Das „Quadruple-Helix“-Akteursmodell / Living Labs
Fallstudie zum zweiten Impronta-Granada-Treffen und zum Poniente-Workshop
Beschreibung
Das „Quadruple-Helix“-Modell (QH) fördert die Zusammenarbeit zwischen vier zentralen Akteuren: Wissenschaft, Behörden, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Die „Living Lab“-Methodik ermöglicht es diesen Gruppen, gemeinsam Lösungen unter realen Bedingungen zu entwickeln.
„UGR County Councils“ bezeichnet die von der Universität Granada (UGR) im Rahmen des Erasmus+-Projekts „ENGAGEgreen“ geleitete Initiative, deren Ziel es ist, die Zusammenarbeit zwischen wissenschaftlich Forschenden, lokalen Behörden und Akteuren aus den Gemeinden zu fördern. Im Mittelpunkt dieser Initiative steht die Bewältigung regionaler Herausforderungen durch gemeinsam erarbeitete, forschungsbasierte Lösungen.
Das zweite „Impronta Granada“-Treffen ist die dritte Pilotveranstaltung, die von der UGR im Rahmen dieses Projekts organisiert wurde und bei der Forschende, Vertreter und Vertreterinnen aus Politik und Verwaltung und lokale Gemeinschaften zusammenkommen, um Strategien für eine nachhaltige Entwicklung in ländlichen und städtischen Gebieten zu erörtern und zu entwickeln.
Der Poniente-Workshop, Teil des zweiten Impronta Granada Treffens, dient als Fallstudie dafür, wie diese beiden Rahmenkonzepte zusammenwirken, um lokale Herausforderungen in der Region Poniente Granadino anzugehen. Die Veranstaltung brachte Akteure aus Politik und Verwaltung, Wissenschaftler, lokale Unternehmen und Bürger zusammen, die gemeinsam daran arbeiteten, die Bedürfnisse zu identifizieren, Lösungen vorzuschlagen und Initiativen für die nachhaltige Entwicklung der Region zu gestalten.
Im Vorfeld des Workshops fanden zwei Online-Treffen mit den Bezirksräten der UGR aus der Region Poniente und anderen Gebieten statt, um die zentralen Themen zu ermitteln, die auf der Veranstaltung vorgestellt werden sollten. Diese Diskussionen trugen zur Gestaltung der Tagesordnung bei und richteten den Fokus des Workshops auf nachhaltige Entwicklung, regionale Identität und regionale Zusammenarbeit.
Die wichtigsten Merkmale auf einen Blick
- Beteiligte Akteure: Universität Granada (UGR), lokale Behörden (Diputación de Granada, Gemeinden), lokale Unternehmen, zivilgesellschaftliche Organisationen und Bürger
- Ziel: Gemeinsame Herausforderungen identifizieren und gemeinsam umsetzbare Lösungen für regionale Probleme in den Bereichen Bevölkerungsrückgang, lokales Kulturerbe, Tourismus und wirtschaftliche Entwicklung erarbeiten
- Format: Ein interaktiver Workshop mit Co-Creation-Aktivitäten und Podiumsdiskussionen, der auf den Ergebnissen zweier vorbereitender Online-Treffen aufbaut
- Ergebnis: Entwicklung praktischer Initiativen wie generationenübergreifendes Wohnen, Wiederbelebung des Tourismus, Einbeziehung von lokalem Wissen und Erhaltung des kulturellen Erbes
Wie funktioniert das Format?
Der Poniente-Workshop folgte dem Quadruple-Helix-Modell (QH), wobei staatliche Akteure, Wissenschaft, lokale Unternehmen und die Zivilgesellschaft aktiv mitwirkten.
- Regierung: Die Kommunalverwaltungen und die Diputación de Granada stellten politische Rahmenbedingungen, Finanzmittel und regionale Entwicklungsziele bereit.
- Wissenschaft: Experten der Universität Granada (UGR) stellten Forschungsergebnisse zu Kulturerbe, sozioökonomischer Entwicklung und nachhaltigem Tourismus vor.
- Zivilgesellschaft: Organisationen wie „Tierra de Aguas“ und lokale Gemeinschaften vertraten die Bedürfnisse der Bevölkerung und ihre Vision für die Zukunft der Region Poniente.
- Lokale Unternehmen: Unternehmer diskutierten, wie lokale Produkte und Dienstleistungen mit nachhaltigen Tourismusmodellen und der wirtschaftlichen Wiederbelebung der Region verknüpft werden können.
Herausforderungen
● Komplexität der Koordination: Trotz aller Bemühungen bleibt die Koordination zwischen den Akteuren aufgrund der Komplexität der lokalen Verwaltungsstrukturen, der Finanzierungsdynamik und der unterschiedlichen Ziele der einzelnen Akteure eine Herausforderung
● Nachhaltigkeit: Die größte Herausforderung besteht darin, das langfristige Engagement für die Initiativen aufrechtzuerhalten, da die meisten Projekte nur kurzfristig finanziert werden und es an einer kontinuierlichen Finanzierungsstrategie mangelt
● Einbindung der Interessengruppen: Die Einbindung lokaler Unternehmen und der breiteren Bevölkerung gestaltet sich nach wie vor schwierig, insbesondere in marginalisierten Gebieten oder Regionen, in denen die Beteiligung der Öffentlichkeit gering ist
Aufgaben und Ressourcen
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
- Aufgaben
○ Beitrag mit Forschungserkenntnissen zu sozioökonomischer Entwicklung, Kulturerbe und nachhaltigem Tourismus; Bereitstellung von Fakten für die Politikgestaltung
- Erforderliche Ressourcen
○ Zeit für Feldforschung und Datenerhebung
○ Zusammenarbeit mit lokalen Behörden, um die Forschung auf praktische Lösungen abzustimmen
○ Unterstützung bei der Verbreitung von Forschungsergebnissen an lokale Interessengruppen
Managerinnen und Manager für Wissensaustausch und Forschung
- Aufgaben
○ Organisation von Treffen mit Interessengruppen
○ Verbreitung von Forschungsergebnissen
○ Sicherstellen der Kommunikation zwischen Wissenschaft, Regierung und Zivilgesellschaft
- Erforderliche Ressourcen
○ Digitale Plattformen (z. B. Webinare, Foren) zur Erleichterung der Kommunikation
○ Organisatorische Ressourcen für die Verwaltung der Veranstaltungen und die Aufrechterhaltung langfristiger Initiativen
Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung
- Aufgaben
○ Festlegung regionaler politischer Rahmenbedingungen
○ Finanzielle Unterstützung lokaler Initiativen
○ Sicherstellen der Übereinstimmung mit lokalen und EU-Entwicklungszielen
- Erforderliche Ressourcen
○ Politische Fachkompetenz und Verwaltungskapazitäten für ein effektives Projektmanagement
○ Finanzielle Unterstützung und Zuweisung von Ressourcen für laufende Initiativen
○ Zeit für die Teilnahme an Treffen, Workshops und Planungssitzungen
Beispiele:
- Beispiel für ein Living Lab:
- Der Poniente-Workshop diente als Living Lab, in dem Interessengruppen gemeinsam Lösungen für die regionale Entwicklung erarbeiteten; auf der Grundlage realer Herausforderungen, die während des Workshops vorgestellt wurden, wurden Projekte wie generationenübergreifende Wohnmodelle und Programme für nachhaltigen Tourismus vorgeschlagen
- Forschungsarbeiten der Universität Granada (UGR) zur Erhaltung des kulturellen Erbes flossen in die Entwicklung von Strategien zur Bewahrung der regionalen Geschichte ein, die gleichzeitig die lokale Wirtschaft ankurbeln sollten
- Forschungsbasiertes Beispiel
- Wissenschaftliche Beiträge, wie beispielsweise soziodemografische Studien zur Entvölkerung, bildeten die Grundlage für die Formulierung von Strategien, die direkt auf die Herausforderungen der Region eingingen.
Details zur Fallstudie
Wie ist das Format aufgebaut?
- Der Poniente-Workshop folgte einem strukturierten Format aus einer interaktiven Sitzung mit Kurzvorträgen, Gruppenarbeit und Podiumsdiskussionen; im Vorfeld der Veranstaltung trugen zwei vorbereitende Online-Treffen dazu bei, zentrale Themen wie nachhaltigen Tourismus, Nachwuchsförderung und wirtschaftliche Wiederbelebung zu definieren, die dann während der Veranstaltung vertieft diskutiert wurden
Verfügbare Ressourcen (wichtige Aufgaben)
- Koordination zwischen Kommunalverwaltungen, Forschenden und der Zivilgesellschaft ist entscheidend, um die Nachhaltigkeit und Relevanz der Projekte sicherzustellen
- Verbreitung der Forschungsergebnisse durch die Universität Granada (UGR), um wichtige Erkenntnisse mit allen Akteuren zu teilen und Lösungen zu entwickeln, die den regionalen Bedürfnissen entsprechen
Was funktioniert? Was funktioniert nicht? (Gewonnene Erkenntnisse):
- Was funktioniert: Das QH-Modell der Zusammenarbeit hat sich als wirksam erwiesen, um den Dialog und die gemeinsame Entwicklung von Lösungen unter verschiedenen Interessengruppen zu fördern; die Zusammenführung einer Vielzahl von Interessengruppen mit gemeinsamen Zielen kann zu einer effektiven Entwicklung von Lösungen führen. Der Living-Lab-Ansatz ermöglicht Feedback in Echtzeit.
- Was funktioniert nicht: Die Koordination stellt nach wie vor eine Herausforderung dar und die Einbindung der Interessengruppen ist weiterhin schwierig, insbesondere bei lokalen Unternehmen und marginalisierten Gruppen; zudem ist es eine Herausforderung, die Nachhaltigkeit und das langfristige Engagement der Interessengruppen sicherzustellen, vor allem bei begrenzten Ressourcen.
Wie werden die Aktivitäten bewertet?
- Um den Erfolg des Living Labs zu bewerten, müssen das Engagement der Interessengruppen und die Umsetzung der Lösungen nach dem Workshop überwacht werden.
- Feedback wird durch Umfragen und Folge-Workshops gesammelt, um die langfristigen Auswirkungen der gestarteten Initiativen zu bewerten.
Quellen und weiterführende Literatur
Official coverage of the Second Impronta Granada meeting – University and Territory event: https://improntagranada.es/impronta/ii-impronta-granada-meeting-strengthens-the-university-territory-alliance-in-loja/
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