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Wie Gespräche in Behörden den Politikdialog stärken. Lehren aus dem Rhein-Main-Wissenschaftsdialog


Das Wichtigste auf einen Blick

  • Hohe Reichweite: Der Rhein-Main-Wissenschaftsdialog ermöglichte 81 Forschenden insgesamt 166 persönliche Treffen mit 177 Mitarbeitenden in 17 Landeseinrichtungen in Mainz und Wiesbaden.
  • Neue Kontakte: Das Format erwies sich als äußerst effektiv, um Mitarbeitende aus Behörden und Forschende zu vernetzen, die zuvor noch keine Erfahrung mit dem Austausch mit Politik/Verwaltung hatten.
  • Breites Fächerspektrum: Forschende aus allen Disziplinen, darunter MINT, Sozialwissenschaften, Geisteswissenschaften, Betriebswirtschaft und Volkswirtschaft, wurden mit Mitarbeitenden verschiedener regionaler Ministerien und öffentlicher Einrichtungen zusammengebracht.

 

Wie funktioniert das Format?

as Kernkonzept ist denkbar einfach: Forschende führen Fachgespräche in Landeseinrichtungen in Mainz und Wiesbaden.

Der Ablauf Schritt für Schritt:

  1. Institutionelle Zustimmung: Das Team Transfer in Politik und Gesellschaft an der Goethe-Universität Frankfurt, das die gemeinsamen Policy-Dialogprojekte der drei Rhein-Main-Universitäten Frankfurt, Darmstadt und Mainz koordiniert, stellt die Initiative den Landesministerien in Mainz und Wiesbaden vor, welche dem Konzept zustimmen.
  2. Gezieltes Matchmaking: Die teilnehmenden Institutionen erhalten Übersichten über interessierte Forschende. Diese Listen umfassen Informationen zu Fachgebieten, zeitlichen Verfügbarkeiten und Links zu den akademischen Profilen.
  3. Auswahl & Bestätigung: Personalverantwortliche leiten die Listen intern weiter. Die Mitarbeitenden wählen per E-Mail oder über ein Online-Formular Forschende aus und ergänzen auf ihrer Agenda kurze Hinweise zu den aktuellen Fachthemen.
  4. Agile Terminplanung: Das Team Transfer in Politik und Gesellschaft leitet die Anfragen an die Forschenden weiter, die je nach Fachthema und zeitlicher Verfügbarkeit zusagen oder ablehnen.
  5. Gespräche vor Ort: Die Treffen finden direkt im jeweiligen Ministerium oder einer anderen Behörde statt. Außer der Bereitstellung der Räumlichkeiten entstehen den Gastgebern keine finanziellen Kosten.

 

Erfolgsbilanz auf einen Blick:

  • 81 teilnehmende Wissenschaftler
  • 166 durchgeführte persönliche Treffen
  • 177 einbezogene Akteure in Politik und Verwaltung
  • 17 beteiligte regionale politische Entscheidungsgremien

Nachbefragungen des Teams Transfer in Politik und Gesellschaft an der Goethe-Universität Frankfurt belegen eine sehr hohe Zufriedenheit und ein großes Interesse an einer Fortsetzung:

  • Neuland betreten: 60 % der Befragten aus Politik und Verwaltung sowie 50 % der Forschenden gaben an, vor dem Projekt kaum oder gar keinen Kontakt zueinander gehabt zu haben.
  • Nachhaltiger Kontakt: Rund 20 % der Teilnehmenden vereinbarten, auch künftig für Fachfragen in Kontakt zu bleiben.
  • Überwältigende Zustimmung: Über 95 % der Teilnehmenden wünschten sich weitere Treffen dieser Art und empfahlen das Format ihren Kolleginnen und Kollegen weiter.

 

Einführung und praktische Umsetzung

Im November 2023 sondierten die Rhein-Main-Universitäten das Interesse regionaler Einrichtungen in Mainz und Wiesbaden. In beiden Landeshauptstädten war das Interesse groß. Aufgrund von Regierungsumbildungen nach den Landtagswahlen in Hessen beschloss das Team Transfer in Politik und Verwaltung an der Goethe-Universität Frankfurt jedoch, im März 2024 zunächst einen Pilotlauf in Mainz zu starten, gefolgt von einem weiteren Durchgang in Mainz und Wiesbaden im September und Oktober 2024.

 

Aufgaben und Ressourcen

Forschende

Die Forschenden bereiten sich mithilfe einer FAQ-Liste und den Website-Informationen der jeweiligen Behörde vor. Ein Gespräch dauert in der Regel eine Stunde. Da Mainz und Wiesbaden nahe an den Universitätsstandorten liegen, ist der Anreiseaufwand gering. Koordinatoren für den Wissensaustausch und Forschungsmanager.

 

Mitarbeitende im Wissenschaftsmanagement und Wissenstransfer

Das Team Transfer in Politik und Gesellschaft an der Goethe-Universität Frankfurt informiert die Institutionen und Forschenden per E-Mail und FAQ. Es stellt die Online-Formulare zur Erfassung von Fachgebieten und Verfügbarkeiten bereit, übernimmt das Matchmaking und führt die Feedback-Befragung durch. Der Organisationsaufwand belief sich auf etwa sechs Wochen (Vollzeitäquivalent) sowie rund 900 € für ein gemeinsames Vernetzungsessen in der Staatskanzlei Mainz.

Akteure in Politik und Verwaltung

Die Teilnehmenden aus den Behörden wählen die Forschenden aus den Übersichten aus, stellen Besprechungsräume bereit, informieren sich vorab auf den Webseiten der Forschenden und bereiten konkrete Fragen vor.

 

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