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Wie lässt sich wissenschaftliche Expertise mit der politischen Entscheidungsfindung verbinden?

Die wichtigsten Merkmale auf einen Blick

  • Ziel: Schaffung eines klaren Rahmens für die effektive Verbindung von akademischer Forschung und Politikgestaltung, um sicherzustellen, dass Forschungsdaten als Grundlage für lokale Entscheidungen dienen
  • Ansatz: Zu den Strategien gehören der regelmäßige Austausch zwischen Forschenden und politischen Entscheidungsträgern, die Verbreitung von Daten durch interaktive Workshops und Konsultationen sowie die Nutzung digitaler Plattformen, um ein kontinuierliches Feedback zu gewährleisten
  • Ergebnis: Die Entwicklung datengestützter politischer Maßnahmen, die mit den lokalen Entwicklungszielen im Einklang stehen und die öffentlichen Dienstleistungen, das Wirtschaftswachstum und die Nachhaltigkeit auf regionaler Ebene verbessern

Beschreibung

Die Verknüpfung von Forschungskompetenz mit der Politikgestaltung auf lokaler Ebene ist unerlässlich, um sicherzustellen, dass wissenschaftliche Erkenntnisse direkt in politische Entscheidungen einfließen, die die regionale Entwicklung beeinflussen.

Dieser Prozess beinhaltet die Überbrückung der Kluft zwischen wissenschaftlicher Forschung und praktischen, realisierbaren Lösungen, die politische Entscheidungsträger umsetzen können. Durch die Einbindung der Forschung in Entscheidungsprozesse wird es möglich, evidenzbasierte politische Maßnahmen zu entwickeln, die nicht nur auf Daten basieren, sondern auch auf die lokalen Bedürfnisse zugeschnitten sind.

Dieser Beitrag untersucht Strategien, um Forschende mit lokalen politischen Entscheidungsträgern zu vernetzen, eine effektive Kommunikation zu fördern und Forschungsdaten zur Gestaltung politischer Entscheidungen zu nutzen.

 

Wie funktioniert dieses Format?

  1. Interaktion zwischen Forschenden und politischen Entscheidungsträgern.

Der Prozess wird in der Regel von Wissensvermittlern oder Forschungsmanagern innerhalb der Universität initiiert und koordiniert, die als Vermittler zwischen Forschenden und politischen Entscheidungsträgern fungieren. Sie richten regelmäßige Kommunikationskanäle ein – wie interaktive Workshops, Beratungsrunden oder gemeinsame Planungssitzungen – in denen Forschende eingeladen werden, Erkenntnisse und Daten zu präsentieren, die direkt in lokale politische Entscheidungen einfließen können.

 

  1. Nutzung von Forschungsdaten zur Beeinflussung der Politikgestaltung auf lokaler Ebene. Ein entscheidender Bestandteil dieses Prozesses ist die Sicherstellung, dass Forschungsdaten für politische Entscheidungsträger relevant und zugänglich sind. Dies kann durch die Erstellung von Policy Briefs, Tools zur Datenvisualisierung und interaktiven Berichten erreicht werden, die komplexe Forschungsergebnisse in umsetzbare Erkenntnisse umwandeln. Forschende können mit Kommunalverwaltungen zusammenarbeiten, um wichtige Erkenntnisse hervorzuheben, die sich mit spezifischen regionalen Themen wie Nachhaltigkeit, wirtschaftliche Entwicklung und öffentliche Gesundheit befassen.

 

So könnten beispielsweise Forscher der Universität Granada sozioökonomische Forschungsergebnisse zu lokalen Entwicklungstrends im Zusammenhang mit der ökologischen und digitalen Wende präsentieren – wie nachhaltige Landnutzung, Klimaanpassung, die Digitalisierung öffentlicher Dienstleistungen oder die digitale Kluft – sowie Forschungsergebnisse zur Erhaltung des archäologischen Erbes und datengestützte Empfehlungen unterbreiten, die mit den politischen Zielen der Stadterneuerung oder des Kulturerhalts im Einklang stehen.

 

  1. Feedback und kontinuierliches Engagement. Eine erfolgreiche Verbindung zwischen Forschung und Politik erfordert kontinuierliches Engagement. Forschende sollten nicht nur ihre Ergebnisse teilen, sondern sich auch aktiv am Prozess der politischen Umsetzung beteiligen. Dies kann durch dialogorientierte Folgekonsultationen geschehen, wie beispielsweise Treffen oder Workshops mit politischen Entscheidungsträgern, die durch schriftliches Feedback oder kurze analytische Notizen ergänzt werden können. Diese Interaktionen ermöglichen es den Forschenden, zu beurteilen, wie ihre Erkenntnisse angewendet wurden, und ihre Strategien entsprechend anzupassen. Die kontinuierliche Interaktion zwischen Forschenden und politischen Entscheidungsträgern ermöglicht es, politische Maßnahmen zu verfeinern, sobald neue Daten vorliegen, und stellt sicher, dass Entscheidungen flexibel bleiben und auf sich wandelnde lokale Bedürfnisse reagieren können.

 

  1. Nutzung digitaler Plattformen für den kontinuierlichen Austausch. Digitale Plattformen wie die Website von Impronta Granada spielen eine entscheidende Rolle dabei, die Sichtbarkeit von Forschungsprojekten zu gewährleisten und sicherzustellen, dass Forschungsergebnisse für lokale Akteure kontinuierlich zugänglich sind. So ermöglichen es solche Plattformen den Forschern beispielsweise, Projektaktualisierungen, Ergebnisse und Empfehlungen zu teilen, wodurch es für lokale politische Entscheidungsträger einfacher wird, den Forschungsfortschritt zu verfolgen und ihre politischen Entscheidungen an die aktuellen Daten anzupassen.

 

Herausforderungen (und mögliche Lösungsansätze)

  • Komplexität der Forschungsdaten.

Wissenschaftliche Forschung ist oft komplex, und es kann eine Herausforderung sein, sie in klare, umsetzbare politische Empfehlungen für Kommunalverwaltungen zu übersetzen. Entscheidend für diesen Prozess ist es, sicherzustellen, dass Forschende in der Lage sind, ihre Ergebnisse zu vereinfachen und dabei ihre wissenschaftliche Integrität zu wahren. So müssen beispielsweise quantitative Forschungsergebnisse zu Bodengesundheit, Klimaanpassung oder digitaler Inklusion möglicherweise in klare Indikatoren, visuelle Zusammenfassungen oder Policy Briefs übersetzt werden, die die Auswirkungen auf die lokale Planung oder Bereitstellung von Dienstleistungen hervorheben, anstatt detaillierte methodische Erläuterungen zu liefern.

  • Einbindung von Interessengruppen.

Die Einbindung von politischen Entscheidungsträgern in den Forschungsprozess ist nicht immer einfach. Kommunalbehörden haben möglicherweise konkurrierende Prioritäten, und die Integration von Forschungsexpertise in politische Rahmenbedingungen kann erhebliche Anstrengungen erfordern, um bürokratische Hürden zu überwinden.

 

Aufgaben und Ressourcen

Wissenschaftler

  • Aufgaben

○ Präsentation von Forschungsergebnissen

○ Erstellung von Policy Briefs

○ Teilnahme an gemeinsamen Workshops mit politischen Entscheidungsträgern

  • Erforderliche Ressourcen

○ Zeit für die Verbreitung von Forschungsergebnissen und die Teilnahme an Veranstaltungen

○ Kommunikationsmittel zur Präsentation von Forschungsdaten gegenüber politischen Entscheidungsträgern

 

Manager*innen für Wissensaustausch und Forschung

  • Aufgaben

○ Koordination der Einbindung von Forschenden in die Zusammenarbeit mit lokalen politischen Entscheidungsträgern

○ Moderation von Workshops

○ Sicherstellung, dass Forschungsergebnisse zugänglich und für die Bedürfnisse der lokalen Verwaltung relevant sind

  • Erforderliche Ressourcen

○ Digitale Plattformen zur Verbreitung von Forschungsergebnissen und für kontinuierliches Feedback

○ Unterstützung bei der Organisation gemeinsamer Workshops und Konsultationen

 

Politische Entscheidungsträger

  • Aufgaben

o Einbeziehung von Forschungsdaten in die lokale Politik und Bereitstellung von Ressourcen für forschungsgestützte Initiativen.

  • Erforderliche Ressourcen

○ Politische Fachkompetenz zur Interpretation von Forschungsdaten und deren Einbeziehung in die Entscheidungsfindung

○ Finanzielle und administrative Ressourcen zur Unterstützung von Forschungsanträgen in lokalen Entwicklungsprojekten

 

Beispiele

UGR County Councils bezeichnet die von der Universität Granada (UGR) im Rahmen des Erasmus+-Projekts ENGAGEgreen geleitete Initiative, deren Ziel es ist, die Zusammenarbeit zwischen wissenschaftlichen Forschern, Kommunalverwaltungen und Akteuren aus den Gemeinden zu fördern. Im Mittelpunkt dieser Initiative steht die Auseinandersetzung regionaler Herausforderungen durch gemeinsam erarbeitete, forschungsbasierte Lösungen. Das zweite Impronta-Granada-Treffen ist die dritte Pilotveranstaltung, die von der UGR im Rahmen dieses Projekts organisiert wurde und bei der Forschende, politische Entscheidungsträger und lokale Gemeinschaften zusammenkamen, um Strategien für eine nachhaltige Entwicklung in ländlichen und städtischen Gebieten zu erörtern und zu entwickeln

Die Initiative „UGR County Councils“ spielte eine entscheidende Rolle bei der Vernetzung von Forschenden und politischen Entscheidungsträgern. Im Rahmen von Online-Vorbereitungssitzungen und interaktiven Workshops wurde die Initiative von der Universität Granada über ihre Strukturen zum Wissensaustausch koordiniert, die Forscher der UGR einluden, ihre Forschungsprojekte vorzustellen. Diese Projekte wurden in einer Excel-Datenbank erfasst und über die Impronta Granada-Website veröffentlicht. Die Website ermöglichte es politischen Entscheidungsträgern, die Profile der UGR-Forscher einzusehen, diese nach Kreisrat zu filtern und zu verstehen, inwiefern ihre Forschung mit den Bedürfnissen der regionalen Entwicklung übereinstimmte. Diese Bemühungen gipfelten im zweiten Impronta-Granada-Treffen, bei dem Forscher ihre Projekte in Kurzvorträgen präsentierten und direkt mit lokalen Behörden und Unternehmen in Kontakt traten, um die praktischen Anwendungsmöglichkeiten ihrer Forschungsergebnisse zu erörtern. Dieser Prozess stellte sicher, dass Forschungsdaten zugänglich und sichtbar waren und in den politischen Entscheidungsprozess auf lokaler Ebene integriert wurden.

 

Quellen und weiterführende Literatur

● Impronta-Granada-Website – Impronta-Granada-Akteurprofile und UGR-Projekte in den Bezirksräten.

● Offizielle Berichterstattung über das zweite Impronta Granada-Treffen – Veranstaltung „Universität und Territorium“: https://improntagranada.es/impronta/ii-impronta-granada-meeting-strengthens-the-university-territory-alliance-in-loja/

 

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Face-to-Face: Policy Fellowship Programme der Rhein-Main-Universitäten

Zentrale Merkmale auf einen Blick

  • Die Policy Fellowship Programme der Rhein-Main-Universitäten Darmstadt, Frankfurt und Mainz ermöglichen es Akteurinnen und Akteuren aus Politik und Verwaltung – etwa aus Landesministerien und Bundesministerien, der Europäischen Kommission und internationalen Organisationen, aus Nichtregierungsorganisationen sowie Journalistinnen und Journalisten – die Rhein-Main-Universitäten zu besuchen und persönliche Gespräche mit Forschenden zu führen.
  • Die Initiativen zielen darauf ab, Praktikerinnen und Praktikern wissenschaftliche Expertise zu den Themen bereitzustellen, mit denen sie sich beschäftigen, während Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Policy-Perspektiven auf ihre Forschung kennenlernen.
  • Bilanz: Seit 2016 haben 250 Vertreterinnen und Vertreter aus der Praxis 3.340 Gespräche mit Forschenden geführt.

Wie funktioniert das Format?

Die Rhein-Main-Universitäten – ein Zusammenschluss der Technischen Universität Darmstadt, der Goethe-Universität Frankfurt und der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz – fördern den Dialog zwischen Forschenden unterschiedlicher Disziplinen und Akteurinnen und Akteuren aus Politik und Verwaltung durch persönliche Gespräche. Dafür wurden drei Policy Fellowship Programme etabliert: das Mercator Science-Policy Fellowship Programme, das Science Meets Regions Fellowship sowie das ENGAGE Policy Fellowship.

Diese Programme folgen einer sehr ähnlichen Struktur: Die Rhein-Main-Universitäten veröffentlichen Ausschreibungen (Calls for Application) an Landes- und Bundeseinrichtungen, EU-Institutionen, internationale Organisationen, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Medien.

Bei der Bewerbung müssen die interessierten Vertreterinnen und Vertreter aus der Praxis in Motivationsschreiben darlegen, wie ihre Arbeit mit dem Austausch mit Forschenden profitieren kann. Zudem müssen sie eine Liste von Fragen einreichen, die sie mit unseren Forschenden diskutieren möchten. Nach Aufnahme in das Programm erhalten die Teilnehmenden eine umfassende Liste mit Forschenden, mit denen sie sich treffen können. Die Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung geben Feedback zur Liste. Das Team Transfer in Politik und Gesellschaft an der Universität Frankfurt koordiniert die Treffen zwischen Forschenden und Akteurinnen und Akteuren aus Politik und Verwaltung.

Jede Fellowship-Kohorte besucht gemeinsam zweimal die Region Frankfurt/Rhein-Main. Akteure in Politik und Verwaltung haben rund acht Gespräche mit Forschenden pro Besuch. Hat ein Policy Fellow künftig Bedarf an Expertise, steht bereits ein Netzwerk von 16 Forschenden zur Verfügung, die sie getroffen haben und fragen können. Umgekehrt können auch die Forschenden Kontakt zu Ihren Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartnern aus der Praxis aufnehmen, um sie über aktuelle Forschungsergebnisse zu informieren. Unsere Auswertungen zeigen: Die teilnehmenden Akteurinnen und Akteure aus Politik und Verwaltung sowie die Forschenden sind mit den Programmen sehr zufrieden. Beide Seiten schätzen insbesondere die Zeiteffizienz und organisatorische Unterstützung durch das Team für den Austausch mit Politik und Verwaltung.

Diese persönlichen Gespräche führten zu zahlreichen Folgeaktivitäten wie gemeinsamen Veranstaltungen, Vorträgen von Forschenden bei Institutionen aus Politik und Verwaltung sowie zu Verbundforschungsprojekten in der Forschung.

Unser Fellowship Programm bringt Fachleute in hunderten Gesprächen mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zusammen, die sie sonst nie kennengelernt hätten. Unsere Evaluationen zeigen, dass etwa die Hälfte der Forschenden vor ihrer Teilnahme an unserem Programm keinen oder nur gelegentlichen Kontakt mit Akteurinnen und Akteuren aus Politik und Verwaltung hatte. Die gleiche Beobachtung trifft auf die teilnehmenden Akteurinnen und Akteure aus Politik und Verwaltung zu.

Die Dialoginitiative zeigt somit das große Potenzial von Programmen, die Forschende sowie Akteurinnen und Akteure aus Politik und Verwaltung zusammenbringen.

 

Herausforderungen (und wie man ihnen begegnet)

Eine sehr praktische Herausforderung ist die Terminierung der Gespräche mit unseren Forschenden, die häufig nicht täglich an den Universitäten präsent sind. Daher beginnen wir mit der Planung bereits drei Monate im Voraus.

Eine weitere Herausforderung besteht in dem Verständnis der Forschenden darüber, wie divers die Policy Fellows sind: Manche verfügen über tiefgehendes Fachwissen über die Themen, die sie diskutieren möchten; sie stellen gezielte Fragen wie „Wie beeinflusst die Nutzung von Smartphones die Lesekompetenz von Kindern in der Grundschule?“. Andere wiederum interessieren sich für eher „große Fragen“ in ihrem Politikfeld (z.B. „Wie stabil sind Finanzmärkte?“) – während einige Policy Fellows die Zeit nutzen, um sich einen Überblick über unvertraute Themen zu schaffen (z.B. „Was sind Algorithmen?“).

Umgekehrt sprechen manche Akteurinnen und Akteure aus Politik und Verwaltung mit Forschenden, die bereits viel Erfahrung im Bereich Politikgestaltung haben, während andere zum ersten Mal mit Akteurinnen und Akteure aus Politik und Verwaltung sprechen.

Wir haben FAQ-Listen für Akteurinnen und Akteure aus Politik und Verwaltung sowie Forschende vorbereitet und sie über das Programm mittels bilateraler Telefonate, Zoom-Gespräche und Einführungstreffen (Induction Event) informiert.

 

Aufgaben und Ressourcen

Forschende

Für Forschende sind die Programme sehr effizient: Da die Gespräche informell sind, müssen sie nicht viel Zeit in die Vorbereitung investieren – lediglich die Themen der Policy Fellows sollten im Vorfeld gelesen werden.

Mitarbeitende im Wissenstransfer oder Wissenschaftsmanagement (Unterstützungsstrukturen)

Die Rhein-Main-Universitäten haben zwei neue Stellen geschaffen, um ihre Policy-Dialogformate zu koordinieren. Die Aufgaben umfassen das Bewerbungsmanagement, die Auswahl geeigneter Expertinnen und Experten für Akteurinnen und Akteure in Politik und Verwaltung, die Unterstützung bei organisatorischen Fragen, die Terminierung von rund 350 Gesprächen pro Jahr und anderes. Die Programme sind in Bezug auf die Unterstützungsstrukturen ressourcenintensiv, da rund 16 Gespräche individuell auf die Bedürfnisse eines Policy Fellow abgestimmt werden.

Akteurinnen und Akteure aus Politik und Verwaltung

Die Akteurinnen und Akteure aus Politik und Verwaltung müssen eine Bewerbung einreichen, was einige Stunden Vorbereitungszeit erfordert. Zudem wird empfohlen, für jedes der 16 Gespräche mit den Forschenden etwa 30 Minuten Vorbereitung einzuplanen. Die Gespräche mit den Forschenden werden dann durchführt. Die Policy Fellows werden um Teilnahme an Vorbereitungsveranstaltungen, einem Feedback-Gespräch sowie zwei Evaluationsrunden gebeten.

Erforderliche Finanzierung

Rund 80 % unseres Budgets werden für die Finanzierung von zwei Vollzeitstellen ausgegeben.          Ein kleineres Budget für gemeinsame Veranstaltungen, Öffentlichkeitsarbeit und Reisen steht zur Verfügung.

Die Stiftung Mercator finanziert etwa 60 % unserer Mittel. Die EU und die drei Rhein-Main-Universitäten steuern jeweils rund 20 % bei. Die Policy Fellows übernehmen die Kosten für die Reise in die Region Frankfurt/Rhein-Main, Unterkunft und Abendessen.

Wir fordern keine Teilnahmegebühren von den Policy Fellows; andere Institutionen, wie zum Beispiel das Centre for Science and Policy der Universität Cambridge oder die ETH Zürich, tun dies für ihre Policy Dialog Projekte.

 

Quellen und weiterführende Literatur

Tome Sandevski. Wie die Rhein-Main-Universitäten den Wissensaustausch zwischen Forschern und politischen Entscheidungsträgern durch persönliche Treffen fördern. Blog „Knowledge of Policy“. 15. August 2023. https://knowledge4policy.ec.europa.eu/blog/how-rhine-main-universities-promote-knowledge-exchange-between-researchers-policymakers-face-0_en

 

Kontakt

Tome Sandevski

Head of Policy Engagement Unit

Goethe-University Frankfurt

Science-policy@uni-frankfurt.de

 

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Bilinguales Webinar: Agrar- und Ernährungspolitik: Ein Vergleich zwischen Frankreich und Italien

Zentrale Merkmale im Überblick

  • Zweisprachige Webinare sind das ideale Format, um Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen mit lokalen/regionalen Akteuren und Akteurinnen in Politik und Verwaltung virtuell zusammenzubringen und Sprachbarrieren zu überwinden.
  • Die Online-Komponente und die kurze Dauer (maximal 1,5 Stunden) ermöglichen zeitliche Flexibilität, was den oft vollen Terminkalendern der Beteiligten entgegenkommt.
  • Online-Formate wie Webinare sind in Bezug auf Zeit, Kosten und Inklusivität nachhaltiger als persönliche transnationale Treffen.
  • Die FAQs sowie Kommentare auf den Plattformen ermöglichen die Interaktion mit einem breiteren Publikum, wie beispielsweise der Zivilgesellschaft.

Wie funktioniert das Format?

Die Université Lumière Lyon 2 und die Ca’ Foscari Universität Venedig haben das Format des zweisprachigen Webinars erprobt, im Rahmen des Erasmus+-Projektes ENGAGEgreen: Enhancing Institutional Capacities for Policy Engagement for Green and Digital Transitions.

Diese Art von Webinar-Format, ergänzt durch Fernsimultandolmetschen (RSI), ermöglicht es lokalen und regionalen Akteuren und Akteurinnen in Politik und Verwaltung, die möglicherweise nicht vertraut genug damit sind, eine Diskussion in einer anderen Sprache zu führen, aktiv am Webinar teilzunehmen.

Durch ihre Inklusivität tragen zweisprachige Webinare dazu bei, stärkere Beziehungen zwischen den gastgebenden Institutionen und den Vertretenden aus Politik und Verwaltung zu fördern, wodurch das Netzwerk erweitert und auch die Zivilgesellschaft in die Diskussion einbezogen wird.

 

Teilnehmende (einschließlich Organisatoren und Referenten):

10 Forschende

1 Studierende/r

9 NGO/Zivilgesellschaft

7 Universitätsmitarbeitende (Forschungs-/Projektleiter)

4 Sonstige (Freiberufler, Unternehmen, Unternehmerverband Coldiretti)

 

Vor dem Webinar:

Zur Vorbereitung der Webinare treffen sich die gastgebenden Institutionen online zu bilateralen Gesprächen, um gemeinsame Themen, mögliche Referenten und Referentinnen und die Zielgruppe festzulegen.

Anschließend vereinbaren die gastgebenden Institutionen mit den Referierenden die Tagesordnung und die jedem Referenten oder jeder Referentin zugewiesenen Zeitfenster, die in das Online-Anmeldeformular und die Kommunikationsmaterialien aufgenommen werden. Diese sollen auf Websites und in sozialen Medien geteilt werden.

Es ist ratsam, dem Dolmetscher die Präsentationen oder andere Begleitmaterialien im Vorfeld zur Verfügung zu stellen.

Die für dieses Webinar-Format gewählte Videokonferenzplattform ist Zoom. Sie ermöglicht Fernsimultanübersetzungen, die Erstellung und Anpassung eines Anmeldeformulars sowie automatische Erinnerungen an die Teilnehmenden (z. B. 1 Woche, 1 Tag und 1 Stunde vor der Veranstaltung) sowie Folge-E-Mails und Umfragen.

15 Minuten vor Beginn des Webinars startet der Forschungsleitende (oder ein anderer Mitarbeitender) gemeinsam mit dem Referierenden, dem/der ModeratorIn und dem/der DolmetscherIn eine „Zoom-Probesitzung“. Damit soll sichergestellt werden, dass alle technischen Aspekte wie Ton, Sprachauswahl und das Teilen von Präsentationen reibungslos funktionieren.

 

Während des Webinars:

Während eines einstündigen Webinars stellen drei Referierende (idealerweise ein/e ModeratorIn, ein Forschender und ein Mitarbeitender aus Politik und Verwaltung aus den jeweiligen Regionen/Ländern) kurz ihre Fallbeispiele vor und die damit verbundenen Herausforderungen. Anschließend folgt eine offene Diskussionsrunde, und zum Abschluss werden Fragen aus dem Publikum beantwortet.

Dank der Unterstützung der Fernsimulation RSI, das die Gespräche in Echtzeit übersetzt, können die Teilnehmenden des Webinars der Diskussion ohne Unterbrechungen und ohne mögliche Missverständnisse beim Hören oder Sprechen in einer Fremdsprache folgen.

Forschungsmanager (oder andere Verwaltungsmitarbeitende) können die Moderation des Webinars im Hintergrund unterstützen, z. B. durch die Auswahl von Fragen der Teilnehmenden, und den Referierenden und Übersetzenden bei technischen Problemen zur Seite stehen.

 

Der Ablauf des Programms ist wie folgt:

15 Minuten vor Beginn – Probe mit Referenten, Moderator und Dolmetscher

5 Minuten Begrüßung und Projektvorstellung

15 Minuten für den Vortrag von Referent 1

15 Minuten für den Vortrag von Referent 2

5–10 Minuten Diskussion unter den Referenten

10 Minuten für die Fragerunde

(Es wird empfohlen, die Gesamtdauer der Webinare auf unter 2 Stunden zu beschränken).

 

Nach dem Webinar:

Im Anschluss an das Webinar werden Beiträge in den sozialen Medien veröffentlicht, um die Ergebnisse der Diskussion zu kommunizieren. An alle Teilnehmenden wird eine automatische Follow-up-E-Mail versendet, die einen kurzen Bewertungsfragebogen sowie den Link zur Website des ENGAGEgreen-Projekts enthält.

Dieses Webinar-Format kann auch mit anderen Projektpartnern oder Interessengruppen wiederholt oder jährlich als Follow-up durchgeführt werden, um den aktuellen Stand der diskutierten Themen zu erfassen.

 

Herausforderungen (und mögliche Lösungen)

  • Identifizierung von Themen die für beide nationalen Institutionen von Interesse sind. Maßnahmen zur Bewältigung: gemeinsame Forschungsbereiche beobachten, bei anderen Fachbereichen/Einheiten der Universität nach Wissenschaftlern/Forschenden suchen, die einbezogen werden können; das bereits bestehende Netzwerk von politischen Akteuren kontaktieren.
  • Abstimmung der Terminkalender der Referierenden. Maßnahmen zur Risikominderung: Schlagen Sie rechtzeitig vor dem endgültigen Termin des Webinars mehrere Termine und Zeitfenster vor. Vereinbaren Sie vorbereitende und regelmäßige Treffen, um die Tagesordnung festzulegen und alle auf dem Laufenden zu halten.
  • Möglichkeit, die Anzahl der Sprachen und Referierenden zu erhöhen, was jedoch eine längere Dauer und höhere Übersetzungskosten mit sich bringt. Maßnahmen zur Risikominderung: Prüfen Sie die Möglichkeit, KI-Tools zur Erstellung von Untertiteln oder zur Übersetzung einzusetzen.
  • Erstellung von Werbematerial in beiden Sprachen und Durchführung paralleler Werbung sowohl online als auch offline. Kostenreduzierung: Erstellen Sie einige Entwürfe für Plakate/Werbematerial in einer gemeinsamen Sprache (z. B. Englisch) und lassen Sie diese von jedem Partner in die jeweilige Muttersprache übersetzen. Darüber hinaus sollten alle das Werbematerial über die jeweiligen Netzwerke/spezielle Mailinglisten verbreiten.

 

Aufgaben und Ressourcen

Projektteam

Die Mitarbeitenden der Abteilung, die direkt an dem bestimmten Projekt beteiligt sind, arbeiten mit anderen Bereichen der Universität/Institution zusammen, um die am besten geeigneten Referierenden zum gewählten Thema auszuwählen, sowohl aus der Wissenschaft als auch aus dem Kreis des Umfelds aus Politik und Verwaltung und anderer Organisationen und Interessengruppen.

Wissenstransfermanager und Forschungsmanager

Wissenstransfermanager und Forschungsmanager spielen eine Schlüsselrolle in allen Phasen der Organisation von Webinaren, von bilateralen Vorbesprechungen bis hin zur Nachbesprechung nach dem Webinar. Sie können dabei helfen, mögliche Themen zu identifizieren und die Ausarbeitung des Programms zu koordinieren.

Darüber hinaus können sie bei der Organisation des Webinars unterstützen, beispielsweise bei der Auswahl der Plattform und der Einrichtung des Webinars, der Kontaktaufnahme mit Dolmetschenden oder der Moderation der Sitzung. Zudem können sie mit Kommunikationsstellen zusammenarbeiten, um bei der Vorbereitung von Pressemitteilungen und Social-Media-Beiträgen vor oder nach den Webinaren zu unterstützen

Referenten: Wissenschaftler/Forschende und Interessengruppen

Forschende: Die Forschenden benötigen ein klares Verständnis des Kontexts, in dem sie sprechen. Ihr Beitrag sollte ein Gleichgewicht zwischen wissenschaftlicher Genauigkeit und Relevanz für die Politikgestaltung herstellen. Sie sollten hochwertige wissenschaftliche Inhalte liefern – nichts, was für das Publikum selbstverständlich ist –, und gleichzeitig sicherstellen, dass diese für Nichtwissenschaftler zugänglich sind. Außerdem müssen sie sich an den für Online-Veranstaltungen typischen rasanten Zeitplan halten.

Interessengruppe/Organisation: Es ist wichtig, Personen einzubeziehen, die einen bestimmten Sektor (z. B. einen Wirtschaftssektor) vertreten und effektiv mit Forschenden interagieren können. Dies erfordert eine ausreichend solide Wissensbasis, um die vorgestellten wissenschaftlichen Themen zu verstehen und sinnvoll zu diskutieren.

Moderierende: Angesichts der Komplexität der Verbindung von Forschung und Politik besteht die Rolle des Moderators oder der Moderatorin darin, die Diskussion auf die Ziele des Webinars auszurichten. Die Person sollte in der Lage sein, die Referierenden wieder auf die beabsichtigten Ziele zurückzuführen, falls die Diskussion davon abweicht.

 

Erforderliche Finanzierung für ein bilinguales Webinar

Falls die gastgebende Einrichtung nicht über eine lizenzierte Version von Zoom verfügt, die das Webinar-Format ermöglicht, können Upgrade-Kosten anfallen.

Angesichts des zweisprachigen Charakters dieses Webinar-Formats sind Kosten für das Fern-Simultandolmetschen erforderlich. Eine KI-generierte Übersetzung wurde bislang nicht in Betracht gezogen.

 

Beispiele

Ca’ Foscari University of Venice website

Université Lumière Lyon 2 website

 

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Austausch mit der Alumni-Community des Studiengangs Politikwissenschaft

Zentrale Merkmale auf einen Blick

Die Veranstaltung Engaging Green Policy Decision Making, organisiert vom Projektteam von ENGAGEgreen der Universität Ca’ Foscari Venedig und dessen Alumni-Gruppe in Brüssel sowie ausgerichtet von Ca’ Veneto (Sitz der Region Venetien in Brüssel), empfing Teilnehmende aus der Alumni-Community, die in den politischen Hauptstädten Europas leben und arbeiten und voraussichtlich in politischen Entscheidungsgremien oder ähnlichen Einrichtungen in Politik und Verwaltung tätig sind.

Die informelle Networking-Veranstaltung fand zeitgleich mit der ENGAGEgreen Dissemination and Stakeholders Conference statt und brachte Teilnehmer aus einem bereits bestehenden Kontaktpool (Alumni) zusammen. Da sie bereits mit der Universität und der Region (subnationale italienische Regierungsbehörde) vertraut waren, war die Wahrscheinlichkeit ihrer Teilnahme höher, was ihnen eine gute Gelegenheit bot, wieder miteinander in Kontakt zu treten und die Themen des Projekts zu erörtern.

Das Programm umfasst einen Dialog zwischen einem Moderator oder einer Moderatorin und einem am Projekt beteiligten Forschenden, bei dem erstere die Diskussion mit Fragen zum gewählten Thema leiten und Fragen aus dem Publikum entgegennehmen.

Wie funktioniert dieses Format?

Vor der Veranstaltung

Es werden vorbereitende Treffen zwischen dem Projektteam und der gastgebenden Einrichtung organisiert, um die Initiative vorzustellen, die Hintergründe für die Veranstaltung zu erläutern und Datum, Uhrzeit sowie die verfügbaren Unterstützungsmaßnahmen festzulegen.

Infolgedessen einigen sich die Organisatoren auf die Konzeption einer Veranstaltung, die die Form einer akademischen Veranstaltung mit der Ungezwungenheit eines gemeinsamen Erfahrungsaustausches verbindet.

Angesichts des vollen Terminkalenders während eines Arbeitstages wurde die Veranstaltung außerhalb der Arbeitszeiten organisiert; im Anschluss bot die gastgebende Einrichtung einen kleinen geselligen Empfang an.

Es sind ein oder mehrere Treffen mit Alumni-Vertretenden erforderlich, um sich über Themen, Referenten und die Werbung für die Veranstaltung abzustimmen.

Schließlich die Kommunikationsmaßnahmen: ein LinkedIn-Veranstaltungsbeitrag des Ca‘ Foscari Alumni Brüssel sowie Werbung durch die Referenten und Organisatoren.

Während der Veranstaltung

Alle Organisatoren treffen sich etwas vorzeitig, um die letzten Rahmenbedingungen und den Ablaufplan festzulegen und die Teilnehmenden zu begrüßen. Da es sich um eine informelle Veranstaltung handelt, ist keine Anmeldung erforderlich.

Nach der Veranstaltung

Die organisierende Universität sendet eine Dankesnachricht an die Mitveranstaltenden sowie eine weitere an die Teilnehmenden, in der sie diese einlädt, die Projekt-Updates in den sozialen Medien zu verfolgen, und sie bittet, einen kurzen Fragebogen auszufüllen, um Feedback zu verschiedenen Aspekten der Veranstaltung zu geben.

 

Herausforderungen (und Lösungsansätze)

  • Unsicherheit bezüglich der Teilnehmendenzahl und des Platzbedarfs; Maßnahmen zur Risikominderung: Einrichten eines Anmeldeformulars mit einer Frist, damit die Anzahl der potenziellen Teilnehmenden mindestens einen Tag im Voraus bekannt ist
  • In der Region ansässige Alumni; Maßnahmen zur Risikominderung: Vorab prüfen, ob eine Alumni-Gemeinschaft vorhanden ist; falls nicht, Alumni von anderen Partneruniversitäten in der Region einbeziehen oder die Zielgruppe je nach dem dortigen Netzwerk der Mitorganisatoren anpassen

 

Aufgaben und Ressourcen

Projektteam und gastgebende Einrichtung

Die direkt am Projekt beteiligten Mitarbeitenden der Universität stehen in Kontakt mit der gastgebenden Einrichtung, um den/die am besten geeignete/n RednerIn oder ModeratorIn für das gewählte Thema auszuwählen, sowohl aus dem akademischen Umfeld als auch unter Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Verwaltung und anderen Interessengruppen.

Die Mitarbeitenden organisieren regelmäßige Online-Besprechungen, um die Anmeldung, Personal zur Unterstützung und eventuell benötigte Infrastrukturen/Dienstleistungen (z. B. Leinwand, Mikrofon, Werbematerialien) zu koordinieren.

Referenten und Referentinnen

ModeratorIn: Trifft sich online mit den Organisatoren und den wichtigsten Rednerinnen und Rednern, um den Zeitplan zu bestätigen und Themen sowie Fragen abzustimmen. In diesem Fall ist der/die ModeratorIn auch Teil der Alumni-Gemeinschaft und stellt somit eine wichtige Verbindung zur Zielgruppe dar.

ProfessorIn: Trifft sich online mit den Organisatoren und den wichtigsten Rednerinnen und Rednern, um die Themen auf der Grundlage von Fachkenntnissen und Teilnehmenden festzulegen und versucht, die wichtigsten Fragen zu identifizieren, die die geladenen Gäste interessieren könnten.

 

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Format: Shadowing: Hospitationen in Wissenschaft, Politik und Verwaltung

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Im Rahmen von Shadowing begleiten Forschende Akteure in Politik oder Verwaltung oder umgekehrt, um Einblicke in deren Aufgaben, Arbeitsabläufe und Arbeitskontext zu gewinnen.
  • Das vorrangige Ziel ist das gegenseitige Lernen und der Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Praxis.

 

Wie funktioniert das Format?

  • Förderung des gegenseitigen Verständnisses zwischen Forschenden und Mitarbeitenden in Politik und Verwaltung
  • Förderung einer langfristigen Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Akteuren des öffentlichen Sektors.
  • Abstimmung der Studiengänge auf die tatsächlichen Bedürfnisse des öffentlichen Sektors.
  • Verbesserung der Eignung für den Arbeitsmarkt von Absolventen durch realistische Einblicke in Tätigkeiten der öffentlichen Verwaltung.
  • Förderung des gegenseitigen Wissensaustauschs durch Beobachtungen und informelle Beratungen.
  • Unterstützung öffentlicher Innovationen durch die Einbeziehung aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Politikgestaltung und die Verwaltungspraxis.

Wie funktioniert das Format?

Hospitationen sind strukturierte Besuche, bei denen Wissenschaftler Experten der öffentlichen Verwaltung, wie Datenanalyst*innen, Planer*innen oder Fachreferent*innen, bei ihrer täglichen Arbeit zusehen. Der Hauptzweck besteht nicht in der Bewertung, sondern im gegenseitigen Lernen. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen gewinnen aus erster Hand Einblicke in berufliche Aufgaben, Arbeitsmittel, Arbeitsabläufe und Erwartungen. Dieses Wissen kann dann in die Lehrplanentwicklung einfließen oder angewandte Forschung und Projektkooperationen prägen.

Das Konzept der Hospitationen kann auch umgekehrt betrachtet werden, indem Vertreter der öffentlichen Verwaltung praxisorientierte Wissenschaftler oder Forschende in deren Labors besuchen. Auch wenn hochrangige politische Entscheidungsträger aufgrund ihres Terminkalenders möglicherweise nicht die Möglichkeit haben, begleitet zu werden, sind Fachkräfte der mittleren Ebene oder praxisorientierte Beamte ideale Teilnehmer. Diese Personen können alltägliche Aufgaben wie räumliche Analysen, Genehmigungsabläufe, Datenmanagement oder partizipative Prozesse demonstrieren. In einigen Fällen wird das „Gruppen-Hospitieren“ genutzt: Ein Beamter führt seine Aufgaben aus, während mehrere Wissenschaftler zuschauen, worauf eine strukturierte Diskussion folgt.

Für Forschende bietet das Hospitieren folgende Vorteile:

– Einblicke in reale Arbeitsabläufe, administrative Rahmenbedingungen und die Datennutzung in öffentlichen Einrichtungen

– Zugang zu speziellen Tools, Datensystemen oder Archiven, die andernfalls nicht zugänglich wären

– Anregungen für wissenschaftliche Forschung mit praktischer Relevanz

Für Experten aus dem öffentlichen Sektor bietet das Job-Shadowing:

– eine Möglichkeit, aktuelle Herausforderungen, veraltete Prozesse oder Personalbedarf zu kommunizieren

– Gelegenheiten, die Kompetenzen künftiger Absolventen mitzugestalten

– Rückmeldungen dazu, wie Lehre und Forschung an Hochschulen Innovation und Modernisierung fördern können.

 

Herausforderungen und Chancen

Obwohl Hospitationen große Vorteile bieten, ist ihre Planung und Organisation sehr zeitaufwendig. Es kann schwierig sein, Termine zu finden, die für alle Beteiligten passen. Dennoch lohnen sich diese Interaktionen aufgrund ihrer geringen Kosten und ihrer hohen Wirksamkeit. Regelmäßige Hospitationen können zudem als Feedback-Schleife dienen – so können öffentliche Einrichtungen ihre Einstellungskriterien anpassen und Hochschulen ihre Lehrpläne an die sich wandelnden Anforderungen ausrichten.

 

Vorteile für beide Seiten

Die Wissenschaft profitiert von:

– einem besseren Verständnis dafür, wie Prozesse in der Kommunalverwaltung umgesetzt werden.

– Anregungen für die Gestaltung von Lehrveranstaltungen, anwendungsorientierte studentische Projekte und Forschungsideen.

– Zugang zu realen Daten, Software und institutionellem Know-how.

Institutionen des öffentlichen Sektors profitieren von:

– Einfluss auf die akademische Ausbildung, um den tatsächlichen Anforderungen des Arbeitsmarktes gerecht zu werden.

– Der Suche nach neuen Wegen zur Modernisierung von Arbeitsabläufen unter Verwendung aktueller wissenschaftlicher Methoden.

– Dem Aufbau von Beziehungen, die die Personalbeschaffung, Praktika und Projektkooperationen unterstützen.

Voraussichtlicher Zeitaufwand

Rolle    Vorbereitungszeit    Sitzungsdauer

Wissenschaftliches Personal    15–30 Min. (Terminplanung, Hintergrundrecherche)    45–60 Min.

Experte für öffentliche Verwaltung    15–30 Min. (Terminplanung, Austausch über den Kontext)    45–60 Min.

Dauer und Logistik

– Übliche Dauer: 45–60 Minuten

– Format: Persönlicher Besuch (Einzelgespräch oder Gruppe)

– Erforderliche Vorbereitung: Minimal – informelle Gespräche unter Experten aus ähnlichen Fachgebieten reichen aus

– Empfohlene Nachbereitung: Kurze Nachbesprechung und Möglichkeiten zur weiteren Zusammenarbeit (z. B. Praktika, gemeinsame Projekte)

 

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Win-Win-Situationen: Wissenschaftliche Arbeiten in Zusammenarbeit mit dem öffentlichen Sektor

Beschreibung

Dieser Text untersucht die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen akademischen Einrichtungen und staatlichen Stellen im Zusammenhang mit Abschlussarbeiten (Bachelor, Master und Promotion), die von Studierenden verfasst werden. Durch die Förderung von Partnerschaften zwischen Studierenden, Lehrenden und Akteuren in Politik und Verwaltung können wir die Relevanz und Wirkung der akademischen Forschung steigern, die öffentliche Politik besser fundieren und eine neue Generation von Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen heranbilden, die für die Bewältigung realer Herausforderungen gerüstet ist.

Solche Kooperationen bieten eine einzigartige Gelegenheit, die Kluft zwischen Theorie und Praxis zu überbrücken und sicherzustellen, dass die akademische Forschung einen direkten Bezug zu den Bedürfnissen der Gesellschaft hat. Durch die Zusammenarbeit können Studierende, Lehrende und Vertreter und Vertreterinnen in Politik und Verwaltung dringende Probleme identifizieren, die notwendigen Daten sammeln und evidenzbasierte Lösungen entwickeln, die auf lokaler, regionaler oder nationaler Ebene umgesetzt werden können.

Zentrale Merkmale auf einen Blick

Akademische Abschlussarbeiten, die in Zusammenarbeit mit dem öffentlichen Sektor erstellt werden, zielen darauf ab:

  • Die Kluft zwischen Theorie und Praxis zu überbrücken: Indem wir die akademische Forschung auf die Bedürfnisse des öffentlichen Sektors abstimmen, können wir sicherstellen, dass Forschungsergebnisse direkt auf reale Probleme anwendbar sind.
  • Die Qualität und Relevanz von Abschlussarbeiten zu verbessern: Indem wir Studierenden Zugang zu realen Daten, Fachwissen und Mentoring durch Vertreter und Vertreterinnen in Politik und Verwaltung bieten, können wir ihnen helfen, wirkungsvollere und relevantere Forschungsergebnisse zu erzielen.
  • Eine Kultur der Zusammenarbeit und des Wissensaustauschs zu fördern: Durch die Förderung von Partnerschaften zwischen Wissenschaft und Regierung können wir ein stärker vernetztes und innovatives Forschungsökosystem schaffen. Dies kann zu einer langfristigen und fruchtbaren Zusammenarbeit führen, von der alle Partner profitieren.
  • Um die öffentliche Politik mit evidenzbasierter Forschung und Analyse zu untermauern: Indem wir politischen Entscheidungsträgern Zugang zu hochwertiger Forschung verschaffen, können wir ihnen helfen, fundierte Entscheidungen zu treffen, die auf Fakten statt auf Intuition oder Ideologie beruhen.

 

Wie funktioniert das Format?

Diplomarbeiten (oder andere wissenschaftliche Arbeiten), die im Rahmen dieser Zusammenarbeit verfasst werden, werden gemeinsam von einem Fakultätsmitglied und einem zuständigen Vertreter aus der Verwaltung betreut. Diese gemeinsame Betreuung stellt sicher, dass die Forschungsarbeit sowohl den akademischen Standards als auch den praktischen Anforderungen des öffentlichen Sektors entspricht. Das Forschungsthema wird unter Berücksichtigung der Interessen aller Beteiligten gemeinsam ausgewählt.

Für die Studierenden muss das Thema klar, ansprechend und interessant sein. Für den Dozenten muss das Thema in seinen Fachbereich fallen und akademischen Standards entsprechen, einschließlich eines ausreichenden Maßes an wissenschaftlicher Stringenz. Für den Vertreter aus der Verwaltung muss das Thema praxisnah und umsetzbar sein. Ein häufig auftretendes Problem, das es zu vermeiden gilt, sind unterschiedliche Erwartungen: Während der akademische Betreuer oder die akademische Betreuerin die Arbeit in eine stark akademische Richtung lenkt, ist die Perspektive aus der Verwaltung oft zu starr (strikte Einhaltung von Gesetzen und etablierten Praktiken), was den Spielraum für Innovationen einschränkt.

Durch die enge Zusammenarbeit mit Vertreterinnen und Vertretern aus der Verwaltung gewinnen die Studierenden wertvolle Einblicke in die Komplexität des politischen Entscheidungsprozesses. Sie lernen, ihre Forschungsergebnisse einem nicht-akademischen Publikum effektiv zu vermitteln, und verstehen die Herausforderungen und Einschränkungen, mit denen politische Entscheidungsträger konfrontiert sind. Diese praktische Erfahrung vermittelt den Studierenden die notwendigen Fähigkeiten, um zukünftige Führungskräfte sowohl in der Wissenschaft als auch im öffentlichen Sektor zu werden.

 

Wichtige Phasen bei der Bearbeitung der Abschlussarbeit:

  • Eine genaue Erörterung des Titels und des Inhalts der Abschlussarbeit vor Beginn der Arbeit.
  • Ein frühzeitiges persönliches Treffen aller Beteiligten, um einen persönlichen Kontakt herzustellen.
  • Darlegung der jeweiligen Vorstellungen der Beteiligten zum Inhalt der Abschlussarbeit.
  • Erhebung der erforderlichen Daten und Zusammenarbeit mit der öffentlichen Verwaltung bei deren korrekter Auslegung vor Fertigstellung der Abschlussarbeit.
  • Regelmäßige Treffen und Informationen zum Fortschritt der Arbeit.
  • Präsentation der Ergebnisse der Abschlussarbeit vor einschlägigen Experten der öffentlichen Verwaltung (fundierte Fachkenntnisse helfen Studierenden oft dabei, ungenaue oder falsche Interpretationen der Ergebnisse zu erkennen).
  • Präsentation der endgültigen Ergebnisse der Abschlussarbeit nicht nur vor einem akademischen Publikum, sondern auch vor einem breiteren Kreis von Experten der öffentlichen Verwaltung (Bürgermeister, Stadträte, Direktoren, Vertreter usw.).
  • Einreichung (Präsentation) der Abschlussarbeit bei anderen relevanten Stellen

 

Vorteile für die Teilnehmenden

  • Studierende:

o Sammeln praktischer Erfahrungen durch die Bearbeitung realer Probleme.

o Entwickeln übertragbarer Kompetenzen wie kritisches Denken, Problemlösung und Kommunikation.

o Leisten eines Beitrags zu bedeutender Forschung, die in die Politik einfließen kann.

o Vernetzen mit politischen Entscheidungsträgern und anderen Fachleuten aus der Praxis.

o Verbessern der Karriereaussichten, indem Fähigkeiten, akademisches Wissen auf reale Herausforderungen anzuwenden.

  • Lehrkräfte:

o Erweitern der Forschungsnetzwerke und Kooperationen.

o  Auf dem Laufenden bleiben über aktuelle politische Themen und Trends.

o Steigern der Relevanz des Unterrichts durch Einbindung von Beispielen aus der Praxis und Fallstudien.

o Beitrag zur Entwicklung der nächsten Generation von Politikanalysten und Forschern

  • Öffentlicher Sektor (politische Entscheidungsträger, Beamte, Behörden):

o    Von neuen Perspektiven und innovativen Ideen profitieren, die von Studierenden und Lehrenden entwickelt werden.

o    Zugang zu hochwertiger Forschung erhalten, die politische Entscheidungen beeinflussen kann.

o    Die Effizienz und Effektivität staatlicher Abläufe verbessern.

  • Die Beziehungen zu akademischen Einrichtungen stärken und eine Kultur der Zusammenarbeit fördern.

 

Zusammenarbeit mit Akteuren und Akteurinnen aus der Verwaltung

Mitarbeitende im öffentlichen Sektor spielen eine entscheidende Rolle im Kooperationsprozess, indem sie Orientierungshilfen, Rückmeldungen und Zugang zu relevanten Daten bereitstellen. Sie arbeiten während des gesamten Forschungsprozesses eng mit Studierenden und Lehrenden zusammen und stellen so sicher, dass die Forschung auf deren Bedürfnisse und Prioritäten abgestimmt ist.

Durch die Zusammenarbeit können Studierende und Lehrende ein tieferes Verständnis für den politischen Entscheidungsprozess und die Herausforderungen gewinnen, denen sich staatliche Stellen gegenübersehen. Dies kann ihnen dabei helfen, ihre Forschung so auszurichten, dass sie relevanter und wirkungsvoller wird.

 

Herausforderungen (und Lösungsansätze)

Zwar bietet die Zusammenarbeit zahlreiche Vorteile, doch ist es unerlässlich, sich der Herausforderungen bewusst zu sein, die dabei entstehen können. Für Studierende kann es eine große Herausforderung sein, das Studium mit den Anforderungen der Forschung in Einklang zu bringen, die erforderlichen Daten zu beschaffen und komplexe Forschungsergebnisse den Akteuren in Politik und Verwaltung effektiv zu vermitteln. Diese Herausforderungen lassen sich jedoch durch flexible Fristen, optimierte Protokolle für den Datenaustausch und Schulungen zur politischen Kommunikation abmildern.

Fakultätsmitglieder, die an Kooperationsprojekten beteiligt sind, können aufgrund der zusätzlichen Aufgaben der Betreuung von Studierenden und der Koordination mit politischen Entscheidungsträgern einer erhöhten Arbeitsbelastung ausgesetzt sein. Um dem entgegenzuwirken, können die Einrichtungen den Fakultätsmitgliedern eine reduzierte Lehrverpflichtung und gezielte Forschungsunterstützung gewähren.

Für den öffentlichen Sektor kann die Teilnahme an Kooperationsprojekten aufgrund begrenzter Ressourcen und bürokratischer Hürden eine Herausforderung darstellen. Durch die Priorisierung der Zusammenarbeit und die Zuweisung spezieller Ressourcen können Regierungsbehörden jedoch die Vorteile von Partnerschaften mit akademischen Einrichtungen nutzen.

Zudem sollten Themen, für die die öffentliche Verwaltung strenge Fristen vorschreibt, mit Vorsicht angegangen werden. Studierende können mit unvorhergesehenen Herausforderungen konfrontiert werden, wie z. B. einem Auslandsstudium, einer Verlängerung des Studiums oder der Notwendigkeit, eine Beurlaubung zu nehmen. Solche Umstände könnten zu erheblichen Verzögerungen bei der Fertigstellung der Abschlussarbeit führen, was möglicherweise akademische Sanktionen für den Studierenden und Komplikationen für die kooperierende Einrichtung zur Folge haben könnte. Daher ist Flexibilität bei den Zeitplänen bei der Wahl eines Themas für die Abschlussarbeit unerlässlich.

 

Aufgaben und Ressourcen

In einem typischen Kooperationsprojekt sind die Studierenden dafür verantwortlich, Literaturrecherchen durchzuführen, Daten zu sammeln und zu analysieren, den Text zu verfassen und ihre Ergebnisse den politischen Entscheidungsträgern zu präsentieren. Die Lehrenden bieten Anleitung und Betreuung, bringen die Studierenden mit den Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Verwaltung in Kontakt und fördern den Wissensaustausch.

Die politischen Entscheidungsträger spielen eine entscheidende Rolle bei der Festlegung von Forschungsschwerpunkten, der Bereitstellung von Daten und Ressourcen, der Überprüfung von Forschungsergebnissen und der Umsetzung politischer Empfehlungen.

Um den Erfolg dieser Kooperationen sicherzustellen, ist eine ausreichende Motivation unerlässlich. Alle Seiten (Studierende, Lehrende, Mitarbeitende in der Verwaltung) müssen einen akzeptablen Mittelweg zwischen ihren Anforderungen, Bedürfnissen und Wünschen finden, flexibel sein und Kompromisse eingehen können.

 

Erforderliche Mittel für Aktivitäten

Diplomarbeiten sind obligatorischer Bestandteil fast aller Studiengänge, sodass kein direkter Bedarf an finanziellen Mitteln besteht. Sollte diese Möglichkeit jedoch bestehen, ist es ratsam, Fördermittel wie Stipendien, wissenschaftliche und administrative Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Durch Investitionen in Kooperationsprojekte können Regierungen die Qualität ihrer Entscheidungsfindung steigern und die Lebensqualität ihrer Bürger verbessern.

 

Beispiel

Am Institut für Geoinformatik der Palacký-Universität Olomouc wurden in den letzten 15 Jahren mehr als 40 Diplomarbeiten erfolgreich verteidigt. Diese Arbeiten wurden in enger Zusammenarbeit mit mehreren staatlichen Institutionen durchgeführt, vor allem mit der Region Olomouc und der Stadt Olomouc. Die Arbeiten deckten ein breites Spektrum an Themen ab, wobei der Schwerpunkt auf Raumplanung, Regionalplanung, Verkehr und Umwelt lag, mit besonderem Fokus auf räumlichen Daten, räumlicher Analyse und Geovisualisierung. Die Ergebnisse dieser Arbeiten wurden von Experten verschiedener Fachbereiche sowie von Entscheidungsträgern auf Verwaltungs- und politischer Ebene in großem Umfang genutzt. Folglich haben diese Erkenntnisse direkt zu einer genaueren und evidenzbasierten Entscheidungsfindung in der öffentlichen Verwaltung beigetragen.

Viele dieser Diplomarbeiten führten zudem zur Erstellung wissenschaftlicher Publikationen, Fachartikeln und kartografischer Ergebnisse – sowohl in gedruckter Form als auch im Internet –, die regelmäßig von Mitarbeitenden der Stadtverwaltung für Raum- und Verkehrsplanungszwecke genutzt werden. In mehreren Fällen ergänzten die Studierenden ihre Abschlussarbeiten durch Berufspraktika in städtischen oder regionalen Ämtern und sammelten so praktische Erfahrungen in der öffentlichen Verwaltung. Zu den konkreten Themenbeispielen gehören Analysen der Verkehrsanbindung an öffentliche Infrastruktur, moderne Methoden zur Visualisierung des Raumordnungsplans von Olomouc sowie die Entwicklung automatisierter Tools und ArcGIS-Erweiterungen zur Verarbeitung großer georäumlicher Datensätze.

 

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Auftragsforschung und das Erstellen von Gutachten

Worum geht es bei diesem Format?

  • Auftragsforschung ermöglicht es Vertreterinnen und Vertretern in Politik und Verwaltung, wissenschaftliches Fachwissen zur Beurteilung politischer Gestaltungsprozesse zu erhalten
  • Wissenschaftliche Auftragsarbeiten können Evaluierungen, Factfinding, Umfragen, Machbarkeitsstudien oder Prognosen umfassen; sie variieren in Umfang und Länge

Wie funktioniert dieses Format?

Auftragsforschung ist ein etabliertes Format, über das Akteure und Akteurinnen in Politik und Verwaltung wissenschaftliches Fachwissen erwerben. So können sie beispielsweise Gutachten in Auftrag geben, um

  • ein Gesetz, ein Förderprogramm oder andere politische Initiativen zu bewerten (z. B. Fragen wie „Haben die gesetzlichen Vorschriften die CO₂-Emissionen im Verkehrssektor gesenkt?“ „Warum haben nur wenige Unternehmen staatliche Fördermittel für die Einführung energieeffizienter Technologien in ihren Produktionsanlagen beantragt?“)
  • Fakten zu ermitteln und Umfragen durchzuführen (z. B. „Welche Auswirkungen haben Mikroplastikpartikel auf die Fischpopulationen in Flüssen?“ „Wie zufrieden sind die Bürger mit dem öffentlichen Nahverkehr?“)
  • Machbarkeitsstudien durchzuführen (z. B. „Ist es technisch möglich und wirtschaftlich machbar, die Buchhaltungssoftware in Behörden zu ändern?“ „In welchen Bergwerken kann Atommüll gelagert werden?“)
  • Prognosen erstellen zu lassen („Wie viele ältere Menschen werden in 20 Jahren in Pflegeheimen leben?“ „Wie wird sich der Klimawandel auf die Ernährungssicherheit auswirken?“)

Auftragsforschung unterscheidet sich hinsichtlich des Umfangs, der Dauer und des Budgets. Sie reicht von kleineren Projekten, die ein einzelner Wissenschaftler oder eine einzelne Wissenschaftlerin innerhalb einer Woche abschließen kann, bis hin zu Großprojekten, an denen Dutzende von Wissenschaftlern über mehrere Jahre hinweg mitwirken.

Sie kann sich auch hinsichtlich ihrer wissenschaftlichen „Veröffentlichungsfähigkeit“ unterscheiden: Je nach Fachgebiet und Art der Forschung können Gutachten im Rahmen der Auftragsforschung als reguläre wissenschaftliche Publikationen verfasst werden. Oder Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler müssen sich an ungewohnte Forschungsformen hinsichtlich der Forschungsfragen, der Struktur und des Formats anpassen.

Alle staatlichen Stellen und politischen Parteien können Forschungsberichte in Auftrag geben. Eine gängige Vorgehensweise hierfür ist die Veröffentlichung einer Ausschreibung, in der das Ziel und das Budget der beauftragten Forschungsarbeit dargelegt werden. Je nach Art der Forschungsarbeit stehen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei der Einreichung eines Angebots möglicherweise im Wettbewerb mit Think Tanks, Beratungsunternehmen, NGOs, Anwaltskanzleien und anderen Unternehmen.

Es gibt zahlreiche Modelle für Verträge oder Vereinbarungen zwischen Wissenschaftlern und politischen Entscheidungsträgern. Sollten die folgenden Punkte in den Ausschreibungen nicht berücksichtigt worden sein, sollten Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen diese vor der Bewerbung oder der Vertragsunterzeichnung ansprechen:

  • Wird der in Auftrag gegebene Forschungsbericht veröffentlicht? Wenn ja, erfolgt die Veröffentlichung sofort oder erst nach einer Sperrfrist? Dürfen die Studien auf den Webseiten der Forschenden veröffentlicht werden?
  • Wem gehören die Forschungsergebnisse und Daten? Dürfen sie für andere Forschungsprojekte verwendet werden?
  • Wem gehört das Urheberrecht? Dürfen die Forschenden die Studien als eigenständige wissenschaftliche Publikationen oder Teile davon in wissenschaftlichen Publikationen veröffentlichen?
  • Wie detailliert und streng sind die Vertragsbedingungen? Können diese während des Projekts angepasst werden? Dürfen im Rahmen der Untersuchung etwa die Forschungsfrage oder die Methodik angepasst werden? Können im Rahmen des Auftrags auch weitere Aspekte untersucht werden? Können etwa im Rahmen einer Umfrage weitere Fragen hinzugefügt werden, die aus wissenschaftlichen Gründen für die Forschenden sehr spannend sind?
  • Erwarten die Auftraggeber Zwischenberichte oder Zwischenergebnisse?
  • Wer wird die in Auftrag gegebene Studie lesen? Mitarbeitende in einem oder mehreren Referaten? Generalisten oder Spezialisten?
  • Müssen die Forschenden Handlungsempfehlungen formulieren oder Handlungsoptionen bewerten?
  • Welche Posten deckt das Budget ab? Gibt es auch ein Budget für Reisen, Workshops und Transferaktivitäten?

Diese Fragen müssen vor Beginn von Forschungsprojekten geklärt werden. Auftragsforschung ist für viele wissenschaftliche Einrichtungen eine wichtige Einnahmequelle. Viele Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen sehen jedoch von der Durchführung von Auftragsforschung ab, wenn sie wissen, dass der Forschungsbericht nicht als wissenschaftliche Veröffentlichung gilt.

Dieses Problem ließe sich möglicherweise lösen, wenn zwei Ergebnisse im Blick behalten werden: die in Auftrag gegebene Studie und eine Veröffentlichung in einer wissenschaftlichen Zeitschrift (z. B. ein begutachteter Artikel). Diese Aspekte müssen vorab mit dem Auftraggeber besprochen werden.

Forschende, die erstmalig Auftragsstudien durchführen und sich hinsichtlich Struktur, Schreibstil, Layout und Visualisierungen unsicher sind, können sich an bereits veröffentlichte Auftragsstudien an, sofern diese öffentlich zugänglich sind. Sie können die Auftraggeber fragen, ob sie Ihnen Berichte empfehlen können, die Ihnen hinsichtlich Struktur, Schreibstil und Layout als Orientierung dienen können.

Die Interessen und Vorkenntnisse der potenziellen Leserinnen und Leser müssen berücksichtigt werden: Hat ein Referat einer Behörde ein Gutachten zu einem technischen Thema in Auftrag gegeben, das höchstwahrscheinlich nur von wenigen Expertinnen und Experten im jeweiligen Referat gelesen wird? Oder hat ein Ausschuss im Parlament eine umfassende Studie zu einem umstrittenen politischen Thema in Auftrag gegeben, die im Plenum debattiert wird und zu Medienberichterstattung führt?

Auftragsforschung bietet die Möglichkeit, in einen Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Verwaltung zu treten, der sich nicht auf die Abgabe der Studie beschränken sollte. Daher sollten Forschende persönliche oder virtuelle Treffen anbieten, um über Zwischenergebnisse zu informieren.

 

Aufgaben und Ressourcen

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler

Neben der Erstellung eines Angebots müssen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Analyse durchführen und die Studie verfassen. Je nach Vertrag müssen unter Umständen auch Zwischenberichte erstellt oder Forschungsergebnisse im Rahmen von Fachveranstaltungen oder Fachgesprächen präsentiert werden. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen müssen Wochen oder Monate in das beauftragte Forschungsprojekt investieren, was sie von ihrer regulären Arbeit abhalten könnte.

Mitarbeitende im Wissenstransfer oder Wissenschaftsmanagement (Unterstützungsstrukturen)

Mitarbeitende im Transfer oder Wissenschaftsmanagement können regelmäßig Newsletter, Ausschreibungsportale und ähnliche Websites überprüfen und die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an ihren Einrichtungen über relevante Ausschreibungen informieren.

Sie können den Wissenschaftlern gute Beispiele zeigen und ihnen bei der Struktur oder dem Schreibstil helfen, wenn diese mit Auftragsforschung noch nicht vertraut sind.

Mitarbeitende in Politik und Verwaltung

Die politischen Auftraggeber müssen Informationen zu Zielen, Umfang und Budget bereitstellen. Eine Liste mit häufig gestellten Fragen und Leitlinien ist für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sehr hilfreich.

 

Quellen und weiterführende Literatur

Europäische Union. 2026. Öffentliches Beschaffungswesen, Ausschreibungen und Aufträge innerhalb der Europäischen Union, Zugriff am 05. Juni 2026.

Bund.de, Service Online.2026. Ausschreibungen der öffentlichen Hand, Zugriff am 05. Juni 2026. https://www.service.bund.de/Content/DE/Ausschreibungen/Suche/Formular.html

 

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Policy Blog

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ein Policy-Blogpost ist eine schriftliche Analyse eines Policy relevanten Themas, die etwa 6.000 bis 10.000 Zeichen umfasst. Die Kürze der Texte macht Blogbeiträge für Leserinnen und Leser besonders attraktiv. Daher sind ein eingängiger Titel, der Aufmerksamkeit in den sozialen Medien erzeugt, sowie ein leicht verständlicher Schreibstil essenziell.
  • Blogbeiträge eignen sich hervorragend, um zeitnahe Analysen aktueller politischer Entwicklungen zu teilen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können sie auch nutzen, um Forschungsergebnisse aus wissenschaftlichen Publikationen vorzustellen, die für aktuelle Policydebatten relevant sind. Ein vielgelesener und häufig verlinkter Blogbeitrag kann zudem die Zitierhäufigkeit der jeweiligen wissenschaftlichen Publikation erhöhen.
  • Damit Leserinnen und Leser aus Politik und Verwaltung die Blogbeiträge lesen, können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diese entweder regelmäßig auf ihrer eigenen Webseite oder über Plattformen wie Medium oder WordPress veröffentlichen – was jedoch sehr zeitaufwendig sein kann. Alternativ können Sie Ihre Beiträge auch in bestehenden Blogreihen von Forschungsinstituten, Think Tanks, NGOs oder anderen Forschenden publizieren.
  • Wenn Forschende Blogbeiträge auf ihren eigenen Webseiten veröffentlichen, sollten sie das Teilen via soziale Medien oder das Weiterleiten per E-Mail ermöglichen.
  • Blogbeiträge sollten immer über soziale Medien oder Newsletter angekündigt werden.

Wie funktioniert das Format?

Blogbeiträge sind gut strukturierte und leicht lesbare Publikationen. Policy Blogs eignen sich besonders, um zeitnahe Analysen aktueller Themen zu teilen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können sie anfertigen, um Forschungsergebnisse aus akademischen Publikationen vorzustellen, die für aktuelle politische Debatten relevant sind. Ein vielgelesener und verlinkter Blogbeitrag kann die Zitierhäufigkeit der entsprechenden wissenschaftlichen Veröffentlichung erhöhen. Blogbeiträge sind jedoch keine bloßen Zusammenfassungen bestehender Forschungsergebnisse.

Ein typischer Aufbau sieht folgendermaßen aus:

  • Ein eingängiger Titel
  • Ein einleitender Absatz mit den Kernbotschaften, der die Aufmerksamkeit der Leserinnen und Leser auf sich ziehen soll
  • Eine kurze Analyse des Themas und der Forschungsergebnisse
  • Ein abschließendes Fazit.

Das ist ausreichend für einen Policy Blog. Visuelle Elemente wie Grafiken oder Tabellen sind sehr hilfreich, um komplexe Sachverhalte zu erklären und das Interesse der Leserinnen und Leser zu wecken.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sollten kurze Sätze verwenden und einen Schreibstil wählen, der informeller ist als in akademischen Publikationen. Sie sollten ihre Zielgruppe im Blick haben: Möchten Forschende Akteurinnen und Akteure in Politik und Verwaltung in Ministerien, Behörden oder Parlamentsforschungsdiensten ansprechen, die fachliche Expertise zu den behandelten Themen besitzen, können sie einen technischen Schreibstil verwenden. Für Mitglieder des Parlaments oder deren Mitarbeitende sollte Fachsprache vermieden werden. Abkürzungen sollten nur dann verwendet werden, wenn sie allgemein bekannt sind (z. B. EU).

Blogbeiträge bieten eine gute Möglichkeit, Hyperlinks statt Fuß- oder Endnoten zu verwenden, was die Länge der Texte verkürzt und den Lesefluss verbessert.

Forschende sollten kurze biographische Informationen von drei bis vier Sätzen am Anfang oder Ende des Textes einfügen. Die Bio sollte Informationen zu Expertise, wichtigen Publikationen und Praxiserfahrung enthalten. Zudem sollten Links zur eigenen Webseite und zu Social-Media-Kanälen ergänzt werden. Eine Kommentarfunktion auf der Blogseite ist eine hervorragende Möglichkeit, mit den Leserinnen und Lesern in Interaktion zu treten, sofern das gewünscht ist.

 

Herausforderungen (und wie man ihnen begegnet)

Ein Blogbeitrag ist ein prägnanter Text. Daher müssen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Kernbotschaften, die sie vermitteln wollen, sorgfältig überlegen. Ein Blogbeitrag kann auf einer bestehenden akademischen Publikation basieren, sollte sich jedoch auf die praxisrelevanten Erkenntnisse dieser Publikation fokussieren, statt sie lediglich zusammenzufassen. Deshalb sind Methodenabschnitte und Literaturübersichten in Blogbeiträgen nicht nötig.

Eine weitere Frage ist, wie Blogbeiträge eine politische Zielgruppe erreichen können. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben zwei Möglichkeiten: Sie können ihre Blogbeiträge auf ihrer eigenen Webseite oder Plattformen wie Medium oder WordPress veröffentlichen. Dies funktioniert, wenn die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der Politik bekannt sind oder, wenn Akteurinnen und Akteure in Politik und Verwaltung ihre Social-Media-Kanäle verfolgen. Zudem sollten sie regelmäßig bloggen, wenn sie ihre Beiträge auf der eigenen Webseite oder auf Plattformen veröffentlichen möchten.

Alternativ können sie bekannte Blogreihen identifizieren, die von anderen Forschungsinstituten, Think Tanks oder NGOs veröffentlicht werden. Viele dieser Reihen begrüßen Beiträge von externen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Es ist auch möglich, Kolleginnen und Kollegen, die als Bloggerinnen und Blogger bekannt sind, für gemeinsame Beiträge anzusprechen.

 

Aufgaben und Ressourcen

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler

Zum Inhalt: Sie können mögliche Themen für Blogbeiträge identifizieren, indem sie aktuelle politische Entwicklungen verfolgen. Außerdem müssen sie sich gegebenenfalls über ein aktuelles Thema informieren und die Kernbotschaften für den Blogbeitrag reflektieren.

Zur Organisation: Forschende sollten wissen, ob der Policy Blog Akteurinnen und Akteure in Politik und Verwaltung erreicht. Benötigen sie Mailinglisten, Webseiten oder Kanäle bei Sozialen Medien zur Verbreitung der Blogposts, sollten sie Forschungszentren, Think Tanks oder NGOs mit großer Reich-weite ansprechen, die Beiträge von externen Autorinnen und Autoren akzeptieren.

Zeitressourcen: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sollten in der Lage sein, einen Blogbeitrag in wenigen Stunden zu schreiben. Für die Analyse eines aktuellen Themas kann jedoch auch originäre Analyse nötig sein. Aus einem Blogbeitrag zu einem aktuellen Thema kann sich daher ggf. eine wissenschaftliche Publikation entwickeln.

Mitarbeitende im Wissenstransfer oder Wissenschaftsmanagement (Unterstützungsstrukturen)

Mitarbeitende im Wissenstransfer können Forschende beim Schreiben von Blogbeiträgen unterstützen, indem sie sie über aktuelle politische Themen informieren. Dafür können sie Medienberichte verfolgen, Newsletter von Institutionen der Politik und Verwaltung abonnieren und offizielle Dokumente wie Strategiepapiere oder Gesetzestexte lesen. Mitarbeitende im Wissenstransfer können wissenschaftliche Literatur lesen und mit Tools wie Google oder generativer KI die Verbindung zu aktuellen politischen Entwicklungen herstellen.

Sie können mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern über aktuelle politische Themen sprechen und Vorschläge für Struktur und Inhalt von Blogbeiträgen machen. Nach dem Lesen von Journalartikeln senden Pressestellen oft Entwürfe für Pressemitteilungen zu aktuellen Forschungsergebnissen an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die diese kommentieren können. Mitarbeitende im Wissenstransfer können ähnlich vorgehen und Entwürfe von Blogbeiträgen erstellen, die die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler korrigieren können. Dies spart den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Zeit.

Mitarbeitende im Wissenstransfer spielen auch eine wichtige Rolle bei der Verbreitung von Policy Blogs. Sie können Leserinnen und Leser identifizieren, indem sie Organisationspläne oder Ausschussmitglieder in Parlamenten durchsuchen. Sie können Blogeiträge über Mailinglisten, Webseiten und soziale Medien verbreiten. Wenn sie mehr Reichweite in sozialen Medien, bei Mailinglisten oder Webseitenbesuchern benötigen, können sie weitere Forschungsinstitute, Think Tanks oder NGOs mit großer Reichweite identifizieren, und Beiträge von externen Autorinnen und Autoren akzeptieren.

 

Quellen und weiterführende Literatur

Cairney, Paul. 2016. Ein Strategiepapier und einen Blogbeitrag verfassen, abgerufen am 21.08.2024.

Dunleavy, Patrick. 2026. Wie man in elf einfachen Schritten einen Blogbeitrag aus einem Zeitschriftenartikel verfasst, abgerufen am 21.08.2024.

Evidence and Policy Blog. (ohne Datum).

Bibby, Bick. 2019. Bloggen für ein politisches Publikum, abgerufen am 21.08.2024.

 

Siehe auch Beiträge zu folgenden Themen:

Politische Relevanz, Policy Briefs und Timing.

 

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Policy Brief

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ein Policy Brief ist eine Kurzanalyse eines Sachverhalts, welcher für Zielgruppen in Politik und Verwaltung geschrieben ist.
  • Policy Briefs präsentieren in der Regel sowohl wissenschaftliche Erkenntnisse als auch Empfehlungen für die Politik
  • Policy Briefs können aktuelle Ereignisse analysieren. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können sie aber auch schreiben, um politisch relevantes Wissen aus Fachartikeln oder anderen umfangreichen wissenschaftlichen Arbeiten für Leserinnen und Leser in Politik und Verwaltung aufzubereiten.

Wie funktioniert das Format?

Policy Briefs sind kurze, gut strukturierte und leicht verständliche Publikationen. Sie sind meist folgendermaßen strukturiert:

Titel

  • Zusammenfassung
  • Einführung in das Thema
  • Darstellung der Forschungsergebnisse
  • Handlungsempfehlungen oder Diskussion von Handlungsoptionen
  • Optional: Quellen und Anhang.

Forschende konkurrieren mit Unternehmen, Lobbyorganisationen, NGOs und Think Tanks um die Aufmerksamkeit von Zielgruppen in Politik und Verwaltung. Gerade Think Tanks und Lobbyeinrichtungen gehen sehr professionell bei der Erstellung von Poliy Briefs vor.

Die erste Seite des Policy Briefs ist die wichtigste. Forschende müssen verstehen, dass viele Akteurinnen und Akteure in Politik und Verwaltung oft nur die erste Seite oder den ersten Absatz lesen. Daher müssen sie einen einprägsamen Titel wählen, der die Relevanz des Themas oder die wichtigsten Erkenntnisse widerspiegelt.

Die Zusammenfassung enthält die Kernaussagen und sollte zwei Absätze nicht überschreiten. Forschende sollten daher Ihre wichtigsten Botschaften in der Zusammenfassung mithilfe von Visualisierungselementen wie Text-Boxen, Fettdruck, Aufzählungen oder einer Kombination dieser Elemente präsentieren. Forschende sollten sich auf die Vermittlung von 2–4 Kernbotschaften konzentrieren. Wenn das Thema zu breit ist und dies nicht erlaubt, sollte die Erstellung von zwei oder mehreren Policy Briefs erwogen werden.

Einführung: Erklärung, warum das Thema für die Akteure in Politik und Verwaltung relevant ist.

Präsentation der Forschungsergebnisse: Was werden die Leserinnen und Leser in Politik und Verwaltung nach der Lektüre wissen, was vorher nicht bekannt war? Warum sind diese Erkenntnisse wichtig?

Handlungsempfehlungen oder Handlungsoptionen: In diesem Abschnitt finden sich konkrete Empfehlungen oder die Diskussion konkreter Handlungsoptionen. Verallgemeinerungen („Die Regierung muss ihre Anstrengungen zum Umweltschutz verstärken“) müssen vermieden werden, da sie nicht hilfreich sind. Forschende müssen verstehen, dass Handlungsempfehlungen oder die Diskussion von Handlungsoptionen meist nicht sofort in Politik und Verwaltung umgesetzt werden können. Es kann Jahre oder Jahrzehnte dauern, bis politische Empfehlungen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in konkrete Maßnahmen münden, wenn sie dies überhaupt tun. Sie bieten Akteuren in Politik und Verwaltung jedoch eine Orientierung für mögliche Maßnahmen. Forschende sollten die politischen, rechtlichen und finanziellen Auswirkungen ihrer Empfehlungen oder diskutierten Handlungsempfehlungen kennen.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Akteurinnen und Akteure in Politik und Verwaltung können diskutieren, welche Empfehlungen politisch, finanziell und rechtlich machbar sind. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sollten Empfehlungen vermeiden, die niemals umgesetzt werden, wie z. B. „Um Strom zu sparen, sollte das Parlament die Produktion und den Verbrauch von Strom verbieten“. Während in englischsprachigen Ländern Handlungsempfehlungen fester Bestandteil von Policy Briefs sind, fehlen in Deutschland Handlungsempfehlungen oder die Diskussion von Handlungsoptionen.

Anhang oder Quellen: Datenmaterial, Informationen zu den verwendeten Methodenabschnitte und Literatur sollten Forschende nicht im Policy Brief publizieren, sondern auf ihren Webseiten oder in separaten längeren Analysen, auf die am Ende des Policy Briefs verwiesen werden kann.

Schreibstil: Halten Sie die Sätze kurz und verständlich. Forschende sollten an die Ihre Zielgruppe denken: Wenn sich die Policy Briefs an Expertinnen und Experten in Ministerien oder nachgeordneten Behörden richten, die über fachspezifisches Wissen verfügen, können Fachformulierungen verwendet werden. Fachsprache und Abkürzungen sollten vermieden werden, wenn Generalistinnen und Generalisten (z.B. Abgeordnete in Parlamenten) die Policy Briefs lesen sollen.

 

Aufgaben und Ressourcen

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler

Zum Inhalt: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können Policy Briefs eigenständig schreiben. Wenn sie dazu keine Zeit haben, können sie die Struktur und Hauptargumente skizzieren und Mitarbeitende im Wissenstransfer oder Wissenschaftsmanagement damit beauftragen, die Policy Briefs vorzubereiten.

Zur Organisation: Forschende müssen wissen, ob die Policy Briefs die Akteurinnen und Akteure in Politik und Verwaltung erreichen. Falls sie keine Mailinglisten, Webseiten oder Kanäle auf Sozialen Medien zur Verbreitung haben, sollten sie Forschungszentren, Think Tanks oder NGOs mit großer Reichweite ansprechen, die Beiträge von externen Autorinnen und Autoren akzeptieren.

Zeitressourcen: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sollten einen Policy Brief in wenigen Stunden schreiben können. Für die Analyse eines aktuellen Themas kann jedoch auch originäre Analyse nötig sein. Aus einem Policy Brief zu einem aktuellen Thema kann sich daher ggf. eine wissenschaftliche Publikation entwickeln.

Mitarbeitende im Wissenstransfer oder Wissenschaftsmanagement (Unterstützungsstrukturen)

Mitarbeitende im Wissenstransfer können Forschende beim Schreiben von Policy Briefs unterstützen, indem sie sie über aktuelle politische Themen informieren. Dafür können sie Medienberichte verfolgen, Newsletter von Institutionen der Politik und Verwaltung abonnieren und offizielle Dokumente wie Strategiepapiere oder Gesetzestexte lesen. Mitarbeitende im Wissenstransfer können wissenschaftliche Literatur lesen und mit Tools wie Google oder generativer KI die Verbindung zu aktuellen politischen Entwicklungen herstellen.

Sie können mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern über aktuelle politische Themen sprechen und Vorschläge für Struktur und Inhalt von Policy Briefs machen. Nach dem Lesen von Journalartikeln senden Pressestellen oft Entwürfe für Pressemitteilungen zu aktuellen Forschungsergebnissen an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die diese kommentieren können. Mitarbeitende im Wissenstransfer können ähnlich vorgehen und Entwürfe für Policy Briefs erstellen, die die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler korrigieren können. Dies spart den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Zeit.

Mitarbeitende im Wissenstransfer spielen auch eine wichtige Rolle bei der Verbreitung von Policy Briefs. Sie können Leserinnen und Leser identifizieren, indem sie Organisationspläne oder Ausschussmitglieder in Parlamenten durchsuchen. Sie können Blogeiträge über Mailinglisten, Webseiten und soziale Medien verbreiten. Wenn sie mehr Reichweite in sozialen Medien, bei Mailinglisten oder Webseitenbesuchern benötigen, können sie weitere Forschungsinstitute, Think Tanks oder NGOs mit großer Reichweite identifizieren, und Beiträge von externen Autorinnen und Autoren akzeptieren.

 

Beispiele für Policy Briefs

Hat COVID-19 den ökologischen Wandel beschleunigt? Eine internationale Bewertung staatlicher Fördermaßnahmen zur Unterstützung kohlenstoffarmer Technologien, OECD Policy Brief, 19. Oktober 2023.

Egorov, Konstantin, Warum ist die russische Wirtschaft trotz Sanktionen nicht zusammengebrochen: Erkenntnisse aus der Zeit vor dem Krieg, SAFE Policy Letter Nr. 102. September 2023.

 

Siehe auch Beiträge zu folgenden Themen:

Politische Relevanz, Policy Blog und Timing.

 

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Der Hackathon: Ein intensives interdisziplinäres Seminar

Was ist ein Hackathon?

„Hackathon“ ist eine Wortschöpfung aus „Hack“ und „Marathon“. Es handelt sich um ein innovatives Format, bei dem Teilnehmende zusammenkommen, um Ideen zu entwickeln und innerhalb kurzer Zeit Lösungen zu erarbeiten.

Auch als „Innovathon“ oder „Ideathon“ bezeichnet, bringt ein Hackathon Menschen zusammen, um mit gemeinsamer Kreativität neue Ideen zu entwickeln. Dieses kollaborative und intensive Format soll Innovationen anregen und schnell konkrete Ergebnisse liefern.

Worum geht es bei diesem Format?

Hackathons sind in den letzten fünf Jahren immer beliebter geworden. Sie bieten Studierenden die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen, neue Ideen zu erkunden und mit anderen aus unterschiedlichen Bereichen zusammenzuarbeiten.

Hackathons sind für Institutionen wertvoll, da sie Studierenden helfen können, gemeinsam innovative Lösungen für reale Herausforderungen zu entwickeln. Sie sind zudem ein wirksames Mittel, um die Interaktion und die Verbindungen zwischen Universitäten und Praxispartnern wie politischen Entscheidungsträgern zu stärken.

In unserem Fall findet das Hackathon-Format im Rahmen eines einwöchigen Seminars statt, das sich dem Thema Gestaltung öffentlicher Politik widmet. Dieses Seminar steht jeweils zwei Masterstudierenden aus allen Fachbereichen der Universität offen, und wir erwarten 15 bis 30 Studierende pro Durchgang.

Durch intensive Teamarbeit können Studierende in nur einer Woche einzigartige, praxisnahe Ideen entwickeln. Hackathons unterstreichen zudem den Wert der interdisziplinären Zusammenarbeit und strukturieren den kreativen Prozess um konkrete Ziele herum, insbesondere – in unserem Fall – wenn Studierende aller Fachrichtungen in Gruppen von vier bis fünf Personen zusammenkommen und unterschiedliche Ansätze für komplexe Fragestellungen kombinieren.

 

Wie funktioniert das Format?

Wir organisieren einen fünftägigen Hackathon in einer arbeitsfreien Woche, der Einführungskurse gewidmet ist (mit ECTS-Punkten) und in dem Studierende aller Fachrichtungen Themen erkunden können, denen sie in ihrem Studium noch nicht begegnet sind. Unser Format ist eine Präsenzveranstaltung und umfasst zahlreiche Treffen vor Ort, bei denen die Studierenden wichtige Akteure aus dem jeweiligen jährlichen Themenbereich treffen können.

Die wichtigsten Schritte

Schritt 1: Die Herausforderung definieren

Zunächst ist es wichtig, einen Sponsor auszuwählen und gemeinsam mit ihm das Thema sowie eine damit verbundene Herausforderung zu definieren. Die Herausforderung sollte realistisch und innerhalb des Zeitrahmens erreichbar sein. Eine wirkungsvolle Kommunikation ist ebenfalls wichtig, um motivierte Teilnehmende zu gewinnen.

Schritt 2: Start der Veranstaltung

Der Hackathon beginnt mit einer Eröffnungssitzung. Der Dozent oder die Dozentin erläutert den Zeitplan und die Ziele für die Woche. Der Sponsor stellt die Aufgabenstellung vor, einschließlich der Rahmenbedingungen und wichtiger Überlegungen. Weitere Mitwirkende, wie Verbände oder begünstigte Organisationen, können Input liefern, um die Studierenden anzuleiten.

Schritt 3: Ideenfindung

Während der gesamten Woche nehmen die Studierenden an Seminaren und Workshops teil, die von Dozenten und Experten geleitet werden. Diese Veranstaltungen unterstützen sie dabei, Ideen zu entwickeln und Ihre Konzepte auszugestalten.

Schritt 4: Prototypenentwicklung

Sobald die Gruppen eine klare Vorstellung haben, gehen sie in die Prototypen-Phase über. Dazu gehören von Experten geleitete Workshops und eigenständiges Teamwork, um eine konkrete Lösung zu erarbeiten.

Schritt 5: Präsentationen und Feedback

Am Ende der Woche präsentieren die Gruppen ihre Projekte dem Sponsor. Auf diese Präsentationen können Diskussionen und/oder Feedbackrunden folgen, um die Ideen weiter zu verfeinern.

Schritt 6: Nachbereitung

Es ist wichtig, nach der Veranstaltung sowohl mit den Sponsoren als auch mit den Studierenden/ Teilnehmenden in Kontakt zu bleiben. So können Fragen geklärt und Anpassungen bei der praktischen Umsetzung der entwickelten Ideen vorgenommen werden. Diese Nachbereitungsphase trägt auch dazu bei, gute Beziehungen zum Sponsor aufrechtzuerhalten, und schafft die Grundlage für eine zukünftige Zusammenarbeit.

Für Universitäten kann die Benotung eines Hackathons eine Herausforderung darstellen. Stattdessen können die Teilnahme und das Engagement bewertet oder Feedback durch eine Zufriedenheitsumfrage gesammelt werden.

 

Aufgaben und Ressourcen

Ein Hackathon ist eine kurze, kollaborative Erfahrung, die darauf abzielt, Innovation und Praxisarbeit zu fördern. Zu den Ressourcen gehören eine dem Format angemessene Aufgabe sowie ein externer Sponsor, der für einige Tage zur Verfügung steht.

 

Beispiele

https://www.univ-lyon2.fr/sciences-et-societe/les-poles-de-specialites/motif-design-des-politiques-publiques

 

Quellen und weiterführende Literatur

https://www.bibliotheque-initiatives.fonction-publique.gouv.fr/files/2023-11/HACKATHON-LE-GUIDE-PRATIQUE.pdf

 

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