Dialog-orientiertes Format: Besichtigungen von Forschungsstätten
Wichtige Merkmale auf einen Blick
- Im Rahmen von Besichtigungen können Forschende ihre Expertise präsentieren und mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Verwaltung in einen Dialog treten.
- Besichtigungen sind ein einfach zu organisierendes Format. Es ermöglicht die Einbindung von Forschenden, die keinen Kontakt zu Vertreterinnen und Vertretern in Politik und Verwaltung haben – und umgekehrt.
- Die Forschungsstätten/Labore müssen eine Veranschaulichung der Themen ermöglichen.
- Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler müssen klar und präzise kommunizieren und darüber hinaus Zeit für Fragen der Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung einplanen.
Wie funktioniert das Format?
Besichtigungen von Forschungsstätten bieten hervorragende Möglichkeiten für Akteurinnen und Akteure in Politik und Verwaltung, ein besseres Verständnis für Forschungsaktivitäten und deren mögliche Anwendungen zu gewinnen.
Forschende können Maschinen oder Anwendungen vorführen. Dabei erklären sie nicht nur die zugrunde liegenden Mechanismen, sondern gehen auch auf mögliche Anwendungen ein, die für Akteurinnen und Akteure in Politik und Verwaltung relevant sind. Eine einzelne Forscherin oder ein Forscher kann Akteurinnen und Akteure in Politik und Verwaltung durch ein Labor oder eine andere Forschungsstätte führen. Alternativ können Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung von Station zu Station wechseln, wobei verschiedene Forschende jeweils an der entsprechenden Station erklären.
Besichtigungen können einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen, da sie verschiedene Sinne ansprechen: Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung hören den Informationen der Forschenden zu, während sie gleichzeitig Objekte oder Anwendungen sehen, berühren oder sogar riechen. Die Besuche ermöglichen es den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, ihre aktuelle Forschung zu präsentieren. Da die Gäste aus der Praxis Fragen an die Forschenden stellen können – und umgekehrt –, sind Besichtigungen ein großartiges dialogorientiertes Erlebnis für beide Seiten.
Gäste aus Politik und Verwaltung können Forschungsstätten einzeln, in kleinen oder größeren Gruppen besuchen. Gruppen können Teilnehmende aus einer oder mehreren Praxiseinrichtungen umfassen. Die Dauer von Besichtigungen variiert von einer bis mehreren Stunden, abhängig von der Größe der Forschungsstätte, der Anzahl der Stationen und der Zeit, die die Forschenden in Vorbereitung und Durchführung investieren möchten. Besichtigungen können als eigenständige Veranstaltungen organisiert werden oder als Teil von Konferenzen, Workshops oder anderen Events, bei denen sich die Teilnehmenden bewegen und interagieren können.
Die Forschenden müssen klar und präzise kommunizieren und ausreichend Zeit für Fragen der Akteurinnen und Akteure aus Politik und Verwaltung einplanen. Sowohl Nachwuchsforschende als auch erfahrene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können Besichtigungen durchführen.
Die zu besichtigenden Forschungsstätten sollten ein hohes Maß an Anschaulichkeit bieten. Während Wissenschaftler beispielsweise in einem Labor bahnbrechende Forschungen zu Gesundheitsfragen betreiben, bietet die Betrachtung von Reagenzgläsern und Petrischalen keinen Mehrwert zur Präsentationen oder Vorträgen. Führungen durch Labore, bei denen Gäste aus der Praxis sehen können, wie sich Roboter bewegen, oder bei denen sie Virtual-Reality-Brillen nutzen können, können ihnen jedoch helfen, die Potenziale und Herausforderungen technologischer Innovationen besser zu verstehen.
Aufgaben und Ressourcen
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
Zum Inhalt: Forschende müssen kurze Präsentationen zu den Objekten und Anwendungen vorbereiten. Sind mehrere Forschende an der Besichtigung beteiligt, ist eine Koordination untereinander erforderlich. Je nach Struktur der Besichtigung, Anzahl und Hintergrund der Teilnehmenden können die Guides vorab die Akteurinnen und Akteure in Politik und Verwaltung zu ihren wichtigsten Interessen befragen und die Besichtigung entsprechend gestalten.
Zur Organisation: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler müssen gegebenenfalls die Objekte, die sie zeigen möchten, umräumen oder säubern. Außerdem müssen sie prüfen, ob die Forschenden in den Forschungsstätten ihre Arbeit wie gewohnt fortführen können oder ob sie während der Besichtigung pausieren müssen.
Zeitliche Ressourcen: Die Durchführung von Besichtigungen sollte nicht länger als zwei bis drei Stunden dauern, da sonst die Aufnahmefähigkeit der Gäste aus der Praxis überstrapaziert werden kann. Wenn Forschende zuvor keine Präsentationen für Außenstehende vorbereitet haben, kann die Vorbereitung von mehreren Stunden bis zu mehreren Tagen dauern. Sobald die Präsentationen und der Ablauf stehen, nimmt die Wiederholung der Besichtigung in der Zukunft weniger Zeit in Anspruch. Falls eine Evaluation des Formats erfolgt, muss ein Evaluationsbogen vorbereitet und den Gästen aus Politik und Verwaltung nach der Besichtigung zugesandt werden.
Finanzielle Ressourcen: Mögliche Kostenpunkte sind Catering, Reisekostenerstattungen für die Gäste aus Politik und Verwaltung, Werbung für die Veranstaltung oder Vergütungen für die teilnehmenden Forschenden.
Mitarbeitende im Wissenstransfer oder Wissenschaftsmanagement (Unterstützungsstrukturen)
Mitarbeitende im Wissenstransfer oder im Wissenschaftsmanagement können Forschende entscheidend unterstützen, indem sie Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung identifizieren und einladen. Sie verfolgen aktuelle Entwicklungen in der Politikgestaltung, um die Forschenden über Themen zu informieren, die für Akteurinnen und Akteure in Politik und Verwaltung von großem Interesse sind.
Zudem können sie durch die Gestaltung von Flyern und Sharepics, die Vorbereitung von Beiträgen in sozialen Medien und Pressemitteilungen unterstützen, außerdem die Organisation von Catering (falls nötig), die Begleitung der Gäste aus Politik und Verwaltung vor Ort sowie die Verwaltung von Zugangsrechten zu den Forschungsstätten und die Einhaltung von Sicherheitsvorgaben.
Mitarbeitende im Wissenstransfer oder Wissenschaftsmanagement sollten den Forschenden eine Liste der anwesenden Gäste aus in Politik und Verwaltung bereitstellen. Außerdem können sie Follow-up-Mails an beide Seiten verfassen, um nach der Teilnahme an den Besichtigungen den Kontakt zu halten. Sie können auch Evaluationsbögen an die Akteurinnen und Akteure in Politik und Verwaltung und Forschenden versenden oder Feedbackgespräche mit ihnen führen.
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