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Einführung in Science Shops

Was ist ein Science Shop?

„Science Shops sind Einrichtungen, die zivilgesellschaftlichen Institutionen, die nicht über die Mittel verfügen, um Forschung selbst zu finanzieren oder durchzuführen, Wissen zur Verfügung stellen. Science Shops können in andere Institutionen (Universitäten, Forschungseinrichtungen, Unternehmen) eingebettet sein oder als eigenständige Organisationen in Form von NGOs oder anderen gemeinnützigen Organisationen gegründet werden.“ (Leitfaden zur Gründung eines Science Shops)

Die wichtigsten Merkmale auf einen Blick

  • Ein Science Shop schafft einen Dialog zwischen zivilgesellschaftlichen Institutionen und der Forschungsgemeinschaft, um deren Initiativen zu unterstützen
  • Ein Science Shop befasst sich mit dem Austausch von Ideen und der Entwicklung geeigneter Lösungen
  • Für jedes Projekt werden öffentliches Feedback und/oder ein zugängliches Ergebnispapier genutzt, um alle daraus resultierenden Wissensempfehlungen verfügbar zu machen

 

Worum geht es bei diesem Format?

Vereine, Kommunalverwaltungen und Bürgerinitiativen benötigen manchmal spezifische Einblicke und Kenntnisse, um ihre Maßnahmen zu festigen, deren Wirkung zu bewerten oder neue Ansätze zu entdecken.

Die Science Shops bilden eine Brücke zwischen der Forschungsgemeinschaft und der Zivilgesellschaft und fördern den Dialog und die Zusammenarbeit zwischen beiden. Dank des Raums für Austausch und Beobachtung bieten sie Möglichkeiten zum Experimentieren, insbesondere durch Seminare und Workshops.

Vereine, Bürgerinitiativen und Kommunalverwaltungen werden bei ihren Fragestellungen von Forschenden unterstützt, die Studierende in Form von Praktika, Challenges oder Gruppenarbeiten einbinden.

 

Wie funktioniert das Format?

  1. Aufruf zur Interessenbekundung  => Formulierung der Anfragen.

Dieser Aufruf zur Interessenbekundung läuft über einen relativ langen Zeitraum von etwa vier Monaten (in der Regel von Februar bis Mai), damit alle Anträge eingehen und gemeinsam ordnungsgemäß bearbeitet werden können.

Eine Frage von allgemeinem Interesse wird dem Science Shop vorgelegt, geprüft und in Abstimmung mit einem wissenschaftlichen Ausschuss neu formuliert, um eine fachliche Begleitung zu entwickeln.

  1. Der wissenschaftliche Ausschuss => Auswahl der Projekte.

Jedes Jahr beruft der Science Shop einen wissenschaftlichen Ausschuss ein, der sich aus Expertinnen und Experten zusammensetzt, die die im Rahmen des Aufrufs zur Interessenbekundung eingereichten Anträge prüfen und etwa fünfzehn Projekte auswählen, die im jeweiligen Jahr durchgeführt werden sollen. In einigen Fällen leitet der wissenschaftliche Ausschuss Anträge an andere Formate weiter.

  1. Konzeption und Verbreitung der Angebote => Bewerbungen und Vorstellungsgespräche
  2. Durchführung von Gruppen-Tutorial-Projekten und individueller Praktika

Anschließend wird vom Science Shop ein Team aus Forschenden oder Studierenden kontaktiert und zusammengestellt, um eine Feldstudie durchzuführen und gemeinsam mit diesen Akteuren der Zivilgesellschaft eine praktische Lösung für ihr Problem zu entwickeln.

  1. Die Abschlussarbeiten / Präsentationen / Vorstellung der Ergebnisse => Anwesenheit potenzieller politischer Entscheidungsträger

Eine öffentliche Präsentation und/oder eine allgemein zugängliche Abschlusspublikation machen das gesamte gewonnene Wissen zugänglich.

 

Aufgaben und Ressourcen

Es handelt sich um ein Programm zur Unterstützung der Projektbeteiligten, das den Dialog und die Zusammenarbeit zwischen zivilgesellschaftlichen Organisationen und der wissenschaftlichen Forschung fördert.

Es unterstützt Forschende, die den Kontakt zu verschiedenen Akteuren vor Ort suchen und an partizipativen Forschungsprojekten interessiert sind. Sie werden durch die Teilnahme an Seminaren und Workshops eingebunden und profitieren von zentralisierten Ressourcen zum Thema partizipative Forschung.

Der Science Shop bietet Forschenden die Möglichkeit, ein studentisches Einzel- oder Gruppenprojekt zu betreuen und die Umsetzung der Forschung gemeinsam mit allen beteiligten Akteuren zu unterstützen.

Außerdem ermöglicht er ihnen, sich an der Erforschung und Förderung gesellschaftlicher Bedürfnisse zu beteiligen, sodass sie Partnerstrukturen für gemeinsame studentische Projekte oder persönliche Projekte finden und beraten können.

Bei groß angelegten Forschungsprojekten können sie auf das Fachwissen der externen Betreuer des Science Shops (Betreuer für partizipative Forschung) zurückgreifen.

 

Beispiele

Boutique des sciences der Universität Lumière Lyon 2 https://www.univ-lyon2.fr/sciences-et-societe/boutique-des-sciences

 

Quellen und weiterführende Literatur

Broschüre Boutique des Sciences ULL2: https://www.calameo.com/read/0074134546a08abe69437

Guide pratique de la recherche participative (Praktischer Leitfaden zur partizipativen Forschung, französische Version): https://lemouvementassociatif-aura.org/wp-content/uploads/bsk-pdf-manager/2024/11/GUIDE-RECHERCHE-PARTICIPATIVE.pdf

Website: das Vereinswesen: https://lemouvementassociatif-aura.org/nos-4-champs-actions/actions-innovation-sociale-associations-mouvement-associatif-auvergne-rhone-alpes/

Living Knowledge Network – das offizielle internationale Netzwerk von Science Shops und Community Based Research: https://livingknowledge.org/

Und der Leitfaden zur Gründung eines Science Shops (PDF-Version): https://www.scishops.eu/wp-content/uploads/2019/07/SciShops_D4.4_Guide.pdf.pdf

 

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