Wissen mobilisieren, Schnittstellen schaffen, Forschende unterstützen
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Wie ein kleines Team den Austausch zwischen Wissenschaft und Politik/Verwaltung fördert. Ein Praxisbeispiel der Rhein-Main-Universitäten“
Das Wichtigste auf einen Blick
- Hohe Wirkung bei schlanker Organisation: Ein engagiertes Team von 1–2 Vollzeitkräften kann Hunderte von Forschenden und Akteuren aus Politik und Verwaltung miteinander vernetzen.
- Full-Service-Vermittlung: Minimiert den Arbeitsaufwand für Forschende und Akteure in Politik und Verwaltung durch die Übernahme von Organisationsaufgaben, die Identifizierung von Themen an der Schnittstelle von Wissenschaft und Politik/Verwaltung und die Vermittlung von Kontakten.
- Aufbau von Kompetenzen im Bereich Austausch zwischen Wissenschaft und Politik/Verwaltung: Das Team Transfer in Politik und Gesellschaft an der Goethe-Universität Frankfurt führt Workshops zu den Themen Politikberatung und Karrieren in Ministerien durch und entwickelt entsprechende Leitfäden.
- Nachweisbare Erfolgsbilanz: Seit 2016 wurden über 3.500 bilaterale Treffen zwischen 400 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung und 850 Forschenden organisiert, 42 Policy-Veranstaltungen durchgeführt und Trainings für über 400 Forschende ausgerichtet.
Wie arbeitet das Team Transfer in Politik und Gesellschaft an der Goethe-Universität Frankfurt?
Ursprünglich 2016 als Geschäftsstelle des Mercator Science-Policy Fellowship-Programms ins Leben gerufen, entwickelte sich die Einheit zu einer permanenten Einrichtung. Durch die Einwerbung zusätzlicher Fördermittel (z. B. von der EU und dem Bundesforschungsministerium) erweiterte sie ihren Tätigkeitsbereich zu einer vollwertigen Serviceeinheit für die drei Partneruniversitäten.
Heute stützt sich die Einheit auf drei Kernsäulen:
Heute stützt sich die Einheit auf drei Kernsäulen:
- Matchmaking & Science-Policy-Dialog
- Gezieltes Matchmaking: Die Einheit fungiert als zentrale Anlaufstelle (One-Stop-Shop). Wenn Akteure in Politik und Verwaltung akademisches Fachwissen benötigen, recherchiert die Einheit relevante Forschende. Umgekehrt nutzt die Einheit ihr Netzwerk, wenn Forschende Kontakt zu Akteuren aus Politik und Verwaltung suchen.
- Konzeption und Organisation von Dialogformaten: Die Einheit koordiniert verschiedene Formate von Einzelgesprächen über Laborbesuche bis hin zu Multi-Stakeholder-Workshops und Podiumsdiskussionen zu Themen wie KI, Klimawandel, Medizin der Zukunft, sozialer Zusammenhalt, Populismus, Cybersicherheit, soziale Ungleichheit und Umweltrecht im Rhein-Main-Gebiet, Berlin und Brüssel.
- Kapazitätsaufbau und Kompetenzförderung
- Workshops: Die Einheit hat 17 Workshops zum Thema Kompetenzaufbau für die Politikberatung und Karrieren in Politik und Verwaltung durchgeführt, an denen mehr als 400 Forschende teilgenommen haben.
- Ressourcen: Erstellung von Praxisleitfäden und Toolkits (einschließlich des „ENGAGEgreen Policy Engagement Toolkit“).
- Strategische Integration in die Antragstellung für Forschungsdrittmittel
- Berücksichtigung des Wissenstransfers in Politik und Verwaltung in der Frühphase wissenschaftlicher Projekte: Die Einheit ermutigt Forschende, den Austausch mit Politik und Verwaltung bereits in der Frühphase von Forschungsprojekten zu berücksichtigen. Viele Forschende denken Wissenstransfer in eine Richtung und wissen nicht, dass auch ihre Forschung vom Austausch mit der Praxis profitieren kann, indem sie neue Perspektiven, Themen, Forschungsfragen oder Hypothesen kennenlernen. Typische Transferaktivitäten wie Dialogveranstaltungen finden häufig am Ende von Projekten statt. Durch eine frühzeitige Berücksichtigung des Austauschs zwischen Wissenschaft und Politik und Verwaltung in Förderprojekten können Forschende sowohl den Nutzen dieses Austauschs für ihre Forschung maximieren als auch den möglichen Nutzen für die Politikgestaltung optimieren, indem sie während der gesamten Dauer der Forschungsprojekte und nicht erst am Ende mit Akteuren in Politik und Verwaltung in Kontakt bleiben.
Wichtige Erkenntnisse für Wissenschaftseinrichtungen
- Klein anfangen und organisch wachsen: Sie brauchen keine große Abteilung, um zu beginnen; eine Transferaktivität oder ein Forschungsprojekt kann der Grundstein für eine dauerhafte Struktur bilden. Unsere Einheit begann 2016 als Geschäftsstelle des drittmittelgeförderten und zeitlich befristeten Mercator Science-Policy Fellowship-Programms.
- Entlastung von Forschenden von organisatorischen Aufgaben: Der wichtigste Hebel für die Beteiligung von Forschenden ist die Verringerung des Organisationsaufwands; wenn Ihre Einrichtung Terminplanung, Raumreservierungen, Reisen und Verpflegung zentral abwickelt, ist die Wahrscheinlichkeit weitaus größer, dass Forschende am Austausch zwischen Wissenschaft und Politik und Verwaltung teilnehmen, als wenn Forschende diese Aufgaben selbst stemmen müssen.
- Forschende über Unterstützungsstrukturen und Fördermittel informieren: Viele Forschende kennen die Unterstützungsstrukturen an ihren Einrichtungen nicht; außerdem wissen viele Forschende nicht, dass Aktivitäten im Bereich des Austauschs zwischen Wissenschaft, Politik und Verwaltung im Rahmen von Forschungsprojekten gefördert werden können.
Aufgaben und Ressourcen
Mitarbeitende im Wissenschaftsmanagement und Wissenstransfer
Das Team Transfer in Politik und Gesellschaft an der Goethe-Universität Frankfurt verfügt über ein engagiertes Team von ein bis zwei Mitarbeitenden, die Forschende und Akteure in Politik und Verwaltung miteinander vernetzen. Die Mitarbeitenden stehen in regelmäßigem Kontakt mit beiden Gruppen, um Themen für Policy-Veranstaltungen zu identifizieren und sowohl bilaterale Treffen als auch Policy-Veranstaltungen zu organisieren.
Forschende
Das Team Transfer in Politik und Gesellschaft kontaktiert Forschende, um sie als Expertinnen und Experten für Einzelgespräche mit Akteuren in Politik und Verwaltung oder für Policy-Veranstaltungen zu gewinnen. Da die Einheit organisatorische Aufgaben wie Terminplanung, Raumreservierungen, Reiseplanung oder Catering übernimmt, können sich Forschende auf inhaltliche statt auf organisatorische Aspekte konzentrieren. Forschende wenden sich auch an die Einheit, wenn sie Kontakte zu Akteuren in Politik und Verwaltung benötigen.
Akteure in Politik und Verwaltung
Die Einheit lädt Akteure in Politik und Verwaltung regelmäßig ein, an Policy-Dialogformaten der Rhein-Main-Universitäten teilzunehmen. Die meisten nehmen entweder an Policy-Veranstaltungen wie Workshops oder Laborbesuchen teil oder verbringen bis zu zwei Mal jeweils zwei Tage an den Universitäten, um persönliche Gespräche mit Forschenden zu führen. Akteure in Politik und Verwaltung wenden sich auch an die Einheit, wenn sie Fachwissen benötigen; in diesem Fall ermittelt die Einheit geeignete Expertinnen und Experten an den Rhein-Main-Universitäten.
Quellen und weiterführende Literatur
Rhein-Main-Universitäten (2026), Mercator Science-Policy Fellowship-Programm, Zugriff am 24. Juni 2026.
Sandevski, Tome (2023), Wie die Rhein-Main-Universitäten den Wissensaustausch zwischen Forschern und Akteuren in Politik und Verwaltung durch persönliche Treffen fördern (abgerufen am 10. Juli 2026).
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