicher Vorschläge behindern, selbst wenn Interesse oder politischer Wille vorhanden sind
  • Kommunikationslücken: Unterschiede in Sprache, Prioritäten und Zeitrahmen zwischen Wissenschaft und öffentlicher Verwaltung können das gegenseitige Verständnis beeinträchtigen
  • Bedarf an fokussierten Botschaften: Klare Leitlinien sind erforderlich, um Beiträge prägnant zu halten und eine Zersplitterung des Dialogs zu vermeiden
  • Ungleiche regionale Kapazitäten: Regionen unterscheiden sich in technischer, administrativer und ökologischer Hinsicht, was die Übertragbarkeit von Lösungen erschwert
  • Schwierigkeiten bei der Einbeziehung langfristiger Perspektiven: Strukturelle Ansätze stehen oft im Widerspruch zu kurzfristigen politischen Zyklen und notfallgetriebenen Entscheidungsprozessen

 

Aufgaben und Ressourcen

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler

  • Erstellung prägnanter, politikrelevanter Zusammenfassungen von Forschungsergebnissen zu Dürre, Wasserwirtschaft und systemischen Auswirkungen
  • Erstellung regionaler Analysen und evidenzbasierter Erklärungen zu strukturellen Einflussfaktoren
  • Beantwortung gezielter Fragen von Akteuren aus Politik und Verwaltung und Durchführung Regionen-übergreifender Vergleiche
  • Identifizierung von Innovationen oder erfolgreichen Praktiken, die auf andere Regionen übertragbar sein könnten

 

Managerinnen und Manager für Wissensaustausch und Forschung

  • Gestaltung der Veranstaltungs-Struktur unter Gewährleistung eines ausgewogenen Austauschs zwischen wissenschaftlichen und politischen Stimmen
  • Förderung der Kommunikation vor, während und nach der Veranstaltung, einschließlich Folge-E-Mails und möglicher Kooperationskontakte
  • Vorbereitung von Leitfragen, kontextueller Einordnung und Ablauf (global → regional → lokal)
  • Unterstützung bei der Erstellung von barrierefreien Materialien, Zusammenfassungen und visuellen Ressourcen für das Publikum

 

Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung

  • Darstellung des institutionellen und regionalen Kontexts des Dürremanagements
  • Identifizierung operativer Einschränkungen, administrativer Hindernisse und Lehren aus vergangenen Entscheidungszyklen
  • Zusammenarbeit mit Forschenden zur Bewertung der Umsetzbarkeit wissenschaftlicher Vorschläge
  • Einbringen lokaler Erfahrungen, die wissenschaftliche Erkenntnisse ergänzen

 

Fallbeispiele

Webinar “Drought: A Comprehensive Approach from the Peninsula” (Sequía: un abordaje integral desde la Península Ibérica)

  • Date and time: September 24, 2024, 6:00 PM
  • Organized by: Erasmus+ ENGAGEgreen, a joint collaboration between the University of Granada and BETA, from the University of Vic

 

Teilnehmende

  • Nuria Hernández-Mora: PhD in geography, researcher and consultant specializing in water governance, and a member of the Fundación Nueva Cultura del Agua
  • Javier García Martínez: Head of the Urban Water Cycle Service (Servicio del Ciclo Urbano del Agua) at the Provincial Council of Granada
  • José Luis Nieto Bueno: Councilor for Más Madrid in the Madrid City Council and Spokesperson for the Urban Planning, Environment, and Mobility Committee; he holds a PhD in biology.
  • Lorenzo Proia: Coordinator of the Applied Ecology and Global Change Unit at the BETA Technological Center, University of Vic.
  • Fernando Delgado Ramos: Director of Cátedra del Agua at the University of Granada.
  • Antonio Ortega Santos: Full Professor of Contemporary History at the University of Granada.

 

Verfügbare Ressourcen (Was sind die wichtigsten Aufgaben?)

 

Was gut funktioniert hat

  • Der Wechsel zwischen wissenschaftlichen und politischen Beiträgen sorgte für einen flüssigen, dynamischen Ablauf
  • Der Vergleich verschiedener Regionen verdeutlichte gemeinsame Herausforderungen und kontextuelle Unterschiede
  • Der Moderator spielte eine Schlüsselrolle dabei, die Beiträge prägnant und miteinander verbunden zu halten
  • Gemeinsame Schlussfolgerungen betonten

○ die Dringlichkeit systemischer, struktureller Ansätze

○ partizipative Governance

○ Grenzen des Nachfragewachstums

○ Wasser als Gemeingut

○ Notwendigkeit einer Koordinierung auf mehreren Ebenen

 

Gewonnene Erkenntnisse

  • Wert der territorialen Vielfalt: Der Vergleich verschiedener Regionen bot einen klaren Mehrwert und deckte sowohl gemeinsame strukturelle Herausforderungen als auch regionsspezifische Dynamiken auf
  • Global-zu-lokal-Ansatz: Der Übergang von übergreifenden strukturellen Fragen zu konkreten lokalen Fällen trug dazu bei, die Perspektiven aller Akteure zu erweitern und wissenschaftliche Erkenntnisse mit regionalen Realitäten zu verknüpfen
  • Rolle der Moderatoren: Eine effektive Moderation erfordert ein tiefes Verständnis des globalen Kontexts und der normativen Rahmenbedingungen sowie die Fähigkeit, Beiträge aus verschiedenen Disziplinen und Regionen miteinander zu verbinden; die Moderatoren oder Wissensvermittler sollten über einen breiten Überblick über die Themen und die wichtigsten Debatten verfügen
  • Grundlagen für zukünftige Kooperationen: Diese Begegnungen können neue Verbindungen zwischen Forschenden und Vertretenden aus Politik und Verwaltung anstoßen, sofern die Nachbereitung unterstützt wird (z. B. Austausch von Kontaktdaten, Identifizierung thematischer Überschneidungen und Förderung der weiteren Kommunikation)
  • Übertragbare Innovationen: Der Austausch erfolgreicher Praktiken und Innovationen aus verschiedenen Regionen hilft den Teilnehmenden, realisierbare Wege zur Verbesserung der Dürre-Governance in ihrem eigenen Kontext zu identifizieren
  • Zeitliche Beschränkungen: Begrenzte Zeit schränkt die Tiefe des fachlichen Austauschs ein und kann komplexe Diskussionen behindern
  • Institutionelle Einschränkungen: Politische Entscheidungsträger sehen sich oft mit strukturellen oder administrativen Hindernissen konfrontiert, die die Umsetzung wissenschaftlicher Vorschläge einschränken
  • Bedarf an klaren Leitlinien: Die Bereitstellung prägnanter Anweisungen und Zeitvorgaben hilft den Rednern, ihre Botschaften fokussiert zu halten, und gewährleistet einen ausgewogenen, kohärenten Dialog

 

Wie wurden die Maßnahmen bewertet?

Das Webinar verdeutlichte den kritischen und unaufschiebbaren Charakter der aktuellen Dürre-Situation und unterstrich die Notwendigkeit struktureller statt reaktiver Maßnahmen. Der Dialog zwischen Politik und Wissenschaft erwies sich als zunehmend offen, was zeigt, dass kooperative Ansätze sowohl möglich als auch notwendig sind.

Die Teilnehmenden betonten zudem, dass der Wasserbedarf nicht weiter steigen darf, und wiesen damit auf die Notwendigkeit eines tiefgreifenden strukturellen Umdenkens hinsichtlich der aktuellen Modelle hin.

Eine wichtige Erkenntnis war die Bedeutung regionaler Besonderheiten: Die Herausforderungen in Madrid unterscheiden sich erheblich von denen in kleineren Gemeinden, weshalb lokale Perspektiven für die Gestaltung wirksamer politischer Maßnahmen unerlässlich sind.

Schließlich unterstrich die Diskussion die Relevanz der Einbindung sozialer Akteure, da die Bewältigung der Dürre die Einbeziehung von Gemeinden und lokalen Interessengruppen in Entscheidungsprozesse erfordert.

 

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Seminare – Die doppelte Transformation: Wissenschaft und Politik für eine nachhaltige Zukunft verbinden

Wie funktioniert das Format?

Das ENGAGEgreen-Projekt zielt unter anderem darauf ab, die Fähigkeit der Universitäten zu stärken, einen sinnvollen Dialog mit der Politik zu führen, und dabei gleichberechtigte Kooperationen zu fördern, die konkrete und gesellschaftlich relevante Ergebnisse hervorbringen. Im Mittelpunkt des Projekts stehen die in der Seminarreihe behandelten Themen: nämlich die ökologische und digitale „doppelte Transformation“, die den Kernschwerpunkt von ENGAGEgreen bildet.

Dieses Dokument, das vom Team der Ca’ Foscari Universität Venedig erstellt wurde, bietet eine Zusammenfassung und kritische Aufarbeitung von zwei Seminaren, die mit akademischen Experten zu Themen von besonderer Relevanz für die ENGAGEgreen-Initiative abgehalten wurden.

Die Seminare trugen folgende Titel:

Brücken zwischen Nachhaltigkeit und künstlicher Intelligenz (16. Februar 2024)

Engagement für grüne politische Entscheidungsfindung (30. Februar 2024)

Eine vielfältig zusammengesetzte Gruppe von Wissenschaftlern, Forschenden, Unternehmern und Akteuren und Akteurinnen aus Politik und Verwaltung trug zu diesen Seminaren bei. Die Diskussionen waren lebhaft und facettenreich und führten zu einer Vielzahl von Erkenntnissen. Am Ende jeder Sitzung wurden mehrere Teilnehmende gebeten, schriftliche Reflexionen einzureichen. Viele Personen erklärten sich bereit, daran mitzuwirken, um wesentliche Faktoren zu identifizieren und zu formulieren, die die Verbindung zwischen wissenschaftlicher Forschung und politischen Entscheidungsprozessen stärken können.

 

Die hier vorgestellten Beiträge orientierten sich an einer Reihe von Fragen, die die Diskussion auf die konkreten Erfahrungen der Mitwirkenden stützten – hochrangige Wissenschaftler mit umfassender Expertise in der Leitung internationaler Forschungsprojekte. Die Leitfragen lauteten wie folgt:

 

  1. Welche Art der Zusammenarbeit zwischen politischen Entscheidungsträgern einerseits und Wissenschaftlern und Forschenden andererseits ist Ihrer fachlichen Kenntnis und Erfahrung nach notwendig, um wirksame politische Maßnahmen zur Bewältigung der Folgen des Klimawandels zu konzipieren und umzusetzen?
  2. Welche Rolle können Finanzmärkte – basierend auf Ihrem Fachwissen und Ihrer Erfahrung – bei der Unterstützung der grünen Wende spielen?
  3. Wie können wir – basierend auf Ihrem Fachwissen und Ihrer Erfahrung – zwischen Unternehmen unterscheiden, die sich ernsthaft für den Nachhaltigkeitswandel engagieren, und solchen, die Greenwashing betreiben?
  4. Glauben Sie, dass die Europäische Kommission – basierend auf Ihrem Fachwissen und Ihrer Erfahrung – einige der bisher ergriffenen Initiativen überarbeiten sollte? Wenn ja, in welche Richtung sollten solche Überarbeitungen gehen?

 

 

Die wichtigsten Themen und Erkenntnisse aus dem Austausch unter den Experten finden Sie im Folgenden:

Zu 1. Welche Art der Zusammenarbeit zwischen politischen Entscheidungsträgern einerseits und Wissenschaftlern und Forschenden andererseits ist Ihrer fachlichen Kenntnis und Erfahrung nach notwendig, um wirksame politische Maßnahmen zur Bewältigung der Folgen des Klimawandels zu konzipieren und umzusetzen?

Eine enge, strukturierte und kontinuierliche Zusammenarbeit zwischen politischen Entscheidungsträgern und der Wissenschafts- und Forschungsgemeinschaft ist für eine wirksame Klimapolitik unerlässlich. Politische Entscheidungen sollten durch wissenschaftliche Forschung „gestützt und untermauert“ werden. Darüber hinaus muss eine rigorose Szenarioanalyse – die Klimawissenschaft, sozioökonomische Prognosen und langfristige Modellierung kombiniert – ein zentraler Bestandteil jedes politischen Dialogs sein.

Konkret bedeutet dies:

  • Interdisziplinäre Forschung und Szenarioanalysen als Grundlage

Forschende müssen robuste, evidenzbasierte Klima-, Umwelt- und sozioökonomische Szenarien entwickeln, anhand derer politische Entscheidungsträger die Auswirkungen verschiedener politischer Wege antizipieren, Abwägungen vornehmen und fundierte Entscheidungen treffen können. Szenarioanalysen haben sich als wertvolles Instrument erwiesen, um Unsicherheiten zu bewältigen und widerstandsfähige Klima- und Anpassungsstrategien zu entwerfen.

  • Institutionalisierte, wechselseitige Dialogmechanismen

Anstelle von Ad-hoc-Konsultationen sollten institutionelle Kanäle (z. B. Beiräte, Konsortien für Politik und Forschung, regelmäßige Arbeitsgruppen) eingerichtet werden, um einen kontinuierlichen Austausch zu gewährleisten. Dies trägt dazu bei, dass neue wissenschaftliche Erkenntnisse integriert und politische Maßnahmen an den Wissensstand angepasst werden. Berichte über die Brückenschlagfunktion zwischen Wissenschaft und Politik unterstreichen die Bedeutung prägnanter, relevanter Zusammenfassungen wissenschaftlicher Ergebnisse (Policy Briefs), um die Forschung für Entscheidungsträger nutzbar zu machen.

  • Eine ganzheitliche Bewertung der ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen

Eine wirksame Klimapolitik erfordert nicht nur die Minderung von Emissionen, sondern auch die Berücksichtigung von wirtschaftlicher Tragfähigkeit, sozialer Gerechtigkeit, Resilienz und Anpassung. Interdisziplinäre Forschung, die Umweltwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften und Sozialwissenschaften verbindet, ist von entscheidender Bedeutung.

  • Transparenz und Einbindung von Interessengruppen

Politische Maßnahmen, die unter Einbeziehung von Forschenden, der Zivilgesellschaft, der Wirtschaft und anderen Interessengruppen entwickelt werden, gewinnen an Legitimität, spiegeln eine breite Perspektive wider und haben größere Erfolgsaussichten. Ein kooperativer Ansatz stärkt das Vertrauen der Öffentlichkeit und ermöglicht gerechtere, inklusive Klimaschutzmaßnahmen.

 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Zusammenarbeit zwischen politischen Entscheidungsträgern und Forschenden institutionell verankert und kontinuierlich sein sollte und strenge wissenschaftliche Analysen (Szenarien, Modellierung, Daten) mit einem inklusiven, interdisziplinären Dialog verbinden muss. Nur durch eine solche Partnerschaft können klimapolitische Maßnahmen wissenschaftlich fundiert, sozial gerecht, wirtschaftlich tragfähig und im Laufe der Zeit anpassungsfähig sein.

 

 

Zu 2. Welche Rolle können Finanzmärkte Ihrer fachlichen Einschätzung und Erfahrung nach bei der Unterstützung der grünen Wende spielen?

Finanzmärkte können – und sollten – eine zentrale Rolle bei der Ermöglichung der grünen Wende spielen. Die Argumente zur Notwendigkeit der Mobilisierung von Finanzmitteln und der Risikostreuung sowie die Betonung der Finanzierung freiwilliger Mechanismen (Emissionszertifikate, Biodiversität, Renaturierung) unterstreichen zwei sich ergänzende Rollen: die Bereitstellung von Ressourcen und die Schaffung von Anreizen für nachhaltige Investitionen.

Konkret können Finanzmärkte durch Folgendes beitragen:

  • Mobilisierung von Kapital für grüne Investitionen

Instrumente wie grüne Anleihen, nachhaltige Anleihen und ESG-gebundene Fonds leiten Ressourcen in erneuerbare Energien, Energieeffizienz, saubere Technologien, Kreislaufwirtschaft, Renaturierung und andere umweltfreundliche Projekte.

  • Risikostreuung und Gewinnung privater Investoren

Durch die Bündelung von Ressourcen und die Verteilung des Risikos auf die Investoren machen die Finanzmärkte grüne Projekte rentabler. Dies ist besonders wichtig für groß angelegte oder langfristige Investitionen, die oft Startkapital erfordern und lange Amortisationshorizonte haben.

  • Förderung von Innovation und Skalierung nachhaltiger Technologien

Durch Finanzierungsmechanismen können die Märkte Start-Ups und Unternehmen unterstützen, die grüne Technologien entwickeln – und so die Verbreitung von Innovationen und den strukturellen Wandel der Wirtschaft erleichtern.

  • Unterstützungsmechanismen über Direktinvestitionen hinaus – z. B. Emissionszertifikate, Biodiversitätsgutschriften, Finanzierungen für Renaturierung

Finanzielle Unterstützung für freiwillige Umweltmaßnahmen (Klimakompensation, Biodiversitätsprojekte, naturbasierte Lösungen) kann regulatorische Maßnahmen ergänzen, insbesondere dort, wo öffentliche Mittel oder der regulatorische Anwendungsbereich begrenzt sind.

  • Einbeziehung von Umweltrisiken in die finanzielle Bewertung und das Risikomanagement.

Mithilfe von Instrumenten wie Stresstests für Klimaszenarien und Rahmenwerken zur Risikobewertung können Finanzinstitute und Märkte Klimarisiken internalisieren und Nachhaltigkeit zu einem festen Bestandteil der standardmäßigen finanziellen Entscheidungsfindung machen.

 

Die Wirksamkeit der Finanzierung hängt jedoch von den Rahmenbedingungen ab:

  • Klare regulatorische Rahmenbedingungen und Definitionen (z. B. Taxonomie für nachhaltige Aktivitäten)

Investoren benötigen Klarheit darüber, was als „grün“ oder „nachhaltig“ gilt, um Mittel glaubwürdig zu kanalisieren.

  • Transparenz, Offenlegungsstandards und unabhängige Überprüfung

Um „Greenwashing“ zu vermeiden, müssen Unternehmen und Finanzprodukte zuverlässige, vergleichbare ESG- und Wirkungsdaten bereitstellen. Nachhaltigkeitsberichterstattung und ESG-Offenlegungsvorschriften sind entscheidend.

  • Koordination zwischen öffentlichem und privatem Kapital

Angesichts des Umfangs der für den Wandel erforderlichen Investitionen – insbesondere in Infrastruktur, Energie und groß angelegte Umweltprojekte – sind oft öffentliche Anreize (Subventionen, Garantien, Regulierung) notwendig, um Risiken zu verringern und privates Kapital anzuziehen.

 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Finanzmärkte nicht nur passive Geldgeber sind – sie können als Wegbereiter und Beschleuniger des grünen Wandels fungieren, vorausgesetzt, sie agieren im Rahmen solider regulatorischer Rahmenbedingungen, Transparenzanforderungen und einer langfristigen Vision von Nachhaltigkeit.

 

Zu 3. Wie können wir auf der Grundlage Ihres Fachwissens und Ihrer Erfahrung zwischen Unternehmen unterscheiden, die sich ernsthaft für den Nachhaltigkeitswandel engagieren, und solchen, die Greenwashing betreiben?

Die vernünftige Ansicht, dass Unternehmen richtig verstanden werden müssen und dass klare Kennzahlen, Standards und glaubwürdige Zertifizierungen unerlässlich sind, verdeutlicht die zentrale Herausforderung: Um echtes Engagement von oberflächlichen Behauptungen zu unterscheiden, sind solide Unternehmensführung, Transparenz und Rechenschaftspflicht erforderlich.

Wichtige Kriterien und Mechanismen:

  • Verpflichtende, standardisierte ESG-Berichterstattung und Offenlegung

Unternehmen sollten regelmäßig vergleichbare und unabhängig geprüfte Nachhaltigkeitsberichte (Daten zu Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) veröffentlichen, die Emissionen, Ressourcenverbrauch und soziale Auswirkungen abdecken. Dies ermöglicht es den Stakeholdern (Investoren, Regulierungsbehörden, Zivilgesellschaft), die Leistung über einen längeren Zeitraum zu beurteilen.

  • Nutzung anerkannter, unabhängiger Zertifizierungssysteme und Standards für nachhaltige Finanzierungen

Instrumente wie grüne Anleihen oder an Nachhaltigkeitsziele gekoppelte Anleihen sollten anerkannten Rahmenwerken folgen und von unabhängigen Dritten überprüft werden, um die Glaubwürdigkeit der Umweltbehauptungen sicherzustellen.

  • Bewertung der „Zusatzwirkung“ und der tatsächlichen Auswirkungen, nicht nur der Absichten

Es ist entscheidend zu bewerten, was Unternehmen ohne „grüne“ Kennzeichnung getan hätten; nur Nettoverbesserungen im Vergleich zu einer realistischen Basislinie sollten zählen.

  • Kontinuierliche Überwachung, Transparenz und Kontrolle durch Stakeholder

Nachhaltigkeit sollte keine einmalige Werbemaßnahme sein, sondern ein kontinuierliches Engagement: Audits, öffentliche Berichterstattung, Einbindung von Stakeholdern und Mechanismen der Rechenschaftspflicht müssen vorhanden sein.

  • Abstimmung auf objektive, wissenschaftlich fundierte Rahmenwerke und Vorschriften

So kann beispielsweise die Einhaltung der EU-Taxonomie für nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten dazu beitragen, festzustellen, ob die Aktivitäten eines Unternehmens tatsächlich zu Umweltzielen beitragen.

 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Unterscheidung zwischen echter Nachhaltigkeit und Greenwashing eine Governance-Infrastruktur erfordert: standardisierte Berichterstattung, unabhängige Überprüfung, Wirkungsanalyse, Rechenschaftspflicht und regulatorische Abstimmung. Ohne diese Faktoren laufen „grüne“ Behauptungen Gefahr, nichts weiter als Marketing zu sein.

 

Zu 4. Sind Sie aufgrund Ihres Fachwissens und Ihrer Erfahrung der Meinung, dass die Europäische Kommission eine der bisher ergriffenen Initiativen überarbeiten sollte? Wenn ja, in welche Richtung sollten solche Überarbeitungen gehen?

Eine Überprüfung bestehender Initiativen ist gerechtfertigt und könnte, wenn sie ordnungsgemäß durchgeführt wird, die Wirksamkeit, Inklusivität und Glaubwürdigkeit des europäischen Rahmens für grüne Politik stärken. Auf der Grundlage der eingegangenen Antworten und unter Berücksichtigung der jüngsten Entwicklungen und Herausforderungen werden folgende Richtungen vorgeschlagen:

  • Stärkere Unterstützung für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und kleinere Akteure

Große Unternehmen verfügen oft über die Ressourcen, um ESG-Standards zu erfüllen und Zugang zu grüner Finanzierung zu erhalten; KMU laufen Gefahr, außen vor zu bleiben. Die Kommission sollte spezielle Unterstützungsmechanismen (technische Hilfe, bevorzugte Finanzierung, vereinfachte Verfahren) für KMU schaffen, um eine breite, inklusive Beteiligung am ökologischen Wandel zu ermöglichen.

  • Stärkung der regulatorischen Rahmenbedingungen für nachhaltige Finanzierungen und Transparenz

Um Greenwashing zu verhindern und das Vertrauen zu stärken, sollte die Kommission eine standardisierte ESG-Offenlegung fördern oder vorschreiben, die Anwendung anerkannter Nachhaltigkeitsstandards und Zertifizierungen fördern und sicherstellen, dass als „grün“ gekennzeichnete Finanzinstrumente strenge, wissenschaftlich fundierte Kriterien erfüllen (z. B. die Einhaltung der EU-Taxonomie).

  • Förderung eines ganzheitlichen, interdisziplinären und partizipativen Governance-Modells

Die Klimapolitik sollte ökologische, wirtschaftliche und soziale Dimensionen integrieren: Klimaschutz, Anpassung, soziale Gerechtigkeit, Resilienz, Biodiversität und langfristige Nachhaltigkeit. Die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Privatwirtschaft und öffentlichen Institutionen sollte gefördert werden.

  • Förderung langfristiger Investitionen und Unterstützung von Innovationen

Die Kommission sollte Anreize für nachhaltige Investitionen mit langen Amortisationszeiten schaffen – beispielsweise für Infrastruktur im Bereich erneuerbare Energien, Kreislaufwirtschaft, naturbasierte Lösungen und die Wiederherstellung der biologischen Vielfalt – durch grüne Anleihen, Subventionen, öffentlich-private Partnerschaften und Bürgschaftsprogramme.

  • Einrichtung einer soliden Überwachung und Bewertung der politischen Auswirkungen

Politische Maßnahmen sollten regelmäßig anhand wissenschaftlicher Erkenntnisse, Daten und transparenter Kennzahlen bewertet werden; bei Bedarf sollten Anpassungen vorgenommen werden. Dies trägt dazu bei, dass die erklärten Ziele in echte ökologische, soziale und wirtschaftliche Ergebnisse umgesetzt werden.

 

Zusammenfassend sollte eine Überarbeitung der aktuellen Initiativen darauf abzielen, den ökologischen Wandel inklusiver, transparenter, wissenschaftlich fundierter und widerstandsfähiger zu gestalten – mit besonderem Fokus auf KMU, langfristige Finanzierung, solide Governance und Gerechtigkeit. Eine solche Überarbeitung würde die Glaubwürdigkeit und Wirksamkeit der europäischen Klimapolitik stärken und die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass ihre Ziele auf faire und nachhaltige Weise erreicht werden.

 

Autoren: das ENGAGEgreen-Projekt, Abteilung Venedig – Marco Corazza, Michele Marzulli, Giulia Ballarin und Stefano Campostrini. Sie bedanken sich herzlich bei allen Mitwirkenden des Seminars, namentlich:

  • D. Barro, Universität Ca’ Foscari Venedig
  • H. Bersini, FARI-Institut Brüssel
  • M. Bidoia, Universität Ca’ Foscari Venedig
  • M. Billio, Universität Ca’ Foscari Venedig
  • A. Calvi, Modefinance
  • M. Costola, Universität Ca’ Foscari Venedig
  • G. Figà-Talamanca, Universität Perugia
  • G. Filograsso, Universität Ca’ Foscari Venedig
  • A. Fronzetti Colladon, Universität Perugia
  • S. Gentner, GD Europäische Kommission
  • R. Giacometti, Universität Bergamo
  • C. Giupponi, Universität Ca’ Foscari Venedig
  • B. Guardabascio, Universität Perugia
  • A. Mistretta, Banca d’Italia
  • M. Patacca, Universität Perugia
  • M.A. Pigato, Berater der Weltbank
  • J.M. Ricci, Universität Bergamo
  • L. Segneri, Universität Perugia
  • G. Torri, Universität Bergamo
  • K. Vozian, Hanken School of Economics

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Universitäre Living Labs als Beitrag zur „Fünffach-Helix“

Medialab UGR, Impronta Granada und ihr regionaler Ansatz

Die wichtigsten Merkmale auf einen Blick

  • Universitäre Living Labs als Räume für offene und experimentelle Innovation, die Wissenschaft, Politik und Gesellschaft miteinander verbinden
  • Territorialer Fokus durch partizipative Strukturen auf Kreisebene in der gesamten Provinz Granada
  • Einbindung des „Quintuple-Helix“-Modells (Wissenschaft, Regierung, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Umwelt)
  • Praxisorientierte Beteiligungsformate wie Co-Creation-Workshops, Policy Labs und Veranstaltungen zum Thema Wissenschaft und Politik
  • Koordiniert vom Medialab UGR im Rahmen der Initiative „Impronta Granada“ und des ENGAGEgreen-Projekts

Beschreibung

Dieser Beitrag untersucht die Rolle universitärer „Bürgerlabore“ als Räume für soziale Innovation, kollaborative Governance und inklusives Engagement. Ausgehend vom Fallbeispiel des Medialab UGR und dessen Dachinitiative „Impronta Granada“ analysiert die Studie, wie öffentliche Universitäten als Vermittler regionaler Innovationsökosysteme fungieren können. Im Mittelpunkt steht der Einsatz von zehn sogenannten „Living Labs“, den „UGR County Councils“, die auf den Modellen der „Quadruple Helix“ und der sich weiterentwickelnden „Quintuple Helix“ basieren.

Diese Labore haben es über 230 Teilnehmende aus Wissenschaft, Verwaltung, Zivilgesellschaft und Privatwirtschaft ermöglicht, gemeinsam nachhaltige, ortsbezogene Lösungen für regionale Herausforderungen zu entwickeln. Die Methodik umfasste einen vierphasigen Prozess, der Schulungen, gemeinsame Gestaltung und kontinuierliche Evaluation beinhaltete.

Zu den wichtigsten Ergebnissen zählen die Entwicklung gezielter Aktionspläne und die Anbahnung von Dialogen zwischen Wissenschaft und Politik, die auf lokalem Wissen basieren. Die Studie hebt den strategischen Wert von Universitäten als politische und wissenschaftsbasierte Akteure hervor, die in der Lage sind, zwischen Wissen und demokratischer regionaler Governance zu vermitteln. Sie schließt mit Erkenntnissen und Empfehlungen für die europaweite Ausweitung dieses Modells und schlägt einen kontextbezogenen, effektiven und inklusiven Innovationsansatz vor, der die Umwelt und die Region als aktive Akteure anerkennt.

 

Wie funktioniert das Format?

Hauptziel und Relevanz. Dieser Beitrag zielt darauf ab, eine methodische Fallstudie zu dokumentieren, die die Umsetzung eines von einer Universität geleiteten Living-Lab-Ökosystems auf der Grundlage des Quintuple-Helix-Modells veranschaulicht.

Er liefert einen detaillierten Überblick darüber, wie Universitäten als vermittelnde Infrastrukturen zwischen Wissenschaft und öffentlicher Verwaltung fungieren und Schnittstellen zwischen Wissenschaft und Politik fördern können, die auf regionale und ökologische Herausforderungen reagieren.

Der Fall ist für Akteure relevant, die sich für partizipative Governance, ortsbezogene Innovation und regionale Entwicklung interessieren.

Hintergrundinformationen. Das Medialab UGR, das dem Vizerektorat für soziale Innovation, Beschäftigung und Unternehmertum angegliedert ist, fungiert als Labor für soziale Innovation der Universität Granada.

Im Rahmen seines strategischen Programms „Impronta Granada“ hat es zehn UGR-Bezirksräte als thematische Living Labs in der gesamten Provinz eingerichtet. Diese Räte setzen eine „Quintuple-Helix“-Struktur um und beziehen verschiedene regionale Akteure in die Identifizierung, Analyse und Bewältigung regionsspezifischer Herausforderungen ein.

Dieses Modell stellt einen Wandel vom traditionellen linearen Wissenstransfer hin zu einem dezentralen und systemischen Innovationsansatz dar.

 

Methodischer Ansatz

Die Umsetzung erfolgte nach einer vierphasigen Methodik:

  1. interne Rekrutierung und Einbindung akademischer Teilnehmender mit regionalem Bezug;
  2. Ausweitung auf Vertreter und Vertreterinnen aus Politik und Verwaltung, zivilgesellschaftliche Organisationen und Akteure aus der Wirtschaft;
  3. Workshops zum Kapazitätsaufbau und zur gemeinsamen Gestaltung;
  4. Überwachung und Bewertung. Ein partizipatives Registrierungssystem erfasste über 230 Teilnehmende, segmentiert nach Helix-Zugehörigkeit, thematischem Interesse und geografischer Verbindung.

Zu den Instrumenten gehörten Online-Seminare, thematische Gesprächsrunden, SWOT-Analysen und Umfragen. Die Methodik legte den Schwerpunkt auf Relationalität, Territorialität und die gemeinsame Gestaltung durch verschiedene Akteure.

 

Figure 1. Overview of the Impronta Granada project; Source: authors’ own schematic.

 

Kernaktivitäten

  • Interne Ausschreibung und Einbindung von wissenschaftlichem und Verwaltungspersonal der UGR, koordiniert vom Medialab UGR im Rahmen der Initiative „Impronta Granada“
  • Ermittlung regionaler Bezüge durch die Teilnehmenden (Gemeinde, Landkreis, thematische Schwerpunkte)
  • Aufbau von zehn geografisch verteilten UGR-Bezirksräten
  • Seminare zum Kapazitätsaufbau zur Einführung in die Methoden von Living Lab und Quintuple Helix
  • Co-Creation-Sitzungen beim I. Impronta Granada-Treffen (Januar 2025)
  • Gemeinsame Gesprächsrunden und thematische Seminare
  • Evaluierungsumfragen und Wirkungsanalysen

 

Ergebnisse

  • Über 230 Teilnehmende schlossen sich den Räten an und repräsentierten dabei alle Bereiche
  • Acht gemeinsam erarbeitete Aktionspläne, die auf konkrete Prioritäten der Landkreise abgestimmt sind
  • Mehr als fünfzehn öffentliche und interne Veranstaltungen wurden durchgeführt
  • Großes Interesse auf europäischen und internationalen Foren geweckt
  • Nachweis der Fähigkeit, wissenschaftspolitische Dialoge zu lokalen Themen anzustoßen
  • Stärkung der erkenntnistheoretischen Legitimität nicht-akademischen Wissens
  • Etablierung eines hybriden Governance-Modells mit dezentraler Koordination

 

Gewonnene Erkenntnisse

  • Die regionale Verankerung von Innovationsprozessen stärkt das Engagement und die Legitimität
  • Flexible Steuerungsstrukturen tragen den vielfältigen regionalen Dynamiken Rechnung
  • Politische und institutionelle Unterstützung ist für die Nachhaltigkeit unerlässlich
  • Hybride (Online-Offline-)Formate demokratisieren die Teilhabe
  • Gemeinsames Gestalten funktioniert am besten, wenn es mit symbolischer Anerkennung (Zertifikate, Auszeichnungen) einhergeht

 

Übertragbarkeit

Das „Impronta Granada“-Modell ist skalierbar und lässt sich auch auf andere Regionen übertragen, die universitätsgeführte regionale Living Labs etablieren möchten. Es erfordert nur minimale Infrastruktur, stützt sich auf Open-Source-Methoden und profitiert von der Ausrichtung an EU-Rahmenwerken wie der „Urban Agenda“, „Horizon Europe“ und „Erasmus+“. Der Ansatz ist besonders relevant für ländliche oder dezentrale Gebiete, die partizipative Ökosysteme der öffentlichen Politik aktivieren möchten.

 

Verbindung zur Vierfach-/Fünffach-Helix

Ursprünglich im Rahmen der Vierfach-Helix konzipiert, übernehmen die Bezirksräte der UGR ausdrücklich das Fünffach-Helix-Modell, indem sie ökologische und regionale Dimensionen als Mitgestalter von Innovation einbeziehen. Diese Erweiterung definiert die Rolle des Ortes neu und erkennt ihn sowohl als erkenntnistheoretischen als auch als politischen Akteur an. Ökologische Nachhaltigkeit, Landschaftsgedächtnis und regionales Wissen prägen die Phasen der Agenda Bestimmung und der Lösungsfindung in den Labs.

Figure 2. The Quintuple Helix Model; Source: authors’ own schematic

Figure 3. Distribution of Quadruple Helix Participants in the UGR County Councils; Source: authors’ own schematic

Herausforderungen

  • Asymmetrien hinsichtlich der Erwartungen, der Sprache und der Zeitrahmen zwischen Forschenden und der öffentlichen Verwaltung
  • Begrenzte institutionelle Anreize oder Anerkennung für wissenschaftlich Mitarbeitende, die sich an politikorientierten Initiativen beteiligen
  • Notwendigkeit ständiger Vermittlung und Moderation, um eine Fragmentierung zu vermeiden und einen produktiven Dialog zu gewährleisten
  • Ausweitung lokaler Maßnahmen unter Wahrung der territorialen Relevanz und des Vertrauens der Bevölkerung

 

Aufgaben und Ressourcen

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler

  • Lokale und regionale Herausforderungen identifizieren und in forschungsgestützte Fragestellungen und Rahmenkonzepte umsetzen
  • An Co-Creation-Prozessen und Workshops gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Verwaltung, der Zivilgesellschaft und anderen Interessengruppen teilnehmen
  • Fachliches Know-how in die interdisziplinären Problemlösungsbemühungen innerhalb des Living Labs einbringen
  • Als Vermittler für evidenzbasierte Entscheidungsfindung fungieren und wissenschaftliche Erkenntnisse in die öffentliche Debatte einbringen
  • An der Entwicklung und Bewertung partizipativer Methoden und Instrumente mitwirken, die im Living Lab zum Einsatz kommen
  • Ergebnisse in leicht verständlicher Form an ein nicht-akademisches Publikum, einschließlich lokaler Behörden, vermitteln

Managerinnen und Manager für Wissensaustausch und Forschung

  • Konzeption und Koordination der Gesamtstruktur des Living Labs unter Gewährleistung der Abstimmung mit institutionellen und territorialen Zielen
  • Förderung der Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen Forschenden, Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung der Zivilgesellschaft und der Wirtschaft
  • Vermitteln zwischen den Erwartungen und Zeitplänen von Wissenschaft und öffentlicher Verwaltung, um eine effektive gemeinsame Gestaltung zu ermöglichen
  • Verantworten die Logistik, Öffentlichkeitsarbeit und Dokumentation von Aktivitäten (z. B. Workshops, Policy Labs, Treffen)
  • Überwachen und Bewerten der Auswirkungen der Interaktionen zwischen Wissenschaft und Politik und so einen Beitrag zur kontinuierlichen Verbesserung leisten
  • Unterstützen der institutionellen Verankerung und langfristiger Nachhaltigkeit von Living-Lab-Initiativen

Vertreter und Vertreterinnen aus Politik und Verwaltung

  • Lokale und regionale politische Herausforderungen aufgreifen, die im Rahmen des Living Labs gemeinsam angegangen werden sollen
  • Sich aktiv an Co-Design-Sitzungen und Workshops gemeinsam mit Wissenschaftlern und anderen Interessengruppen beteiligen
  • Praktische und regulatorische Erkenntnisse einbringen, die in die Entwicklung realistischer und umsetzbarer Vorschläge einfließen
  • Erleichtern des Zugangs zu lokalen Netzwerken, Daten und institutioneller Unterstützung für die Umsetzung von Pilotinitiativen
  • Auftreten als potenzielle Nutzer forschungsbasierter Ergebnisse und Hilfestellung leisten beim Umsetzen gemeinsam erarbeiteten Wissen in die öffentliche Politik
  • Fördern der politischen Akzeptanz und der institutionellen Abstimmung, um die Einführung innovativer Lösungen sicherzustellen

 

Quellen und weiterführende Literatur

Carayannis, E. G., & Campbell, D. F. J. (2010). Triple Helix, Quadruple Helix and Quintuple Helix. IJSESD, 1(1), 41–69.

Romero-Frías, E., & Robinson-García, N. (2017). Social Labs in Universities. Comunicar, 51(2), 29–38.

Bergvall-Kåreborn, B., Ståhlbröst, A., Holst, M., & Mirijamdotter, A. (2015). A Milieu for Innovation – Defining Living Labs. ENoLL Summer School.

 

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Das „Quadruple-Helix“-Akteursmodell / Living Labs

Fallstudie zum zweiten Impronta-Granada-Treffen und zum Poniente-Workshop

Beschreibung

Das „Quadruple-Helix“-Modell (QH) fördert die Zusammenarbeit zwischen vier zentralen Akteuren: Wissenschaft, Behörden, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Die „Living Lab“-Methodik ermöglicht es diesen Gruppen, gemeinsam Lösungen unter realen Bedingungen zu entwickeln.

„UGR County Councils“ bezeichnet die von der Universität Granada (UGR) im Rahmen des Erasmus+-Projekts „ENGAGEgreen“ geleitete Initiative, deren Ziel es ist, die Zusammenarbeit zwischen wissenschaftlich Forschenden, lokalen Behörden und Akteuren aus den Gemeinden zu fördern. Im Mittelpunkt dieser Initiative steht die Bewältigung regionaler Herausforderungen durch gemeinsam erarbeitete, forschungsbasierte Lösungen.

Das zweite „Impronta Granada“-Treffen ist die dritte Pilotveranstaltung, die von der UGR im Rahmen dieses Projekts organisiert wurde und bei der Forschende, Vertreter und Vertreterinnen aus Politik und Verwaltung und lokale Gemeinschaften zusammenkommen, um Strategien für eine nachhaltige Entwicklung in ländlichen und städtischen Gebieten zu erörtern und zu entwickeln.

Der Poniente-Workshop, Teil des zweiten Impronta Granada Treffens, dient als Fallstudie dafür, wie diese beiden Rahmenkonzepte zusammenwirken, um lokale Herausforderungen in der Region Poniente Granadino anzugehen. Die Veranstaltung brachte Akteure aus Politik und Verwaltung, Wissenschaftler, lokale Unternehmen und Bürger zusammen, die gemeinsam daran arbeiteten, die Bedürfnisse zu identifizieren, Lösungen vorzuschlagen und Initiativen für die nachhaltige Entwicklung der Region zu gestalten.

Im Vorfeld des Workshops fanden zwei Online-Treffen mit den Bezirksräten der UGR aus der Region Poniente und anderen Gebieten statt, um die zentralen Themen zu ermitteln, die auf der Veranstaltung vorgestellt werden sollten. Diese Diskussionen trugen zur Gestaltung der Tagesordnung bei und richteten den Fokus des Workshops auf nachhaltige Entwicklung, regionale Identität und regionale Zusammenarbeit.

Die wichtigsten Merkmale auf einen Blick

  • Beteiligte Akteure: Universität Granada (UGR), lokale Behörden (Diputación de Granada, Gemeinden), lokale Unternehmen, zivilgesellschaftliche Organisationen und Bürger
  • Ziel: Gemeinsame Herausforderungen identifizieren und gemeinsam umsetzbare Lösungen für regionale Probleme in den Bereichen Bevölkerungsrückgang, lokales Kulturerbe, Tourismus und wirtschaftliche Entwicklung erarbeiten
  • Format: Ein interaktiver Workshop mit Co-Creation-Aktivitäten und Podiumsdiskussionen, der auf den Ergebnissen zweier vorbereitender Online-Treffen aufbaut
  • Ergebnis: Entwicklung praktischer Initiativen wie generationenübergreifendes Wohnen, Wiederbelebung des Tourismus, Einbeziehung von lokalem Wissen und Erhaltung des kulturellen Erbes

 

Wie funktioniert das Format?

Der Poniente-Workshop folgte dem Quadruple-Helix-Modell (QH), wobei staatliche Akteure, Wissenschaft, lokale Unternehmen und die Zivilgesellschaft aktiv mitwirkten.

  1. Regierung: Die Kommunalverwaltungen und die Diputación de Granada stellten politische Rahmenbedingungen, Finanzmittel und regionale Entwicklungsziele bereit.
  2. Wissenschaft: Experten der Universität Granada (UGR) stellten Forschungsergebnisse zu Kulturerbe, sozioökonomischer Entwicklung und nachhaltigem Tourismus vor.
  3. Zivilgesellschaft: Organisationen wie „Tierra de Aguas“ und lokale Gemeinschaften vertraten die Bedürfnisse der Bevölkerung und ihre Vision für die Zukunft der Region Poniente.
  4. Lokale Unternehmen: Unternehmer diskutierten, wie lokale Produkte und Dienstleistungen mit nachhaltigen Tourismusmodellen und der wirtschaftlichen Wiederbelebung der Region verknüpft werden können.

 

Herausforderungen

● Komplexität der Koordination: Trotz aller Bemühungen bleibt die Koordination zwischen den Akteuren aufgrund der Komplexität der lokalen Verwaltungsstrukturen, der Finanzierungsdynamik und der unterschiedlichen Ziele der einzelnen Akteure eine Herausforderung

● Nachhaltigkeit: Die größte Herausforderung besteht darin, das langfristige Engagement für die Initiativen aufrechtzuerhalten, da die meisten Projekte nur kurzfristig finanziert werden und es an einer kontinuierlichen Finanzierungsstrategie mangelt

● Einbindung der Interessengruppen: Die Einbindung lokaler Unternehmen und der breiteren Bevölkerung gestaltet sich nach wie vor schwierig, insbesondere in marginalisierten Gebieten oder Regionen, in denen die Beteiligung der Öffentlichkeit gering ist

 

Aufgaben und Ressourcen

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler

  • Aufgaben

○ Beitrag mit Forschungserkenntnissen zu sozioökonomischer Entwicklung, Kulturerbe und nachhaltigem Tourismus; Bereitstellung von Fakten für die Politikgestaltung

  • Erforderliche Ressourcen

○ Zeit für Feldforschung und Datenerhebung

○ Zusammenarbeit mit lokalen Behörden, um die Forschung auf praktische Lösungen abzustimmen

○ Unterstützung bei der Verbreitung von Forschungsergebnissen an lokale Interessengruppen

 

Managerinnen und Manager für Wissensaustausch und Forschung

  • Aufgaben

○ Organisation von Treffen mit Interessengruppen

○ Verbreitung von Forschungsergebnissen

○ Sicherstellen der Kommunikation zwischen Wissenschaft, Regierung und Zivilgesellschaft

  • Erforderliche Ressourcen

○ Digitale Plattformen (z. B. Webinare, Foren) zur Erleichterung der Kommunikation

○ Organisatorische Ressourcen für die Verwaltung der Veranstaltungen und die Aufrechterhaltung langfristiger Initiativen

 

Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung

  • Aufgaben

○ Festlegung regionaler politischer Rahmenbedingungen

○ Finanzielle Unterstützung lokaler Initiativen

○ Sicherstellen der Übereinstimmung mit lokalen und EU-Entwicklungszielen

  • Erforderliche Ressourcen

○ Politische Fachkompetenz und Verwaltungskapazitäten für ein effektives Projektmanagement

○ Finanzielle Unterstützung und Zuweisung von Ressourcen für laufende Initiativen

○ Zeit für die Teilnahme an Treffen, Workshops und Planungssitzungen

 

Beispiele:

  1. Beispiel für ein Living Lab:
  • Der Poniente-Workshop diente als Living Lab, in dem Interessengruppen gemeinsam Lösungen für die regionale Entwicklung erarbeiteten; auf der Grundlage realer Herausforderungen, die während des Workshops vorgestellt wurden, wurden Projekte wie generationenübergreifende Wohnmodelle und Programme für nachhaltigen Tourismus vorgeschlagen
  • Forschungsarbeiten der Universität Granada (UGR) zur Erhaltung des kulturellen Erbes flossen in die Entwicklung von Strategien zur Bewahrung der regionalen Geschichte ein, die gleichzeitig die lokale Wirtschaft ankurbeln sollten

 

  1. Forschungsbasiertes Beispiel
  • Wissenschaftliche Beiträge, wie beispielsweise soziodemografische Studien zur Entvölkerung, bildeten die Grundlage für die Formulierung von Strategien, die direkt auf die Herausforderungen der Region eingingen.

 

Details zur Fallstudie

Wie ist das Format aufgebaut?

  • Der Poniente-Workshop folgte einem strukturierten Format aus einer interaktiven Sitzung mit Kurzvorträgen, Gruppenarbeit und Podiumsdiskussionen; im Vorfeld der Veranstaltung trugen zwei vorbereitende Online-Treffen dazu bei, zentrale Themen wie nachhaltigen Tourismus, Nachwuchsförderung und wirtschaftliche Wiederbelebung zu definieren, die dann während der Veranstaltung vertieft diskutiert wurden

Verfügbare Ressourcen (wichtige Aufgaben)

  • Koordination zwischen Kommunalverwaltungen, Forschenden und der Zivilgesellschaft ist entscheidend, um die Nachhaltigkeit und Relevanz der Projekte sicherzustellen
  • Verbreitung der Forschungsergebnisse durch die Universität Granada (UGR), um wichtige Erkenntnisse mit allen Akteuren zu teilen und Lösungen zu entwickeln, die den regionalen Bedürfnissen entsprechen

 

Was funktioniert? Was funktioniert nicht? (Gewonnene Erkenntnisse):

  • Was funktioniert: Das QH-Modell der Zusammenarbeit hat sich als wirksam erwiesen, um den Dialog und die gemeinsame Entwicklung von Lösungen unter verschiedenen Interessengruppen zu fördern; die Zusammenführung einer Vielzahl von Interessengruppen mit gemeinsamen Zielen kann zu einer effektiven Entwicklung von Lösungen führen. Der Living-Lab-Ansatz ermöglicht Feedback in Echtzeit.
  • Was funktioniert nicht: Die Koordination stellt nach wie vor eine Herausforderung dar und die Einbindung der Interessengruppen ist weiterhin schwierig, insbesondere bei lokalen Unternehmen und marginalisierten Gruppen; zudem ist es eine Herausforderung, die Nachhaltigkeit und das langfristige Engagement der Interessengruppen sicherzustellen, vor allem bei begrenzten Ressourcen.

Wie werden die Aktivitäten bewertet?

  • Um den Erfolg des Living Labs zu bewerten, müssen das Engagement der Interessengruppen und die Umsetzung der Lösungen nach dem Workshop überwacht werden.
  • Feedback wird durch Umfragen und Folge-Workshops gesammelt, um die langfristigen Auswirkungen der gestarteten Initiativen zu bewerten.

 

Quellen und weiterführende Literatur

Official coverage of the Second Impronta Granada meeting – University and Territory event: https://improntagranada.es/impronta/ii-impronta-granada-meeting-strengthens-the-university-territory-alliance-in-loja/

 

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UGR County Councils: Eine Roadmap entwerfen

Die wichtigsten Merkmale auf einen Blick

Die UGR County Councils/UGR-Kreisräte sind regionale Dialogforen, die Universitätsmitarbeitende, Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung, Akteure der Zivilgesellschaft und den privaten Sektor in den verschiedenen Regionen Granadas miteinander verbinden.

Sie fördern die Zusammenarbeit, um lokale Herausforderungen zu identifizieren und gemeinsam Lösungen zu erarbeiten. Ihr Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse mit den regionalen Entwicklungsbedürfnissen in Einklang zu bringen. Sie basieren in erster Linie auf Treffen in Präsenz, wobei auch virtuelle Sitzungen stattfinden, um die Aktivitäten der einzelnen UGR-Kreisräte weiterzuverfolgen.

Die UGR-Bezirksräte sind neue Kooperationsforen, die folgende Ziele verfolgen:

  • Förderung direkter Verbindungen zwischen der Universität Granada (UGR) und den verschiedenen Gemeinden und Regionen innerhalb der Provinz Granada
  • Schaffung innovativer, nachhaltiger Lösungen durch die Einbindung der Universität, lokaler Verwaltungen, Unternehmen und der Öffentlichkeit in gemeinsame Gestaltungsprozesse
  • Schaffung von Möglichkeiten und Transfer von wissenschaftlichem, bildungsbezogenem und innovativem Wissen, das zur Transformation und nachhaltigen Entwicklung der Regionen beiträgt
  • Schaffung der Grundlagen für zukünftige Living Labs, in denen Innovationen in der öffentlichen Politik und in lokalen Praktiken erprobt und angewendet werden

Wie funktioniert das Format?

Die Methodik der UGR-Kreisräte basiert auf der Living-Lab-Methodik und folgt einem Kooperationsmodell, das als „Quadruple Helix“ bekannt ist und vier zentrale Akteure zusammenbringt: die Universität, den öffentlichen Sektor (Bürgermeister und Verwaltungen der Gemeinden), Unternehmen und Bürger.

Die UGR-Kreisräte zielen darauf ab, eng mit den lokalen Gemeinschaften zusammenzuarbeiten, um lokale Bedürfnisse in Bezug auf drei Hauptthemenbereiche zu ermitteln: die Umweltauswirkungen städtischer Agenden, Boden und Kultur. Darüber hinaus ist es eines der Ziele der UGR-Kreisräte, durch regelmäßige Treffen, Workshops und Hackathons Lösungen für die lokale Entwicklung zu entwerfen, die mithilfe wissenschaftlicher Erkenntnisse, technologischer Innovationen und öffentlicher Politik umgesetzt werden können.

Nach der Rekrutierung unserer Hauptteilnehmer (Dozenten, Forschende, Professoren und Techniker der Universität Granada) über Google Forms fand am 18. Dezember 2024 die erste Informationsveranstaltung zur Gründung der UGR-Bezirksräte statt, an der über 45 Personen teilnahmen. Der offizielle Start der UGR-Bezirksräte fand am 20. Januar 2025 im Rahmen der Initiative Impronta Granada statt, einer strategischen Allianz zwischen der Universität Granada und dem Provinzrat von Granada.

Dieser Rekrutierungsprozess wurde von Medialab UGR, dem Labor für soziale Innovation der Universität Granada, koordiniert. Der erste interne Aufruf erfolgte über ein Google-Formular, das zwischen Juni und Juli 2024 der gesamten Universitätsgemeinschaft offenstand. Nachdem diese erste Gruppe gewonnen worden war, organisierten wir am 18. Dezember 2024 die erste Informations- und Schulungsveranstaltung zur Living-Lab-Methodik.

Nachdem wir sichergestellt hatten, dass die Hochschulgemeinschaft mit der Initiative vertraut war, haben wir das Google-Formular aktualisiert, um die Teilnahme auch für die anderen drei Zielgruppen – Bürger, Akteure aus Politik und Verwaltung und die Wirtschaft – zu ermöglichen. Die Hochschulangehörigen selbst halfen dabei, das Formular an Vertreter und Vertreterinnen ihrer eigenen Gemeinden weiterzuleiten. Parallel dazu versandte Medialab UGR mit Unterstützung des Provinzrats von Granada das Formular ebenfalls an alle Gemeinden in der Provinz Granada.

 

Herausforderungen

  • Einbindung lokaler Akteure. Die Gewährleistung einer aktiven und nachhaltigen Beteiligung lokaler Unternehmen, Kommunen und Bürger stellt eine Herausforderung dar
  • Koordination unterschiedlicher Interessen. Die Interessen verschiedener Gruppen (Universität, öffentlicher Sektor, Unternehmen und Bürger) müssen in Einklang gebracht werden, während gleichzeitig sichergestellt wird, dass die Projektziele erreicht werden
  • Umsetzung von Lösungen. Es muss sichergestellt werden, dass die gemeinsam erarbeiteten Lösungen praxisnah und im lokalen Kontext umsetzbar sind und effektiv in die lokale Politik integriert werden

 

Aufgaben und Ressourcen

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler

Über 80 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Granada haben sich der Initiative des Provinzrats der UGR angeschlossen. Die registrierten Forschenden haben unterschiedliche Hintergründe und sind auf mehr als 20 verschiedene Fachgebiete spezialisiert (von Psychologie und Linguistik bis hin zu Parasitologie und Ökologie), was den Wissenstransfer bereichert und fruchtbar macht.

Kernaufgaben

  • Bereitstellung wissenschaftlicher Expertise und Kenntnisse, um lokale Bedürfnisse zu ermitteln und gemeinsam innovative Lösungen zu entwickeln
  • Leitung gemeinsamer Forschungsprojekte, die sich mit regionalen Herausforderungen befassen, insbesondere im Rahmen der „Living Lab“-Methodik
  • Aktive Beteiligung an der Bewertung vorgeschlagener Lösungen und Innovationen auf der Grundlage wissenschaftlicher Validität und lokaler Anwendbarkeit
  • Präsentation der Ergebnisse gemeinsamer Bemühungen bei verschiedenen Tagungen, Workshops und Veranstaltungen, wie beispielsweise dem jährlichen Treffen von „Impronta Granada“

Managerinnen und Manager für Wissensaustausch und Forschung

Kernaufgaben

  • Koordination des Wissenstransfers durch die Förderung der Weitergabe wissenschaftlicher Erkenntnisse an lokale Gemeinschaften
  • Sicherstellung der aktiven Beteiligung aller relevanten Interessengruppen, einschließlich Kommunen, Unternehmen und Bürger, sowie Gewährleistung, dass deren Bedürfnisse durch geeignete Wissensbeiträge erfüllt werden
  • Organisation logistischer Vorkehrungen für Tagungen, Workshops und Veranstaltungen, um einen reibungslosen Ablauf und eine reibungslose Kommunikation zu gewährleisten
  • Überwachung der Umsetzung von Kooperationsprojekten zwischen der UGR, Unternehmen und Kommunalverwaltungen
  • Förderung der Beteiligung an den Räten durch Kommunikationsstrategien wie Social-Media-Kampagnen
  • Einholung von Teilnehmer-Feedback nach jeder Sitzung, um sicherzustellen, dass Ideen und Anliegen effektiv an die zuständigen Entscheidungsträger weitergeleitet werden

Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung

Kernaufgaben

  • Beitrag zur Ermittlung lokaler Bedürfnisse unter Nutzung ihres Fachwissens, um die Projekte der Räte auf bestehende städtische Agenden sowie kommunale und regionale Entwicklungspläne abzustimmen
  • Dazu beitragen, dass die durch die UGR-Kreisräte entwickelten innovativen Lösungen in die lokale Verwaltung und in politische Entscheidungsprozesse integriert werden.
  • Institutionelle Unterstützung für die Projekte leisten, die aus den UGR-Kreisräten hervorgehen
  • Mit lokalen Unternehmen, Bürgern und Forschenden zusammenarbeiten, um regionale Kooperationen und politische Initiativen auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse zu fördern.

 

Beispiel:

Die erfolgreiche Umsetzung der Living-Lab-Methodik in den zehn verschiedenen Regionen der Provinz Granada, in denen Forschende der Universität und lokale Akteure gemeinsam Lösungen für die Bedürfnisse ihrer Gemeinden entwickeln und realisieren.

 

Wie wurde das Format umgesetzt?

  1. Erste Informationsveranstaltung. Sie fand am 18. Dezember 2024 statt und wurde vom Medialab UGR im Rahmen der Initiative „Impronta Granada“ organisiert, mit institutioneller Unterstützung durch das Vizerektorat für soziale Innovation, Beschäftigung und Unternehmertum.
  2. Die Veranstaltung wurde von Mitarbeitenden des Medialab UGR moderiert, die auch für die Gestaltung und Leitung der Tagesordnung verantwortlich waren, und brachte 46 Teilnehmende zusammen, um die Struktur, die Ziele und die Methodik hinter der Gründung der UGR-Kreisräte zu erörtern.
  3. Interne Struktur
  4. Ratspräsidium. Vizerektorat für soziale Innovation, Beschäftigung und Unternehmertum.
  5. Ratssprecher. Verantwortlich für die Leitung der Sitzungen, die Gewährleistung des Zusammenhalts unter den Akteuren und die Koordinierung der Umsetzung von Maßnahmen. Diese Rolle könnte von einem Dozenten oder Mitarbeitenden der UGR übernommen werden.
  6. Dialogmoderator. Bei Bedarf werden Experten des Medialab UGR partizipative Prozesse moderieren, um sicherzustellen, dass alle Akteure zu Wort kommen und die Diskussionen produktiv und ausgewogen verlaufen.
  7. Laufender Fragebogen über Google Forms. Das ursprüngliche Google-Formular, das zur Ansprache der Dozenten, Professoren, Forschenden und Techniker der Universität Granada verwendet wurde, wurde auf die anderen drei Interessengruppen (Kommunalverwaltungen, Privatwirtschaft und Bürger in der Region Granada) ausgeweitet und zählt derzeit über 120 registrierte Teilnehmende.
  8. E-Mail-Verteiler. Einrichtung eines E-Mail-Verteilers pro UGR-Bezirksrat, damit die verschiedenen Teilnehmenden miteinander in Kontakt treten können.
  9. Organisationssitzung. Es wurden 10 verschiedene virtuelle Treffen organisiert, damit jeder Teilnehmende eines UGR-Bezirksrats seine Kolleginnen und Kollegen kennenlernen und die lokalen Bedürfnisse ermitteln kann, um diese bei der offiziellen Auftaktveranstaltung vorzustellen.
  10. Offizieller Auftakt. Die Räte trafen sich am 20. Januar 2025 im Rahmen der Veranstaltung „Impronta Granada“ offiziell, bei der alle Teilnehmenden vorgestellt und die Rollen verteilt wurden.
  11. Weitere Treffen. Nachfolgende Treffen werden je nach lokalen Bedürfnissen und Prioritäten entweder persönlich oder online stattfinden.

 

Verfügbare Ressourcen (Was sind die wichtigsten Aufgaben?)

  1. Koordination: Organisation von Treffen, Einholung von Feedback und sicherstellen, dass alle Beteiligten über die Entwicklungen informiert sind.
  2. Workshops und Living Labs: Moderation von Sitzungen zur gemeinsamen Problemlösung und Ideenfindung.
  3. Einbindung der Gemeinschaft: Sicherstellen der aktiven Beteiligung von Anwohnern, Unternehmen und Behörden vor Ort. Die Förderung des Engagements wird auf folgende Weise angestrebt:
  1. Teilnahmebescheinigungen;
    1. Fortlaufende Weiterbildung durch wissenschafts- und politikorientierte Workshops;
    2. Verleihung des „Best UGR County Council Award“ im Rahmen der Veranstaltung „Impronta Granada“ 2026;
    3. Sichtbarkeit und Verbreitung über die sozialen Medien der UGR.

 

Was funktioniert? Was funktioniert nicht? (Gewonnene Erkenntnisse)

  • Was funktioniert? Klare Kommunikationskanäle und flexible Beteiligungsmöglichkeiten (Online- und Präsenztreffen) haben dazu beigetragen, die Beteiligten einzubinden
  • Was funktioniert nicht? Eine übermäßige Abhängigkeit von digitalen Plattformen für die Einbindung kann einige Mitglieder der Gemeinschaft ausschließen, insbesondere in ländlichen Gebieten mit begrenztem Zugang zu Technologie.

 

Wie werden die Aktivitäten bewertet?

Die Bewertung erfolgt durch kontinuierliche Feedback-Schleifen, einschließlich Fokusgruppen nach jedem Treffen. Zu den Erfolgsindikatoren gehören:

  • Anzahl der initiierten Projekte
  • Zufriedenheitsgrad der Teilnehmenden
  • Anzahl der in der lokalen Politik umgesetzten Lösungen
  • Ausmaß der lokalen wirtschaftlichen Auswirkungen

 

Quellen und weiterführende Literatur:

Veröffentlichung/Werbung und Verbreitung sowohl der Informationsveranstaltung als auch der Konsolidierung der UGR-Kreisräte:

 

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So planen Sie Folgeaktvititäten

Eine Fallstudie zum zweiten Impronta-Treffen in Granada und zum Workshop zu Unternehmertum und Beschäftigung

Beschreibung

UGR County Councils bezeichnet die von der Universität Granada (UGR) im Rahmen des Erasmus+-Projekts ENGAGEgreen geleitete Initiative, deren Ziel es ist, die Zusammenarbeit zwischen wissenschaftlich Forschenden, Kommunalverwaltungen und Akteuren aus den Gemeinden zu fördern.

Im Mittelpunkt dieser Initiative steht die Bewältigung regionaler Herausforderungen durch gemeinsam erarbeitete, forschungsbasierte Lösungen. Das zweite Impronta-Granada-Treffen ist die dritte Pilotveranstaltung, die von der UGR im Rahmen dieses Projekts organisiert wird und Forschende, Akteure aus Politik und Verwaltung sowie lokale Gemeinschaften zusammenbringt, um Strategien für eine nachhaltige Entwicklung in ländlichen und städtischen Gebieten zu erörtern und zu entwickeln.

Die Planung wirksamer Anschlussmaßnahmen ist unerlässlich, um sicherzustellen, dass die durch partizipative Veranstaltungen wie den Workshop zu Unternehmertum und Beschäftigung, der im Rahmen des zweiten Impronta-Granada-Treffens stattfand, erzeugte Dynamik aufrechterhalten und in langfristige, umsetzbare Ergebnisse umgewandelt wird.

Die Initiative „UGR County Councils“ zeigt zusammen mit dem zweiten Impronta Granada-Treffen, wie Anschlussmaßnahmen zu einer kontinuierlichen Zusammenarbeit zwischen Forschenden, Kommunalverwaltungen und jugendlichen Teilnehmenden führen können, um Herausforderungen in den Bereichen Beschäftigung und Unternehmertum in ländlichen Regionen zu bewältigen.

Anschlussmaßnahmen tragen dazu bei, den Erfolg vorgeschlagener Lösungen zu bewerten und ermöglichen Anpassungen, wenn die Gemeinschaft gemeinsam daran arbeitet, Herausforderungen zu anzunehmen und nachhaltige Initiativen aufzubauen.

Die wichtigsten Merkmale auf einen Blick

● Ziel: Konzeption und Umsetzung von Folgeaktivitäten, die den Austausch mit lokalen Akteuren aufrechterhalten und die Nachhaltigkeit bei der Bewältigung von Herausforderungen in den Bereichen Beschäftigung und Unternehmertum gewährleisten

● Ansatz:

○ Umfragen nach der Veranstaltung zur Bewertung der Wirksamkeit der Vorschläge

○ Kontinuierliche Zusammenarbeit zwischen Forschenden der UGR, Akteuren aus Politik und Verwaltung und lokalen Unternehmen

○ Sichtbarkeit der Ergebnisse durch digitale Plattformen wie die Website von Impronta Granada

● Ergebnis: Schaffung langfristiger Initiativen, die kooperative Lösungen widerspiegeln und lokale entwicklungsbezogene Herausforderungen angehen

 

Wie funktioniert das Format?

  1. Planung der Nachbereitung: Nach dem Workshop zu Unternehmertum und Beschäftigung sorgt die Nachbereitungsphase dafür, dass alle Beteiligten weiterhin eingebunden bleiben. Dies kann durch Feedback-Schleifen wie Umfragen und Online-Diskussionen auf Plattformen wie der Website von Impronta Granada erreicht werden. Das Feedback hilft dabei, die während der Veranstaltung diskutierten Lösungen zu verfeinern, und bietet den Teilnehmenden die Möglichkeit, über die erzielten Fortschritte nachzudenken.
  2. Feedback sammeln und Auswirkungen bewerten: Umfragen und Interviews nach der Veranstaltung können genutzt werden, um die Wirksamkeit der vorgeschlagenen Lösungen zu messen. Diese Instrumente helfen dabei, Lücken bei der Umsetzung und Bereiche zu identifizieren, die zusätzliche Aufmerksamkeit erfordern. Beispielsweise könnten die Teilnehmenden gefragt werden, ob die im Workshop vorgestellten Unternehmerprogramme zugänglich waren und ob sie dazu beigetragen haben, Hindernisse bei der Unternehmensgründung in ländlichen Gebieten zu überwinden.
  3. Sichtbarkeit und kontinuierliches Engagement: Mithilfe digitaler Plattformen wie der Website von „Impronta Granada“ können Forschende und Akteure in Politik und Verwaltung den Dialog nach der Veranstaltung fortsetzen, indem sie über den Projektfortschritt berichten und Ergebnisse teilen. Diese Transparenz hält die Gemeinschaft auf dem Laufenden und stellt sicher, dass alle auf gemeinsame Ziele hinarbeiten.
  4. Nachhaltige Zusammenarbeit: Langfristiges Engagement erfordert regelmäßige Kommunikation. Nach dem II. Encuentro Impronta Granada können die Beteiligten ihre Zusammenarbeit durch Folgeworkshops, Networking-Veranstaltungen oder virtuelle Konsultationen fortsetzen, bei denen Ideen und Lösungen unter Einbeziehung des Feedbacks aus der ersten Veranstaltung weiterentwickelt werden können.

 

Herausforderungen

● Nachhaltige Beteiligung: Es kann aufgrund von Zeitmangel schwierig sein, die Interessengruppen langfristig einzubinden, insbesondere bei Forschenden und Akteuren in Politik und Verwaltung, die noch andere Aufgaben haben

● Verfügbarkeit von Ressourcen: Begrenzte Finanzmittel und Ressourcen können eine konsequente Umsetzung von Folgeaktivitäten erschweren

● Umgang mit Erwartungen: Um Enttäuschungen zu vermeiden, ist es entscheidend, sicherzustellen, dass die Erwartungen der Interessengruppen mit dem übereinstimmen, was in der Folgephase realistisch erreicht werden kann

 

Aufgaben und Ressourcen

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler

  • Aufgaben

○ Unterstützung bei der Datenerhebung

○ Teilnahme an Folgeworkshops

○ Weitergabe aktueller Informationen zum Forschungsfortschritt

  • Erforderliche Ressourcen

○ Zeit für die Verbreitung von Forschungsergebnissen und Folgekonsultationen

 

Managerinnen und Manager für Wissensaustausch und Forschung

  • Aufgaben

○ Koordination des Online-Feedbacks.

○ Verwaltung von Kommunikationsplattformen

○ Organisation von Folgeveranstaltungen

  • Erforderliche Ressourcen

○ Digitale Tools (z. B. Websites, Umfrage-Tools)

 

Akteure in Politik und Verwaltung

  • Aufgaben

○ Überwachung des Fortschritts.

○ Zuweisung von Ressourcen

○ Sicherstellen, dass Forschungsergebnisse in politische Entscheidungen einfließen

  • Erforderliche Ressourcen

○ Finanzielle und administrative Unterstützung für Maßnahmen im Anschluss an die Veranstaltung

 

Beispiele

1.       Website von Impronta Granada: Die Website von Impronta Granada ermöglichte eine kontinuierliche Einbindung nach dem Workshop zu Unternehmertum und Beschäftigung, auf der Forschende aktuelle Informationen, Fortschrittsberichte und neue Erkenntnisse austauschten, sodass Akteure aus Politik und Verwaltung und Unternehmen auf dem Laufenden bleiben und sich einbringen konnten.

2.       Folgebefragungen: Nach dem zweiten „Encuentro Impronta Granada“ wurden Umfragen durchgeführt, um die Wirksamkeit, der während der Veranstaltung diskutierten, Unternehmerprogramme und Initiativen zur Jugendbeschäftigung zu bewerten; das Feedback wurde genutzt, um die Vorschläge zu verfeinern und sicherzustellen, dass sie den lokalen Bedürfnissen entsprachen.

 

Quellen und weiterführende Literatur

 

Details zur Fallstudie

Wie wird das Format umgesetzt?

Im Anschluss an die Dialogveranstaltungen werden Folgeaktivitäten initiiert, um sicherzustellen, dass die Verbindung zwischen Forschenden und Akteuren in Politik und Verwaltung aufrechterhalten bleibt.

So wurden beispielsweise nach dem zweiten Impronta-Granada-Treffen die Forschenden eingeladen, auf der Grundlage des Feedbacks von Akteuren in Politik und Verwaltung und anderen Interessengruppen weitere Vorschläge für eine Zusammenarbeit einzureichen. Dadurch wurde sichergestellt, dass beide Seiten ihre Zusammenarbeit überprüfen und weiterentwickeln konnten.

Verfügbare Ressourcen (Hauptaufgaben):

  • Sammlung von Rückmeldungen der Teilnehmenden zur Bewertung der Relevanz der Forschungspräsentationen
  • Förderung eines kontinuierlichen Dialogs über Online-Plattformen wie „Impronta Granada“, um Fortschritte zu verfolgen
  • Organisation weiterer Kooperationstreffen auf der Grundlage der Diskussionen bei den Veranstaltungen

 

Was funktioniert? Was funktioniert nicht? (Gewonnene Erkenntnisse):

Was funktioniert:

Die Nutzung strukturierter Online-Plattformen wie Impronta Granada, um Diskussionen über die Veranstaltungen hinaus fortzusetzen, stellt sicher, dass die Dynamik der Workshops und Diskussionen nicht verloren geht.

Was funktioniert nicht:

Es ist schwierig, die kontinuierliche Beteiligung der Vertreter und Vertreterinnen aus Politik und Verwaltung nach den Veranstaltungen aufrechtzuerhalten, da diese unterschiedliche Verpflichtungen und Arbeitsbelastungen haben.

Wie werden die Aktivitäten bewertet?

Die Folgeaktivitäten wurden anhand von Feedback-Umfragen bewertet, die sowohl an Forschende als auch an Akteure in Politik und Verwaltung verschickt wurden, um zu ermitteln, inwieweit die Forschung die lokale Politikgestaltung beeinflusst hatte.

In den Folgeumfragen wurden die Fortsetzung der Zusammenarbeit, die Umsetzung der gewonnenen Erkenntnisse sowie die Entwicklung neuer Projekte oder Initiativen bewertet, die durch die anfänglichen Diskussionen inspiriert wurden.

 

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So organisieren Sie Dialogveranstaltungen in regionalen Hauptstädten

Fallstudie zum zweiten „Impronta Granada“-Treffen und zum Workshop zu Unternehmertum und Beschäftigungsfähigkeit

Die wichtigsten Merkmale auf einen Blick

● Ziel:                   ○ Schaffung einer effektiven Struktur für Dialogveranstaltungen, die lokale Interessengruppen mit Akteuren in Politik und Verwaltung                                                     zusammenbringen, um gemeinsam nachhaltige Lösungen für Beschäftigung und Unternehmertum zu entwickeln.

● Ansatz:             ○ Klare Ziele für die Veranstaltung, um akademische Forschung mit politischen Prioritäten in Einklang zu bringen.

○ Workshops mit mehreren Interessengruppen zur Förderung gemeinsamer Lösungen.

○ Einsatz interaktiver Instrumente (z. B. Kurzvorträge, Umfragen, Feedback-Runden), um eine aktive Beteiligung sicherzustellen.

● Ergebnis:         ○  Ein transparenter und inklusiver Prozess, in dem lokale Herausforderungen durch politikorientierte Lösungen angegangen werden, die auf                                         wissenschaftlicher Forschung und lokalem Fachwissen basieren.

 

 

Beschreibung

Die Organisation von Dialogveranstaltungen in Städten oder wichtigen städtischen Ballungsräumen erfordert einen strukturierten Ansatz, der die Bedürfnisse lokaler Akteure mit den Zielen der Vertreter aus Politik und Verwaltung in Einklang bringt.

Diese Veranstaltungen bieten eine Plattform für Forschende, Unternehmen und Akteure aus Politik und Verwaltung, um gemeinsam Lösungen für wichtige regionale Herausforderungen zu erarbeiten und dabei sicherzustellen, dass die Stimme der Gemeinschaft gehört und berücksichtigt wird.

Dieser Beitrag erörtert Strategien zur Organisation von Dialogveranstaltungen in städtischen Zentren und deren Nutzung zur Förderung einer inklusiven Politikgestaltung im Kontext von Unternehmertum und Beschäftigung junger Menschen.

 

Wie funktioniert das Format?

  1. Klare Ziele setzen: Vor der Veranstaltung ist es unerlässlich, die Ziele und erwarteten Ergebnisse des Dialogevents zu definieren. Beim Workshop zu Unternehmertum und Beschäftigung bestand das Ziel darin, die Jugendarbeitslosigkeit anzugehen und das Unternehmertum in der Region Poniente Granadino zu fördern, indem Forschende der UGR, lokale Unternehmen und Verantwortliche in Politik und Verwaltung einbezogen wurden.
  2. Interaktive Sitzungen und Workshops: Während der Veranstaltung wurden interaktive Workshops und Kurzvorträge organisiert, um Feedback in Echtzeit zu fördern. Forschende teilten Daten und Erkenntnisse, während Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung politische Rahmenbedingungen diskutierten und erörterten, wie diese mit wissenschaftlichen Erkenntnissen in Einklang gebracht werden könnten, um umsetzbare Strategien zu entwickeln.
  3. Zusammenarbeit mit lokalen und nationalen Akteuren: Es ist wichtig, sowohl lokale Akteure als auch nationale Akteure aus Politik und Verwaltung in die Diskussion einzubeziehen. Der Workshop zu Unternehmertum und Beschäftigung in Granada brachte lokale Jugendliche und politisch Verantwortliche mit nationalen Vertretern zusammen und stellte so sicher, dass die entwickelten Lösungen auf beiden Ebenen relevant und umsetzbar waren.
  4. Engagement nach der Veranstaltung: Es ist entscheidend, sicherzustellen, dass die Veranstaltung zu einer nachhaltigen Zusammenarbeit führt. Folgeaktivitäten, darunter Workshops und Feedback-Umfragen, sollten geplant werden, um zu gewährleisten, dass Akteure aus Politik und Verwaltung und Forschende auch nach der Veranstaltung weiterhin zusammenarbeiten.

 

Herausforderungen

  • Erwartungsmanagement: Verschiedene Interessengruppen haben unterschiedliche Erwartungen. Während Akteure aus Politik und Verwaltung den Schwerpunkt möglicherweise auf die politische Abstimmung legen, könnte für Forschende die Datengenauigkeit im Vordergrund stehen. Die Abwägung dieser Prioritäten erfordert eine sorgfältige Moderation.
  • Aufrechterhaltung der Dynamik: Um das Engagement nach der ersten Dialogveranstaltung auf einem hohen Niveau zu halten, sind konsequente Folgemaßnahmen erforderlich, die jedoch durch Zeit- oder Budgetbeschränkungen behindert werden können.

 

Aufgaben und Ressourcen

Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen

  • Aufgaben

○ Präsentation von Forschungsergebnissen mit Bezug zur Jugendbeschäftigung und zum Unternehmertum.

○ Entwicklung datengestützter Lösungen für lokale entwicklungsbezogene Herausforderungen

○ Teilnahme an Workshops und politischen Diskussionen.

  • Erforderliche Ressourcen

○ Zeit für die Veröffentlichung von Forschungsergebnissen und die Teilnahme an Veranstaltungen.

○ Kommunikationsmittel zur Präsentation von Forschungsdaten und zum Austausch mit Interessengruppen.

 

Manager und Managerinnen für Wissensaustausch und Forschung

  • Aufgaben

○ Interaktive Workshops moderieren und den Austausch zwischen Forschern und politischen Entscheidungsträgern sicherstellen.

○ Feedback-Schleifen organisieren und eine kontinuierliche Kommunikation nach der Veranstaltung gewährleisten.

  • Erforderliche Ressourcen

○ Digitale Plattformen zur Verbreitung von Forschungsergebnissen und für kontinuierliches Feedback.

○ Logistische Unterstützung bei der Organisation von Sitzungen und zur Gewährleistung einer aktiven Teilnahme.

 

Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung

  • Aufgaben

○ Forschungsergebnisse in die lokale Politik integrieren und Ressourcen zur Unterstützung forschungsorientierter Initiativen bereitstellen.

○ Eine langfristige Zusammenarbeit zwischen Forschenden und lokalen Gemeinschaften sicherstellen.

  • Erforderliche Ressourcen

○ Politische Fachkompetenz, um Forschungsdaten zu interpretieren und in die Entscheidungsfindung einzubeziehen.

○ Finanzielle Mittel für Maßnahmen nach der Veranstaltung und deren Umsetzung.

 

Beispiele

UGR County Councils bezeichnet die von der Universität Granada (UGR) im Rahmen des ENGAGEgreen-Projekts geleitete Initiative, deren Ziel es ist, die Zusammenarbeit zwischen wissenschaftlich Forschenden, Kommunalverwaltungen und Akteuren aus den Gemeinden zu fördern.

Im Mittelpunkt dieser Initiative steht die Bewältigung regionaler Herausforderungen durch gemeinsam erarbeitete, forschungsbasierte Lösungen. Das zweite Impronta-Granada-Treffen ist die dritte Pilotveranstaltung, die von der UGR im Rahmen dieses Projekts organisiert wurde und bei der Forschende, Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung und lokale Gemeinschaften zusammenkamen, um Strategien für eine nachhaltige Entwicklung in ländlichen und städtischen Gebieten zu erörtern und zu entwickeln.

Der Workshop zu Unternehmertum und Beschäftigung, der im Rahmen des zweiten „Impronta Granada“-Treffens stattfand, organisierte erfolgreich Dialoge zwischen verschiedenen Interessengruppen in einem städtischen Umfeld und ermöglichte es Forschenden, Akteuren aus Politik und Verwaltung und jugendlichen Teilnehmenden, gemeinsam Herausforderungen in den Bereichen Beschäftigung und Unternehmertum anzugehen. Die interaktiven Workshops der Veranstaltung trugen dazu bei, die Forschung mit der lokalen Politik in Einklang zu bringen, und ebneten den Weg für eine weitere Zusammenarbeit.

 

Quellen und weiterführende Literatur

 

Details zur Fallstudie

Durchführung des Formats

Dialogveranstaltungen in Städten, wie beispielsweise das zweite „Impronta Granada“-Treffen in Loja, verbinden Workshops, Networking-Sessions und Präsentationen. Diese Veranstaltungen werden mit einer Mischung aus Präsenz- und virtueller Teilnahme organisiert, um die Zugänglichkeit für ein breiteres Publikum zu gewährleisten.

Die Einbeziehung von Vertretern aus Politik und Verwaltung, Forschenden und Akteuren der Zivilgesellschaft ermöglicht einen vielschichtigen Dialog zu Themen wie Klimawandel, Stadtentwicklung und soziale Innovation.

Im Rahmen dieser Veranstaltung fand ein innovatives Dialogtreffen statt, bei dem eine Kombination aus Präsenz- und virtuellen Formaten eine maximale Beteiligung der Interessengruppen ermöglichte. Forschende der Universität Granada und anderer Partneruniversitäten nahmen teil und stellten ihre Arbeit in thematischen Workshops vor.

Die Veranstaltung umfasste eine Reihe von Diskussionen, Policy Briefs und Präsentationen sowie die wichtige Einbindung lokaler politischer Verantwortlicher über die Plattform „Impronta Granada“, die eine Brücke zwischen der akademischen Gemeinschaft und Politik und Verwaltung schlägt.

 

Verfügbare Ressourcen (wichtige Aufgaben)

  • Sicherung von Veranstaltungsorten in Städten für groß angelegte Treffen.
  • Koordination mit Interessengruppen aus lokalen und regionalen Verwaltungen, Universitäten und Forschungsinstituten.
  • Nutzung von Online-Plattformen wie Impronta Granada, um den Dialog zu fördern und Forschungsergebnisse einem breiteren Publikum zugänglich zu machen.

 

Was funktioniert? Was funktioniert nicht? (Erfahrungen)

Was funktioniert

Das hybride Veranstaltungsformat (vor Ort und online) ermöglichte eine breite Beteiligung und eine dynamische Interaktion. Insbesondere die Kurzvorträge erwiesen sich als erfolgreich, um Forschungsdaten in umsetzbare politische Empfehlungen zu übersetzen.

Was funktioniert nicht

Es bleibt eine Herausforderung, die Dynamik nach der Veranstaltung aufrechtzuerhalten, insbesondere um das langfristige Engagement von Politik und Verwaltung sicherzustellen, die mit konkurrierenden Prioritäten konfrontiert sind. Zudem kann es in ressourcenarmen Regionen schwierig sein, eine gleichberechtigte Mitwirkung aller Beteiligten, insbesondere lokaler Unternehmen, sicherzustellen.

 

Wie werden die Aktivitäten bewertet

Um die Wirksamkeit der Dialogveranstaltungen zu bewerten, wurden an alle Teilnehmenden Umfragen verteilt, um deren Zufriedenheit mit dem Format, den Inhalten und dem allgemeinen Engagement zu ermitteln.

Wichtige Indikatoren wie die Anzahl neu entstandener Kooperationen und die Umsetzung von Forschungserkenntnissen in die lokale Politik wurden ebenfalls erfasst, um die langfristigen Auswirkungen zu bewerten.

 

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Wie lässt sich wissenschaftliche Expertise mit der politischen Entscheidungsfindung verbinden?

Die wichtigsten Merkmale auf einen Blick

  • Ziel: Schaffung eines klaren Rahmens für die effektive Verbindung von akademischer Forschung und Politikgestaltung, um sicherzustellen, dass Forschungsdaten als Grundlage für lokale Entscheidungen dienen
  • Ansatz: Zu den Strategien gehören der regelmäßige Austausch zwischen Forschenden und politischen Entscheidungsträgern, die Verbreitung von Daten durch interaktive Workshops und Konsultationen sowie die Nutzung digitaler Plattformen, um ein kontinuierliches Feedback zu gewährleisten
  • Ergebnis: Die Entwicklung datengestützter politischer Maßnahmen, die mit den lokalen Entwicklungszielen im Einklang stehen und die öffentlichen Dienstleistungen, das Wirtschaftswachstum und die Nachhaltigkeit auf regionaler Ebene verbessern

Beschreibung

Die Verknüpfung von Forschungskompetenz mit der Politikgestaltung auf lokaler Ebene ist unerlässlich, um sicherzustellen, dass wissenschaftliche Erkenntnisse direkt in politische Entscheidungen einfließen, die die regionale Entwicklung beeinflussen.

Dieser Prozess beinhaltet die Überbrückung der Kluft zwischen wissenschaftlicher Forschung und praktischen, realisierbaren Lösungen, die politische Entscheidungsträger umsetzen können. Durch die Einbindung der Forschung in Entscheidungsprozesse wird es möglich, evidenzbasierte politische Maßnahmen zu entwickeln, die nicht nur auf Daten basieren, sondern auch auf die lokalen Bedürfnisse zugeschnitten sind.

Dieser Beitrag untersucht Strategien, um Forschende mit lokalen politischen Entscheidungsträgern zu vernetzen, eine effektive Kommunikation zu fördern und Forschungsdaten zur Gestaltung politischer Entscheidungen zu nutzen.

 

Wie funktioniert dieses Format?

  1. Interaktion zwischen Forschenden und politischen Entscheidungsträgern.

Der Prozess wird in der Regel von Wissensvermittlern oder Forschungsmanagern innerhalb der Universität initiiert und koordiniert, die als Vermittler zwischen Forschenden und politischen Entscheidungsträgern fungieren. Sie richten regelmäßige Kommunikationskanäle ein – wie interaktive Workshops, Beratungsrunden oder gemeinsame Planungssitzungen – in denen Forschende eingeladen werden, Erkenntnisse und Daten zu präsentieren, die direkt in lokale politische Entscheidungen einfließen können.

 

  1. Nutzung von Forschungsdaten zur Beeinflussung der Politikgestaltung auf lokaler Ebene. Ein entscheidender Bestandteil dieses Prozesses ist die Sicherstellung, dass Forschungsdaten für politische Entscheidungsträger relevant und zugänglich sind. Dies kann durch die Erstellung von Policy Briefs, Tools zur Datenvisualisierung und interaktiven Berichten erreicht werden, die komplexe Forschungsergebnisse in umsetzbare Erkenntnisse umwandeln. Forschende können mit Kommunalverwaltungen zusammenarbeiten, um wichtige Erkenntnisse hervorzuheben, die sich mit spezifischen regionalen Themen wie Nachhaltigkeit, wirtschaftliche Entwicklung und öffentliche Gesundheit befassen.

 

So könnten beispielsweise Forscher der Universität Granada sozioökonomische Forschungsergebnisse zu lokalen Entwicklungstrends im Zusammenhang mit der ökologischen und digitalen Wende präsentieren – wie nachhaltige Landnutzung, Klimaanpassung, die Digitalisierung öffentlicher Dienstleistungen oder die digitale Kluft – sowie Forschungsergebnisse zur Erhaltung des archäologischen Erbes und datengestützte Empfehlungen unterbreiten, die mit den politischen Zielen der Stadterneuerung oder des Kulturerhalts im Einklang stehen.

 

  1. Feedback und kontinuierliches Engagement. Eine erfolgreiche Verbindung zwischen Forschung und Politik erfordert kontinuierliches Engagement. Forschende sollten nicht nur ihre Ergebnisse teilen, sondern sich auch aktiv am Prozess der politischen Umsetzung beteiligen. Dies kann durch dialogorientierte Folgekonsultationen geschehen, wie beispielsweise Treffen oder Workshops mit politischen Entscheidungsträgern, die durch schriftliches Feedback oder kurze analytische Notizen ergänzt werden können. Diese Interaktionen ermöglichen es den Forschenden, zu beurteilen, wie ihre Erkenntnisse angewendet wurden, und ihre Strategien entsprechend anzupassen. Die kontinuierliche Interaktion zwischen Forschenden und politischen Entscheidungsträgern ermöglicht es, politische Maßnahmen zu verfeinern, sobald neue Daten vorliegen, und stellt sicher, dass Entscheidungen flexibel bleiben und auf sich wandelnde lokale Bedürfnisse reagieren können.

 

  1. Nutzung digitaler Plattformen für den kontinuierlichen Austausch. Digitale Plattformen wie die Website von Impronta Granada spielen eine entscheidende Rolle dabei, die Sichtbarkeit von Forschungsprojekten zu gewährleisten und sicherzustellen, dass Forschungsergebnisse für lokale Akteure kontinuierlich zugänglich sind. So ermöglichen es solche Plattformen den Forschern beispielsweise, Projektaktualisierungen, Ergebnisse und Empfehlungen zu teilen, wodurch es für lokale politische Entscheidungsträger einfacher wird, den Forschungsfortschritt zu verfolgen und ihre politischen Entscheidungen an die aktuellen Daten anzupassen.

 

Herausforderungen (und mögliche Lösungsansätze)

  • Komplexität der Forschungsdaten.

Wissenschaftliche Forschung ist oft komplex, und es kann eine Herausforderung sein, sie in klare, umsetzbare politische Empfehlungen für Kommunalverwaltungen zu übersetzen. Entscheidend für diesen Prozess ist es, sicherzustellen, dass Forschende in der Lage sind, ihre Ergebnisse zu vereinfachen und dabei ihre wissenschaftliche Integrität zu wahren. So müssen beispielsweise quantitative Forschungsergebnisse zu Bodengesundheit, Klimaanpassung oder digitaler Inklusion möglicherweise in klare Indikatoren, visuelle Zusammenfassungen oder Policy Briefs übersetzt werden, die die Auswirkungen auf die lokale Planung oder Bereitstellung von Dienstleistungen hervorheben, anstatt detaillierte methodische Erläuterungen zu liefern.

  • Einbindung von Interessengruppen.

Die Einbindung von politischen Entscheidungsträgern in den Forschungsprozess ist nicht immer einfach. Kommunalbehörden haben möglicherweise konkurrierende Prioritäten, und die Integration von Forschungsexpertise in politische Rahmenbedingungen kann erhebliche Anstrengungen erfordern, um bürokratische Hürden zu überwinden.

 

Aufgaben und Ressourcen

Wissenschaftler

  • Aufgaben

○ Präsentation von Forschungsergebnissen

○ Erstellung von Policy Briefs

○ Teilnahme an gemeinsamen Workshops mit politischen Entscheidungsträgern

  • Erforderliche Ressourcen

○ Zeit für die Verbreitung von Forschungsergebnissen und die Teilnahme an Veranstaltungen

○ Kommunikationsmittel zur Präsentation von Forschungsdaten gegenüber politischen Entscheidungsträgern

 

Manager*innen für Wissensaustausch und Forschung

  • Aufgaben

○ Koordination der Einbindung von Forschenden in die Zusammenarbeit mit lokalen politischen Entscheidungsträgern

○ Moderation von Workshops

○ Sicherstellung, dass Forschungsergebnisse zugänglich und für die Bedürfnisse der lokalen Verwaltung relevant sind

  • Erforderliche Ressourcen

○ Digitale Plattformen zur Verbreitung von Forschungsergebnissen und für kontinuierliches Feedback

○ Unterstützung bei der Organisation gemeinsamer Workshops und Konsultationen

 

Politische Entscheidungsträger

  • Aufgaben

o Einbeziehung von Forschungsdaten in die lokale Politik und Bereitstellung von Ressourcen für forschungsgestützte Initiativen.

  • Erforderliche Ressourcen

○ Politische Fachkompetenz zur Interpretation von Forschungsdaten und deren Einbeziehung in die Entscheidungsfindung

○ Finanzielle und administrative Ressourcen zur Unterstützung von Forschungsanträgen in lokalen Entwicklungsprojekten

 

Beispiele

UGR County Councils bezeichnet die von der Universität Granada (UGR) im Rahmen des Erasmus+-Projekts ENGAGEgreen geleitete Initiative, deren Ziel es ist, die Zusammenarbeit zwischen wissenschaftlichen Forschern, Kommunalverwaltungen und Akteuren aus den Gemeinden zu fördern. Im Mittelpunkt dieser Initiative steht die Auseinandersetzung regionaler Herausforderungen durch gemeinsam erarbeitete, forschungsbasierte Lösungen. Das zweite Impronta-Granada-Treffen ist die dritte Pilotveranstaltung, die von der UGR im Rahmen dieses Projekts organisiert wurde und bei der Forschende, politische Entscheidungsträger und lokale Gemeinschaften zusammenkamen, um Strategien für eine nachhaltige Entwicklung in ländlichen und städtischen Gebieten zu erörtern und zu entwickeln

Die Initiative „UGR County Councils“ spielte eine entscheidende Rolle bei der Vernetzung von Forschenden und politischen Entscheidungsträgern. Im Rahmen von Online-Vorbereitungssitzungen und interaktiven Workshops wurde die Initiative von der Universität Granada über ihre Strukturen zum Wissensaustausch koordiniert, die Forscher der UGR einluden, ihre Forschungsprojekte vorzustellen. Diese Projekte wurden in einer Excel-Datenbank erfasst und über die Impronta Granada-Website veröffentlicht. Die Website ermöglichte es politischen Entscheidungsträgern, die Profile der UGR-Forscher einzusehen, diese nach Kreisrat zu filtern und zu verstehen, inwiefern ihre Forschung mit den Bedürfnissen der regionalen Entwicklung übereinstimmte. Diese Bemühungen gipfelten im zweiten Impronta-Granada-Treffen, bei dem Forscher ihre Projekte in Kurzvorträgen präsentierten und direkt mit lokalen Behörden und Unternehmen in Kontakt traten, um die praktischen Anwendungsmöglichkeiten ihrer Forschungsergebnisse zu erörtern. Dieser Prozess stellte sicher, dass Forschungsdaten zugänglich und sichtbar waren und in den politischen Entscheidungsprozess auf lokaler Ebene integriert wurden.

 

Quellen und weiterführende Literatur

● Impronta-Granada-Website – Impronta-Granada-Akteurprofile und UGR-Projekte in den Bezirksräten.

● Offizielle Berichterstattung über das zweite Impronta Granada-Treffen – Veranstaltung „Universität und Territorium“: https://improntagranada.es/impronta/ii-impronta-granada-meeting-strengthens-the-university-territory-alliance-in-loja/

 

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