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Policy Blog

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ein Policy-Blogpost ist eine schriftliche Analyse eines Policy relevanten Themas, die etwa 6.000 bis 10.000 Zeichen umfasst. Die Kürze der Texte macht Blogbeiträge für Leserinnen und Leser besonders attraktiv. Daher sind ein eingängiger Titel, der Aufmerksamkeit in den sozialen Medien erzeugt, sowie ein leicht verständlicher Schreibstil essenziell.
  • Blogbeiträge eignen sich hervorragend, um zeitnahe Analysen aktueller politischer Entwicklungen zu teilen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können sie auch nutzen, um Forschungsergebnisse aus wissenschaftlichen Publikationen vorzustellen, die für aktuelle Policydebatten relevant sind. Ein vielgelesener und häufig verlinkter Blogbeitrag kann zudem die Zitierhäufigkeit der jeweiligen wissenschaftlichen Publikation erhöhen.
  • Damit Leserinnen und Leser aus Politik und Verwaltung die Blogbeiträge lesen, können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diese entweder regelmäßig auf ihrer eigenen Webseite oder über Plattformen wie Medium oder WordPress veröffentlichen – was jedoch sehr zeitaufwendig sein kann. Alternativ können Sie Ihre Beiträge auch in bestehenden Blogreihen von Forschungsinstituten, Think Tanks, NGOs oder anderen Forschenden publizieren.
  • Wenn Forschende Blogbeiträge auf ihren eigenen Webseiten veröffentlichen, sollten sie das Teilen via soziale Medien oder das Weiterleiten per E-Mail ermöglichen.
  • Blogbeiträge sollten immer über soziale Medien oder Newsletter angekündigt werden.

Wie funktioniert das Format?

Blogbeiträge sind gut strukturierte und leicht lesbare Publikationen. Policy Blogs eignen sich besonders, um zeitnahe Analysen aktueller Themen zu teilen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können sie anfertigen, um Forschungsergebnisse aus akademischen Publikationen vorzustellen, die für aktuelle politische Debatten relevant sind. Ein vielgelesener und verlinkter Blogbeitrag kann die Zitierhäufigkeit der entsprechenden wissenschaftlichen Veröffentlichung erhöhen. Blogbeiträge sind jedoch keine bloßen Zusammenfassungen bestehender Forschungsergebnisse.

Ein typischer Aufbau sieht folgendermaßen aus:

  • Ein eingängiger Titel
  • Ein einleitender Absatz mit den Kernbotschaften, der die Aufmerksamkeit der Leserinnen und Leser auf sich ziehen soll
  • Eine kurze Analyse des Themas und der Forschungsergebnisse
  • Ein abschließendes Fazit.

Das ist ausreichend für einen Policy Blog. Visuelle Elemente wie Grafiken oder Tabellen sind sehr hilfreich, um komplexe Sachverhalte zu erklären und das Interesse der Leserinnen und Leser zu wecken.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sollten kurze Sätze verwenden und einen Schreibstil wählen, der informeller ist als in akademischen Publikationen. Sie sollten ihre Zielgruppe im Blick haben: Möchten Forschende Akteurinnen und Akteure in Politik und Verwaltung in Ministerien, Behörden oder Parlamentsforschungsdiensten ansprechen, die fachliche Expertise zu den behandelten Themen besitzen, können sie einen technischen Schreibstil verwenden. Für Mitglieder des Parlaments oder deren Mitarbeitende sollte Fachsprache vermieden werden. Abkürzungen sollten nur dann verwendet werden, wenn sie allgemein bekannt sind (z. B. EU).

Blogbeiträge bieten eine gute Möglichkeit, Hyperlinks statt Fuß- oder Endnoten zu verwenden, was die Länge der Texte verkürzt und den Lesefluss verbessert.

Forschende sollten kurze biographische Informationen von drei bis vier Sätzen am Anfang oder Ende des Textes einfügen. Die Bio sollte Informationen zu Expertise, wichtigen Publikationen und Praxiserfahrung enthalten. Zudem sollten Links zur eigenen Webseite und zu Social-Media-Kanälen ergänzt werden. Eine Kommentarfunktion auf der Blogseite ist eine hervorragende Möglichkeit, mit den Leserinnen und Lesern in Interaktion zu treten, sofern das gewünscht ist.

 

Herausforderungen (und wie man ihnen begegnet)

Ein Blogbeitrag ist ein prägnanter Text. Daher müssen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Kernbotschaften, die sie vermitteln wollen, sorgfältig überlegen. Ein Blogbeitrag kann auf einer bestehenden akademischen Publikation basieren, sollte sich jedoch auf die praxisrelevanten Erkenntnisse dieser Publikation fokussieren, statt sie lediglich zusammenzufassen. Deshalb sind Methodenabschnitte und Literaturübersichten in Blogbeiträgen nicht nötig.

Eine weitere Frage ist, wie Blogbeiträge eine politische Zielgruppe erreichen können. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben zwei Möglichkeiten: Sie können ihre Blogbeiträge auf ihrer eigenen Webseite oder Plattformen wie Medium oder WordPress veröffentlichen. Dies funktioniert, wenn die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der Politik bekannt sind oder, wenn Akteurinnen und Akteure in Politik und Verwaltung ihre Social-Media-Kanäle verfolgen. Zudem sollten sie regelmäßig bloggen, wenn sie ihre Beiträge auf der eigenen Webseite oder auf Plattformen veröffentlichen möchten.

Alternativ können sie bekannte Blogreihen identifizieren, die von anderen Forschungsinstituten, Think Tanks oder NGOs veröffentlicht werden. Viele dieser Reihen begrüßen Beiträge von externen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Es ist auch möglich, Kolleginnen und Kollegen, die als Bloggerinnen und Blogger bekannt sind, für gemeinsame Beiträge anzusprechen.

 

Aufgaben und Ressourcen

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler

Zum Inhalt: Sie können mögliche Themen für Blogbeiträge identifizieren, indem sie aktuelle politische Entwicklungen verfolgen. Außerdem müssen sie sich gegebenenfalls über ein aktuelles Thema informieren und die Kernbotschaften für den Blogbeitrag reflektieren.

Zur Organisation: Forschende sollten wissen, ob der Policy Blog Akteurinnen und Akteure in Politik und Verwaltung erreicht. Benötigen sie Mailinglisten, Webseiten oder Kanäle bei Sozialen Medien zur Verbreitung der Blogposts, sollten sie Forschungszentren, Think Tanks oder NGOs mit großer Reich-weite ansprechen, die Beiträge von externen Autorinnen und Autoren akzeptieren.

Zeitressourcen: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sollten in der Lage sein, einen Blogbeitrag in wenigen Stunden zu schreiben. Für die Analyse eines aktuellen Themas kann jedoch auch originäre Analyse nötig sein. Aus einem Blogbeitrag zu einem aktuellen Thema kann sich daher ggf. eine wissenschaftliche Publikation entwickeln.

Mitarbeitende im Wissenstransfer oder Wissenschaftsmanagement (Unterstützungsstrukturen)

Mitarbeitende im Wissenstransfer können Forschende beim Schreiben von Blogbeiträgen unterstützen, indem sie sie über aktuelle politische Themen informieren. Dafür können sie Medienberichte verfolgen, Newsletter von Institutionen der Politik und Verwaltung abonnieren und offizielle Dokumente wie Strategiepapiere oder Gesetzestexte lesen. Mitarbeitende im Wissenstransfer können wissenschaftliche Literatur lesen und mit Tools wie Google oder generativer KI die Verbindung zu aktuellen politischen Entwicklungen herstellen.

Sie können mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern über aktuelle politische Themen sprechen und Vorschläge für Struktur und Inhalt von Blogbeiträgen machen. Nach dem Lesen von Journalartikeln senden Pressestellen oft Entwürfe für Pressemitteilungen zu aktuellen Forschungsergebnissen an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die diese kommentieren können. Mitarbeitende im Wissenstransfer können ähnlich vorgehen und Entwürfe von Blogbeiträgen erstellen, die die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler korrigieren können. Dies spart den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Zeit.

Mitarbeitende im Wissenstransfer spielen auch eine wichtige Rolle bei der Verbreitung von Policy Blogs. Sie können Leserinnen und Leser identifizieren, indem sie Organisationspläne oder Ausschussmitglieder in Parlamenten durchsuchen. Sie können Blogeiträge über Mailinglisten, Webseiten und soziale Medien verbreiten. Wenn sie mehr Reichweite in sozialen Medien, bei Mailinglisten oder Webseitenbesuchern benötigen, können sie weitere Forschungsinstitute, Think Tanks oder NGOs mit großer Reichweite identifizieren, und Beiträge von externen Autorinnen und Autoren akzeptieren.

 

Quellen und weiterführende Literatur

Cairney, Paul. 2016. Ein Strategiepapier und einen Blogbeitrag verfassen, abgerufen am 21.08.2024.

Dunleavy, Patrick. 2026. Wie man in elf einfachen Schritten einen Blogbeitrag aus einem Zeitschriftenartikel verfasst, abgerufen am 21.08.2024.

Evidence and Policy Blog. (ohne Datum).

Bibby, Bick. 2019. Bloggen für ein politisches Publikum, abgerufen am 21.08.2024.

 

Siehe auch Beiträge zu folgenden Themen:

Politische Relevanz, Policy Briefs und Timing.

 

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Kontaktieren Sie gerne Tome Sandevski über science-policy@uni-frankfurt.de


Tome Sandevski

Tome Sandevski ist Programmmanager Science-Policy Dialog an der Goethe-Universität Frankfurt und koordiniert die gemeinsamen Policy-Dialogformate der Rhein-Main-Universitäten (Frankfurt, TU Darmstadt und Johannes Gutenberg-Universität Mainz). Er konzipiert und leitet regelmäßig Fortbildungen zur wissenschaftlichen Politikberatung für Forschende und WissenschaftsmanagerInnen.

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