Rollenspiel für Forscher*innen / politische Entscheidungsträger*innen / Medienvertreter*innen
Einleitung: Worum geht es bei diesem Format?
- Ein Rollenspiel versetzt die Teilnehmenden in die Lage, Entscheidungen in einem politischen Kontext zu treffen
- Die Idee besteht darin, Forschenden, politischen Entscheidungsträgern und manchmal auch anderen Vertretern der Zivilgesellschaft oder der Medien aufzuzeigen, wie die Wissenschaft politische Entscheidungen beeinflussen kann (oder auch nicht)
Wie funktioniert das Format?
Es wurde die Idee eines Rollenspiels entwickelt, bei dem Forschende und politische Entscheidungsträger für einen Tag die Rollen tauschen, um die tatsächlichen Dynamiken zwischen Forschung und Politikgestaltung besser zu verstehen.
Angesichts von Herausforderungen wie einer Gesundheitskrise, einer Umweltkatastrophe oder einer heiklen Energiefrage können die Teilnehmenden lernen, zwischen der Notwendigkeit, wissenschaftliche Daten zu nutzen, und wirtschaftlichem, sozialem und politischem Druck zu navigieren.
Ziel ist es, die Komplexität des Dialogs zwischen Wissenschaft und Politik zu erleben und die Herausforderungen der Entscheidungsfindung in einer fiktiven Situation besser zu verstehen.
Den Teilnehmenden werden andere Rollen zugewiesen als die, die sie im wirklichen Leben innehaben:
- entweder als Forschende, deren Aufgabe es ist, Daten zu analysieren und politische Entscheidungsträger zu beraten, indem sie ihnen klare und umsetzbare Empfehlungen geben
- oder als politische Entscheidungsträger, deren Aufgabe es ist, Entscheidungen auf der Grundlage wissenschaftlicher Empfehlungen sowie unter Berücksichtigung wirtschaftlicher, sozialer und medialer Belange zu treffen.
Medien und Akteure der Zivilgesellschaft (je nach Spielversion) erhöhen die Komplexität, indem sie die öffentliche Meinung beeinflussen und Druck auf die Entscheidungsträger ausüben.
Das Spiel findet in mehreren Phasen statt, wobei nach und nach neue Informationen eingeführt werden, sodass die Teilnehmenden ihre Strategien anpassen müssen. Es verdeutlicht die Herausforderungen der Kommunikation zwischen Forschenden und politischen Entscheidungsträgern, den Umgang mit Unsicherheit und die notwendigen Kompromisse bei der Entscheidungsfindung.
Herausforderungen (und mögliche Lösungsansätze)
Natürlich birgt dieses komplexe Rollenspiel viele Herausforderungen mit sich. Unser Ansatz sieht vor, dass ein externer Partner Rollenspielszenarien aus soziologischer Perspektive entwirft, um den Teilnehmenden zu helfen, die Rollen und Verantwortlichkeiten der anderen zu verstehen.
Die Vorbereitung des Spiels erfordert einen erheblichen Arbeitsaufwand, insbesondere die Ausarbeitung eines konsistenten Szenarios und von Situationen, die zum jeweiligen Umfeld passen, ohne zu realistisch zu sein, um so Argumente und Diskussionen anzuregen.
Die verschiedenen theatralischen Darbietungen müssen anspruchsvoll sein, und die gespielten Szenen müssen das Interesse der verschiedenen Teilnehmenden, die sich nicht kennen, aufrechterhalten.
Gleichzeitig soll dieses Rollenspiel nicht etwa Konflikte verschärfen, sondern ihnen vermitteln, wie beispielsweise ein Politiker die Rolle des Forschenden einnehmen kann und umgekehrt.
Aufgaben und Ressourcen
Dieses Rollenspiel wird von einem externen Partner durchgeführt, der für den Lernaspekt des Rollenspiels zuständig ist. Die Organisation eines Rollenspiels dieser Größenordnung stellt jedoch eine erhebliche organisatorische Herausforderung für die Wissenschaftsaustausch-Manager dar.
Um einen reibungslosen Ablauf des Spiels und die gewünschte Wirkung zu gewährleisten, ist es zudem wichtig, nicht zu viel über den Ablauf des Tages und die Lernerwartungen preiszugeben. Es ist daher eine Herausforderung, Forschende und politische Entscheidungsträger dazu zu bewegen, sich hierfür Zeit zu nehmen.
Beispiele
Scientific-Political Cooperation Workshops Day (ACooSP) September 12, 2023, in Dijon, organized by the University of Burgundy Franche-Comté in partnership with INGSA.
Quellen und weiterführende Literatur
The International Network for Government Science Advice (INGSA) regularly offers this type of workshop to help researchers and decision-makers work better together.
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