Ressourcen bündeln, Policy-Einfluss maximieren: Wie Universitäten mit Thinktanks, NGOs und Stiftungen kooperieren können
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Das Wichtigste auf einen Blick
- Forschende an Universitäten können von der Zusammenarbeit mit Thinktanks, NGOs oder Stiftungen profitieren, indem sie gemeinsam Policy-Veranstaltungen organisieren, policyrelevante Transferpublikationen veröffentlichen oder Expertise, Finanzmitteln und Unterstützungsstrukturen teilen.
- Synergien durch Rollenteilung: Während Forschende an Universitäten methodisch fundierte Primärforschung und Wissenssynthesen beisteuern können, übersetzen Partner aus Thinktanks, NGOs und Stiftungen diese Expertise in policyrelevante Formate und platzieren sie zum passenden Zeitpunkt bei den richtigen Zielgruppen.
- Vielfältige Akteurslandschaft: Das Spektrum reicht von wissenschaftsnahen Thinktanks über zivilgesellschaftliche Interessengruppen und Wirtschaftsverbänden bis hin zu fördernden und operativen Stiftungen.
- Erfolgsfaktoren für Kooperationen: Grundvoraussetzung für das Gelingen sind klar definierte Ziele, eine frühzeitige Bewertung von Reputationsrisiken sowie transparente Absprachen zu Veröffentlichungsrechten, Kosten und Aufgaben.
- Mehrwert für Förderanträge: Die strategische Partnerschaft mit Schnittstellenorganisationen ist ein wirksamer Hebel, um die von Fördereinrichtungen zunehmend geforderten Impact-Kriterien nachweisbar zu erfüllen.
Warum Zusammenarbeit? Herausforderungen für Forschende hinsichtlich des Austauschs mit Politik/Verwaltung
Die Forschung an Universitäten ist auf Projekte ausgerichtet, die originäre Forschungsergebnisse und gründliche Synthesen der wissenschaftlichen Literatur hervorbringen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler veröffentlichen ihre Ergebnisse in Fachzeitschriften, stehen jedoch bei der Zusammenarbeit mit Akteuren in Politik und Verwaltung häufig vor drei wiederkehrenden Herausforderungen:
Effektive Kommunikation von Forschungsergebnissen: Forschende neigen dazu, wissenschaftliche Fachsprache zu verwenden, und sind oft nicht mit der Sprache und den Konventionen in Politik/Verwaltung vertraut. Formate wie Policy Briefs oder Policy-Veranstaltungen unterscheiden sich erheblich von wissenschaftlichen Publikationen oder akademischen Konferenzen.
Identifikation von Anknüpfungspunkten für die eigene Expertise: Um zu wissen, wann Forschungsergebnisse kommuniziert werden sollten, ist es erforderlich, politische Entwicklungen regelmäßig zu verfolgen. Dies ist eine zeitaufwändige Aufgabe. Forschenden fehlt in der Regel der Zugang zum impliziten Wissen in Politik/Verwaltung.
Zielgruppenidentifikation in Politik und Verwaltung: Die Ermittlung relevanter Zielgruppen durch die Recherche von Parlamentsausschüssen und Organigrammen von Ministerien, Generaldirektionen der Europäischen Kommission oder politischen Parteien ist eine anspruchsvolle und zeitaufwändige Aufgabe.
Ressourcenknappheit: Aktivitäten wie die Organisation von Policy-Veranstaltungen (insbesondere in Berlin oder Brüssel), Öffentlichkeitsarbeit, Netzwerkarbeit oder Mittelbeschaffung können sehr kostspielig und zeitaufwendig sein. Der gemeinsame Einsatz von finanziellen Mitteln, Personaleinsatz oder Infrastruktur für bestimmte Aktivitäten, wie Veranstaltungen oder Publikationen, kann die Gesamtkosten je Partner drastisch senken.
Durch die Zusammenarbeit mit Thinktanks, NGOs und Stiftungen können Forschende Zeit und Ressourcen sparen und zugleich die Wirkung ihrer Aktivitäten maximieren. Diese Organisationen stehen in regelmäßigem Austausch mit Akteuren in Politik und Verwaltung und verfügen über eine Sichtbarkeit, die die meisten Forschenden oder akademischen Einrichtungen allein nur schwer erreichen können. Expertinnen und Experten in Thinktanks, NGOs und Stiftungen verfolgen politische Debatten aufmerksam, wissen, an wen sie sich wenden müssen, und sind mit der Sprache und den Begrifflichkeiten vertraut, die im politischen Kontext Anklang finden. Anstatt Zeit und Ressourcen in Publikationen oder Veranstaltungen zu investieren, die von Akteuren in Politik und Verwaltung unbeachtet bleiben, können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Zusammenarbeit mit diesen Organisationen Analysen erstellen, Ergebnisse veröffentlichen oder Policy-Veranstaltungen organisieren.
Welche Formen kann die Zusammenarbeit annehmen?
Die Zusammenarbeit zwischen Universitäten, Thinktanks, NGOs und Stiftungen kann flexibel gestaltet werden und reicht von punktuellen Einzelmaßnahmen bis hin zu langfristigen institutionellen Allianzen.
- Gemeinsame Publikationen: Gemeinsames Verfassen von Policy Briefs, umfangreichen Studien, Blogbeiträgen oder Factsheets; die Forschenden der Universität steuern wissenschaftliche Erkenntnisse bei, die Partnerorganisation die Anknüpfungspunkte zu Policy-Herausforderungen sowie die Verbreitung der Inhalte.
- Gemeinsame Veranstaltungen: Gemeinsame Organisation von Podiumsdiskussionen, Hintergrundgesprächen, parlamentarischen Veranstaltungen und Workshops; die Universität steuert wissenschaftliche Expertise bei; die Partnerorganisation greift auf ihr Netzwerk und den Zugang zu Akteuren in Politik und Verwaltung zu.
- Personalaustausch und Hospitationen: Forschende hospitieren in Praxiseinrichtungen. Diese Option kann insbesondere für Early Career Researchers interessant sein. Mitarbeitende aus Praxiseinrichtungen können wiederum in Universitäten hospitieren.
- Forschungskooperation: Gemeinsame Konzeption und Durchführung von Forschungsprojekten, wobei die Partnerorganisation Praxisperspektiven einbringt.
- Gemeinsame Wissens- und Datenplattformen: Gemeinsam gepflegte Datenbanken, Evidenz-Repositorien und Instrumente zur Beobachtung von Policy-Entwicklungen, die doppelte Datenerhebungen reduzieren und es allen Partnern ermöglichen, auf eine gemeinsame Evidenzbasis zurückzugreifen
- Langfristige strategische Allianzen oder Rahmenvereinbarungen: Anstelle einer projektbezogenen Zusammenarbeit schließen die Partner Rahmenvereinbarungen ab, die eine wiederholte Zusammenarbeit (Veranstaltungen, Ergebnisse, Förderanträge) ermöglichen, ohne dass jedes Mal administrative Details neu ausgehandelt werden müssen. Diese Vereinbarungen könnten beispielsweise Folgendes vorsehen:
- Gemeinsame Projektmanagementbüros (PMOs): Die Partner richten eine gemeinsame Koordinationsstelle ein, die für die Einhaltung von Zeitplänen, die Nachverfolgung von Leistungen, die Berichterstattung und die Risikoüberwachung über mehrere gemeinsame Aktivitäten hinweg zuständig ist. Dies reduziert Doppelungen bei den Projektkoordinationsaufgaben in den einzelnen Organisationen
- Gemeinsame Verwaltungsdienste („Back-Office-Pooling“): Organisationen bündeln Funktionen wie Finanzen, Beschaffung, Vertragswesen, Personalverwaltung oder Compliance-Management für gemeinsame Projekte; dies senkt die Gemeinkosten und vermeidet parallele Verwaltungsabläufe.
- Gemeinsame Kommunikations- und Verbreitungsstellen: Eine gemeinsame Kommunikationsstelle kümmert sich um Policy-Informationen, Pressearbeit, Newsletter und Social Media für die gemeinsame Arbeit und sorgt so für eine einheitliche Botschaft, während Doppelarbeit des Kommunikationspersonals reduziert wird
- Koordinierte Veranstaltungslogistik-Teams: Anstatt dass jede Organisation Veranstaltungsorte, Verpflegung, Einladungen und Anmeldungen separat verwaltet, kümmert sich ein gemeinsames operatives Team (oder ein wechselnder Leiter) um die gesamte Veranstaltungslogistik aller Partner.
So finden Sie geeignete Partner: Ein Ausgangspunkt
Forscher und Forschungsmanager können potenzielle Partner über folgende Wege identifizieren:
- Websites wie „EU Agenda“, „Euractiv“ und „International Geneva“ listen Policy-Veranstaltungen und Veröffentlichungen verschiedener Akteure auf; ähnliche Websites gibt es auf nationaler Ebene, allerdings nur in einigen europäischen Ländern (z. B. „Smart Thinking“ im Vereinigten Königreich oder „Political“ in Deutschland); die Teilnahme an Policy-Veranstaltungen in Ihrem Fachgebiet ist eine der effektivsten Möglichkeiten, potenzielle Partner zu identifizieren und informell einzuschätzen
- Verzeichnisse wie das „Open Think Tank Directory“, „NGO base“, die „Philanthropy Europe Association“ oder das EU-Transparenzregister listen zahlreiche Organisationen auf, die Möglichkeiten zur Zusammenarbeit bieten könnten; ähnliche Websites gibt es möglicherweise auch auf nationaler Ebene
Bewertung eines potenziellen Partners: Wichtige Fragen
Bevor sie sich an einen potenziellen Partner wenden, sollten Forschende und Mitarbeitende im Wissenschaftsmanagement/Wissenstransfer die folgenden Punkte berücksichtigen:
Zu Qualität und Reputation
- Teilnehmer und Partner: Welche Arten von Veranstaltungen organisiert die Organisation? Haben Akteure in Politik und Verwaltung an ihren Veranstaltungen teilgenommen? Verfügt sie über ein wertvolles Netzwerk von Partnern?
- Unabhängigkeit und Governance: Hat die Organisation eine klare politische Ausrichtung oder Zugehörigkeit? Wird sie von der Industrie, parteinahen Einrichtungen oder Einzelpersonen oder von Stiftungen finanziert?
- Qualität: Verfügt die Organisation über erprobte Instrumente und Verfahren zur Qualitätsbewertung? Welche Arten von Publikationen erstellt die Organisation (Policy Briefs, Berichte, Blogbeiträge, Factsheets)? Sind Inhalt und Qualität überzeugend?
Zur Eignung und Durchführbarkeit
- Beschäftigt sich die Organisation mit Policy-Themen in Ihrem Fachgebiet?
- Veröffentlicht die Organisation gemeinsam mit anderen Organisationen Publikationen oder nimmt sie Gastbeiträge an? Organisiert sie gemeinsam mit externen Partnern Veranstaltungen?
- Ist die Organisation aktiv und präsent? Veröffentlicht sie regelmäßig Beiträge in sozialen Medien, die geteilt und kommentiert werden?
- Definieren Forschende und Mitarbeitende in der Praxiseinrichtungen den Begriff „Policy-Wirkung“ auf dieselbe Weise (z. B. Gesetzesänderungen, öffentliche Debatte, Umsetzung)?
- Besteht Übereinstimmung hinsichtlich der politischen Positionierung oder zumindest hinsichtlich des erwarteten Grades an Interessenvertretung im Vergleich zur Neutralität?
- Arbeitet die Organisation in der Regel auf derselben Verwaltungsebene (EU, national, lokal), oder wäre die Koordination bereichsübergreifend und komplex?
- Sind die Zeitpläne miteinander vereinbar (akademische Forschungszyklen vs. Policy-Zyklen vs. Förderzyklen)?
- Gibt es Flexibilität, um die Ergebnisse während des Projekts anzupassen, falls sich die Policy-Entwicklungen ändern?
- Verfügt die Organisation über Erfahrung in der Zusammenarbeit mit akademischen Partnern, oder wird es eine steile Lernkurve geben?
Zu den praktischen Modalitäten:
- Beinhaltet die Zusammenarbeit eine Kostenteilung? Welche Kosten müssen gedeckt werden, und wie hoch ist Ihr Budget?
- Wer entscheidet über Struktur, Gestaltung und Veröffentlichungstermine gemeinsamer Ergebnisse? Wer legt die Gästeliste für Veranstaltungen fest?
- Muss eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet werden? Gibt es offizielle Policies zur Logonutzung und zur Nennung der Institutionen?
- Was geschieht im Falle von Meinungsverschiedenheiten hinsichtlich der Ausgestaltung, der Schlussfolgerungen oder der Empfehlungen?
- Wem gehören gemeinsam erstellte Ergebnisse, und unter welcher Lizenz dürfen sie wiederverwendet werden?
- Wie werden indirekte Kosten (Gemeinkosten, Verwaltungsaufwand, institutionelle Kosten) gedeckt?
- Sind Umschichtungen im Budget möglich, wenn sich die Projektanforderungen ändern?
- Gibt es von einem Partner oder Geldgeber geforderte Offenlegungen von Interessenkonflikten?
- Welche Sicherheitsvorkehrungen gibt es, um die Unabhängigkeit der Analyse und der Ergebnisse zu gewährleisten?
- Wer hat das letzte Wort bei der Öffentlichkeitsarbeit und der Kommunikation mit den Medien?
- Unter welchen Bedingungen kann sich ein Partner aus der Zusammenarbeit zurückziehen?
Warnsignale: Wann ist Vorsicht geboten?
Nicht alle potenziellen Partner sind gleichermaßen geeignet. Forschende sollten Vorsicht walten lassen, wenn
- die Finanzierungsquellen einer Organisation undurchsichtig sind oder von Interessen der Industrie dominiert werden, deren Standpunkte im Widerspruch zu unabhängigen wissenschaftlichen Erkenntnissen stehen;
- eine Organisation eng mit einer politischen Partei oder einer ideologischen Bewegung verbunden ist, und zwar in einer Weise, die die wahrgenommene Neutralität der Forschung beeinträchtigen könnte;
- eine Organisation von Forschern erwartet, dass sie vorgegebene Policy-Positionen unterstützen, anstatt unabhängige Erkenntnisse beizusteuern;
- eine Organisation eine schwache oder inkonsistente Bilanz in Bezug auf Veröffentlichungen oder Sichtbarkeit aufweist, was auf eine begrenzte Reichweite oder Wirkung hindeutet;
- die Kooperationsvereinbarung der Partnerorganisation die alleinige Kontrolle über die Gestaltung, Bearbeitung oder Veröffentlichung gemeinsamer Ergebnisse einräumt.
Prozessübersicht: Von der ersten Idee bis zur aktiven Zusammenarbeit
Die folgende Abfolge beschreibt einen typischen Weg vom ersten Interesse bis zur aktiven Zusammenarbeit. Sie ist als flexibler Leitfaden gedacht, nicht als starres Protokoll.
- Schritt 1: Definieren Sie Ihr Ziel. Klären Sie, was Sie erreichen möchten: Wirkung in Form von politischen Veränderungen, erhöhte Sichtbarkeit bei Akteuren in Politik und Verwaltung, gemeinsame Forschung oder Zugang zum Netzwerk und zu Veranstaltungen eines Partners.
- Schritt 2: Verschaffen Sie sich einen Überblick. Identifizieren Sie Think Tanks, NGOs oder Stiftungen, die in Ihrem Policy-Bereich tätig sind, indem Sie die oben beschriebenen Wege nutzen.
- Schritt 3: Bewerten Sie potenzielle Partner. Gehen Sie die oben genannten Leitfragen durch. Geben Sie Organisationen den Vorzug, deren Publikationsqualität, politische Unabhängigkeit und Arbeitsweise mit Ihren eigenen übereinstimmen.
- Schritt 4: Nehmen Sie ersten Kontakt auf. Knüpfen Sie informell Kontakt, indem Sie an einer Veranstaltung teilnehmen, auf eine Veröffentlichung reagieren oder um ein kurzes Kennenlerngespräch bitten. Eine Zusammenarbeit ist eher erfolgreich, wenn sie aus einem genuinen gemeinsamen Interesse entsteht.
- Schritt 5: Einigen Sie sich auf die Form der Zusammenarbeit. Legen Sie gemeinsam die Art der Zusammenarbeit (gemeinsame Veröffentlichung, Veranstaltung, Forschungsprojekt), die Aufgabenteilung, die Regelungen zur Kostenteilung sowie gegebenenfalls erforderliche formelle Vereinbarungen fest.
- Schritt 6: Umsetzung und Auswertung. Führen Sie die Zusammenarbeit durch, dokumentieren Sie die gewonnenen Erkenntnisse und bewerten Sie, ob die Zusammenarbeit die angestrebten Ziele erreicht hat. Erfolgreiche Kooperationen bilden oft die Grundlage für langfristige Partnerschaften.
Rollen und Verantwortlichkeiten in der Zusammenarbeit
Die folgende Übersicht beschreibt die typischen Aufgaben und Beiträge der einzelnen Interessengruppen bei einer Zusammenarbeit zwischen Universität und Thinktank, Universität und Nichtregierungsorganisation oder Universität und Stiftung.
- Wissenschaftliche Leitung (Universitäten)
- Rolle der Policy-Umsetzung (Thinktanks / NGOs / Stiftungen)
- Koordinations- und Betriebsmanagementrolle (Forschungsmanager, Projektmanagement, Sekretariate)
- Schnittstellenfunktion zu den Akteuren (gemeinsame Verantwortung, wird jedoch häufig von externen Partnern koordiniert)
- Rolle in der Leitung und Entscheidungsfindung (gemeinsame oder zugewiesene Strukturen)
- Verantwortung für Finanzierung und Compliance (oft hybrid, erfordert jedoch Klarheit)
Universitäten / Forschungszentren / Akademien
Universitäten übernehmen in erster Linie die Verantwortung für die wissenschaftliche Leitung und die Integrität und Qualität der Evidenz. Forschende liefern die zentrale Evidenzbasis, eigene Forschungsergebnisse oder Synthesen der wissenschaftlichen Literatur. Eine wesentliche Anpassung, die von Forschenden verlangt wird, ist der Wechsel von einer akademischen zu einer policy-orientierten Kommunikation: Während akademische Publikationen Methodik und theoretische Debatten in den Vordergrund stellen, betonen policy-orientierte Ergebnisse die praktische Anwendbarkeit und konkrete Empfehlungen.
Forschende müssen ggf. ihr Zeitmanagement anpassen: Während sich wissenschaftlche Forschungsprojekte über Monate oder Jahre erstrecken, stimmen Thinktanks, NGOs und Stiftungen den Zeitpunkt ihrer Veröffentlichungen in der Regel auf aktuelle politische Debatten und Gesetzgebungskalender ab. Forschende profitieren am meisten von der Zusammenarbeit, wenn sie bereit sind, Zeit in das Verständnis der Arbeitskultur und der Kommunikationsgepflogenheiten ihrer Partnerorganisation zu investieren.
Mitarbeitende im Wissenschaftsmanagement und Wissenstransfer
Mitarbeitende im Wissenschaftsmanagement oder im Wissenstransfer spielen eine zentrale koordinierende Rolle. Sie können potenzielle Partner identifizieren, indem sie die Qualität, Reichweite und den Policy-Einfluss ihrer Publikationen und Veranstaltungen bewerten. Sie tragen die Verantwortung für die operative Umsetzung. Sie stellen sicher, dass Zeitpläne, Berichtspflichten und Verwaltungsprozesse eingehalten werden, und koordinieren die Kommunikation zwischen den Institutionen.
Zudem verwalten sie Budgets, vertragliche Vereinbarungen und Compliance-Verpflichtungen, sorgen so für Kontinuität zwischen den Partnern und reduzieren administrative Doppelarbeit. Sie kümmern sich um rechtliche und organisatorische Angelegenheiten wie Kooperationsvereinbarungen, die Platzierung von Logos, Kostenteilungsvereinbarungen und institutionelle Genehmigungsverfahren. Außerdem fungieren sie als Brücke zwischen dem wissenschaftlichen Team und der Partnerorganisation, helfen dabei, Erwartungen zu steuern und sicherzustellen, dass Zeitpläne und Leistungsziele für beide Seiten realistisch sind.
Thinktanks/NGOs/Stiftungen
Think Tanks, NGOs und Stiftungen übernehmen in der Regel die Verantwortung für die Umsetzung von Policy-Aktivitäten. Sie übersetzen wissenschaftliche Erkenntnisse, so dass sie in politischen Gestaltungsprozessen genutzt werden können, stellen sicher, dass die Ergebnisse auf politische Debatten und den Zeitplan abgestimmt sind, und leiten oder begleiten die Einbindung von Interessengruppen sowie die Verbreitung der Ergebnisse. Sie identifizieren relevante Zielgruppen.
Akteure in Politik und Verwaltung und andere externe Interessengruppen
Akteure in Politik und Verwaltung profitieren von Kooperationen, die zeitnahe, zugängliche und umsetzbare Erkenntnisse liefern. Sie sind keine operativen Partner in der Zusammenarbeit, sondern fungieren als primäre Endnutzer der Ergebnisse. Ihre Rolle besteht darin, Wissensbedarfe zu definieren, Feedback zur Relevanz der Transferergebnisse zu geben und sich im Rahmen von Konsultationen sowie weiteren Gestaltungsprozessen mit den Erkenntnissen auseinanderzusetzen. Sie bringen sich am ehesten ein, wenn die Ergebnisse auf ihre spezifischen Entscheidungsbedürfnisse zugeschnitten sind und zeitlich so abgestimmt werden, dass sie mit relevanten Gesetzgebungs- oder Haushaltsprozessen zusammenfallen.

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