Format: Shadowing: Hospitationen in Wissenschaft, Politik und Verwaltung
Das Wichtigste auf einen Blick
- Im Rahmen von Shadowing begleiten Forschende Akteure in Politik oder Verwaltung oder umgekehrt, um Einblicke in deren Aufgaben, Arbeitsabläufe und Arbeitskontext zu gewinnen.
- Das vorrangige Ziel ist das gegenseitige Lernen und der Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Praxis.
Wie funktioniert das Format?
- Förderung des gegenseitigen Verständnisses zwischen Forschenden und Mitarbeitenden in Politik und Verwaltung
- Förderung einer langfristigen Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Akteuren des öffentlichen Sektors.
- Abstimmung der Studiengänge auf die tatsächlichen Bedürfnisse des öffentlichen Sektors.
- Verbesserung der Eignung für den Arbeitsmarkt von Absolventen durch realistische Einblicke in Tätigkeiten der öffentlichen Verwaltung.
- Förderung des gegenseitigen Wissensaustauschs durch Beobachtungen und informelle Beratungen.
- Unterstützung öffentlicher Innovationen durch die Einbeziehung aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Politikgestaltung und die Verwaltungspraxis.
Wie funktioniert das Format?
Hospitationen sind strukturierte Besuche, bei denen Wissenschaftler Experten der öffentlichen Verwaltung, wie Datenanalyst*innen, Planer*innen oder Fachreferent*innen, bei ihrer täglichen Arbeit zusehen. Der Hauptzweck besteht nicht in der Bewertung, sondern im gegenseitigen Lernen. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen gewinnen aus erster Hand Einblicke in berufliche Aufgaben, Arbeitsmittel, Arbeitsabläufe und Erwartungen. Dieses Wissen kann dann in die Lehrplanentwicklung einfließen oder angewandte Forschung und Projektkooperationen prägen.
Das Konzept der Hospitationen kann auch umgekehrt betrachtet werden, indem Vertreter der öffentlichen Verwaltung praxisorientierte Wissenschaftler oder Forschende in deren Labors besuchen. Auch wenn hochrangige politische Entscheidungsträger aufgrund ihres Terminkalenders möglicherweise nicht die Möglichkeit haben, begleitet zu werden, sind Fachkräfte der mittleren Ebene oder praxisorientierte Beamte ideale Teilnehmer. Diese Personen können alltägliche Aufgaben wie räumliche Analysen, Genehmigungsabläufe, Datenmanagement oder partizipative Prozesse demonstrieren. In einigen Fällen wird das „Gruppen-Hospitieren“ genutzt: Ein Beamter führt seine Aufgaben aus, während mehrere Wissenschaftler zuschauen, worauf eine strukturierte Diskussion folgt.
Für Forschende bietet das Hospitieren folgende Vorteile:
– Einblicke in reale Arbeitsabläufe, administrative Rahmenbedingungen und die Datennutzung in öffentlichen Einrichtungen
– Zugang zu speziellen Tools, Datensystemen oder Archiven, die andernfalls nicht zugänglich wären
– Anregungen für wissenschaftliche Forschung mit praktischer Relevanz
Für Experten aus dem öffentlichen Sektor bietet das Job-Shadowing:
– eine Möglichkeit, aktuelle Herausforderungen, veraltete Prozesse oder Personalbedarf zu kommunizieren
– Gelegenheiten, die Kompetenzen künftiger Absolventen mitzugestalten
– Rückmeldungen dazu, wie Lehre und Forschung an Hochschulen Innovation und Modernisierung fördern können.
Herausforderungen und Chancen
Obwohl Hospitationen große Vorteile bieten, ist ihre Planung und Organisation sehr zeitaufwendig. Es kann schwierig sein, Termine zu finden, die für alle Beteiligten passen. Dennoch lohnen sich diese Interaktionen aufgrund ihrer geringen Kosten und ihrer hohen Wirksamkeit. Regelmäßige Hospitationen können zudem als Feedback-Schleife dienen – so können öffentliche Einrichtungen ihre Einstellungskriterien anpassen und Hochschulen ihre Lehrpläne an die sich wandelnden Anforderungen ausrichten.
Vorteile für beide Seiten
Die Wissenschaft profitiert von:
– einem besseren Verständnis dafür, wie Prozesse in der Kommunalverwaltung umgesetzt werden.
– Anregungen für die Gestaltung von Lehrveranstaltungen, anwendungsorientierte studentische Projekte und Forschungsideen.
– Zugang zu realen Daten, Software und institutionellem Know-how.
Institutionen des öffentlichen Sektors profitieren von:
– Einfluss auf die akademische Ausbildung, um den tatsächlichen Anforderungen des Arbeitsmarktes gerecht zu werden.
– Der Suche nach neuen Wegen zur Modernisierung von Arbeitsabläufen unter Verwendung aktueller wissenschaftlicher Methoden.
– Dem Aufbau von Beziehungen, die die Personalbeschaffung, Praktika und Projektkooperationen unterstützen.
Voraussichtlicher Zeitaufwand
Rolle Vorbereitungszeit Sitzungsdauer
Wissenschaftliches Personal 15–30 Min. (Terminplanung, Hintergrundrecherche) 45–60 Min.
Experte für öffentliche Verwaltung 15–30 Min. (Terminplanung, Austausch über den Kontext) 45–60 Min.
Dauer und Logistik
– Übliche Dauer: 45–60 Minuten
– Format: Persönlicher Besuch (Einzelgespräch oder Gruppe)
– Erforderliche Vorbereitung: Minimal – informelle Gespräche unter Experten aus ähnlichen Fachgebieten reichen aus
– Empfohlene Nachbereitung: Kurze Nachbesprechung und Möglichkeiten zur weiteren Zusammenarbeit (z. B. Praktika, gemeinsame Projekte)
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