World Café Format
Worum geht es bei diesem Format?
- Die Rhein-Main-Universitäten organisierten eine World Café-Reihe zu den Themen Künstliche Intelligenz, Innovation und Klimawandel in Brüssel, in verschiedenen Städten in Deutschland sowie virtuell.
- Die Organisatoren ordneten jedem teilnehmenden Forschenden einen Tisch zu. Die Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung diskutierten in Kleingruppen jeweils mit einer oder einem Forschenden an jedem Tisch. Nach 45–60 Minuten angeregter Diskussion wechselten die Akteurinnen und Akteure in Politik und Verwaltung den Tisch, während die Forschenden sitzen blieben.
- Das Format ermöglichte effektive Diskussionen in kleinen Gruppen zwischen Akteurinnen und Akteuren aus Politik und Verwaltung sowie Forschenden aus unterschiedlichen Fachdisziplinen.
- Herausforderungen lagen u. a. in einer hohen Nichterscheinungsrate und in einem sehr unterschiedlichen Ausmaß der Vorbereitung der Teilnehmenden. Die Organisatorinnen und Organisatoren lernten, diese Herausforderungen einzuplanen.
Die erforderlichen Ressourcen auf einen Blick
Wie funktioniert das Format?
Das Format ermöglichte es Akteurinnen und Akteuren in Politik und Verwaltung, in kleinen Gruppen 2–3 Gespräche mit Forschenden zu führen. Das Team Transfer in Politik und Verwaltung der Goethe-Universität Frankfurt, welche die gemeinsamen Policy-Dialogformate der drei Rhein-Main-Universitäten Frankfurt, Mainz und Darmstadt koordiniert, organisierte eine Reihe von Präsenzveranstaltungen zu unterschiedlichen Aspekten von Künstlicher Intelligenz, u. a. zu Sicherheitsfragen, zu Wandel in Organisationen und Auswirkungen auf Unternehmen in Darmstadt, Brüssel, Berlin und Frankfurt.
Die Organisatoren informierten rund 90 Expertinnen und Experten für KI an den Rhein-Main-Universitäten über die Termine – 40 Forschende meldeten sich für die Veranstaltungen an. Die Forschenden wurden gebeten, drei zentrale Botschaften vorzubereiten, die den Akteurinnen und Akteuren in Politik und Verwaltung im Vorfeld zur Verfügung gestellt wurden.
Geeignete Akteurinnen und Akteure in Politik und Verwaltung wurden über Organigramme von Ministerien, Landesparlamenten, Behörden und politischen Parteien identifiziert. Etwa 300 Personen wurden eingeladen. Die Teilnehmenden aus Politik und Verwaltung wurden gebeten, im Vorfeld die zentralen Botschaften der Forschenden zu lesen.
Wir haben erwartet, dass 3–5 Akteurinnen und Akteure aus Politik und Verwaltung pro Tisch an den Diskussionen teilnehmen. Es wurden keine Moderatorinnen oder Moderatoren eingesetzt – was sich bewährte.
Das Format ermöglichte den Austausch zwischen Akteurinnen und Akteuren aus Politik und Verwaltung aus ganz unterschiedlichen Institutionen (z. B. Generaldirektionen der Europäischen Kommission, NATO, Landesvertretungen bei der EU, NGOs) und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Disziplinen wie Informatik, Rechtswissenschaft, Sozialpsychologie und Politikwissenschaft.
Herausforderungen (und wie man ihnen begegnet)
Etwa 30–40 % der angemeldeten Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung erschienen nicht, rund 20 % kamen verspätet oder verließen die Gespräche vorzeitig. Obwohl die Teilnehmenden im Vorfeld ihre Präferenzen angeben konnten, führte dies aufgrund des Nichterscheinens, der Verspätungen und der verfrühten Abreise mancher nicht zu einer gleichmäßigen Verteilung an den Tischen. Tische mussten spontan zusammengelegt werden. Einige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler waren zudem enttäuscht, dass nur die Hälfte der angemeldeten Personen tatsächlich an den Gesprächen teilnahm.
Zudem variierte die Vorbereitung stark: Einige Vertreterinnen und Vertrer aus Politik und Verwaltung hatten die Kernbotschaften im Vorfeld gelesen, viele jedoch nicht – manche hatten nicht einmal die Veranstaltungsbeschreibung gelesen. Vielen waren daher nicht bewusst, dass sie in kleinen Gruppen für 45-60 Minuten mit Forschenden sprechen würden.
Was haben wir daraus gelernt? Bei einer ähnlichen virtuellen Veranstaltung zu Biodiversität, Klimawandel und Innovation informierten wir die Forschenden im Vorfeld über unsere bisherigen Erfahrungen. Wir kündigten an, virtuelle Kleingruppen bei Nichterscheinen und Verspätungen zusammenlegen zu müssen – was akzeptiert wurde.
Außerdem sagten wir den Forschenden, dass sie damit rechnen sollten, in kleinen Gruppen mit Akteurinnen und Akteuren aus Politik und Verwaltung zu diskutieren, die die Kernbotschaften im Vorfeld nicht gelesen hatten. Daher baten wir die Forschenden, ihre Kernbotschaften zu Beginn der Kleingruppendiskussionen zu formulieren, um die Gespräche in Gang zu bringen.
Aufgaben und Ressourcen
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
Die Forschenden mussten im Vorfeld 2–4 Kernbotschaften formulieren (Beispiele sind hier verfügbar). Außerdem nahmen sie an den Kleingruppengesprächen teil.
Mitarbeitende im Wissenstransfer oder Wissenschaftsmanagement (Unterstützungsstrukturen)
Das Referat für den Austausch mit Politik und Verwaltung an der Universität Frankfurt informierte Institutionen der Politik und Verwaltung sowie Forschende über das Format. Es wurden Webseiten und Booklets mit Kurzprofilen und zentralen Botschaften der Forschenden für vier Events erstellt. Zudem mussten Besprechungsräume in Frankfurt, Darmstadt, Brüssel und Berlin organisiert werden.
Akteurinnen und Akteure in Politik und Verwaltung
Die Vorbereitung beschränkte sich auf das Lesen der zentralen Botschaften und Kurzprofile der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf deren Webseiten bzw. in den Booklets. Die Kleingruppengespräche fanden am Nachmittag statt und dauerten drei bis vier Stunden.
Finanzierung der Maßnahme
An jeder Veranstaltung nahmen etwa 35 Personen aus Wissenschaft und Politik/Verwaltung teil. Es wurden Kosten für Catering übernommen (u. a. ordentliches Mittag- oder Abendessen). Trotz der höheren Kosten erwiesen sich Kaffeepausen und gemeinsame Mahlzeiten als sehr gute Gelegen-heiten für informelle Gespräche und Vernetzung. Die Reisekosten für 16 Forschende nach Berlin und Brüssel wurden durch eine Förderung des Bundesministeriums für Wissenschaft getragen.
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