Nachhaltiges Engagement im wissenschaftspolitischen Dialog durch die UGR-Bezirksräte
Die wichtigsten Merkmale auf einen Blick
- Langfristiges Engagement, das sich eher auf regionale Governance-Strukturen als auf einzelne Veranstaltungen stützt
- Regelmäßiger Austausch zwischen Forschenden, Verantwortlichen in der Politik und lokalen Akteuren
- Kombination aus Online-Beratungen, persönlichen Treffen und öffentlichen Aktivitäten
- Starke institutionelle Verankerung innerhalb der Universität Granada und ihrer Strategie für soziale Innovation
Beschreibung
Unter „nachhaltigem Engagement“ versteht man die Fähigkeit, über vereinzelte Dialogveranstaltungen hinaus eine langfristige, kontinuierliche und sinnvolle Interaktion zwischen Forschenden, politisch Verantwortlichen und gesellschaftlichen Akteuren aufrechtzuerhalten.
Im Rahmen des Erasmus+-Projekts ENGAGEgreen stellen die UGR-Bezirksräte einen governance-orientierten Ansatz dar, der darauf abzielt, den Austausch zwischen Wissenschaft und Politik/Verwaltung in regionale Strukturen zu einzubinden und so Kontinuität über einen längeren Zeitraum zu gewährleisten. Anstatt sich auf einmalige Konsultationen zu verlassen, zielt dieses Modell darauf ab, das Engagement als dauerhaften Prozess zu institutionalisieren, der auf regionale Prioritäten abgestimmt ist und von der Universität Granada (UGR) unterstützt wird.
Wie funktioniert das Format?
Das Modell des nachhaltigen Engagements der UGR-Bezirksräte funktioniert als kontinuierlicher und kumulativer Prozess. Regionale Herausforderungen werden gemeinsam mit lokalen Verwaltungen und Interessengruppen identifiziert und anschließend mit der entsprechenden Forschungskompetenz innerhalb der Universität verbunden. Die Zusammenarbeit wird durch regelmäßige Treffen, thematische Arbeitssitzungen, vorbereitende Online-Workshops und groß angelegte Dialogveranstaltungen wie die „Impronta Granada Meetings“ aufrechterhalten. Digitale Tools unterstützen die Kontinuität, indem sie das institutionelle Gedächtnis bewahren, die Sichtbarkeit der Akteure und Projekte gewährleisten und eine kontinuierliche Interaktion zwischen den Veranstaltungen ermöglichen. Im Laufe der Zeit ermöglicht dieses Format, dass Beziehungen reifen und Vertrauen aufgebaut wird, was für eine effektive Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Politik unerlässlich ist.
Herausforderungen
Das Erreichen einer nachhaltigen Zusammenarbeit im Austausch zwischen Wissenschaft und Politik und Verwaltung ist von Natur aus eine Herausforderung. Eine der größten Schwierigkeiten besteht darin, das langfristige Engagement sowohl von Forschenden als auch von politisch Verantwortlichen aufrechtzuerhalten, deren Prioritäten, Arbeitsbelastung und institutionelle Rahmenbedingungen sich im Laufe der Zeit ändern können.
Politische Zyklen, Personalfluktuation und begrenzte Anreize für akademisches Engagement können die Kontinuität beeinträchtigen. Darüber hinaus erfordert ein nachhaltiges Engagement, über kurzfristige Ergebnisse hinauszublicken und zu akzeptieren, dass Wirkung oft erst allmählich entsteht, was im Widerspruch zu den Erwartungen an sofortige Ergebnisse stehen kann. Die Bewältigung dieser Herausforderungen erfordert stabile Koordinationsstrukturen, institutionelle Unterstützung und klare langfristige Ziele.
Aufgaben und Ressourcen
Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen
- Aufgaben
○ Einbringen von wissenschaftlicher Expertise, die auf die durch die UGR-Kreisräte identifizierten, regionalen Herausforderungen abgestimmt ist
○ Teilnahme an wiederkehrenden Dialogaktivitäten (Tagungen, Workshops, Konsultationen) über einen längeren Zeitraum
○ Anpassung der Forschungsergebnisse an politikrelevante Formate und langfristige regionale Prioritäten
- Erforderliche Ressourcen
○ Zeitaufwand für ein nachhaltiges Engagement über einzelne Veranstaltungen hinaus
○ Institutionelle Anerkennung von Aktivitäten im Rahmen des Wissenschafts-Politik-Dialogs
○ Kommunikations- und Wissensaustausch-Tools für die Interaktion mit politisch Verantwortlichen und Interessengruppen.
Managerinnen und Manager für Wissensaustausch und Forschung
- Aufgaben
○ Koordination der nachhaltigen Interaktion zwischen Forschenden, politisch Verantwortlichen und regionalen Interessengruppen
○ Moderation von Dialogprozessen, Vorbereitungstreffen und Folgeaktivitäten
○ Forschungsergebnisse in zugängliche, politikrelevante Formate umsetzen
○ Kontinuität, Dokumentation und institutionelles Gedächtnis über politische und akademische Zyklen hinweg sicherstellen
- Erforderliche Ressourcen
○ Spezielle Arbeitszeit der Mitarbeiter für Koordination und Moderation
○ Digitale Plattformen und Instrumente zur Unterstützung von Kommunikation, Dokumentation und Sichtbarkeit
○ Institutionelle Unterstützung zur Aufrechterhaltung langfristiger Beteiligungsstrukturen
Verantwortliche in Politik und Verwaltung
- Aufgaben
○ Ermittlung und Formulierung mittel- und langfristiger regionaler Bedürfnisse
○ Regelmäßiger Austausch mit Forschenden im Rahmen der UGR-Bezirksräte
○ Einbindung forschungsbasierter Erkenntnisse in lokale Strategien und politische Prozesse.
- Erforderliche Ressourcen
○ Zeit für die Teilnahme an laufenden Dialogprozessen
○ Politische und administrative Unterstützung zur Gewährleistung der Kontinuität über politische Zyklen hinweg
○ Zugang zu aufbereiteten Forschungsergebnissen, die für die regionale Entscheidungsfindung relevant sind
Details zur Fallstudie
Wie wird das Format umgesetzt?
Die nachhaltige Einbindung der Bezirksräte der UGR erfolgt durch eine Folge wiederkehrender Aktivitäten, die vorbereitende Online-Treffen, persönliche Dialogveranstaltungen und eine kontinuierliche Koordination zwischen der Universität Granada und regionalen Akteuren miteinander verbinden.
Die Interaktion erstreckt sich über einen längeren Zeitraum und umfasst regelmäßige Treffen, thematische Tagungen sowie groß angelegte Veranstaltungen wie die „Impronta Granada“-Treffen. Dieser Ansatz ermöglicht es, dass sich die Beziehungen zwischen Forschenden, politisch Verantwortlichen und anderen Interessengruppen schrittweise entwickeln, was den Aufbau von Vertrauen, gemeinsames Lernen und die schrittweise Abstimmung von Forschungskompetenz auf regionale Prioritäten fördert.
Verfügbare Ressourcen (Was sind die Hauptaufgaben?)
Forschende tragen dazu bei, indem sie laufende Forschungsarbeiten, die auf regionale Herausforderungen ausgerichtet sind, vorstellen und sich langfristig an den Dialogprozessen beteiligen.
Managerinnen und Manager für Wissensaustausch und Forschung koordinieren die Interaktion zwischen den Akteuren, moderieren Treffen, übertragen Forschungsergebnisse in zugängliche Formate und gewährleisten Kontinuität sowie Dokumentation über politische und akademische Zyklen hinweg.
Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung formulieren regionale Prioritäten, nehmen regelmäßig an Dialogaktivitäten teil und integrieren forschungsbasierte Erkenntnisse in lokale Strategien und Entscheidungsprozesse.
Das Format stützt sich auf nachhaltige Kapazitäten in der Kooperation, institutionelle Unterstützung durch die Universität Granada sowie digitale Werkzeuge, die Kommunikation, Sichtbarkeit und Folgeaktivitäten ermöglichen.
Was funktioniert? Was funktioniert nicht? (Erfahrungen)
Was funktioniert: ist die schrittweise Konsolidierung der UGR-Kreisräte als stabile Führungsstrukturen für den wissenschaftspolitischen Dialog.
Im Laufe des Jahres 2025 zeigten mehrere Meilensteine eine wachsende Beteiligung, institutionelle Verankerung und öffentliche Sichtbarkeit. Die Initiative wurde im Januar 2025 beim ersten Impronta-Granada-Treffen offiziell ins Leben gerufen, an dem mehr als 80 UGR-Forschende und lokale Vertretende teilnahmen.
Im Juli 2025 stärkte das erste regionale Treffen der Kreisräte (Costa Tropical) den Rat-übergreifenden Dialog, stellte laufende Projekte vor und förderte eine engere Zusammenarbeit zwischen Kommunen und Forschenden.
Zwei interaktive Arbeitssitzungen im November 2025 ermöglichten es den Vertretenden der zehn Kreisräte, Prioritäten zu überprüfen, Wissen auszutauschen und das Treffen im Dezember vorzubereiten. Diese Bemühungen gipfelten im zweiten Impronta-Granada-Treffen (Dezember 2025, Loja), einer großen Präsenzveranstaltung mit thematischen Arbeitsgruppen zu Mobilität, Frauen im ländlichen Raum, Beschäftigung, Landwirtschaft und Nachhaltigkeit, wodurch sich die Gemeinderäte als aktives Governance-Netzwerk etablierten. Ergänzende wissenschaftliche und regionale Aktivitäten, wie beispielsweise Seminare zu konkreten lokalen Bedürfnissen, stärkten das regionale Ökosystem zusätzlich.
Aus kommunikativer Sicht wird das nachhaltige Engagement durch die Nutzung von institutionellen Kommunikationskanälen unter der Leitung von Medialab UGR gestärkt, Social Innovation Lab der Universität Granada, wie beispielsweise die Impronta Granada-Website, Social-Media-Profile (LinkedIn-Konto von Medialab UGR, Instagram-Konto von Impronta Granada, Instagram-Konto von Medialab UGR, Konto von Medialab X, X-Konto von Impronta Granada) sowie Audio-Verbreitungskanäle (Spreaker-Konto von Radiolab UGR und Spotify-Konto von Radiolab UGR.
Da diese Kanäle strukturell in die Universität integriert sind, bleiben sie über die Laufzeit einzelner Projekte hinaus aktiv und tragen so zur langfristigen Nachhaltigkeit der Initiative bei. Die Teilnehmenden nutzen diese Plattformen regelmäßig, um über Aktivitäten zu berichten, Veranstaltungen im Rahmen des Wissenschafts-Politik-Dialogs anzukündigen und regionale Initiativen im Zusammenhang mit Forschung und öffentlicher Entscheidungsfindung zu teilen.
Diese kontinuierliche Nutzung gemeinsamer Kommunikationsräume stärkt die Sichtbarkeit, erleichtert die Koordination zwischen den Akteuren und unterstützt die Etablierung der UGR-Bezirksräte als permanente Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Politik auf regionaler Ebene.
Anhaltende Herausforderungen sind die Aufrechterhaltung eines langfristigen Engagements angesichts akademischer Arbeitsbelastung, wechselnder politischer Zyklen sowie der Notwendigkeit stabiler Anreize und institutioneller Unterstützung, um Kontinuität über einzelne Veranstaltungen hinaus zu gewährleisten.
Wie werden die Aktivitäten bewertet?
Die Bewertung des nachhaltigen Engagements orientiert sich an kurz-, mittel- und langfristigen Zielen.
Kurzfristig (bis 2026) konzentriert sich die Bewertung auf die Konsolidierung von zehn Kreisräten als stabile Verwaltungsstrukturen, die alle Regionen Granadas vertreten, die aktive Beteiligung von mehr als 200 Akteuren (darunter Forscher, politische Entscheidungsträger, Unternehmer und Bürger), die Schaffung von mindestens zwei Pilotprojekten, die sich mit regionalen Prioritäten wie nachhaltiger Mobilität, Landflucht, Kulturerbe und agroökologischer Innovation befassen, sowie die Stärkung des institutionellen Ansehens der Universität Granada als führende Einrichtung im Bereich sozialer Innovation und regionaler Zusammenarbeit. Diese Aspekte werden anhand von Teilnehmenden-Daten und Umfragen zur Wirkung beurteilt.
Mittelfristig (2026–2030) konzentriert sich die Evaluierung auf die Einrichtung von „Impronta“-Regionalentwicklungszentren in Zusammenarbeit mit der Diputación de Granada, die Integration der Kreisräte als ständigen Beratungs- und Kooperationsmechanismus in das Leitungsmodell der Universität, die verstärkte Einbeziehung regionaler Herausforderungen in die Forschungs-, Innovations- und Bildungsagenden sowie die Stärkung von Allianzen mit regionalen und europäischen Institutionen zur Kofinanzierung und Skalierung von Initiativen.
Langfristig (über 2030 hinaus) konzentriert sich die Bewertung auf die Institutionalisierung der Kreisräte als übertragbares Modell der Zusammenarbeit zwischen Universität und Gesellschaft. Außerdem die Konsolidierung und den Ausbau der regionalen Entwicklungszentren „Impronta“ als langfristige Infrastrukturknotenpunkte für regionale Innovation und bürgerschaftliche Zusammenarbeit sowie deren Beitrag zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung und der andalusischen Strategie für intelligente Spezialisierung. Dadurch werden Nachhaltigkeit und Partizipation in die öffentliche Entscheidungsfindung integriert.
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