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Umsetzung partizipativer Ansätze

Die wichtigsten Merkmale auf einen Blick

  • Ziel: Umsetzung partizipativer Methoden, die eine breite Beteiligung der Bevölkerung in den Entscheidungsprozess zur lokalen Entwicklung gewährleisten
  • Ansatz: Kombination aus Online-Konsultationen, interaktiven Workshops und Kooperationsprojekten, in denen verschiedene Interessengruppen zusammenkommen, um Herausforderungen zu identifizieren und gemeinsam Lösungen zu erarbeiten
  • Ergebnis: Ein demokratischer Prozess, bei dem die Lösungen die Bedürfnisse und Beiträge aller Interessengruppen widerspiegeln, wodurch Eigenverantwortung entsteht und die Nachhaltigkeit in der Umsetzungsphase gewährleistet wird

Beschreibung

Die Umsetzung partizipativer Ansätze erfordert die Einbindung verschiedener Interessengruppen – lokaler Gemeinschaften, Forschender, Vertreter und Vertreterinnen aus Politik und Verwaltung, Bürgerinnen und Bürger und Unternehmen –, um gemeinsam Lösungen für regionale Herausforderungen zu entwickeln.

Wirksame partizipative Methoden befähigen Gemeinschaften, eine aktive Rolle bei der Gestaltung lokaler Entwicklungsstrategien zu übernehmen, und stellen sicher, dass Lösungen nicht nur wissenschaftlich fundiert, sondern auch lokal relevant und nachhaltig sind.

„UGR County Councils“ bezeichnet die von der Universität Granada (UGR) im Rahmen des Erasmus+-Projekts ENGAGEgreen geleitete Initiative, deren Ziel es ist, die Zusammenarbeit zwischen wissenschaftlich Forschenden, lokalen Behörden und Vertreterinnen und Vertreter aus den Gemeinden zu fördern.

 

Diese Initiative konzentriert sich auf die Bewältigung regionaler Herausforderungen durch gemeinsam erarbeitete, forschungsbasierte Lösungen und ist ein Beispiel für ein erfolgreiches Modell partizipativer Governance im Kontext der territorialen Entwicklung.

 

Wie funktioniert das Format?

  • Identifizierung der Interessengruppen. Der partizipative Ansatz beginnt mit der Identifizierung und Erfassung relevanter Interessengruppen – ein Prozess, der von Medialab UGR im Rahmen der Initiative „Impronta“ koordiniert wird. Diese Erfassung umfasst nicht nur Vertreterinnen und Vertreter von Politik und Verwaltung und Forschende, sondern auch zivilgesellschaftliche Organisationen, lokale Unternehmen und Mitglieder der Gemeinschaft, die über wertvolles Wissen zu lokalen Herausforderungen verfügen.

 

  • Datenerhebung und Konsultation. Mithilfe von Online-Umfragen, Fokusgruppen und interaktiven Workshops werden Beiträge dieser Interessengruppen gesammelt. Die Bezirksräte der UGR nutzten beispielsweise Online-Vorbereitungssitzungen, um vor dem Präsenztreffen „Second Impronta Granada“ und den dazugehörigen interaktiven Workshops Erkenntnisse von den Interessengruppen zu gewinnen. Diese Methode stellt sicher, dass von Beginn an vielfältige Stimmen Gehör finden.

 

  • Gemeinsame Gestaltung und kooperative Planung. Sobald die Bedarfslage ermittelt ist, organisiert das Medialab UGR im Rahmen der Impronta-Initiative Workshops zur gemeinsamen Gestaltung, in denen Forschende, Mitarbeitende in Politik und Verwaltung, Vertreter der Zivilgesellschaft und lokale Unternehmen zusammenkommen, um gemeinsam Aktionspläne zu entwickeln. Diese Workshops finden in Echtzeit statt, was sofortiges Feedback und Anpassungen ermöglicht.

 

Dieser Ansatz wurde beim zweiten „Impronta Granada“-Treffen durch die Organisation von Mikropräsentationen umgesetzt, die vom Medialab UGR koordiniert wurden und bei denen Forschende ihre Projekte vorstellten und direktes Feedback von lokalen Akteuren erhielten.

 

  • Öffentliche Sichtbarkeit und kontinuierliches Engagement. Digitale Plattformen wie die Website Impronta Granada tragen dazu bei, Sichtbarkeit und Engagement aufrechtzuerhalten. Forschungsprojekte, Gemeinschaftsinitiativen und Profile der Beteiligten werden öffentlich zugänglich gemacht, sodass alle Teilnehmende den Fortschritt verfolgen und zur Diskussion beitragen können. Profile der Beteiligten und UGR-Projekteinträge sind wichtige Instrumente, um eine kontinuierliche Mitwirkung sicherzustellen und das Engagement der Gemeinschaft aufrechtzuerhalten.

 

Herausforderungen (und mögliche Lösungsansätze)

  • Koordination und Kommunikation. In komplexen Projekten mit vielen Akteuren kann es eine Herausforderung sein, eine klare Kommunikation zwischen den Beteiligten sicherzustellen. Die Initiative der UGR-Kreisräte unterstreicht die Notwendigkeit einer gezielten Moderation, um die Koordination zwischen verschiedenen Sektoren zu gewährleisten und sicherzustellen, dass alle Stimmen Gehör finden.
  • Nachhaltigkeit. Zwar kann die anfängliche Beteiligung stark sein, doch die Aufrechterhaltung des Engagements über einen längeren Zeitraum hinweg stellt eine häufige Herausforderung dar. Forschende, Verantwortliche in Politik und Verwaltung und Führungskräfte der Gemeinschaft müssen sich zu einer kontinuierlichen Zusammenarbeit über die anfänglichen Workshops oder Treffen hinaus verpflichten.

 

Aufgaben und Ressourcen

Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen

  • Aufgaben

○ Bereitstellung von Forschungsergebnissen, die in den partizipativen Prozess einfließen

○ Moderation von Workshops und Aktivitäten zur gemeinsamen Gestaltung

 

  • Erforderliche Ressourcen

○ Instrumente zur Verbreitung von Forschungsergebnissen, wie Datenbanken, interaktive Websites und Instrumente zur gemeinschaftsbasierten Datenerhebung.

Manager und Managerinnen für Wissensaustausch und Forschung

  • Aufgaben

○ Koordination der Einbindung von Interessengruppen

○ Organisation von Online- und Präsenzkonsultationen

○ Sicherstellung, dass Rückmeldungen effektiv in den Entwicklungsprozess einfließen

  • Erforderliche Ressourcen

○ Kommunikationsinstrumente (z. B. Websites, Social-Media-Plattformen); Workshop-Materialien (z. B. visuelle Hilfsmittel, Instrumente zur Datenerhebung).

 

Verantwortliche in Politik und Verwaltung

  • Aufgaben

○ Schaffung politischer Rahmenbedingungen, die die Beiträge aus dem partizipativen Prozess widerspiegeln

○ Bereitstellung von Ressourcen für die Umsetzung

○ Sicherstellung einer kontinuierlichen Zusammenarbeit mit den Führungskräften der Gemeinschaft

  • Erforderliche Ressourcen

○ Politische Fachkompetenz und finanzielle Mittel zur Unterstützung der Umsetzung der gemeinsam erarbeiteten Lösungen.

 

Beispiele

Das ENGAGEgreen-Projekt und die UGR-Kreisräte

Das Erasmus+-Projekt „ENGAGEgreen“ und die Initiative der UGR-Kreisräte verdeutlichen, wie partizipative Ansätze die akademische Forschung effektiv mit der lokalen Verwaltung verbinden können.

Im Rahmen dieses Ansatzes wurden mehrere vorbereitende Aktivitäten durchgeführt, darunter das erste Impronta-Granada-Treffen im Januar 2025, gefolgt vom Treffen der UGR-Kreisräte im Juli 2025 und dem zweiten Impronta-Granada-Treffen im Dezember 2025, bei denen Forscher, Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung, Unternehmen und Akteure der Zivilgesellschaft zusammenkamen, um regionale Herausforderungen wie nachhaltigen Tourismus, Denkmalschutz und wirtschaftliche Entwicklung zu identifizieren und anzugehen.

Diese Treffen trugen dazu bei, die Forschung der UGR auf die Bedürfnisse von Poniente Granadino und anderer Regionen abzustimmen, indem Forschende aktiv in Diskussionen über lokale Prioritäten einbezogen wurden. Im Rahmen dieser Veranstaltungen stellten Forscher der UGR ihre laufenden Projekte vor; einige Projekte wurden dabei mithilfe einer Excel-Datenbank erfasst, in der Forschungsthemen, die Zugehörigkeit der Forschenden sowie die jeweils zuständigen Kreisräte katalogisiert wurden.

Dieser Prozess trug zudem dazu bei, Forschungsergebnisse in die lokalen politischen Diskussionen zu integrieren und förderte so die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und lokalen Akteuren. Darüber hinaus war die Website „Impronta Granada“ entscheidend für die Sichtbarkeit dieser UGR-Forschenden, da sie Profile der Beteiligten und Projektlisten enthielt, die nach den Bezirksräten der UGR kategorisiert waren. Dies ermöglichte es den Interessengruppen, relevante Forschungsarbeiten in ihren Regionen zu filtern und sich mit ihnen zu vernetzen. Der Einsatz von Online-Workshops und Kurzpräsentationen ermöglichte eine kontinuierliche Einbindung und die gemeinsame Erarbeitung von Lösungen, wodurch sichergestellt wurde, dass akademisches Wissen auf lokale Entwicklungsziele abgestimmt und in langfristige Strategien integriert wurde.

 

Quellen und weiterführende Literatur

 

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Kontaktieren Sie gerne Tome Sandevski über science-policy@uni-frankfurt.de


Esteban Romero-Frías

currently works as Vice-Rector for Social Innovation, Employability and Entrepreneurship at the University of Granada and is Full Professor in the Department of Accountancy and Finance. His academic and research work focuses on public and social innovation, digital learning, and digital humanities. Through UGR MediaLab, which he has directed since its foundation, he has led various collaborative projects such as Impronta Granada and UnInPública that are aimed at building bridges between universities, public institutions, and society to tackle regional challenges.

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