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Autor: Jakub Koníček

Jakub Koníček is an Assistant Professor in the Department of Geoinformatics at the Faculty of Science, Palacký University Olomouc. His expertise includes Geographic Information Systems (GIS), digital cartography, and visual communication. He specializes in geovisualization, data visualization, infographics, and visual storytelling across various interdisciplinary fields. He can be contacted at jakub.konicek@upol.cz.

Format: Gemeinsame Gestaltung visueller Kommunikation als strategisches Instrument der Politikgestaltung

Beschreibung

Visuelle Kommunikation spielt in der heutigen politischen Entscheidungsfindung eine wichtige Rolle, da sie eine klare, effiziente und inklusive Interpretation komplexer Daten und Analyseergebnisse ermöglicht. In der öffentlichen Verwaltung stützen sich Entscheidungsprozesse zunehmend auf große Mengen heterogener Daten, die von nationalen Ministerien, regionalen Behörden, Kommunen, Forschungseinrichtungen und privaten Einrichtungen erzeugt werden. Diese Daten werden jedoch oft in hochtechnischen, textbasierten oder tabellarischen Formaten präsentiert, was ihre Zugänglichkeit und praktische Verwendbarkeit für Akteurinnen und Akteure in Politik und Verwaltung, Interessengruppen und die breite Öffentlichkeit einschränkt.

Visuelle Kommunikation schließt diese Lücke, indem sie komplexe Datensätze und Analyseergebnisse in intuitive, verständliche und umsetzbare visuelle Formen wie Dashboards, Karten, Infografiken und interaktive Berichte umwandelt. Im Kontext der Politikgestaltung unterstützt die Visualisierung sowohl die Kommunikation an (Bereitstellung von Belegen, Szenario-Vergleiche, Folgenabschätzungen) als auch die Kommunikation von Akteurinnen und Akteuren in Politik und Verwaltung (Erläuterung politischer Maßnahmen, Transparenz, Rechenschaftspflicht und Bürgerbeteiligung).

Universitäten spielen in diesem Prozess eine Schlüsselrolle, indem sie methodisches Fachwissen in den Bereichen Datenanalyse, Kartografie, Datenvisualisierung, User Experience und User Design sowie kognitive Aspekte der Informationswahrnehmung einbringen. Durch eine strukturierte Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Verwaltung und akademischen Experten wird visuelle Kommunikation nicht nur zu einem Design-Zusatz, sondern zu einem strategischen Instrument, das eine fundierte, transparente und partizipative Regierungsführung unterstützt.

Ziele

Die Hauptziele dieses Formats sind:

  • Komplexe politikrelevante Daten in klare und verständliche visuelle Darstellungen zu übersetzen, die auf verschiedene Zielgruppen (Entscheidungsträger, Experten, Bürger) zugeschnitten sind.
  • Das Verständnis, die Interpretation und die verantwortungsvolle Nutzung von Daten zu verbessern, die von der öffentlichen Verwaltung, der Wissenschaft und dem privaten Sektor produziert werden.
  • Evidenzbasierte Entscheidungsfindung zu unterstützen, indem ein schneller Vergleich von Szenarien, Trends und politischen Auswirkungen ermöglicht wird.
  • Transparenz und Vertrauen in öffentliche Institutionen durch offene, gut erklärte visuelle Ergebnisse zu erhöhen.
  • Die Wiederverwendung und Öffnung öffentlicher Daten zu fördern, indem Visualisierung in Open-Data-Strategien eingebettet wird.
  • Stärkung der langfristigen Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Behörden im Bereich der angewandten Datenkommunikation.

 

Wie funktioniert das Format?

Dieses Format basiert auf einer systematischen Zusammenarbeit zwischen Daten-Produzenten, politischen Entscheidungsträgern und akademischen Experten, die auf visuelle Kommunikation spezialisiert sind. Die Zusammenarbeit beginnt in der Regel mit der Identifizierung politikrelevanter Fragen oder Entscheidungsbedürfnisse und erstreckt sich über den gesamten Datenlebenszyklus – von der Datenaufbereitung bis hin zu den endgültigen visuellen Ergebnissen.

Ein üblicher Umsetzungsweg umfasst:

  1. Problemdefinition

Politische Entscheidungsträger definieren gemeinsam mit Fachexperten zentrale politische Fragen, Zielgruppen und Entscheidungskontexte. Die Definition des Prozesses könnte mit einem persönlichen oder Online-Treffen zwischen Mitarbeitenden in Politik/Verwaltung und Forschern beginnen, bei dem alle Aufgaben festgelegt werden. Die folgenden Prozesse könnten durch regelmäßige hybride Treffen, E-Mail-Berichte oder über gemeinsam genutzte Dokumente abgewickelt werden.

  1. Datenaufbereitung und -bewertung

Die öffentliche Verwaltung stellt relevante Datensätze zur Verfügung, während Experten der Universität die Datenqualität, Vollständigkeit und das analytische Potenzial bewerten.

  1. Gestaltung der Visualisierung

Wissenschaftliche Teams schlagen geeignete Visualisierungsmethoden vor (z. B. Karten, Zeitachsen, Dashboards, Vergleichsdiagramme), die auf kognitiven Prinzipien und den Bedürfnissen der Nutzer basieren.

  1. Iterative Entwicklung

Die visuellen Ergebnisse werden durch Feedbackschleifen unter Einbeziehung von politischen Entscheidungsträgern und Kommunikationsspezialisten verfeinert.

  1. Veröffentlichung und Verbreitung

Die Ergebnisse werden über offizielle Websites, Open-Data-Portale, Politikberichte, soziale Medien oder öffentliche Präsentationen veröffentlicht.

Fortgeschrittenere Umsetzungen können zu umfassenden Online-Datenportalen führen, die interaktive Visualisierungen, erläuternde Texte, herunterladbare Datensätze und methodische Dokumentation kombinieren. Diese Plattformen ermöglichen es den Nutzern, Informationen auf verschiedenen Detailebenen zu erkunden – von allgemeinen Zusammenfassungen bis hin zu Rohdaten – wobei die europäischen Open-Data-Grundsätze und Interoperabilitätsstandards eingehalten werden.

 

Herausforderungen (und Lösungsansätze)

  • Begrenzte Verfügbarkeit von qualifizierten Fachkräften

Lösung: Aufbau langfristiger Partnerschaften mit Hochschulen und Einbindung von Studierenden und Forschenden durch praxisorientierte Lehrveranstaltungen, Praktika oder projektbezogene Zusammenarbeit.

  • Unzureichende Datenqualität oder -abdeckung

Lösung: Einführung von Datenqualitätsstandards und iterativen Validierungsprozessen unter Einbeziehung sowohl von Daten-Produzenten als auch von Analysten.

  • Unangemessene oder irreführende Visualisierungsentscheidungen

Lösung: Anwendung etablierter Visualisierungsrichtlinien und Sicherstellung einer fachlichen Überprüfung durch Spezialisten für Datenerfassung und Kartografie.

  • Finanzielle Einschränkungen

Lösung: Visuelle Kommunikationsmaßnahmen in bestehende Projekte, Fördermittel oder strategische Entwicklungsprogramme integrieren, anstatt sie als eigenständige Kosten zu behandeln.

  • Kapazitätsengpässe in der öffentlichen Verwaltung

Lösung: Internes Fachwissen mit externer akademischer Unterstützung kombinieren und gezielte Schulungen für Mitarbeitende des öffentlichen Dienstes anbieten.

 

Aufgaben und Ressourcen

Öffentliche Verwaltung

  • Politische Fragestellungen und Kommunikationsziele definieren.
  • Zugang zu relevanten Datensätzen und Kontextwissen bereitstellen.
  • Sicherstellen der Übereinstimmung mit rechtlichen, strategischen und institutionellen Rahmenbedingungen.

 

Forschende

  • Analyse von Daten und Vorschlag geeigneter visueller Kommunikationsmethoden.
  • Entwurf und Entwicklung visueller Ergebnisse und erläuternder Materialien.
  • Bereitstellung von Beratung, Schulungen und methodischer Anleitung.

 

Beauftragte für Wissenstransfer und Kommunikation

  • Förderung der Zusammenarbeit zwischen Institutionen – formelle/informelle Gespräche zwischen Forschenden und ausgewählten, in dem jeweiligen Fachgebiet kompetenten Beauftragten – persönliche/virtuelle Treffen, Rundtischgespräche.
  • Unterstützung bei der Verbreitung, Öffentlichkeitsarbeit und Einbindung von Interessengruppen.

 

Erforderliche Finanzierung für Aktivitäten

  • Für die routinemäßige Datenaufbereitung, die im Rahmen der Standardagenda der öffentlichen Verwaltung durchgeführt wird, sind keine zusätzlichen Mittel erforderlich.
  • Finanzielle Ressourcen können erforderlich sein für:
    • Arbeitszeit von Universitätsmitarbeitenden für fortgeschrittene Analysen und visuelles Design.
    • Entwicklung interaktiver Tools oder digitaler Plattformen.
  • Die rein beratende Mitwirkung von akademischen Experten fällt in der Regel unter deren übliche berufliche Aufgaben und erfordert möglicherweise keine zusätzlichen Mittel.

 

Beispiel: Regionales Open-Data- und Visualisierungsportal

Ein regionales Open-Data- und Visualisierungsportal wurde auf Initiative einer auf Geoinformatik und Datenvisualisierung spezialisierten Universitätsabteilung – dem Institut für Geoinformatik der Palacký-Universität Olomouc – und der Region Olomouc entwickelt. Das Projekt begann mit einer analytischen Studie zur Bewertung des aktuellen Stands der Datenverfügbarkeit und der Praktiken der visuellen Kommunikation in der Region.

Experten der Universität erarbeiteten eine Reihe strategischer Empfehlungen und schlugen einen visuellen Rahmen vor, der sich an internationalen Best Practices orientierte. Nach finanzieller Unterstützung durch die Regionalbehörde wurde das Portal als interaktive Online-Plattform umgesetzt, die thematische Dashboards, Karten, Erläuterungstexte und den Zugriff auf Rohdatensätze kombiniert.

Während des gesamten Entwicklungsprozesses wurden den regionalen Mitarbeitern kontinuierliche Beratung, Schulungen und fachliche Unterstützung angeboten. Das daraus resultierende Portal wurde zu einer der ersten umfassenden Open-Data-Visualisierungsplattformen des Landes und dient nun als Referenzbeispiel für andere Regionen.

Das Portal ist unter https://www.datao

 

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Wie man Öffentliche Beteiligung (Geopartizipation) durch moderne digitale Methoden und Rahmenbedingungen fördern kann

Beschreibung

Geopartizipation im Kontext der Bürgerwissenschaft bezeichnet eine spezifische Gruppe partizipativer Methoden, die es der Öffentlichkeit ermöglichen, über digitale, kartenbasierte Schnittstellen aktiv zur Erhebung räumlich expliziter Daten beizutragen. Sowohl in der tschechischen als auch in der internationalen Praxis wird dieser Ansatz am häufigsten durch sogenanntes emotionales (partizipatives) Mapping umgesetzt, bei dem die Befragten ihre Erfahrungen, Meinungen oder subjektiven Wahrnehmungen bestimmter Orte mithilfe von Punkten, Linien oder Polygonen direkt auf einer Karte festhalten. Diese räumlichen Eingaben werden in der Regel durch Textbeschreibungen, Fotos, Kommentare oder vordefinierte thematische Kategorien ergänzt.

Die gesammelten Daten werden anschließend mithilfe von Standard-Workflows geografischer Informationssysteme (GIS) verarbeitet, darunter Datenbereinigung, Aggregation, räumliche Analyse und Visualisierung. Für Daten aus dem emotionalen Mapping kann eine breite Palette an Visualisierungstechniken angewendet werden; am häufigsten werden jedoch digitale kartografische Methoden wie Heat Maps, aggregierte Visualisierungen unter Verwendung von Hexagon-Rastern unterschiedlicher Auflösung, Kartogramme, Kartodiagramme oder Clustering-Techniken eingesetzt, um Endnutzern die Interpretation der Ergebnisse zu erleichtern.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Fragebogenumfragen erfasst Geopartizipation nicht nur die Meinungen der Befragten, sondern auch deren genauen räumlichen Standort, der mit jeder Antwort verbunden ist. Dies macht die Methode besonders geeignet für Themen, bei denen der räumliche Kontext von wesentlicher Bedeutung ist, wie Verkehr, Sicherheit, Qualität öffentlicher Räume, Umweltfragen oder Raum- und Stadtentwicklung. In der Praxis wird Geopartizipation oft als Erweiterung eines traditionellen Fragebogens umgesetzt, der um räumliche Fragen ergänzt wird.

Die Methode zielt nicht darauf ab, statistisch repräsentative Stichproben zu erstellen, sondern dient vielmehr als gezielte partizipative Umfrage, deren Hauptwert darin liegt, bestimmte Orte und Probleme zu identifizieren, die in Verwaltungsdatensätzen in der Regel fehlen oder mit herkömmlichen Mitteln nur schwer zu erkennen sind. Die gesammelten Antworten liefern kommunalen und regionalen Behörden wertvolle Belege für strategische Entscheidungen, die auf der Grundlage der öffentlichen Meinung getroffen werden.

Die wichtigsten Merkmale auf einen Blick

Das grundlegende Merkmal von Geopartizipation ist die aktive Einbindung der Bürger in die Erfassung räumlicher Daten über eine einfache, kartenbasierte Anwendung. Die Methode unterstützt die Kartierung von Punkten, Linien und Polygonen, wobei jeder räumliche Eintrag mit einem textuellen Kommentar und gegebenenfalls einer vom Forschungsdesigner festgelegten thematischen Kategorie versehen wird.

Geoparticipation kann als eigenständiges Forschungsinstrument oder als Erweiterung eines traditionellen Fragebogens genutzt werden, indem eine räumliche Dimension hinzugefügt wird. Sie ist auf verschiedene Befragtengruppen anwendbar und eignet sich aufgrund ihres intuitiven Designs sowohl für technisch versierte Nutzer als auch für Laien ohne fortgeschrittene IT-Kenntnisse. Die Datenerhebung kann vollständig online über eine öffentlich zugängliche Kartenanwendung oder direkt vor Ort unter Anleitung geschulter Moderatoren mithilfe von Tablets oder Mobiltelefonen erfolgen.

Typische Themen sind wahrgenommene Sicherheit und Angst, positiv und negativ wahrgenommene Orte, Vorschläge zur Stadtentwicklung (Parks, Spielplätze, Grünflächen, Bänke), problematische Verkehrssituationen, Lärm, Umweltverschmutzung oder Parkplatzprobleme. Die Methode ermöglicht die Erhebung von Daten, die sonst weitgehend nicht verfügbar sind, und schlägt eine wichtige Brücke zwischen fachlicher Planungspraxis und den Alltagserfahrungen der Bewohnerinnen und Bewohner.

 

Wie funktioniert das Format?

Die Umsetzung eines geopartizipativen Kartierungsprojekts erfordert eine sorgfältige Vorbereitung der Methodik, der technischen Lösung und der Erhebungsfragen. Ebenso wichtig ist die Auswahl des Kartierungsortes und der Zielgruppe der Befragten. Eine zentrale methodische Entscheidung betrifft die Wahl des Geometrietyps – ob die Befragten nur Punkte oder auch Linien und Polygone kartieren sollen. Während die Punktkartierung benutzerfreundlich und effizient ist, ermöglichen Linien und Polygone eine präzisere Darstellung von Phänomenen, stellen jedoch höhere Anforderungen an die Orientierung der Nutzenden und die anschließende Datenverarbeitung.

Ebenso entscheidend ist die Auswahl einer geeigneten Basiskarte. In manchen Fällen sind Orthofotos vorzuziehen, während in anderen Fällen topografische Karten oder detaillierte Stadtpläne besser geeignet sind. Eine ungeeignete Basiskarte kann die Qualität der kartierten Daten erheblich beeinträchtigen. Jedes kartierte Objekt sollte eine obligatorische Beschreibung und idealerweise eine thematische Kategorie enthalten, um die spätere Analyse zu erleichtern, da räumliche Klicks ohne Kontextinformationen nur einen begrenzten Interpretationswert haben.

Es wird empfohlen, allgemein bekannte Kartenhintergründe zu verwenden, damit die Befragten mit einer Oberfläche konfrontiert werden, die alltäglichen Kartenanwendungen ähnelt.

Geopartizipation lässt sich am besten mit einem kurzen, nicht-räumlichen Fragebogen kombinieren, der in dasselbe Tool integriert ist. Dieser umfasst in der Regel Fragen zur allgemeinen Zufriedenheit mit dem Thema sowie grundlegende soziodemografische Informationen (z. B. Alter, Geschlecht). In einigen Fällen werden auch Informationen zum Wohnort der Befragten erhoben, typischerweise in teilweise anonymisierter Form (z. B. Stadtbezirk oder Straße), um zwischen Anwohnern und Besuchern des Gebiets zu unterscheiden.

Aus technischer Sicht unterstützen derzeit nur wenige Tools Geopartizipation. Einfache Szenarien lassen sich mit Tools wie Survey123 umsetzen; komplexere Logik erfordert jedoch meist die Entwicklung einer maßgeschneiderten Lösung. Zwar werden international spezialisierte PPGIS-Plattformen genutzt, doch bietet keine davon eine universell anwendbare Lösung. In Ausnahmefällen kann die digitale Datenerhebung durch papierbasierte Methoden ergänzt werden (z. B. für Senioren oder Kleinkinder), wobei die anschließende Datenintegration sowohl methodisch als auch technisch anspruchsvoll ist.

In der Tschechischen Republik entwickelt und implementiert ein spezialisiertes Unternehmen (https://www.pocitovemapy.cz/) maßgeschneiderte Webumgebungen, die auf spezifische Formate, Standorte und thematische Anforderungen zugeschnitten sind.

 

Rolle der Beteiligten

Die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen sind in der Regel für die methodische Konzeption, die Auswahl technischer Lösungen, die Konfiguration der Kartierungsanwendung sowie die anschließende Datenverarbeitung und -auswertung mithilfe von GIS zuständig. Zu deren Aufgaben gehören zudem die Interpretation der Ergebnisse und die Aufbereitung von Ergebnissen, die sowohl für Behörden als auch für die breite Öffentlichkeit verständlich sind.

Kommunen oder Regionen legen den thematischen Schwerpunkt fest, formulieren konkrete Entscheidungsfragen und sorgen für die Kommunikation mit den Bürgern, insbesondere durch die Förderung der Datenerhebung über Websites und soziale Medien.

Die Bürger bringen lokales Wissen und Erfahrungen ein, die in offiziellen Datensätzen nicht verfügbar sind. In einigen Fällen kann es besonders vorteilhaft sein, bestimmte Bevölkerungsgruppen anzusprechen – beispielsweise Grundschulkinder bei der Kartierung sicherer Schulwege.

Generell gilt: Je größer die Anzahl und Vielfalt, der in einem bestimmten Gebiet gesammelten Antworten ist, desto robuster und valider können die Ergebnisse angesehen werden.

 

Vorteile für die Beteiligten

Der Hauptvorteil der Geopartizipation liegt in ihrer Fähigkeit, einzigartige räumliche Daten zu generieren, die sonst weitgehend nicht verfügbar sind. Die gesammelten Daten stellen die Meinungen der Befragten dar, die mit genauen räumlichen Standorten verknüpft sind. Eine höhere Konzentration von Antworten an einem bestimmten Ort erhöht die Zuverlässigkeit der Ergebnisse.

Die Methode ermöglicht eine präzise Lokalisierung von Problemen und deren qualitative Beschreibung direkt aus der Perspektive der Anwohner. Für Behörden stellt Geopartizipation ein schnelles und flexibles Instrument zur Ermittlung von Prioritäten und lokalen Themen dar. Für die Wissenschaft bietet sie bedeutende Möglichkeiten der angewandten Forschung und die Zusammenarbeit mit der öffentlichen Verwaltung. Studierende profitieren von der Arbeit mit realen Daten und der Teilnahme an Projekten mit direktem praktischem Nutzen.

 

Herausforderungen (und Lösungsansätze)

Eine grundlegende Einschränkung der Geopartizipation ist die nicht repräsentative Zusammensetzung der Befragten-Stichprobe und das Risiko, nur eine geringe Anzahl von Antworten zu erhalten. Die Ergebnisse müssen daher eher als explorativ denn als statistisch repräsentativ gewertet werden. Diese Einschränkung lässt sich durch gezielte Werbung und die Einbindung lokaler Institutionen teilweise abmildern.

Weitere Herausforderungen sind die technische und methodische Komplexität der Projektvorbereitung, insbesondere bei der Entwicklung maßgeschneiderter Lösungen, sowie Fragen des Datenschutzes und der Anonymisierung bei der Verknüpfung von räumlichen und personenbezogenen Daten.

 

Aufgaben und Ressourcen

Geopartizipative Projekte sind sowohl zeit- als auch fachlich aufwendig. Die Vorbereitung dauert in der Regel etwa einen Monat, die Datenerhebung einen weiteren Monat und die Auswertung mindestens einen Monat. Die Gesamtdauer des Projekts beläuft sich daher meist auf etwa drei Monate.

Was die Finanzierung betrifft, so wird Geopartizipation meist im Rahmen von Auftragsforschungsprojekten oder in enger Zusammenarbeit mit Kommunen umgesetzt. Universitäten sind in der Regel nicht in der Lage, solche Dienstleistungen kostenlos anzubieten, da sie erfahrene Teams und eine angemessene technische Infrastruktur benötigen.

 

Beispiel

In den letzten Jahren hat die Palacký-Universität Olomouc eine Reihe von geopartizipativen Projekten durchgeführt, darunter die Kartierung städtischer Temperaturphänomene in der Stadt Olomouc, die Überwachung des Mückenvorkommens im Landschaftsschutzgebiet Litovelské Pomoraví, emotionale Karten zur wahrgenommenen Gefahr sowie das Projekt „Sicherer Schulweg“, das sich mit problematischen Verkehrssituationen aus der Perspektive von Grundschulkindern befasst.

Weitere öffentliche Ergebnisse sind über spezialisierte Webportale verfügbar, die sich dem emotionalen Mapping in der Stadt Olomouc widmen.

 

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Hackathon: Wenn Daten sprechen…

Zentrale Merkmale auf einen Blick

Der Hackathon „Wenn Daten sprechen…“ ist eine gemeinschaftliche Innovationsveranstaltung, die darauf abzielt, die akademische Welt mit der öffentlichen Verwaltung und der technischen Community zu vernetzen. Die mehrtägige Veranstaltung konzentriert sich auf die Nutzung von Daten zur Verbesserung der Lebensqualität in der Region. Sie dient als Plattform, auf der Studierende, IT-Fachleute und Interessierte gemeinsam daran arbeiten, konkrete regionale Herausforderungen zu lösen, die von lokalen Akteuren definiert wurden.

Ziele

Die Hauptziele dieser Initiative sind die:

  • Vernetzung verschiedener Sektoren: Aufbau aktiver Partnerschaften zwischen Forschenden, Vertretern der Stadtverwaltung sowie Studierenden oder Experteninnen und Experten aus dem Technologiebereich.
  • Nutzung öffentlicher Daten: Nutzung öffentlicher Datensätze zur Lösung konkreter in der Region festgestellter Probleme.
  • Entwicklung praktischer Lösungen: Entwicklung funktionsfähiger Prototypen, Analysewerkzeuge oder Konzepte, die die regionale Verwaltung und die ökologische Nachhaltigkeit unterstützen.
  • Verbesserung der Entscheidungsfindung: Aufzeigen, wie datengestützte Erkenntnisse in die öffentliche Politik und das gesellschaftliche Engagement integriert werden können.

 

Wie funktioniert das Format?

Dieses Format wirkt als Innovationsbeschleuniger, indem es unterschiedliche Gruppen in einem gemeinsamen Raum zusammenbringt. Im Gegensatz zu herkömmlichen Treffen verbindet es die technischen Fähigkeiten von Entwicklern mit den strategischen Anforderungen von Mitarbeitenden in Politik und Gesellschaft, um unmittelbare, greifbare Ergebnisse zu erzielen.

Das Kernelement ist die Nutzung von „Open Data“, die Transparenz gewährleistet und es den Teilnehmern ermöglicht, Lösungen auf der Grundlage von Ressourcen zu entwickeln, die der Öffentlichkeit frei zur Verfügung stehen. Es handelt sich zudem um eine Lernerfahrung, die den Teilnehmern die Möglichkeit bietet, die Schnittstelle zwischen Technologie und öffentlicher Verwaltung zu verstehen.

Die Veranstaltung dauert in der Regel 48 Stunden und ist geprägt von intensiver Zusammenarbeit.

  • Kick-off und Context: Die Veranstaltung beginnt mit einer Eröffnungssitzung, in der die Organisatoren die konkreten Herausforderungen (z. B. Verkehrsüberwachung, Klimaresilienz) vorstellen und die verfügbaren Datensätze präsentieren.
  • Weiterbildung und Schulung: Die Teilnehmenden besuchen Workshops und Vorträge, um sich über die Datenquellen und relevante Tools zu informieren.
  • Teamarbeit und Entwicklung: Die Teilnehmenden bilden interdisziplinäre Teams und wählen ein Problem aus, das sie lösen möchten. Sie verbringen den Großteil der Zeit damit, Daten zu analysieren, zu programmieren und einen „Proof of Concept“ zu erstellen.
  • Mentoring: Experten aus der Stadtverwaltung, der Universität und der Privatwirtschaft fungieren als Mentoren und begleiten die Teams, um sicherzustellen, dass ihre Lösungen technisch fundiert und praktisch anwendbar sind.
  • Bewertung: Am Ende präsentieren die Teams ihre Prototypen vor einer Jury aus Interessenvertretern. Die Projekte werden nach ihrer Innovation, ihrer Machbarkeit und ihrer potenziellen Wirkung auf die Region bewertet.

 

Herausforderungen (und Lösungsansätze)

  • Ressourcenengpässe für die Organisatoren: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben oft Schwierigkeiten, ihre Forschungsaufgaben mit der logistischen Planung von Veranstaltungen in Einklang zu bringen. Lösung: Delegieren Sie logistische Aufgaben wie die Verwaltung der Veranstaltungsorte und die Anmeldung an Mitarbeitende oder an studentische Hilfskräfte.
  • Anwendbarkeit der Ergebnisse: Vertreterinnen und Vertreter aus der Verwaltung befürchten möglicherweise, dass technische Ergebnisse nicht in bestehende rechtliche oder administrative Rahmenbedingungen passen. Lösung: Beziehen Sie die Vertreterinnen und Vertreter aus der Verwaltung direkt in die Definition der Herausforderungen ein, um von Anfang an die Übereinstimmung mit den politischen Erfordernissen sicherzustellen.
  • Finanzierung und Engagement: Die Sicherung des Budgets und die Aufrechterhaltung der Motivation der Teilnehmenden können schwierig sein. Lösung: Bilden Sie eine Koalition aus verschiedenen Partnern, um Kosten zu teilen und vielfältiges Fachwissen bereitzustellen.

 

Aufgaben und Ressourcen

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler

  • Verantwortlich für die Strategie der Inhalte: Definition der Herausforderungen, Zusammenstellung von Datensätzen und Festlegung der Agenda.
  • Leiten die Auswahl von Mentoren, die bei technischen Aspekten beratend zur Seite stehen.

Mitarbeitende in Politik und Verwaltung

  • Identifizieren dringende regionale Probleme, die mit Hilfe von Daten gelöst werden können.
  • Sichern die erforderlichen Finanzmittel durch Fördermittel oder Partnerschaften und sorgen dafür, dass die Veranstaltung mit den strategischen politischen Zielen im Einklang steht.
  • Planen die künftige Umsetzung erfolgreicher Prototypen.

Mitarbeitende im Wissenstransfer oder Wissenschaftsmanagement

  • Organisieren die operative Logistik, einschließlich der Buchung von Veranstaltungsorten, des Caterings und der Teilnehmeranmeldung.
  • Übernehmen die Kommunikation, beispielsweise Werbung in sozialen Medien und Pressemitteilungen.

 

Erforderliche Mittel für Aktivitäten

Für eine erfolgreiche Veranstaltung sind folgende Budgetposten erforderlich:

  • Operative Kosten: Anmietung der Veranstaltungsräume, Verpflegung der Teilnehmenden und technische Infrastruktur.
  • Personalkosten: Reise- und Unterbringungskosten für externe Experten, Mentoren und Referenten.
  • Motivation: Preise für die Gewinnerteams und Marketingmaterialien, um eine hohe Sichtbarkeit und Teilnehmendenzahl zu gewährleisten.

Beispiele

Veranstaltung: Hackathon der Region Olomouc 2025: „Wenn Daten sprechen…“. Veranstalter: Palacký-Universität Olomouc, Regionalverwaltung der Region Olomouc und die Stadt Olomouc.

Durchführung: Die Veranstaltung fand im November 2025 statt und konzentrierte sich auf zwei Hauptthemen – Verkehr und Klimawandel. Die Teilnehmenden nutzten öffentliche Daten aus dem EnClod-Sensornetzwerk in Olomouc, das die Verkehrsintensität und meteorologische Merkmale in Echtzeit misst, sowie kommunale und regionale Portale.

Zu den konkreten Herausforderungen gehörten die Vorhersage der Parkplatzverfügbarkeit und die Analyse städtischer Wärmeinseln. Die Teilnehmenden konnten für die Entwicklung ihrer Lösung alle verfügbaren öffentlichen Daten nutzen.

 

Ergebnisse

  • Gewinnerlösung: „Asphalt Sense“ – Ein Projekt, das anhand von Sensordaten die Belastung von Straßen analysiert, um die Instandhaltungsplanung zu verbessern.
  • Weitere bemerkenswerte Projekte: „AMOV“ (Road Surface Amortisation) und „TVARGL“ (KI-basierte Wetterzusammenfassung).
  • Auswirkungen: An der Veranstaltung nahmen 30 aktive Teilnehmende teil, und es entstanden funktionsfähige Prototypen. Die Gewinner erhielten Entwicklungsgutscheine, um ihre Ideen für die praktische Anwendung weiterzuentwickeln.

Veranstaltungswebsite: https://hackathon.upol.cz/

 

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