Bilinguales Webinar: Agrar- und Ernährungspolitik: Ein Vergleich zwischen Frankreich und Italien
Zentrale Merkmale im Überblick
- Zweisprachige Webinare sind das ideale Format, um Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen mit lokalen/regionalen Akteuren und Akteurinnen in Politik und Verwaltung virtuell zusammenzubringen und Sprachbarrieren zu überwinden.
- Die Online-Komponente und die kurze Dauer (maximal 1,5 Stunden) ermöglichen zeitliche Flexibilität, was den oft vollen Terminkalendern der Beteiligten entgegenkommt.
- Online-Formate wie Webinare sind in Bezug auf Zeit, Kosten und Inklusivität nachhaltiger als persönliche transnationale Treffen.
- Die FAQs sowie Kommentare auf den Plattformen ermöglichen die Interaktion mit einem breiteren Publikum, wie beispielsweise der Zivilgesellschaft.
Wie funktioniert das Format?
Die Université Lumière Lyon 2 und die Ca’ Foscari Universität Venedig haben das Format des zweisprachigen Webinars erprobt, im Rahmen des Erasmus+-Projektes ENGAGEgreen: Enhancing Institutional Capacities for Policy Engagement for Green and Digital Transitions.
Diese Art von Webinar-Format, ergänzt durch Fernsimultandolmetschen (RSI), ermöglicht es lokalen und regionalen Akteuren und Akteurinnen in Politik und Verwaltung, die möglicherweise nicht vertraut genug damit sind, eine Diskussion in einer anderen Sprache zu führen, aktiv am Webinar teilzunehmen.
Durch ihre Inklusivität tragen zweisprachige Webinare dazu bei, stärkere Beziehungen zwischen den gastgebenden Institutionen und den Vertretenden aus Politik und Verwaltung zu fördern, wodurch das Netzwerk erweitert und auch die Zivilgesellschaft in die Diskussion einbezogen wird.
Teilnehmende (einschließlich Organisatoren und Referenten):
10 Forschende
1 Studierende/r
9 NGO/Zivilgesellschaft
7 Universitätsmitarbeitende (Forschungs-/Projektleiter)
4 Sonstige (Freiberufler, Unternehmen, Unternehmerverband Coldiretti)
Vor dem Webinar:
Zur Vorbereitung der Webinare treffen sich die gastgebenden Institutionen online zu bilateralen Gesprächen, um gemeinsame Themen, mögliche Referenten und Referentinnen und die Zielgruppe festzulegen.
Anschließend vereinbaren die gastgebenden Institutionen mit den Referierenden die Tagesordnung und die jedem Referenten oder jeder Referentin zugewiesenen Zeitfenster, die in das Online-Anmeldeformular und die Kommunikationsmaterialien aufgenommen werden. Diese sollen auf Websites und in sozialen Medien geteilt werden.
Es ist ratsam, dem Dolmetscher die Präsentationen oder andere Begleitmaterialien im Vorfeld zur Verfügung zu stellen.
Die für dieses Webinar-Format gewählte Videokonferenzplattform ist Zoom. Sie ermöglicht Fernsimultanübersetzungen, die Erstellung und Anpassung eines Anmeldeformulars sowie automatische Erinnerungen an die Teilnehmenden (z. B. 1 Woche, 1 Tag und 1 Stunde vor der Veranstaltung) sowie Folge-E-Mails und Umfragen.
15 Minuten vor Beginn des Webinars startet der Forschungsleitende (oder ein anderer Mitarbeitender) gemeinsam mit dem Referierenden, dem/der ModeratorIn und dem/der DolmetscherIn eine „Zoom-Probesitzung“. Damit soll sichergestellt werden, dass alle technischen Aspekte wie Ton, Sprachauswahl und das Teilen von Präsentationen reibungslos funktionieren.
Während des Webinars:
Während eines einstündigen Webinars stellen drei Referierende (idealerweise ein/e ModeratorIn, ein Forschender und ein Mitarbeitender aus Politik und Verwaltung aus den jeweiligen Regionen/Ländern) kurz ihre Fallbeispiele vor und die damit verbundenen Herausforderungen. Anschließend folgt eine offene Diskussionsrunde, und zum Abschluss werden Fragen aus dem Publikum beantwortet.
Dank der Unterstützung der Fernsimulation RSI, das die Gespräche in Echtzeit übersetzt, können die Teilnehmenden des Webinars der Diskussion ohne Unterbrechungen und ohne mögliche Missverständnisse beim Hören oder Sprechen in einer Fremdsprache folgen.
Forschungsmanager (oder andere Verwaltungsmitarbeitende) können die Moderation des Webinars im Hintergrund unterstützen, z. B. durch die Auswahl von Fragen der Teilnehmenden, und den Referierenden und Übersetzenden bei technischen Problemen zur Seite stehen.
Der Ablauf des Programms ist wie folgt:
15 Minuten vor Beginn – Probe mit Referenten, Moderator und Dolmetscher
5 Minuten Begrüßung und Projektvorstellung
15 Minuten für den Vortrag von Referent 1
15 Minuten für den Vortrag von Referent 2
5–10 Minuten Diskussion unter den Referenten
10 Minuten für die Fragerunde
(Es wird empfohlen, die Gesamtdauer der Webinare auf unter 2 Stunden zu beschränken).
Nach dem Webinar:
Im Anschluss an das Webinar werden Beiträge in den sozialen Medien veröffentlicht, um die Ergebnisse der Diskussion zu kommunizieren. An alle Teilnehmenden wird eine automatische Follow-up-E-Mail versendet, die einen kurzen Bewertungsfragebogen sowie den Link zur Website des ENGAGEgreen-Projekts enthält.
Dieses Webinar-Format kann auch mit anderen Projektpartnern oder Interessengruppen wiederholt oder jährlich als Follow-up durchgeführt werden, um den aktuellen Stand der diskutierten Themen zu erfassen.
Herausforderungen (und mögliche Lösungen)
- Identifizierung von Themen die für beide nationalen Institutionen von Interesse sind. Maßnahmen zur Bewältigung: gemeinsame Forschungsbereiche beobachten, bei anderen Fachbereichen/Einheiten der Universität nach Wissenschaftlern/Forschenden suchen, die einbezogen werden können; das bereits bestehende Netzwerk von politischen Akteuren kontaktieren.
- Abstimmung der Terminkalender der Referierenden. Maßnahmen zur Risikominderung: Schlagen Sie rechtzeitig vor dem endgültigen Termin des Webinars mehrere Termine und Zeitfenster vor. Vereinbaren Sie vorbereitende und regelmäßige Treffen, um die Tagesordnung festzulegen und alle auf dem Laufenden zu halten.
- Möglichkeit, die Anzahl der Sprachen und Referierenden zu erhöhen, was jedoch eine längere Dauer und höhere Übersetzungskosten mit sich bringt. Maßnahmen zur Risikominderung: Prüfen Sie die Möglichkeit, KI-Tools zur Erstellung von Untertiteln oder zur Übersetzung einzusetzen.
- Erstellung von Werbematerial in beiden Sprachen und Durchführung paralleler Werbung sowohl online als auch offline. Kostenreduzierung: Erstellen Sie einige Entwürfe für Plakate/Werbematerial in einer gemeinsamen Sprache (z. B. Englisch) und lassen Sie diese von jedem Partner in die jeweilige Muttersprache übersetzen. Darüber hinaus sollten alle das Werbematerial über die jeweiligen Netzwerke/spezielle Mailinglisten verbreiten.
Aufgaben und Ressourcen
Projektteam
Die Mitarbeitenden der Abteilung, die direkt an dem bestimmten Projekt beteiligt sind, arbeiten mit anderen Bereichen der Universität/Institution zusammen, um die am besten geeigneten Referierenden zum gewählten Thema auszuwählen, sowohl aus der Wissenschaft als auch aus dem Kreis des Umfelds aus Politik und Verwaltung und anderer Organisationen und Interessengruppen.
Wissenstransfermanager und Forschungsmanager
Wissenstransfermanager und Forschungsmanager spielen eine Schlüsselrolle in allen Phasen der Organisation von Webinaren, von bilateralen Vorbesprechungen bis hin zur Nachbesprechung nach dem Webinar. Sie können dabei helfen, mögliche Themen zu identifizieren und die Ausarbeitung des Programms zu koordinieren.
Darüber hinaus können sie bei der Organisation des Webinars unterstützen, beispielsweise bei der Auswahl der Plattform und der Einrichtung des Webinars, der Kontaktaufnahme mit Dolmetschenden oder der Moderation der Sitzung. Zudem können sie mit Kommunikationsstellen zusammenarbeiten, um bei der Vorbereitung von Pressemitteilungen und Social-Media-Beiträgen vor oder nach den Webinaren zu unterstützen
Referenten: Wissenschaftler/Forschende und Interessengruppen
Forschende: Die Forschenden benötigen ein klares Verständnis des Kontexts, in dem sie sprechen. Ihr Beitrag sollte ein Gleichgewicht zwischen wissenschaftlicher Genauigkeit und Relevanz für die Politikgestaltung herstellen. Sie sollten hochwertige wissenschaftliche Inhalte liefern – nichts, was für das Publikum selbstverständlich ist –, und gleichzeitig sicherstellen, dass diese für Nichtwissenschaftler zugänglich sind. Außerdem müssen sie sich an den für Online-Veranstaltungen typischen rasanten Zeitplan halten.
Interessengruppe/Organisation: Es ist wichtig, Personen einzubeziehen, die einen bestimmten Sektor (z. B. einen Wirtschaftssektor) vertreten und effektiv mit Forschenden interagieren können. Dies erfordert eine ausreichend solide Wissensbasis, um die vorgestellten wissenschaftlichen Themen zu verstehen und sinnvoll zu diskutieren.
Moderierende: Angesichts der Komplexität der Verbindung von Forschung und Politik besteht die Rolle des Moderators oder der Moderatorin darin, die Diskussion auf die Ziele des Webinars auszurichten. Die Person sollte in der Lage sein, die Referierenden wieder auf die beabsichtigten Ziele zurückzuführen, falls die Diskussion davon abweicht.
Erforderliche Finanzierung für ein bilinguales Webinar
Falls die gastgebende Einrichtung nicht über eine lizenzierte Version von Zoom verfügt, die das Webinar-Format ermöglicht, können Upgrade-Kosten anfallen.
Angesichts des zweisprachigen Charakters dieses Webinar-Formats sind Kosten für das Fern-Simultandolmetschen erforderlich. Eine KI-generierte Übersetzung wurde bislang nicht in Betracht gezogen.
Beispiele
Ca’ Foscari University of Venice website
Université Lumière Lyon 2 website
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